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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 133 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 16.374

02.08.2026 00:46
#126 RE: "Merzisto" Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #124
Es gibt jede Menge Leute, die viel arbeiten und gerne mehr arbeiten wollten.


Wenn Sie genau das bestätigen, was er im Interview sagt, sollten Sie nicht so tun, als ob Sie ihm diametral widersprechen. Dazwischen sollten schon ein paar Postings liegen.

Zitat
...seinen Traum von der hochproduktiven, europäischen work-life-balance konkret umgesetzt sehen will. "oops, keine ahnung".



Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit, gemittelt über die gesamte werktätige Bevölkerung, liegt im Reich der Mitte bei 2328 Stunden, in 德国/Déguó bei 1341. Die Zahl an arbeitsfreien Tagen im ersten Fall bei 5-15 Tagen, zuzüglich 11 nationaler Feiertage; im zweiten bei 25-30 Urlaubstagen, plus 11 offiziellen Feiertagen im Kalifat NRW und 13 in Bayern.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Johanes Offline




Beiträge: 3.264

02.08.2026 12:25
#127 RE: "Merzisto" Antworten

Sie glaube doch nicht im Ernst, dass Deutschland da mit China konkurrieren kann, oder?

Die aktuelle Probleme Deutschlands sind doch nicht, dass die Bevölkerung zu wenig arbeitet, sondern Energiewende und Lohnnebenkosten. Solange sowas wie die CO2-Steuer nicht angepackt wird, tun die deutschen Arbeiter gut daran, sich gegen jegliche Wegnahme von Feiertragen etc. zu wehren wie es nur geht.



"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 16.374

15.08.2026 15:04
#128 RE: "Merzisto" Antworten

Zitat

Zitat
Emanuel Boeminghaus
@E_Boeminghaus
15 Milliarden Euro Defizit in nur einem Jahr. Hessens Finanzloch hat sich mehr als verdoppelt und die Personalkosten explodieren.

#Hessen #Schulden #Finanzkrise #Deutschland

Die Rechnung läuft aus dem Ruder: Ende 2025 weist Hessen ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro aus, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten von 16,7 auf 26,4 Milliarden Euro. Finanzminister Alexander Lorz spricht selbst von einer strukturellen Wachstumskrise und kündigt Sparmaßnahmen an.

217 Milliarden Euro Verpflichtungen: Die Kreditschulden liegen bei 46,4 Milliarden Euro, hinzu kommen enorme Pensionslasten und weitere Verpflichtungen. Insgesamt summiert sich die Belastung laut Finanzministerium auf 217,4 Milliarden Euro. Allein die Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen stiegen innerhalb eines Jahres um 11,5 Milliarden Euro.

Wenn Einnahmen steigen und das Defizit trotzdem explodiert, hat der Staat kein Einnahmenproblem, sondern ein massives Ausgabenproblem.

Vielen Dank für den wichtigen Hinweis!

Quelle: Hessischer Rundfunk
https://www.hessenschau.de/politik/15-mi...efizit-100.html
6:51 PM · Aug 14, 2026



Stefan Bachmann@EmpireOfX
🇦🇷🇩🇪 Deutschland steht heute da, wo Argentinien 7 Jahre vor Milei war. Man glaubte mit Macri (vermeintlich Mitte-Konservativ), ein Typ wie Merz, die Probleme zu lösen. Er machte auch hohe Schulden, aber setzte keine tiefgreifenden Reformen um. Danach wurde es mit dem Kirchneristen/Sozialisten u. populistischen Versprechungen noch schlimmer, bis man kurz vorm Bankrott & Hyperinflation stand. Es wird noch 7-8 Jahre dauern und man wird noch mehr an die Substanz gehen/besteuern. Aber der Weg ist klar. Die Sackgasse ist eine Einbahnstraße, die mit hohen Tempo befahren wird. @JavierMileiDE @JMilei #milei #argentina
10:06 PM · Aug 14, 2026



https://x.com/EmpireOfX/status/2088356639149601045



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 16.374

31.08.2026 20:45
#129 RE: "Merzisto" Antworten

Zitat
Friedrich Merz reist als Wahlkampfhelfer nach Mecklenburg-Vorpommern – und erlebt in Kühlungsborn ein absolutes Debakel. Pfiffe, Rücktrittsrufe und ein vorzeitig beendeter Auftritt treffen einen Kanzler im Umfragetief. Immer mehr Auftritte vor Publikum geraten für Merz zum Pfeifkonzert.

Gemessen an den Bildern und Tonaufnahmen aus Kühlungsborn dürfte sich bei der CDU die Frage stellen, ob weitere Auftritte des Bundeskanzlers wirklich unter Wahlkampfhilfe verbucht werden sollten. Merz kam verspätet, wurde auf der Strandpromenade ausgepfiffen und verließ den einzigen öffentlichen Termin seines Tagesprogramms nach kurzer Zeit wieder. Ein angekündigtes Pressestatement fand schon gar nicht mehr statt.

Besonders desaströs ist eine Zahl, die die Ostsee-Zeitung anlässlich des Besuchs veröffentlicht hat. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage sind gerade einmal fünf Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit der Arbeit des Bundeskanzlers zufrieden. Man möchte dazu fragen: so viel? Selbst unter den CDU-Anhängern erreicht Merz nur 37 Prozent Zustimmung. Völlig schmerzfrei. Mit der gesamten schwarz-roten Bundesregierung sind noch sechs Prozent der Befragten zufrieden.

Pfeifkonzerte entwickeln sich inzwischen zum regelmäßigen Begleitgeräusch öffentlicher Merz-Auftritte. Erst am 22. August, bei seinem ersten öffentlichen Termin nach dem Sommerurlaub, wurde der Kanzler im Hürtgenwald mit Buhrufen und Pfiffen empfangen; Landwirte begleiteten seinen Auftritt mit lautem Hupen. Merz war zeitweise kaum zu verstehen und erklärte anschließend, er lasse sich von denen, „die rumschreien“, nicht beeindrucken. Bereits im Mai hatte er beim DGB-Bundeskongress für seine Sozialreformpläne Pfiffe und Buhrufe kassiert. Drei Tage später wurde auch sein Auftritt beim Katholikentag in Würzburg durch Pfiffe und Zwischenrufe gestört. Neun Tage nach Hürtgenwald folgt nun Kühlungsborn.



https://www.tichyseinblick.de/daili-es-s...gsborn-mv-merz/

Mal ein Nebenkriegsschauplatz:

Zitat
Der öffentliche Teil des Kanzlerbesuchs begann kulinarisch. Merz kehrte in einem Kühlungsborner Fischrestaurant ein und biss in ein Matjesbrötchen. Sein Urteil lautete „exzellent gut“. Ist das nicht nett. So weit, so gut. CDU-Spitzenkandidat Peters hat das Fischbrötchen sogar zum Wahlkampfmotiv erhoben. Der dazugehörige Slogan lautet: „Die Mitte ist das Beste.“ Das zog dermaßen viel Spott auf sich, dass man meinen könnte, eine Partei im Überlebensmodus würde mal davon ablassen. Aber nein, weit gefehlt.



Wann ist eigentlich das öffentliche Fischfressen zum Insignum von Amtsträgern bei uns geworden?

Merkel hat damit im Mai 2015 begonnen: https://www.sueddeutsche.de/2022/06/15/7...0%2C1082%2C1623
Der Herr links im Bild, de cujo nombre no quiero acordarme, hat das fortgeführt: https://image.stern.de/34545050/t/P3/v3/...chbroetchen.jpg
Und jetzt dieser Westentaschenmephisto: https://images.bild.de/6a959eca9452c5223...,ad80214a?w=992

Hat denen nie jemand gesagt, daß das ein Armeleute-Essen ist, stillos wirkt und bei der Erfüllung von Repräsentationspflichten nichts zu suchen hat? Aber es paßt damit natürlich bestens zu dieser Bagage.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 2.761

01.09.2026 08:15
#130 RE: "Merzisto" Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #129
Hat denen nie jemand gesagt, daß das ein Armeleute-Essen ist, stillos wirkt


Ich vermute, dass genau das der Hintergrund ist: Man will damit Volksnähe inszenieren (wobei Merkel auf dem Foto eher wie ein Pelikan wirkt), analog zum Burger-Griller Trump. Der Mangel an Gespür dieser Leute (und/oder deren PR-Maschinerie) liegt darin nicht zu merken dass das eben nicht volksnah aussieht sondern, nun ja, inszeniert. "Kim Jong-Il looking at things" wird von den Kanzlern der Berliner Republik (angefangen mit Honecker) ja auch gerne nachgeäfft, mit ähnlicher Wirkung.

Was man da rauslesen kann ist mal mindestens, dass sie die Leute für dumm genug halten sie mit derartigen Lächerlichkeiten manipulieren zu können. Würde auch erklären warum da niemand kapiert warum die AfD so erfolgreich ist.
Denn was das Volk wahrscheinlich eher interessiert ist die Frage, warum für den Arme-Leute-Snack in größeren Städten inzwischen zweistellige Preise aufgerufen werden und der Gastwirt trotzdem permanent den Pleitegeier über sich kreisen hat...

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 16.374

01.09.2026 15:30
#131 RE: "Merzisto" Antworten

Kremlastrologie, Neuauflage.

Zitat
Julian Reichelt@jreichelt
Was angesichts des demütigenden Fast-Rauswurfs von Patrick Schnieder bisher vollkommen untergegangen ist, ist Merz' unsäglicher Umgang mit Katherina Reiche. Auch sie hat der Kanzler zum strengen Einzelgespräch einbestellt und das anschließend an die Medien leaken lassen. So geht man nur mit seinen wichtigsten Leuten um, wenn man längst die Nerven verloren hat (seit den Kanzlertausch-Gerüchten). Was Merz vollkommen falsch einschätzt (wie so vieles): Einen Reiche-Rauswurf würde er politisch nicht mehr überleben. Reiche ist alles, was noch zwischen ihm und der wütenden Wirtschaft steht. Sie ist stärker als er. Inzwischen kursiert in Berlin sogar das Gerücht, Katherina Reiche könnte in den kommenden Tagen zurücktreten und deutlich machen, dass sie sich das Benehmen von Merz, seine öffentlichen Zurechtweisungen, nicht mehr bieten lässt und, so heißt es, "politisch, fachlich und charakterlich enttäuscht von ihm" sei. Ein solcher Rücktritt hätte das Potential, die Kanzlerschaft Merz zu beenden.
5:24 PM · Jul 25, 2026


https://x.com/jreichelt/status/2081037982702719370



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 2.761

01.09.2026 17:50
#132 RE: "Merzisto" Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #131
Was Merz vollkommen falsch einschätzt (wie so vieles): Einen Reiche-Rauswurf würde er politisch nicht mehr überleben. Reiche ist alles, was noch zwischen ihm und der wütenden Wirtschaft steht.


Die Einschätzung halte ich für falsch. Was soll ein Reiche-Rauswurf ändern? Die hat doch ohnehin nichts zu melden; die Politik wird von der SPD vorgegeben. Zumal in diesem Land seit gut 20 Jahren völlig wirtschaftsfeindliche Politik gemacht wird ohne dass jemand groß aufgemuckt hätte; im Gegenteil, die Konzernbosse haben sogar noch Beifall geklatscht als die Zerstörung ihrer Unternehmen beschlossen wurde.

Ich hatte eigentlich auch gemutmaßt dass Merz die Legislaturperiode nicht überleben wird, aber nach nochmaligem Nachdenken sehe ich eigentlich nicht, was jetzt noch groß passieren könnte; im Gegensatz zur Ampel haben wir es hier mit einer Koalition aus zwei Parteien zu tun, deren einziges Ziel es ist zu regieren, egal wie. Ich wüsste nicht wer da den Königsmörder geben sollte; insb. auch, weil beide bei einer Neuwahl massive Verluste hätten. Wenn Merz nicht selbst irgendwann die Nase voll hat und von sich aus hinschmeisst wird das Trauerspiel bis zum nächsten Wahltermin vermutlich weitergehen (und dann auch darüberhinaus, nur mit dem nächsten Unions-Grüßaugust als linkem Kanzler).

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 16.374

01.09.2026 21:44
#133 RE: "Merzisto" Antworten

Fundstück.

Zitat

Carsten 🇹🇭 ⚡🔯@CarstenBKK
Das Versagen der @CDU ist nicht nur ein politisches, sondern ein organisatorisches. Institutionen scheitern selten, weil niemand die Lage erkennt. Sie scheitern, weil ihre Struktur Anreize setzt, die Kurskorrektur teurer machen als Beharrung.

Die Merkel-Jahre haben in der Partei nicht nur Programmatik hinterlassen, sondern ein Selektionsmechanismus. Wer unter ihr aufstieg, lernte: Mitte definieren, interne und externe Konflikt vermeiden, Abweichung als Risiko behandeln. Dieser Kurs wurde in Karrierepfade, Gremien und Loyalitätsnormen eingebaut. Genau das erzeugte die heute beibachtbare Pfadabhängigkeit. Eine Organisation reproduziert dann nicht die Strategie, die in der Umwelt - also den Wählern - noch trägt, sondern die Strategie, an der interne Macht hängt.

Deshalb wirkt der aktuelle Zustand so paradox. Die Umfragen liegen um die 20 Prozent, die AfD führt, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht Machtverlust - und intern bleibt der Reflex derselbe: Abgrenzung nach rechts um jeden Preis, Suche nach Mehrheiten "in der Mitte", Absicherung der Macht über links. Merz formuliert das selbst, wenn er Unterstützung ausschließlich in der politischen Mitte sucht. Inhaltlich soll das ein Bruch mit Merkel sein. Organisatorisch ist es deren Fortsetzung: Konfliktvermeidung als Führungsprinzip.

Das Agency-Problem ist dabei offensichtlich. Funktionäre und Mandatsträger sind Vertreter der Organisation, optimieren aber zuerst eigene Positionsicherung. Die Korrektur des Merkel-Erbes gefährdet Netzwerke, Listenplätze, Stiftungsposten, innerparteiliche Mehrheiten. Beharrung hingegen schützt sie. Wer den Kurs infrage stellt, zahlt persönlich. Wer ihn verteidigt, bleibt anschlussfähig. Unter diesen Anreizen ist "Untergang kommen sehen und trotzdem weiterlaufen“ keine Dummheit, sondern rationales Verhalten innerhalb einer schlechten Struktur.

Besonders sichtbar wird das an der Brandmauer. Sie wird moralisch begründet, organisatorisch wirkt sie als Besitzstandssicherung. Hendrik Wüst in Nordrhein-Westfalen und Daniel Günther in Schleswig-Holstein sitzen in schwarz-grünen Koalitionen. Fällt die Brandmauer, geraten genau diese Bündnisse unter Druck - und mit ihnen ihre Ministerpräsidentenämter. Für sie ist die Brandmauer kein abstraktes Prinzip, sondern die Vorbedingung ihrer Macht. Eine Öffnung nach rechts würde nicht nur die Programmatik verändern, sie würde konkrete Posten, Mehrheiten und persönliche Netzwerke entwerten.

Damit institutionalisiert die Partei einen Interessenkonflikt: Was für die CDU als Volkspartei existenzgefährdend sein kann, ist für Teile ihrer Landeschefs existenzsichernd. Die Brandmauer schützt nicht primär „die Demokratie“, sie schützt Koalitionsmodelle, in denen CDU-Ministerpräsidenten links angebunden bleiben. Wer diesen Zielkonflikt benennt, gilt als Brandstifter. Wer ihn verschweigt, bleibt regierungsfähig – jedenfalls noch ein paar Jahre.

Die jüngsten Personaldebatten machen denselben Mechanismus greifbar. Der Rücktritt von Jens Spahn, die Rochaden danach, die Entlassung von Tino Sorge und der offene Unmut ostdeutscher Landesverbände zeigen nicht nur Führungsfehler. Sie zeigen eine Organisation, die Konflikte nicht verarbeitet, sondern personalisiert. "Wäre Merkel nie passiert" ist dabei mehr als Nostalgie. Es ist die Erinnerung an eine Zeit, in der Macht durch Abbügeln, nicht durch Klären gesichert wurde. Genau dieses Abbügeln ist organisatorisch noch präsent.

Dass sich zugleich ein Kreis wie "Compass Mitte" formiert und jede auch nur denkbare Annäherung an die AfD als Tabubruch markiert, ist der Vetospieler in Reinform. Interessenkonflikte werden nicht ausgetragen, sie werden institutionell stillgelegt. Kritik gilt als Spaltung, Analyse als Illoyalität, Alternative als Brandgefahr. So entsteht organisatorisches Schweigen: Die Basis spricht von unterirdischer Stimmung, die Führung von schwieriger Lage - und der Kurs bleibt, weil jede echte Korrektur interne Verlierer erzeugen würde. Wüst und Günther wären unter den ersten.

Klassische Organisationsforschung beschreibt genau diesen Mechanismus. Anreize belohnen Konformität. Selektionsfilter ziehen Menschen nach oben, die den bestehenden Verhaltenskodex beherrschen. Vetopunkte blockieren Abweichung. Die Organisation vermeidet offenen Interessenkonflikt, indem sie ihn in Norm, Personalpolitik und Sprachregelung verwandelt. Damit schützt sie kurzfristig den inneren Frieden und opfert langfristig Anpassungsfähigkeit.

Das ist der Kern: Die @CDU sieht den Absturz und kann ihn intern nicht in Entscheidung übersetzen. Nicht weil es an Diagnosen fehlt, sondern weil die Struktur die falschen Interessen schützt. Wer den Irrweg benennt, steigt schwerer auf. Wer ihn verwaltet, bleibt im Spiel. Die Brandmauer ist dafür das sichtbarste Beispiel: Sie bindet Landesfürsten an linke Koalitionen und macht den Preis der Kurskorrektur für genau jene Akteure untragbar, die in der Partei Vetomacht besitzen.

Genau deshalb wird das zur Fallstudie. Nicht über eine Partei, die sich geirrt hat. Sondern über eine Organisation, die ihre eigenen Korrekturmechanismen demobilisiert hat und nun sehenden Auges den Preis dafür zahlt.
6:48 PM · Sep 1, 2026


https://x.com/CarstenBKK/status/2094829861462295011



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 2.761

01.09.2026 23:28
#134 RE: "Merzisto" Antworten

Guter Beitrag. Btw. ich weiss nicht wer Carsten ist, aber wer einige Jahre In Bangkok lebt (the closest thing to free market economy) bekommt eine völlig neue Perspektive auf den deutschen Politik-Wahnsinn. Ging mir genauso, ich hab da 4-5 Jahre lang gelebt und nur noch Schmerzen seit meiner Rückkher ins Kaiserreich..

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