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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 873 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


01.08.2008 15:35
RE: Die Strategie der Kommunisten Antworten

Zitat von RexCramer
Ich weiß nicht, warum, aber es scheint ungeheuer schwierig zu sein, aus den Erfahrungen anderer (!) Menschen die richtigen Schlüsse zu ziehen und deren Irrtümer zu vermeiden.

Jede Generation muß ihre Fehler neu machen, so sagt man. Aber für Menschen mit historischer Bildung akzeptiere ich dieses Argument nicht.

Es ist aus meiner Sicht schlicht ein Zeichen von Borniertheit, wenn man aus dem Nazismus den Schluß zieht, die Hauptgefahr gehe heute von der NPD aus, nur weil das Neonazis sind. Der richtige Schluß ist, daß die Gefahr vom Totalitarismus ausgeht, der nun mal in unterschiedlichen Varianten existiert.

Diese Fixierung wird natürlich von den Kommunisten und ihren Mitläufern als "Antifaschismus" tatkräftig gefördert. Erstens nach der Methode "Haltet den Dieb", um von den kommunstischen Verbrechen abzulenken. Zweitens, um selbst als Verteidiger der Demokratie aufzutreten.
Zitat von RexCramer
Bspw. hört man ja immer noch den Spruch von Befürwortern des Sozialismus, er sei ja nur noch nicht richtig umgesetzt worden. Das impliziert schon, daß sozusagen alle anderen Sozialisten Dilettanten waren, während man selbst den Masterplan in der Tasche zu haben glaubt.

Man hat ja noch nicht einmal einen Plan. Ich habe noch niemanden kennengelernt, der von einem demokratischen Sozialismus schwärmt und der mir sagen konnte, wie er sich denn eine effiziente nichtkapitalistische Wirtschaft, wie er sich eine Demokratie ohne den "bürgerlichen Parlamentarismus", ohne Gewaltenteilung vorstellt.

Ich bekomme dann meist zur Antwort, man sei doch kein Hellseher. Die Geschichte werde zeigen, wie sich das alles entwickelt. Aber zugleich geriert man sich zwar nicht als Hellseher, sondern als Heilsgläubiger, der vom Goldenen Zeitalter träumt.

Das hat alles eine stark religiöse Komponente. Es ist teils Ersatzreligion, teils eine säkularisierte Variante des Christentums, wie man sie vor allem im evangelischen Milieu findet.
Zitat von RexCramer
So düster ist die Lage aber nicht. Persönlich halte ich die nächsten Bundestagswahlen für völlig offen, von heute aus betrachtet. Ich glaube, wir können noch gar nicht abschätzen, welche Themen die dominierende Rolle spielen werden. Davon wird viel abhängen.

Das sehe ich auch so. Es kann ja im Grunde auch gar nicht anders sein. Man kann nie ein Jahr vor einer Wahl vorhersagen, wie sie ausgehen wird.
Zitat von RexCramer
Realistisch ist nur Schwarz-Gelb, die Volksfront oder die Fortsetzung der Großen Koalition. Jamaika oder die Ampel können wir wohl getrost ausschließen. Ebenso die Spanienkoalition.

Die letztere sicher. Bei den beiden anderen Varianten bin ich nicht so sicher. Es kommt darauf an, wie die SPD sich entwickelt.

Beck dürfte nicht noch einmal auferstehen. Also wird wohl Steinmeier Kanzlerkandidat. Der aber könnte sich weigern, den Weg für eine Volksfront freizumachen. (Könnte; zutrauen täte ich ihm auch einen Schwenk; der Mann ist ja kein Politiker).
Zitat von RexCramer
Wir schieben hier in den Debatten immer Wählerstimmen hin und her, unterschlagen aber die größte Gruppe, die Nichtwähler! Ein riesiges Reservoir, auf das man nur zugreifen muß. Mein Eindruck ist, daß es aus ganz verschiedenen Menschen besteht, die sich aus unterschiedlichen Gründen abwenden.

Unter ihnen gibt es die Gruppe, die das Postengeschacher satt hat, von den ständigen Lügen angewidert ist und die auf nichts sehnlicher wartet, daß endlich mal konkrete Probleme der Bürger gelöst werden, statt daß die Politik mehr mit sich selbst beschäftigt ist. Kurz: Bürger, die die Faxen dicke von typischen Berufspolitikern haben und sich mehr Leute wie z. B. Paul Kirchhof wünschen, damit endlich mal was bewegt, statt nur gehetzt wird. Und diese Gruppe dürfte durch ein wirklich gutes Programm (mit entsprechenden Fachleuten dahinter) am leichtesten anzuzapfen sein. Hier liegt m. E. die größte Chance von Schwarz-Gelb, denn programmatisch haben die linken Parteien nichts zu bieten.

Das, lieber RexCramer, ist die positive Seite. Die negative ist, daß in dieser von Ihnen beschriebenen Gruppe auch viele sind, die anfällig sein könnten für eine rechtspopulistische Partei.

Davon sind wir in Deutschland im Augenblick noch verschont. Aber so etwas wie der Front National könnte auch bei uns ein Wählerpotential haben. Falls eine solche Partei einmal in den Bundestag kommt, wird es ganz schwierig werden.

Und natürlich sind die Nichtwähler auch ein Potential für die Kommunisten, wenn diese sich als Protestpartei geben; wie sie ja überhaupt diese Rolle zu spielen versuchen, die in Frankreich Le Pen spielt.

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Zitat des Tages: Nicht verlesen Zettel29.07.2008 04:15
AKTUELLE ERGÄNZUNG: Und die SPD? Zettel29.07.2008 23:50
RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Und die SPD? F.Alfonzo30.07.2008 04:54
RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Und die SPD? RexCramer30.07.2008 10:26
RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Und die SPD? Nola30.07.2008 10:43
Die Strategie der Kommunisten Zettel30.07.2008 15:00
RE: Die Strategie der Kommunisten F.Alfonzo01.08.2008 03:06
RE: Die Strategie der Kommunisten RexCramer01.08.2008 11:08
RE: Die Strategie der Kommunisten Zettel01.08.2008 15:35
RE: Die Strategie der Kommunisten F.Alfonzo02.08.2008 02:14
RE: Die Strategie der Kommunisten Thomas Pauli01.08.2008 12:51
AKTUELLE ERGÄNZUNG: Die Preise steigen wieder Zettel16.08.2008 10:50
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