Zitat von Frank2000 im Beitrag #2001. Es gibt nicht "die Union". Die hat kein Meta-Bewusstsein. Es gibt nur einzelne Menschen, also Abgeordnete.
Naja, eine Partei ist ja nichts anderes als ein freiwilliges Bündnis von Menschen, die dann über den politischen Kurs und das Spitzenpersonal abstimmen. Da stellt sich dann schon die Frage, warum die Basis es einer abgehobenen Führungskaste erlaubt den ganzen Laden an die Wand zu fahren, nur weil diese sich nicht eingestehen will auf den Holzweg abgebogen zu sein (das Gemecker über die Brandmauer-Falle ist dort ja bereits aus allen Ecken vernehmbar, wenn auch noch nicht mehrheitsfähig).
Auf der anderen Seite ist eine Partei natürlich auch kein geschlossenes System, d.h. man kann seinen Unmut auch dadurch kundtun, dass man einfach austritt und die Geisterfahrer sich selbst überlässt; was insb. dann die attraktivste Option ist, wenn man einen Kurswechsel für zu schwierig hält. Der Wandel der SPD von einer linken Volkspartei zur woken Randgruppenpartei mit einstelligen Ergebnissen verläuft ja auch erstaunlich stabil, und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass es in der CDU nicht auch zu einer derartigen Dynamik kommen kann.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #199K.A. was Sie mit "Sanktionen" meinen...
Sie zählen es doch später selbst auf. Es bringt auch nichts, sich auf den moralischen Standpunkt zu stellen, dass diese "Sanktionshandlungen" irrational, illegitim und/oder undemokratisch sind. Sie sind absehbar, sie haben gewisse strategische Vorteile für die damit Drohenden und sie sind offenbar emotional sehr befriedigend.
Sie einfach zu ignorieren ist in meinen Augen einfach nur schlechte Politik.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #199Aber was ist die Alternative
Hier muss man leider zwei Perspektiven trennen: 1. Aus Sicht der individuellen Politiker kann es sinnvoll sein, "gute Mine zum bösen Spiel" zu machen, da man im Ausgleich doch etwas gewinnt. Gestaltungsmöglichkeiten, gesellschaftliche Anerkennung und Geld.
Gestaltungsmöglichkeiten würde man möglicherweise zusammen mit der AfD auch haben, aber es wäre sehr viel schwerer mit mehr Widerstand und dergleichen.
2. Aus, so nenne ich es mal, "staatstragender Sicht": 2.1. Eventuell müssen irgendwelche Reformen durchgeführt oder andere Reformen verhindert werden. Es kann sein, dass es in dieser Situation angemessener ist, Kompromisse einzugehen, um damit langfristig etwas für das "Allgemeinwohl" auszuhandeln. Natürlich ist der Ansatz nicht ohne Probleme. Beispielsweise kann man sich irren und mehr Schaden als Nutzen anrichten usw.
2.2. Eventuell wären die absehbaren Auswirkungen auf das politische System so verheerend, dass man es lieber gleich sein lässt. Es könnte auch sein, dass man sich in 10 Jahren bessere Chancen ausrechnet, z. B. durch demographischen Wandel etc. Zudem es auch außenpolitische Gesichtspunkte gibt. Der Kurs der AfD in der Außenpolitik wäre für klassische Transatlantiker genausowenig tragbar wie für "europäische Föderalisten", die Europa zur autonomen Macht machen wollen. Zudem, wenn nach Trump wieder ein Demokrat an die Macht kommt, darf davon ausgegangen werden, dass "abgeräumt" wird und wenn man in Washington dann bemerkt, eine der 5 größten Volkswirtschaften der Welt, ein sehr wichtiges Land in Mitteleuropa etc. steht irgendwie auf der falschen Seite... wie wird man da wohl reagieren? Mal von der Reaktion in Frankreich, Polen usw. ganz zu schweigen.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #199das Land Bayern auch nichts positives bewirkt hat...
Dafür steht Bayern zu gut da.
Zitat von Frank2000 im Beitrag #2001. Es gibt nicht "die Union". Die hat kein Meta-Bewusstsein. Es gibt nur einzelne Menschen, also Abgeordnete.
Nein, aber man kann versuchen, von seinem eigenen Standpunkt zu abstrahieren und darüber nachdenken, was für "die Partei" insgesamt das Beste wäre.
Zitat von Frank2000Aber die ÖRR-Propaganda schafft es, die AfD als Feindbild zu installieren.
Das ist schon lange so und natürlich muss man das "ins Kalkül ziehen".
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #201(das Gemecker über die Brandmauer-Falle ist dort ja bereits aus allen Ecken vernehmbar, wenn auch noch nicht mehrheitsfähig).
Naja, es ist eben Teil der politischen Realität.
Es kann sehr wohl sein, dass die negativen Folgen einer Aufgabe der Brandmauer sehr viel schlimmer sind als die positiven.
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
"Ein neues Betriebssystem des Staates" >https://verfassungsblog.de/palantir-machtanspruch/
Für mich klingt das alles erst Mal so wie ein SAP für den Staat. Nichts, was mich jetzt Nachts wachhalten würde. Natürlich sollte es für einen Staat grundsätzlich möglich sein, solche Software selbst zu erzeugen, sogar maßgeschneidert. Zumindest wenn es sich um sog. "Industrienationen" handelt. Es könnte aber irgendwelche Netzwerkeffekte geben oder dergleichen.
Ich möchte an dieser Stelle noch mal eine Satz zitieren, bei dem ich massiv schmunzeln musste: "Gesundheitsversorgung und Sicherheit sind nach dem deutschen Verfassungsverständnis Grundaufgaben des Staates."
Ich frage mich, wie politische Kommentatoren darauf reagieren wollen, die die Bundesrepublik immer noch als "im Kern liberalen Staat" sehen wollen. Das Grundrechtsverständnis in der Bundesrepublik entsprach niemals mehrheitlich den Vorstellungen eines liberalen Nachtwächterstaates. Die konkrete Theorie dahinter, wie der Staat funktionieren sollte, mag sich unterschieden haben, aber es war immer ein Staat mit Gesellschaftspolitik.
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Johanes im Beitrag #203"Ein neues Betriebssystem des Staates" >https://verfassungsblog.de/palantir-machtanspruch/
uff, wat für ein Geschwurbel. Da fällt mir glatt wieder ein, warum ich Juristen und Philosophen so gut leiden kann...
Mit dem "Kontrollverlust" (der Artikel in a nutshell) haben sie natürlich nicht unrecht. Ein Danisch bspw. predigt das seit 20 Jahren, ohne dass es irgendwen groß interessiert hätte.
Und die beiden Autoren zeigen unfreiwillig auch schon das Problem auf, das in dieser Zeit typisch für Deutschland steht: Zum Meckern findet man immer was (insb. bei Ausgeburten der US-Technikhölle), aber Lösungsvorschläge hört man eher selten. Der Grund dafür ist, dass es schlicht keine Alternativen gibt, weil Deutschland, und hier vor Allem der Staatssektor, überhaupt nicht dazu in der Lage wäre, selbst etwas zu bauen.
Der Status Quo in den Behörden sieht aktuell so aus, dass da irgendwelche Steinzeit-Software am Laufen ist, mit Sicherheitslücken, die jeder halbwegs talentierte Hacker problemlos zum Datendiebstahl und zur Erpressung nutzen kann (so viel übrigens zum Kontrollverlust und der Frage, ob's durch Palantir et al überhaupt noch schlimmer werden kann), weil es schlicht niemanden gibt, der denen ein vernünftiges Netzwerk hinstellen kann oder will bzw. niemand im Ministerium sitzt, der überhaupt dazu in der Lage wäre das Problem zu erfassen. Man kann sich ausmalen, wie der ungleich schwierigere Versuch ausgehen würde, irgendwelche KI-gestütze Behördensoftware selbst zu entwickeln.
Und das wird sich auch nicht ändern, sondern mit zunehmend komplexeren Systemen und gleichzeitig immer dümmerer Politik sogar noch deutlich verschlimmern. Wo soll denn die Expertise für Eigenentwicklungen herkommen? Die wenigen Leute, die das können flüchten entweder ganz aus Deuschland oder arbeiten für big tech Firmen wo sie sechsstellige Gehälter einstreichen; aber keiner von denen ist doof genug bei einer Behörde anzuheuern, in der man dann Vorgesetzte antrifft deren Kompetenz in der Existenz von Parteibuch und Vagina besteht, und die dann in bester vdL-Manier ihre Schnapsideen delegieren um dann nach unten zu treten und Sündenböcke zu suchen wenn sie damit unausweichlich auf der Nase landen.
Das Problem hat sich der deutsche Staat mit seiner Auslese konformistischer Deppen selbst erzeugt; wer selbst nix kann muss die Expertise eben einkaufen; da kommt man nur raus, wenn man das gesamte Staatswesen technokratisiert; was aber nicht passieren wird, weil dann solche Leute wie die Autoren des Artikels wieder über die mangelnde, demokratische Legitimierung oder sonstiges Gedöhns (Quoten etc.) meckern.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #204uff, wat für ein Geschwurbel. Da fällt mir glatt wieder ein, warum ich Juristen und Philosophen so gut leiden kann...
Zitat Mit dem "Kontrollverlust" (der Artikel in a nutshell) haben sie natürlich nicht unrecht.
Ich sehe das Problem hier gar nicht so sehr. Das ist eine Software, die auf staatlichen Servern gehostet wird und das eigentlich wertvolle sind die Daten, die wiederum der Staat hat.
Da sehe ich viel größere Bedrohungen unserer "Selbstkontrolle".
Zitat was aber nicht passieren wird, weil dann solche Leute wie die Autoren des Artikels wieder über die mangelnde, demokratische Legitimierung oder sonstiges Gedöhns (Quoten etc.) meckern.
Grundsätzlich halte ich Kritiker, die nach Fehlern oder potenziellen Fehlentwicklungen suchen, für eine wertvolle Ressource. Es ist natürlich ein Unterschied, ob man zum 100. Male die selbe Kapitalismuskritik bringt oder kleinteilig "on the point" kritisiert. Seien wir ehrlich, das Zusammenspiel zwischen einem Gesetz, der Arbeitsweise einer Behörde und einem Gerichtsurteil, das ist häufig recht langweilig.
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Zitat von Johanes im Beitrag #205Ich sehe das Problem hier gar nicht so sehr. Das ist eine Software, die auf staatlichen Servern gehostet wird und das eigentlich wertvolle sind die Daten, die wiederum der Staat hat.
Was genau die Palantir-Software macht weiss ich natürlich auch nicht, aber die angeschnittenen Kritikpunkte sind schon valide.
Bspw. dass ein Anbieter proprietärer Software, die in einem Netzwerk mit Internetanschluss zum Einsatz kommen soll immer eine Backdoor zum Datenklau einbauen kann, die niemals jemand finden wird weil der Quelltext nicht bekannt ist. Ich persönlich hab schon aufgebogene Zehennägel wenn ich auf Android angewiesen bin, obwohl es da um Daten geht, die nicht annähernd die Relevanz der Daten haben, mit der eine Behörde operiert.
Und dann kommt noch das Problem der Software selbst: Das ist ja nicht nur ein Front End um eigene Datenbanken zu verwalten (wie bspw. MS access oder das Zeug, das SAP klassischerweise angeboten hat), sondern die Software soll ja selbsständig auch filtern, sortieren, interpretieren, usw. um dem unfähigen Beamten, der nicht weiss was eine Datenbank ist, eine Schnittstelle zu den Daten bereitstellen. Und da ist natürlich auch jede Menge Raum für Kaspereien, Manipulation und Fehler vorhanden; da fragt dann der Behördenmitarbeiter die KI: "Wie viele in Deutschland lebende Syrer sind Chirurgen?", und die KI antortet "75%", und am nächsten Tag steht das in der Zeitung, weil kein Mensch mehr weiss wie man die entsprechenden Felder aus der Datenbank direkt abfragt.
Aber wie gesagt, das Problem ist einfach die Kompetenz. Da geht's nicht mal um die Techniker, die einem die Software zusammennageln würde, sondern darum, dass man in einer Behörde irgendjemanden braucht mit dem Plan, was diese Software genau machen soll, wie man sie nutzen können soll usw. usf. Also das, was bspw. in mittelständischen Firmen ganz gut funktioniert weil man weiss was man braucht und das mit den Softwareanbietern abspricht, in der Politik aber überhaupt nicht, weil niemand weiss was überhaupt benötigt wird.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #206Was genau die Palantir-Software macht weiss ich natürlich auch nicht, aber die angeschnittenen Kritikpunkte sind schon valide.
Mein Wissenstand ist auch nur aus irgendwelche Artikeln bezogen.
Zitat die niemals jemand finden wird weil der Quelltext nicht bekannt ist.
Das Problem stellt sich genauso aber auch für MS-Office und das wird im Grunde in der gesamten Businesswelt eingesetzt.
Es ist aber falsch, dass der Datenabfluss deshalb unauffindbar ist, weil man nicht in den Quelltext gucken kann. Heutzutage können größere Organisationen ihren Netzwerkverkehr mit Sicherheit überwachen und die können Telemetriedatenübertragungen zum Beispiel abschalten.
Zitat in der Politik aber überhaupt nicht, weil niemand weiss was überhaupt benötigt wird.
Das ist tatsächlich ein Problem, fürchte ich.
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Das ist doch alles sinnlos. Was so oft vergessen wird: Der Erfolg eines Landes wird nicht von einer Handvoll Genies bewirkt. Nicht mal ansatzweise. Der Erfolg eines Landes wird von einer motivierten und gut ausgebildeten Bevölkerung bewirkt.
Punkt.
Muss ich echt weiterschreiben? Die Leistungen unserer Bevölkerung sind im freien Sturzflug. Unsere Jugend und die jungen Arbeitnehmer sind schlecht ausgebildet, oft so sogar bis zur Debilitätsgrenze. In Berlin kann ein Drittel der Grundschüler nach der 3. Klasse weder lesen noch schreiben. Unsere Universitäten produzieren vollkommen verblendete Schwachköpfe mit Irrsinns"abschlüssen". Die Leistungsbereitschaft ist auf die "work life balance" Teilzeitgesellschaft mit 28 Wochenstunden abgesunken.
Und das ganze flächendeckend. Wir sind NIRGENDS mehr konkurrenzfähig. Um das zu ändern, was die antideutschen Terroristen der Grünen und Linken da verbrochen haben, müsste man erstmal das komplette Bildungswesen UND die Einstellung zu Bildung ändern.
Ausgeschlossen.
Was Hitler nicht schaffte, haben die Grünen und Linken beendet: Deutschland als Nation, Kultur und Gesellschaft für immer von der Landkarte zu fegen.
___________________ Verbote sind Freiheit. Meinungen sind Terror. Quoten sind Leistung. Linke Regierung ist Familie. (c) Rot-Grüne Allianz Prophezeiung: 2022, das Jahr in dem in Deutschland der Schleier für alle eingeführt wird. Nennt sich dann "Maske". "Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad
Zitat von Johanes im Beitrag #207Heutzutage können größere Organisationen ihren Netzwerkverkehr mit Sicherheit überwachen
Ja, man kann alles, wenn man Leute hat, die sich drum kümmern. D.h. das machen (vermutlich) Großkonzerne, evtl. einige kleinere Firmen, bei denen Datenleaks existenzbedrohend sind. Aber mit Sicherheit nicht das Berliner Justizministerium, das aktuell wieder damit beschäftigt ist die Ransom-Kohle zusammenzukratzen um wieder Zugriff auf ihre Akten zu bekommen. Da sind wir halt wieder beim Punkt fehlender Expertise.
Zitat von Frank2000 im Beitrag #208Der Erfolg eines Landes wird nicht von einer Handvoll Genies bewirkt. Nicht mal ansatzweise. Der Erfolg eines Landes wird von einer motivierten und gut ausgebildeten Bevölkerung bewirkt.
Eine motivierte und gut ausgebildete Bevölkerung hatte Deutschland mal. Wenn diese Bevölkerung sich jahrzehntelang Dummköpfe ins Parlament wählt, die das Land in Grund und Boden regierieren und trotzdem immer wieder gewählt werden, wer ist dann Schuld am Fiasko? Die Henne oder das Ei?
Oder: Um mal ein Zitat aus der Serie "married with children" zu bringen, in Bezug auf die Unfähigkeit Al Bundys ein Business zu führen: "If someone hands a shotgun to a chimp, and the chimp shoots someone - you don't blame the chimp".
Zitat von Frank2000 im Beitrag #208Der Erfolg eines Landes wird nicht von einer Handvoll Genies bewirkt. Nicht mal ansatzweise. Der Erfolg eines Landes wird von einer motivierten und gut ausgebildeten Bevölkerung bewirkt.
Punkt.
Es braucht beides. Noch die motivierteste Bevölkerung kommt auf keinen grünen Zweig, wenn die entsprechenden Anreize nicht gegeben sind. Das mittelalterliche Zunftwesen, alle ostasiatischen Gesellschaften vor der intensiven Begegnung mit westlichen Innovationen ud etwa die jüdische Bevölkerung vor der Haskala zeigen das. Die entscheidenden Anreize zur Innovationen kommen aber nicht aus dem Nichts, sondern brauchen eine zumeist technische, aber auch institutinelle Initialzündung, die sich wie ein Lauffeuer ausbreitet. Und diese verdanken sich in aller Regel neuer Technologien. Daß das deutsche Universitätswesen im Lauf des 19. Jahrhunderts eine weltweit australhenden Vorbildfunktion erlangt hat, lag ja nicht an den Verwaltungs- und Cirriculumsreformen von Humboldt, sondern ging auf Eisenbahn und Dampfmaschine zurück, die zur Gründung der technischen Hochschulen führte, weil man ein Heer an fähigen Ingenieuren, Landmessern, höheren Beamten benötigte. Und nicht zuletzt Offiziere, die sich auf ihr Handwerk verstanden, nicht nur auf den Standesdünkel, der einem aus der zeitgenössischen Literatur entgegendampft (ja, Herr Fontane, ich denke auch an Sie). Ditto Japan nach dem Meiji-Reformen. Man sieht das am förmlichen Explodieren nach dem Fallen der Beschränkungen; das war nicht nur die Judenemanzipation durch die Steinschen Reformen, sondern eben auch die "jüdische Aufklärung" im KIelsog von Moses Mendelssohn. (Als Kontrast kann dazu Spinoza genannt werden, der zum einen der "große einzelne Innovator" war, zum anderen aber nur im "Luftreich des Geistes" gewirkt hat und zeit seines Lebens ein Dasein als bettelarmer Brillenschleifer gefristet hat).
Die Great Man Theory of History ist seit gut 100 Jahren in Verruf gekommen. Mittlerweile hat hier ein drastisches Umdenken eingesetzt: mit Elon Musk, Steve Jobs, Milei, Meloni, um nur ein paar namen zu nennen, sieht das alte Paradigma nicht wie das blühende Leben aus. Auch ein wenig zurückgreifend: Reagan, die Eiserne Lady, Kohl - das waren die Personen, die die Weichenstellungen bestimmt haben (und die Gelegenheiten, die sich durch die Kontigenz der Zeitläufe boten, auch genutzt haben). Nicht das Fußvolk, das vorher und nachher in gleicher Weise "drauf war". Und schon gar nicht die "Intellektuellen."
"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
Zitat von Frank2000 im Beitrag #208Die Leistungsbereitschaft ist auf die "work life balance" Teilzeitgesellschaft mit 28 Wochenstunden abgesunken.
Mal ehrlich, werter @Frank2000, würden Sie an der Stelle von jungen Leuten noch mal alles geben, um das System wettbewerbsfähig zu halten? Auf Lohn und Freizeit verzichten? Für was?
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #210Eine motivierte und gut ausgebildete Bevölkerung hatte Deutschland mal
Naja. An der Stelle müsste man zwei Dinge ansprechen. Erstens sind wir noch immer überdurchschnittlich in PISA (und nein, das wird nicht von den Boomern kommen!) und zweitens, so würde ich vermuten, hat sich wahrscheinlich eher die Differenz erweitert.
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #211lag ja nicht an den Verwaltungs- und Cirriculumsreformen von Humboldt, sondern ging auf Eisenbahn und Dampfmaschine zurück, die zur Gründung der technischen Hochschulen führte, weil man ein Heer an fähigen Ingenieuren, Landmessern, höheren Beamten benötigte.
Das wage ich zu bezweifeln, denn Eisenbahnen gab es in anderen Ländern auch und die Berühmtheit der deutschen Forscher beschränkt sich eben nicht auf Ingenieurwissenschaften und "Nebenfächer" wie Naturwissenschaften und Mathematik. Auch zum Beispiel in solchen Gebieten wie Theologie (Neues Testament), Philosophie usw. hatte Deutschland einen guten Ruf. Auch in der Medizin, bei der es nicht zwangsläufig einen Zusammenhang zur Ausbildung von Ingenieuren gibt. Zudem die mathematische Tradition älter ist.
(Das soll jetzt kein Jubel sein oder eine Abwertung oder sowas!)
Zitat (Als Kontrast kann dazu Spinoza genannt werden, der zum einen der "große einzelne Innovator" war, zum anderen aber nur im "Luftreich des Geistes" gewirkt hat und zeit seines Lebens ein Dasein als bettelarmer Brillenschleifer gefristet hat).
Spinozas Denken hat in den darauffolgenden Jahrhunderten gewirkt und unterschiedliche Denker und Künstler zur (zumeist indirekten) Auseinandersetzung gezwungen.
Zitat Elon Musk, Steve Jobs, Milei, Meloni, um nur ein paar namen zu nennen, sieht das alte Paradigma nicht wie das blühende Leben aus.
Bei Elon Musk haben die vergangen Jahre doch hervorragend gezeigt, wie politisch Bedeutungslos er trotz allem Reichtum doch eigentlich ist. Der größte Impact war die Umwandlung von Twitter in X. Die anderen... Bei Jobs stellt sich die Frage, wie viel dem Zeitgeist und wie viel seiner speziellen Kreativität zuzuschreiben ist. Die beiden Politiker sind erst Mal gewählt worden, was schon was deutlich anderes ist, und sie haben meines Wissens auch nicht schrecklich viel bewirkt.
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Johanes im Beitrag #212 Bei Elon Musk haben die vergangen Jahre doch hervorragend gezeigt, wie politisch Bedeutungslos er trotz allem Reichtum doch eigentlich ist.
Bitte lesen Sie meinen Beitrag etwas genauer. Es geht mir um die technologischen Veränderungen/Innovationen, die wie in der Biologie das Spielfeld verändern und neue Räume erschließen. Nicht um das Wellenschlagen im bisherigen Teich.
(Obwohl man die Auswirkungen von DOGE nicht unterschätzen sollte: das Ausmaß der Ausplünderung des auf Blindheit gepolten Sozialsystems durch Sozialparasiten ist jetzt jedem Bürger der USA präsent. Ebenso die Tatsache, daß die Dems keinerlei Programm im Angebot haben, sich mit auch nur einem der neuralgischen Probleme ihres Landes zu befassen. Ihr gesamtes Portefeuille ist auf #NeverTrump eingedampft: die absolute Negativität. So wie bei uns das Einzige, das das Altparteienkartell noch ausspielt, sich auf den Punkt #FckAfD beschränkt. Solche Veränderungen gehen an den Kern des Selbstverständnisses einer Gesellschaft - wie sie sich selbst sieht.)
Und mene These ist, daß die Technologie der entscheidende Faktor ist, der solche Veränderungen vorantreibt und erst ermöglicht. Und zwar flächendeckend und auf allen Ebenen. Da sind auch Innovationen wie Puddeleisen (neben der Dampfmaschine DER Trieber der industriellen Revolution), Anilin-/Teerfarben oder das Haber-Bosch-Verfahren eingeschlossen. Und diese Innovationen verdanken sich ganz wesentlich dem Erfindungsgeist (und dem Glück günstiger Bedingungen) einiger Weniger. Für die tatsächliche Bewegung im Politischen gilt dies ebenfalls. Es ist nicht der Zeitgeist und nicht die soziologische Stochastik, die die Weichen stellt. Der erfreuliche Rückschlag, der gerade Fahrt aufnimmt und in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit allem "progressiven" Wahn rückstandslos Schluß machen wird, wird entscheidend von einzelnen Politikern umgesetzt. Nicht von der Masse, die sich in Berlin-O auf dem Platz der Republik sammelt oder zurzeit in Barcelona oder Madrid. Diese Leute entscheiden nicht, ob die Mauer fällt oder Ceuta die neue Kerkaporta wird, durch die die Barbarenhorden das Schlaraffenland EU überfluten.
Nachtrag zum letzten Satz.
Zitat Ganesha 🇩🇪🇮🇳@DerGanesha Spanische NGO Frauen feiern mit den Flüchtlingen eine wilde Party Ich erkenne da ein historisches Muster
Die Liste von Frauen die einem fremden Eroberer ist länger als ich dachte
-Die Hure Rahab, die die Israeliten nach Jerichio ließ
-Tarpeia verriet die Römischen Verteidiger im Kapitol weil sie Schmuck wollte
-Anicia Proba soll mitleid mit den hungernden Goten gehabt haben und die Tore geöffnet haben
Ist ein Muster oder? 10:13 AM · Sep 5, 2026
Uli Elkmann@ElkmannUli Ja. Und es dürfte evolutionär bedingt sein. Frauen, die so veranlagt waren, hatten nach allem, was dann unvermeidlich die Folge war, mehr Chancen, diese Disposition weiterzuvererben, als solche, die das nicht waren. 6:38 PM · Sep 5, 2026
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