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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 32 Antworten
und wurde 1.975 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


23.02.2008 15:33
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Antworten

Lieber Luc,

Zitat von Luc
Aber, aber, lieber Zettel, ich hab mir die dahingehende Diskussion doch schon vorher angesehen und mich ganz einfach für die einfachste Lösung entschieden, und die ist zuallererst technischer Natur.

Ja, warum nicht. Nur muß es ja nicht die richtige sein.
Zitat von Luc
Bei allen Netzdiskussionen die ich ansonsten so überwache, sind Ostdeutsche eher überrepräsentiert. Es kann natürlich sein das diese Ostdeutschen alle im Westen arbeiten, während die Ostdeutschen im Osten kein Interesse an Politik haben. Daß ein Interesse für Politik aber erst erwacht wenn man eine örtliche Grenze überschreitet ist mir als Gedanke suspekt.

Vielleicht sind ja diejenigen, die in den Westen gehen, in dieser Hinsicht keine repräsentative Stichprobe?
Zitat von Luc
Bei meinem Letzten Besuch im tiefsten Osten hatte ich ein Hotel welches ich über Internet gebucht hatte, und zwei Häuser weiter war ein Internet Cafe, so schlimm kann es also nicht sein.

Daß das DDR-Loch seine Ursache in fehlenden Anschlüssen hat, hat meines Wissens niemand behauptet. Ich jedenfalls hatte das nicht unter meinen Hypothesen.
Zitat von Luc
Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung, die natürlich an ein Spekulation politischer Natur emotional nicht herranreicht.

Das stimmt. Die Frage ist allerdings, was näher an die Wahrheit heranreicht.
Zitat von Luc
Und bevor ich es vergesse, das eigentliche Thema ist ja Statistik: Bei der Statistik gibt es ganz unterschiedliche Sachen. Eine kurzfristige Wahlprognose ist etwas völlig Anderes, als ein Papier das Meinungsbilder erzeugen will.

Die methodischen Probleme sind weitgehend dieselben: Stichprobenfehler, Verweigerer, Suggestivwirkung der Formulierung der Frage usw.
Zitat von Luc
Da kommt es dann schon drauf an wie die Fragen formuliert sind, und welche Antwortmöglichkeiten überhaupt vorhanden sind. Das kenne wir doch alle, man sieht eine Ankreuzbogen und alle vorgegebenen Möglichkeiten entsprechen nicht der eigenen Auffassung, oder sind weit über das Gemeinte hinaus interpretierbar.

Das stimmt. Und es macht eben die seriöse Sozialwissenschaft aus, das alles zu berücksichtigen.

Es ist ein riesiger Unterschied, ob - wie zum Beispiel in den seriösen deutschen Instituten, in den großen internationalen Instituten wie Gallup, erst recht in der universitären Forschung - Leute arbeiten, die eine sozialwissenschaftliche und/oder mathematische Ausbildung haben. Oder ob irgendwer hergeht und sich "Umfrageinstitut" nennt.

Alle Einwände, die Sie formulieren, lieber Luc, werden ja seit den Anfängen der Demoskopie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausführlich erörtert; für jeden Ihrer Punkte gibt es eine ganze Fachliteratur. Man muß sie nur kennen und berücksichtigen; und daran mangelt es bei manchen would-be pollsters sicherlich.
Zitat von Luc
Eine andere Sache ist bei Umfragen und Meinungsbildern der Sinn. Meistens wollen Sie entweder warnen oder einen Konsens herstellen.

Sie meinen, lieber Luc, "wollen sie entweder ..."? Ich setze das jetzt bei der anschließenden Antwort voraus.
Zitat von Luc
Und besonders die Konsens Herstellung empfinde ich als gefährlich, weil hier über schiere Masse zum Argument wird. Und letztlich, sollte es für den eigenen Meinungsbildungsprozess erstmal unerheblich sein was ein große Masse so denkt. Und natürlich noch mehr, was einem ein Institut herleitet was eine große Masse denken könnte.

Die Institute - die seriösen jedenfalls - "wollen" eigentlich nix, außer mit guter Arbeit gutes Geld verdienen. Die meisten machen ja auch das politische Geschäft nur am Rande (Ausnahme Forschungsgruppe Wahlen) und verdienen ihr Geld mit Untersuchungen für die Wirtschaft, für Verbände usw.

Nein, natürlich sollte man nicht eine Meinung haben, nur weil viele andere sie haben. Aber zu wissen, welche Meinung denn viele andere haben, finde ich schon interessant.
Zitat von Luc
Solange wie es keine unabhängigen Institute in diesem Bereich gibt, sollte man davon ausgehen, daß alle Materialien, die man bekommt zielgerichtet und gefärbt sind.

Die Voraussetzung ist falsch. Es gibt nicht nur unabhängige Institute, sondern fast alle sind unabhängig - jedenfalls in Deutschland, in Frankreich und in den USA, wo ich das beurteilen kann.

Staatlich wurde und wird die Demoskopie, sofern sie überhaupt stattfindet, nur in totalitären Staaten gesteuert. Parteien können sich eigene Umfrageinstitute gar nicht leisten; es wäre auch eine unsinnige Investition.
Zitat von Luc
Wenn ich Deinen Blog so verfolge, teilst Du diese Einschätzung ja, wenn es um Artikel in Zeitungen geht, wenn es aber um entwickeltes und interpretiertes Zahlenmaterial geht, bist Du dann weniger kritisch.

Ich bin da sogar sehr kritisch. Nur nicht, was die Arbeit der großen, seriösen Institute angeht; weil sie keinen Grund zur Kritik bieten. Sehr zu kritisieren ist aber der Umgang mit diesem Material, sowohl seitens der Presse als auch seitens der Parteien.

Eine Unsitte ist es zB - "Spiegel Online" macht das notorisch -, Veränderungen von wenigen Prozentpunkten als einen Trend zu interpretieren. Eine Unsitte ist es, von den vielen Daten, die ständig zu einem aktuellen Thema von den Instituten geliefert werden, die herauszupicken, die man argumentativ verwerten kann. Eine Unsitte ist es, viel zu wenig aggregierte Daten zu berücksichtigen.
Die seriöse Forschung berücksichtigt das alles und verdient deshalb keine Kritik.

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Zettel21.02.2008 02:55
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Dalayah21.02.2008 09:06
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Zettel21.02.2008 16:04
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut C.21.02.2008 16:50
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Zettel21.02.2008 17:19
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Luc22.02.2008 11:52
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Zettel22.02.2008 23:41
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Luc23.02.2008 13:18
RE: Marginalie: 33 Prozent finden die Kommunisten gut Luc23.02.2008 13:24
Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Zettel23.02.2008 14:01
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Luc23.02.2008 15:04
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Zettel23.02.2008 15:33
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Luc23.02.2008 17:42
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Zettel23.02.2008 18:07
RE: Demoskopie; empirische Sozialforschung überhaupt Luc23.02.2008 21:14
Noelle-Neumann Zettel23.02.2008 22:32
RE: Noelle-Neumann Luc24.02.2008 00:34
Nothing new under the sun? Zettel24.02.2008 01:10
RE: Nothing new under the sun? Luc24.02.2008 13:54
Exalead Zettel24.02.2008 15:17
RE: Exalead Luc24.02.2008 15:40
RE: Exalead Luc24.02.2008 16:00
RE: Exalead Zettel24.02.2008 18:12
RE: Exalead Zettel25.02.2008 00:02
RE: Exalead Luc25.02.2008 00:23
RE: Exalead Zettel25.02.2008 00:55
RE: Exalead Luc25.02.2008 11:38
Aktueller Screenshot Zettel29.02.2008 00:14
Und noch einer ... Zettel29.02.2008 11:55
Unhöflichkeit Rayson25.02.2008 13:58
Unhöflichkeit? Nein, finde ich nicht Zettel25.02.2008 17:06
RE: Unhöflichkeit? Nein, finde ich nicht Rayson25.02.2008 20:27
RE: Unhöflichkeit? Nein, finde ich nicht Zettel26.02.2008 19:48
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