Manche sahen in Katharina Reiche einen Hoffnungsschimmer für eine sinnvollere Energiepolitik.
Die Hoffnung war, da sie aus der Energiebranche kommt, kennt sie die Probleme der Energiewende von innen, anstatt es als "informiert" anzusehen, sich dem sozialen Hype der "coolen Kids" anzuschließen, wonach die selektiven Talking Points der Wind- und Solarlobby einen informiert für die Zukunft rüsten werden.
Und da war auch etwas dran. Was vollkommen unterschätzt wird ist, dass es hier nicht um einzelne Führungspersönlichkeiten geht.
Die Wind- und Solarlobby hat sich so tief in unsere Institutionen eingegraben (meinungsbildende Institutionen, Politik, Bürokratie, etc...), wie sie es (projizierend...?) immer anderen vorgeworfen haben. Das bekommt man nicht so leicht aufgebrochen.
Sie ist dementsprechend "unbeliebt", hat neben dem Koalitionspartner und der eigenen Ministerialbürokratie auch die Landespolitiker gegen sich, und bekommt jetzt die Schuld an allen kostenmäßigen Nebenwirkungen der Energiewende zugeschrieben, da sie die "Fossile" sei.
Es wird noch mindestens 10 Jahre in Deutschland keine Kurskorrektur geben. Bis eine solche wirkt dauert es entsprechend noch länger.
Der Erfolg der Wind- und Solarlobby rührt neben materiellen Versprechen vor allem aus ihrem emotionalen Appeal, der zur ideologisch-weltanschaulichen Unterstützung führt. Eine solche quasi-religiöse Verklärung hat keine andere Energietechnik.
Die Zukunft energieintensiver Industrien liegt in Osteuropa. Keine Reform des Arbeitsrechtes um "Faulpelzen" zu zeigen wo es lang geht, keine Zurückhaltung bei Löhnen und keine Sozialstaatsreform kann deutlich (!) höhere Energiepreise kompensieren, insbesondere wenn Investoren das quasi-religiöse, institutionalisierte Commitment Deutschlands zu seinem Irrweg sehen...
Die Prognose: Die "Energiewende" wird in den nächsten 10 Jahren weitere 780 bis 1035 Mrd.€ Investitionen erfordern.
Also rund 2500 Euro pro Jahr pro Haushalt.
Nota bene: dies sind nur die Investitionen in öffentliche Infrastruktur (also staatliche Ausgaben für Stromerzeugung, Netze, Speicher). Nicht Teil der Rechnung sind private Energiewende-Investitionen wie etwa für Wärmepumpen, Solardächer, Hausdämmung oder für Wallboxen. Ebenfalls nicht Teil der Rechnung sind laufende Kosten die keine Investitionen sind (etwa unnötig hohe Energiepreise, Offshore-Umlage, KWK-Umlage, EEG-Umlage, "Verklappungskosten" für Strom der zur falschen Zeit erzeugt wird, usw. usw).
Und wie sieht es bei der Ziel-Erreichung aus?
Ich habe dazu etwas recherchiert und auch KI befragt. Soweit ich das sehe, gibt es überhaupt keine offizielle Ziel-Definition für die Energiewende (!!).
Die Ziele, die ich gefunden habe, sind erstens i.d.R. nicht klar von der Politik quantifiziert. Und zudem ist das, was als "Ziele" bezeichnet wird i.d.R. nur die Aufzählung von operativen Schritten (wie "Anteil erneuerbarer Energien auf X steigern", "Anteil Elekroautos auf Y steigern"). Zeit.de hat z.B. dauerhaft auf ihrer Homepage einen "Energiewende-Monitor", der die Zielerreichung der Energiewewnde darstellt (z.B. bei Windenergie-Ausbau ist für 2026 das Ziel 7,6 GW. Erreicht wurden bis heute 2,7 GW).
Eigentlich sollte man ja meinen, dass die eine entscheidende Kennziffer, mit der man den Erfolg der Energiewende messen sollte, die CO2-intessität der Energie-Erzeugung ist. Denn um CO2-Einsparung geht es doch eigentlich, oder? Nur wird die Entwicklung der CO2-Inensität kaum jemals publiziert. Statt dessen vermeldet man ständig Ausbau-Ziele.
Das ist deshalb so bezeichnend, weil Deutschland bei der CO2-Intensität unglaublich schlecht abschneidet. 2025 war de CO2-Intensität der deutschen Stromerzeugung 339g/kWh. Zum Vergleich: Frankreich lag bei 32g/KWh. Also bei wenier als ein Zehntel. (Quelle: Electricity Maps). Während gleichzeitig der Investitionsbedarf in Frankreich EXTREM viel niedriger war als in Deutschland.
Dass man nicht in Deutschland nicht nur extrem viel Geld für die Energiewende ausgibt, sondern dass diese viele Geld - gemessen an der eigentlich entscheidenden Metrik "CO2-Einsparung" - auch noch komplett uneffizient ist, wird seltsamerweise nie thematisiert.
Es wird dann erklärlich, wenn es man es unter dem Gesichtspunkt betrachtet, den ich einmal die "psychosoziale Funktion" nennen möchte. Nicht für "die deutsche Bevölkerung" allgemein, nicht einmal für die "schwatzenden Klassen", die gauche caviare (also hauptsächlich die Medien-Kamarilla, der hier weitgehend eine Multiplikatorfunktion zukommt, die aber ansonsten ie vorgegebene Linie nur papageienhaft repetiert), sondern für die Politik - und ihre Stichwortgeber, sowohl bei den großen Wirtschaftskonzernen wie auch den "akademisch gelesenen" Institutionen wie Industrie- und Handelstag, PIK, IPCC usf. - die natürlich ihre staatliche Finanzierung erhalten wollen, womit sich die Schlange in den Schwanz beißt. Nüchternen Betrachtern (wie etwa Zettel) war von Anfang an klar, daß die Energiewende ein Katastrophenprogramm war, nie funktionieren konnte - und daß die von Trittin und seinen Spießgesellen ausgegebene "Lösung" ("wir retten das Klima natürlich nicht im Alleingang - aber wenn die anderen Staaten sehen, welchen Erfolg wir dabei einfahren, wird uns jeder Staat auf der Welt freiwillig folgen") nur als "Wahnsinn mit Methode" zu bezeichnen ist.
Dennoch hat es niemals - zu keinem Zeitpunkt und in keinem Bereich - eine Rückkopplung an das Erreichte, eine Bilanzierung, eine Güterabwägung zwischen Nutzen und Kosten gegben. Das Ziel war vorgegeben, der Streit ging stets nur darum, wer sich am lautesten zu Wort meldete, am schnellsten im Ziel zu sein versprach. Klassische Planüberfüllung, wie sie auf dem Realsozialismus noch in unguter Erinnerung sein sollte. Das ist ein gutes Anzeichen dafür, daß hier andere Mechanismen greifen. Das Motiv der unbedingten Weltrettung, der Erlösung der irdischen Schöpfung von einer als unbezweifelbar postulierten existenziellen Bedrohung: das sind Funktionen, die Religionen zukommen. Dabei erfüllen Religionen für das Kollektiv ihrer Gläubigen drei Funktionen: sie strukturierendas Alltagsverhalten, sie bieten fest einzuhaltende Rituale an. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob sie die Adeppen 5x am Tag in Richtung Mekka in den Staub werfen oder die Küchenabfälle auf 5 verschiedenfarbene Tonnen verteilen, deren Inhalt beim Abholen zusammengeschüttet wird. Das ist austauschbar - es muß nur von der entsprechenden Priesterkaste dekretiert werden. Die zweite Funktion ist die Lufthoheit genau dieser Priester, die möglichst viele Aspekte - vom alltäglichen Verhalten über die Erklärungsmuster - anbietet sowie die Erlösung vom Bösen. Die dritte Funktion ist die Einbettung des menschlichen Daseins in einen größeren, geschichtlichen Zusammenhang, Sinngebung des Sinnlosen, bis hin zu kosmischen Dimensionen. Dabei kommt es nicht auf das erreichte Ziel, sondern nur auf die Einhaltung des vorgebenen Wegs an.
Zu beachten ist, daß eine solche Religion sich nicht aus sich selbst heraus befragen oder kritisch überprüfen kann; das kann nur von aueßen geschehen. Die gesamte Struktur der Glaubenslehre führt aber zu einer Isolation gegneüber aller Kritik, aller Aufklärung, aller kritischen Hinterfragung. Sie wird zur Ketzerei, zum Anathema. Der Klimaglaube, der seine für uns letztgültige Form in der Energiewende und dem Beschwören des Satans namens "Klimakatastrophe" angenommen hat, ist eine solche Religion, und zwar als Staatsreligion. (Eric Voegelin hat dies "politische Religionen" genannt, um nominell säkulare Ideologien wie den Faschismus oder den Kommunismus von den "herkömmlichen" transzendental begründeten Religionen zu trennen; die Funktionen, die bedient werden und die sie ausmachen, sind identisch.) Und genau damit haben wir es zu tun. Auch die Religionen des alten Schlags sind keine "dynamischen", sich immer wieder ändernden und sich neu erfindenden Setzungen: sie haben ja ewige und damit unveränderbare Wahrheiten als Grundlage. Modifiziert werden sie durch Außenseiter, die als Rebellen die Orthodoxie herausfordern. Vor der industriellen und wissenschaftlichen Revolution konnte das nur *innerhalb* dieses religiös bestimmten Koordinatensystems erfolgen. Die Aufklärung erlaubte es dann, daraus auszustiegen. Ihr Bezugssystem war die Wissenschaft. Das haben die kollektiven Ideologien im Zug ihrer hegelianisch zu denkenden Anpassung gekapert, indem sie sich als "wissenschaftlich begründet" ausgegeben haben: zuerst der Sozialismus, den Marx/Engels als "wissenschaftlich" begründet ausgegeben haben. Der Ökologismus hat diese Schraube eine Drehung weiter angezogen, indem er sich nicht auf die wachsweichen Disziplinen Okönomie und Geschichte berufen hat, sondern auf die MINT-Fächer: Temperaturtabellen, Wetterdaten, die im Labor ermittelte Wirkung von Treibhausgasen.
Langer-Rede-Kurzer-Sinn (neudeutsch: TL:DR): bei dieser auffälligen Nicht-Überprüfung, welche Wegstrecke ins Gelobte Land bereits hinter uns liegt, handelt es sich nicht um einen Bug, sondern ein Feature.
"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
Nachschlag zum Obigen: mir ist, auch nach 30 Jahren, unklar, inwiefern die Kliemerkirche Ausfluß und Ergebnis der Zersetzung des Selbstverständnisses des Westens ist - ein Prozeß, der mit "1968" begonnen hat und der nicht seine Natur, aber seine ausgegebenen Ziele und das Personal, das er angeblich aus dem Elend herausreißen will, beständig ändert. Oder ob es ein aktiv wirkender Faktor ist, der diese Tendenzen nach Kräften fördert und sämtliche Abwehrmechanismen, die die westlichen Staaten dagegen - besonders nach dem Sieg über die Totalitarismen brauner wie blutroter Färbung - eigentlich als Immunsystem bereit haben sollte, zersetzt und wirkungslos macht. Aber sowohl gegen den Islam wie der Ökologismus - beides zutiefst totalitäre und menschenfeindliche Ideologien - erweist sich der Westen als vollkommen hilf- und wehrlos.
"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
Zitat von Florian im Beitrag #2Dass man nicht in Deutschland nicht nur extrem viel Geld für die Energiewende ausgibt, sondern dass diese viele Geld - gemessen an der eigentlich entscheidenden Metrik "CO2-Einsparung" - auch noch komplett uneffizient ist, wird seltsamerweise nie thematisiert.
Das wird in der polit-medialen Echokammer durchaus gelegentlich thematisiert, dann allerdings mit gegenseitigen Schuldzuweisungen abgebügelt. I.S.v. "ginge es nach uns, hätten wir die Stromnetzverstopfer schon lange weggesprengt, den Verkehr elektrifiziert, die Ausbau vorangetrieben, etc., und dann wären wir schon weiter bei der CO2-Einsparung".
Was dagegen in den Mainstream-Medien tatsächlich NIE erwähnt wird (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, das mal gelesen oder gehört zu haben) wäre eine simple Aufsummierung der Kosten, die der ganze Spaß bisher verursacht hat. Da liegt man jetzt inzwischen bei geschätzen 10.000 Euro pro Nase (wohlgemerkt: nicht pro Einkommensbezieher), und mein Verdacht ist, dass sich so gut wie niemand überhaupt die Mühe macht, das mal zu recherchieren, geschweige dann mal ein Zwischenfazit zu ziehen - so lange einen das Ganze nicht spürbar in der Ruin treibt, bleibt das Hirn ausgeschaltet.
Ich stelle den Verfechtern des Weltrettungskurses ja gerne die Frage, die wir kürzlich bzgl. den Pumpspeichern auch schon angeschnitten hatten: Warum stellt man massiv überall die Zappelspannungserzeuger auf, so lange es überhaupt keine Speicherlösung gibt? Das ist in etwa so sinnvoll, als würde man die Blitzableiter des Landes ans Stromnetz anschließen. Auf eine Antwort auf die Frage warte ich bis heute. Interessiert schlicht niemanden. Und Sie können sich vorstellen, dass ich mich im Freundes- und Bekanntenkreis eher mit Leuten umgebe, mit denen ich politisch halbwegs auf Linie bin; selbst die interessiert es nicht.
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #4Aber sowohl gegen den Islam wie der Ökologismus - beides zutiefst totalitäre und menschenfeindliche Ideologien - erweist sich der Westen als vollkommen hilf- und wehrlos.
Ich würde den Westen nicht mit Europa gleichsetzen; die USA oder Israel sind ggü. Islamismus ja durchaus eher humorbefreit.
Die spannende Frage wäre da für mich, warum sich bestimmte Spielarten der 68er-Dekadenzbewegung, die durchweg in allen Ländern zu beobachten war, die direkt nach dem 2. WK kapitalistische Systeme etabliert haben, in einigen Ländern stärker durchgesetzt haben als andere.
Eine einfache Erklärung für den Siegeszug des Ökologismus in (West-) Deutschland wäre für mich, dass man mit der Revolution erster Wahl, nämlich dem Kommunismus, auf der Nase gelandet ist. Da musste dann was anderes her. Kaum war die RAF gescheitert, sind die Grünen aufgetaucht. Und das mit verblüffend deckungsgleichem Personal. Leider muss man den Grünen attestieren, dass sie mit ihrer Staatszerstörung deutlich erfolgreicher waren als die rote Mörderbande. Man hat da durchaus aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt...
...falls ich es Wort ergreifen darf, möchte ich eine Sache hinzusetzen: Die Abhängigkeit der europäischen Industrie von fossilen Energieträgern, die importiert werden müssen, ist in der Tat ein Anlass zum politischen Handeln. Ein Weg die Abhängigkeit zu reduzieren ist es, die Abhängigkeit auf verschiedene Quellen zu verteilen. Eine andere ist es, eben etwas in den Mix hinzuzufügen, das "heimisch" ist.
Das erspart einen dann auch, eine tieeefe Verbeugung vor einen Potentaten machen zu müssen, der konträr zu den eigenen Wertvorstellungen steht.
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Johanes im Beitrag #7 Die Abhängigkeit der europäischen Industrie von fossilen Energieträgern, die importiert werden müssen, ist in der Tat ein Anlass zum politischen Handeln. Ein Weg die Abhängigkeit zu reduzieren ist es, die Abhängigkeit auf verschiedene Quellen zu verteilen. Eine andere ist es, eben etwas in den Mix hinzuzufügen, das "heimisch" ist.
Diese Lösung gibt es eindeutig. Das eine wäre die Wiederzulassung und der anschließende massive Ausbau der Kernenergie. Frankreich hat diesen Weg Anfang der 70er Jahre beschritten und fährt jetzt die Scheuer ein. Ringsum läuft diese Renaissance gerade an, nachdem durch a) das europäische Verbundnetz, b) den im Vergleich zu uns relativ geringen Grundlastbedarf, c) grüne Missionsarbeit da 3 Jahrzehnte lang ein Moratorium verhängt war, mit Finnland als Vorauskommando.
Das andere Standbein heißt Fracking. Es ist durchaus denkbar, daß sich das bei uns nicht wirklich rechnen würde (oder erheblich bescheidener als in den USA), schlicht aufgrund der geologischen Bodenverhältnisse. Bei uns sind die Tiefenschichten des oberen Erdmantels, bis mindestens 10km Tiefe, in weiten Bereichen, wohl als Folge der variszischen Bergauffaltung vor, na, 250-300 Mio. Jahren, anders als in den Fördergebieten in den USA, sehr stark zerrissen und bis zu 80% gegen die Horizontale geneigt. Die Ergebnisse der KTB in Bayern ab 1984 legen das nahe; aber weil das neben der ersten Tiefbohrung im Münsterland 1962 der einzige Versuch dieser Art geblieben ist, läßt sich das Ausmaß dieser Verwerfungen (im geologischen Sinn) nicht einmal annähernd abschätzen. (Die Bohrung Münsterland 1 ging allerdings nur bis 6000 m hinunter, weil nach Erdöl und -gas exploriert wurde; sie fand 10 km von dem Schreibtisch entfernt statt, an dem ich das hier tippe.) Wir haben aber 2012 selbst Explorationsbohrungen zu diesem Zweck per $$ unterbunden; zuerst für NRW, wenige Monate später bundesweit.
Andere realistische Optionen gibt es schlicht nicht. Wind-und-Sonne, auf die das Kasperletheater in Berlin seit 25 Jahren setzt, sind ein Desaster durch die Bank. Wasserkraft ist nicht nennenswert ausbaubar; Biosprit auch kaum. Fusionsenergie ist zum jetzigen Zeitpunkt eine reine Illusion und wird es möglicherweise bleiben. "Grüner Wasserstoff" ist eh' nachgeorndet, da es sich um eine reine Speichertechnik handelt, in die erst mal verlustreich Primärenergie versenkt werden muß; die angeleierten Pionierprojekte kollabieren gerade scharenweise. (Herr Söder hat zwar vor ein paar Monaten öffentlich davon halluziniert, aber da ging es um bescheidene Forschungsreaktoren. In fünf Jahren faseln er oder seine Nachfolger dann eben von "Solarkraft per Mikrowellen aus der Umlaufbahn gebeamt.") C'est tout.
"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
Zitat von Johanes im Beitrag #7Die Abhängigkeit der europäischen Industrie von fossilen Energieträgern, die importiert werden müssen, ist in der Tat ein Anlass zum politischen Handeln. Ein Weg die Abhängigkeit zu reduzieren ist es, die Abhängigkeit auf verschiedene Quellen zu verteilen. Eine andere ist es, eben etwas in den Mix hinzuzufügen, das "heimisch" ist.
Nun ja, man muss sich halt an die geographischen Voraussetzungen halten (selbst das ist von der Politik schon zu viel verlangt). In Deutschland gibt's jede Menge Braunkohle. Verboten. Man könnte auch Kernkraftwerke bauen (dann geht der CO2-Ausstoß auf den Frankreichs zurück), das kann man auch "heimisch" machen, wenn man bspw. Brutreaktoren entwickelt, die Thorium verwursten können. Auch verboten. Stattdessen will man die Ölabhängigkeit dadurch verringern, dass man drölfzigtausend Gaskraftwerke baut und den Verkehr elektrifiziert. Das Gas kommt dann logischerweise von den selben Ölverkäufern, von denen man sich unabhängig machen will - das Neue ist, dass man sich selbst die Alternativen weggeschossen und noch mehr in die Abhängigkeit getrieben hat.
Die Grünen haben dem Land erfolgreich ein juristisches Regime aufgehalst, in dem alles verboten ist was dem Land nützen könnte. Da braucht mir dann keiner mehr mit der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu kommen, denn die ist aktuell so stark wie nie zuvor in der Geschichte der Bunzrepublik...
Da hat es mit Uran und Afrika auch etwas auf sich.
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #9[...] die Thorium verwursten können.
Das wäre ein Punkt, aber da bin ich nicht tief genug drin für eine eigene Meinung.
Zitat von F.AlfonzoDa braucht mir dann keiner mehr mit der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu kommen, denn die ist aktuell so stark wie nie zuvor in der Geschichte der Bunzrepublik...
Ich stimme Ihnen zu, dass unsere derzeitige Politik ideologisch motiviert ist.
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8Das eine wäre die Wiederzulassung und der anschließende massive Ausbau der Kernenergie.
Uran wächst aber nicht auf Bäumen.
Erstens: Die Masse an Brennstoffen, die ein Kernkraftwerk braucht ist extrem winzig im Vergleich zu fossilen Kraftwerken. Das ist deshalb wichtig, weil dadurch das Lager-Volumen gering ist. Den Brennstoff-Bedarf für die nächsten Jahre kann ein Kernkraftwerk problemlos einlagern. Bei fossilen Kraftwerken ist das wegen der schieren Masse unmöglich, die müssen täglich neu beliefert werden.
Entsprechend ist die zeitliche Liefer-Abhängigkeit eine ganz andere: Wenn Putin den Gashahn zudreht, merken wir das sehr schnell. Wenn der Uran-Lieferant nicht liefert, kann man das jahrelang überbrücken. Dies mindert außenpolitisches Erpressungs-Potenzial.
Zweitens: die 4 größten Uran-Abbauländer (mit zusammen über 80% Weltanteil) sind Kasachstan, Kanada, Australien, Namibia.
Davon ist nur Kasachstan geopolitisch wirklich heikel. Kanada und Australien sind stabile westliche Demokratien - da wird es absehbar ohnehin kein Problem geben. Namibia ist politisch stabil und übrigens tendenziell deutschland-affin (nach Englisch ist die meist gelernte Fremdsprache in Namibia Deutsch).
Drittens: Der angesprochene Thorium-Reaktor benötigt kein Uran sondern Thorium. Wichtigste Herkunftsländer sind durchweg stabile Demokratien: Indien, Brasilien, Australien, USA. Plus: Anders als bei fossilen Kraftwerken gibt es bei Kernenergie eine Verwertungskette. Das Abfallprodukt eines Kraftwerks kann Brennstoff für einen anderen Kraftswerktyp sein. Dies bietet weitere Differenzierungsmöglichkeiten bei der Beschaffung.
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8Das eine wäre die Wiederzulassung und der anschließende massive Ausbau der Kernenergie.
Uran wächst aber nicht auf Bäumen.
Erstens: Die Masse an Brennstoffen, die ein Kernkraftwerk braucht ist extrem winzig im Vergleich zu fossilen Kraftwerken. Das ist deshalb wichtig, weil dadurch das Lager-Volumen gering ist. Den Brennstoff-Bedarf für die nächsten Jahre kann ein Kernkraftwerk problemlos einlagern. Bei fossilen Kraftwerken ist das wegen der schieren Masse unmöglich, die müssen täglich neu beliefert werden.
Entsprechend ist die zeitliche Liefer-Abhängigkeit eine ganz andere: Wenn Putin den Gashahn zudreht, merken wir das sehr schnell. Wenn der Uran-Lieferant nicht liefert, kann man das jahrelang überbrücken. Dies mindert außenpolitisches Erpressungs-Potenzial.
Zweitens: die 4 größten Uran-Abbauländer (mit zusammen über 80% Weltanteil) sind Kasachstan, Kanada, Australien, Namibia.
Davon ist nur Kasachstan geopolitisch wirklich heikel. Kanada und Australien sind stabile westliche Demokratien - da wird es absehbar ohnehin kein Problem geben. Namibia ist politisch stabil und übrigens tendenziell deutschland-affin (nach Englisch ist die meist gelernte Fremdsprache in Namibia Deutsch).
Drittens: Der angesprochene Thorium-Reaktor benötigt kein Uran sondern Thorium. Wichtigste Herkunftsländer sind durchweg stabile Demokratien: Indien, Brasilien, Australien, USA. Plus: Anders als bei fossilen Kraftwerken gibt es bei Kernenergie eine Verwertungskette. Das Abfallprodukt eines Kraftwerks kann Brennstoff für einen anderen Kraftswerktyp sein. Dies bietet weitere Differenzierungsmöglichkeiten bei der Beschaffung.
Ich hatte mir die Tage ein Video mit Eduard Heindel, einem der Erfinder des Dual Fluid Reaktors angeschaut und bei Minute 1:11:55 geht es genau um die Verfügbarkeit von Uran. Für herkömmliche Kernkraftwerke rechnet man mit der heutigen Kenntnis der Vorkommen mit nur einigen hundert Jahren. Man hat aber errechnet, dass wenn man den derzeitigen Verbrauch von Deutschland + 50% hochrechnet auf die gesamte Menschheit und würde die Energie weltweit ausschließlich mit Dual Fluid erzeugen, dass dann die derzeit bekannten Vorkommen 1 Mio. Jahre reichen würden. Mit größeren Reaktoren entsprechend noch länger. Anschließend könne man ja dann auf Thorium umstellen.
Eine Aussage über den Preis für Uran fand ich auch noch interessant: Wegen der ca. 100 Mal besseren Rohstoffausnutzung gegenüber herkömlichen Kernkraftwerken, würde der Preis eine eher untergeordnete Rolle spielen und selbst die derzeitig dreifachen Kosten, die für die Gewinnung aus Meerwasser anfielen, wären dann kein Problem mehr.
Das Beeindruckendste für mich war aber, als er bei Minute 33:07 die Regelung des Reaktors erklärte. Faszinierend. Jetzt muss halt nur noch so ein Ding mal gebaut werden. https://www.youtube.com/watch?v=ncx8AUTYJ_o
Gruß Morn <>< ______________________________________ Socialism in general has a record of failure so blatant that only an intellectual could ignore or evade it. Thomas Sowell
Zitat von Florian im Beitrag #11Das Abfallprodukt eines Kraftwerks kann Brennstoff für einen anderen Kraftswerktyp sein.
Das ist ohnehin ein interessanter Punkt: Weil man in Deutschland ja schlau genug war, bereits im Jahr 2005 die Wiederaufbereitung zu verbieten, lagern in Deutschland aktuell (bzw. zum Stichttag 31.12.2023) 35.000 bestrahlte Brennelemente (entspricht ca. 10.000 Tonnen reinem Uran, Plutonium oder Thorium in Metall-Massenäquivalent*); das ist jede Menge Holz, das ohne Aufbereitung zwar in Leichtwasserreaktoren nicht mehr genutzt werden kann, aber in anderen Reaktortypen sehr wohl.
Man hat sich da also aus Technikfeindlichkeit und -angst einen Vorrat angelegt, der für sich schon viele Jahrzehnte lang die komplette Energieversorgung des Landes decken könnte. Man müsste die MOx-Pellets aus den Brennelementen nur in eine Form bringen, die von neueren Reaktortypen genutzt werden kann und hätte damit schon einen Brennstoffvorrat auf Lager, der praktisch völlige Autarkie bedeutet - nur für den Fall, dass die Beschaffung aus dem Ausland schwierig wird. Ein reines Luxusproblem.
* Nachtrag: Hab die KI etwas rechnen lassen um die Energiedichte zu veranschaulichen und vertraue mal darauf, dass sie mir keinen Blödsinn erzählt hat:
Platzverbrauch: 10.000 Tonnen reines Uran 238 (also die oben erwähnte Menge, die man ohnehin auf Lager hat; ich gehe mal davon aus, dass Uran 238 hier den mit Abstand größten Anteil ausmacht) haben ein Volumen von 525 Kubikmetern - das entspricht einem Uranwürfel mit einer Kantenlänge von 8m. Und liegt damit in der selben Größenordnung wie das Stahlbetonfundament einer einzigen Windmühle.
Energieausbeute: Mit diesem Uranwürfel könnten die o.E. Dual-Fluid-Reaktoren den gesamten Strombedarf Deutschlands (gem. aktuellem Verbrauch) 225 Jahre lang decken.
Zitat von Florian im Beitrag #2 Die Ziele, die ich gefunden habe, sind erstens i.d.R. nicht klar von der Politik quantifiziert. Und zudem ist das, was als "Ziele" bezeichnet wird i.d.R. nur die Aufzählung von operativen Schritten (wie "Anteil erneuerbarer Energien auf X steigern", "Anteil Elekroautos auf Y steigern"). Zeit.de hat z.B. dauerhaft auf ihrer Homepage einen "Energiewende-Monitor", der die Zielerreichung der Energiewewnde darstellt (z.B. bei Windenergie-Ausbau ist für 2026 das Ziel 7,6 GW. Erreicht wurden bis heute 2,7 GW).
Eigentlich sollte man ja meinen, dass die eine entscheidende Kennziffer, mit der man den Erfolg der Energiewende messen sollte, die CO2-intessität der Energie-Erzeugung ist. Denn um CO2-Einsparung geht es doch eigentlich, oder? Nur wird die Entwicklung der CO2-Inensität kaum jemals publiziert. Statt dessen vermeldet man ständig Ausbau-Ziele.
Das ist deshalb so bezeichnend, weil Deutschland bei der CO2-Intensität unglaublich schlecht abschneidet. 2025 war de CO2-Intensität der deutschen Stromerzeugung 339g/kWh. Zum Vergleich: Frankreich lag bei 32g/KWh. Also bei wenier als ein Zehntel. (Quelle: Electricity Maps). Während gleichzeitig der Investitionsbedarf in Frankreich EXTREM viel niedriger war als in Deutschland.
Dass man nicht in Deutschland nicht nur extrem viel Geld für die Energiewende ausgibt, sondern dass diese viele Geld - gemessen an der eigentlich entscheidenden Metrik "CO2-Einsparung" - auch noch komplett uneffizient ist, wird seltsamerweise nie thematisiert.
Exakt. Wie schon jemand anderes hier (sinngemäß) schrieb: Bei (Quasi-)Religion ist der Weg das Ziel. Das Ziel, mit der die Notwendigkeit des "richtigen Weges" begründet wird, ist in der Praxis nur Mittel zum Zweck, um den Weg durchzusetzen. Aber in Wahrheit ist der Weg das (spirituelle) Ziel.
Ich möchte aber noch etwas Anmerken und zwar zur verwendeten Metrik. Mir fallen hier drei mögliche Metriken ein, auf die jemand abzielen kann. Alle haben mit CO2-Ausstoß zu tun, aber es gibt Unterschiede in der Nuance.
1. Absoluter Ausstoß an CO2. 2. CO2-Masse pro elektrische Energie (g/kWh). 3. CO2-Masse pro BIP.
In allen(!) 3 Kategorie stehen wir schlechter da als Frankreich. Metrik 2 (g/kWh) zeigt aber den deutlichsten Unterschied. Was darauf hindeutet, das zwar gemessen an der C02-armen Stromerzeugung die französische Atomstromstrategie klar überlegen ist (und das deutlich um einen Faktor 10!), aber wenn es um das BIP geht, dann lässt sich zumindest ein Teil der Unterlegenheit der deutschen Energiewendestrategie durch Umstieg auf weniger energieintensive Industrien kompensieren.
Allerdings vermutlich nicht komplett und es ist immer noch das Aufgeben eines funktionierenden Wohlstandmotors im Namen des Klimaschutzes unter dogmatischem Insistieren auf eine (im Vergleich zu Frankreich) weit unterlegene Dekabonisierungsstrategie, mit dem großen Risiko nicht annähernd das Wohlstandeslevel, an das wir uns gewöhnt haben, halten zu können.
Wir geben schließlich eine etablierte, relativ sichere Wohlstandsquelle, zugunsten einer noch ungetesteten Zukunftsstrategie auf und zwar zum Erreichen eines Zieles, welches Frankreich mit seiner Klimaschutz-Ernergiepolitik, die ihre energieintensiven Industrie erhaltenden erhält, deutlich besser erreicht.
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