Zitat von DamienZu 2. Wie ist diese Zielsetzung des Seminars zu beurteilen, so wie sie von den Veranstaltern angegeben wird?
("Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren Wünschen, Überzeugungen und Lebenszielen erfahren, selbstbestimmte Wege gehen können, die zu einer Abnahme homosexueller Empfindungen führen. Solche Selbstbestimmung ist unveräußerliches Recht jedes Menschen und gehört zu seiner Freiheit.")
Wenn man es wörtlich versteht, und nicht, was ich plausibler finde, als arge Heuchelei, dann geht es um eine graduelle Korrektur ("Abnahme homosexueller Empfindungen"), nicht um eine "Umpolung". Die Intensität sexueller Empfindungen ist ohne Zweifel teilweise beeinflussbar, ebenso die Durchschlagskraft von Empfindungen auf das Handeln. Hier anzusetzen, um einen Zwiespalt zwischen Sexualität und anderen Wünschen etc. zu mildern, mag in manchen Fällen die vergleichsweise beste Lösung sein, scheint mir.
Zitat von DamienEs gibt keinen Grund anzunehmen, dass Menschen - unabhängig von gesellschaftlicher Diskriminierung - unter ihrer homosexuellen Orientierung leiden, so wie es auch keine gibt, die unter ihrer heterosexuellen Orientierung leiden.
Das Problem sind die Überzeugungen. Wenn jemand tief und innig glaubt, die verurteilenden Aussagen der Bibel über Homosexualität seien absolute göttliche Wahrheit, dann helfen einem solchen Homosexuellen Betrachtungen über gesellschaftliche Diskriminierung kaum weiter. Was wäre in einem solchen Fall zu tun?
Zitat von ZettelDas ist für mich der Kernpunkt. Ich will keinen Staat, der sich in Fragen der Weltanschauung, der Sexualität, der Psychotherapie, der Religion einmischt.
Zitat von DamienDann aber sollte der Staat entsprechende Veranstaltungen auch nicht finanziell oder durch die Übernahme einer Schirmherrschaft unterstützen.
Richtig.
Zitat von DamienDenn das ist natürlich eine Einmischung, z.B. indem man die einen fördert und die anderen nicht.
So ist es.
Zitat von DamienWenn der Staat fördert, dann darf der Staat auch mitreden.
Das sehe ich nicht so. Eine Einrichtung für förderungswürdig anzusehen ist eine Sache, ihr die Autonomie zu nehmen eine andere. Wenn die Regierung sich auf eine pauschale Förderung beschränkt, ist sie klar weniger freiheitsfeindlich, als wenn sie sich eine Mitsprache in den Einzelheiten anmaßt. Bei Kunst und Wissenschaft wird der Regierung eine derartige Mitsprache sogar vom GG verboten. Aber auch bei geselligen Veranstaltungen wie Festivals würde sich eine liberale Regierung nicht in die Programmgestaltung einmischen.
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