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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 24 Antworten
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Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


27.08.2008 18:14
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Antworten

Zitat von Nola
In Antwort auf:
Die ganze Rede ist eine brillante Übung in Doppeldeutigkeit. Eine Rede, die an der Oberfläche die bedingungslose Unterstützung Obamas deklariert, und deren Subtext sagt: Es muß halt sein, aber die richtige Kandidatin wäre ich selbst gewesen.

Eine Übung war es, lieber Zettel, für Hillary Clinton, gewiß nicht. Das ist absolutes Können, dass ist jahrzehntelanges „zuhausesein in der Politik“ und das mit Engagement. Sie hat die Klasse eines Staatsmannes/frau.

Da ist mir, liebe Nola, ein Anglizismus unterlaufen. "An exercise in ambiguity" würde man im Englischen sagen, und damit nicht "Übung" in dem Sinn meinen, daß sie noch üben muß, sondern im Sinne des, sagen wir, perfekten Exerzierens. Eine "Vorführung von Doppeldeutigkeit" wäre vielleicht richtiger gewesen.

Ihre Kennzeichnung von Hillary Clinton, liebe Nola - ich kann das sozusagen aus meiner Sicht "weder bestätigen noch dementieren". Ich habe sie im Vorwahlkampf so ziemlich verfolgt. Es war alles immer perfekt. Perfekt gelernt, perfekt gedrillt. Wenn jemand eine kleine, persönliche Frage stellte, dann legte sie los und breitete ihr ganzes Wissen aus. Wenn sie mal wieder verloren hatte, dann hielt sie ihre vorbereitete Rede, so als sei nichts gewesen. Ihr Gestik, ihre Mimik wurden immr marionettenhafter, je länger dieser Vorwahlkampf dauerte.

So war ja die allgemeine Wahrnehmung in den USA. Als es einmal schien, daß sie feucht um die Augen wurde, als sie eine persönliche Frage beantwortete, rätselten die halben USA, ob das jetzt Teil einer Strategie gewesen sei, sie menschlicher erscheinen zu lassen.

Was hinter dieser Fassade, dieser Marionettenhaftigkeit steckt - ich weiß es nicht. Vielleicht ist sie so, wie Sie sie sehen. Vielleicht steckt dahinter auch das leere Nichts.
Zitat von Nola
Das wird man ihr auch nicht absprechen können, und dazu gehört auch ein "Pokerface" nur weils eine Frau ist muß es nicht puppenhaft sein.

Ganz gewiß nicht. Nur ist sie es eben.

Politik macht hart, sie führt dazu, daß man sich ständig unter Kontrolle halten muß. Es gab mal, wenn ich mich recht erinnere, eine Fotografin, die einzelne Politiker immer wieder porträtiert und gezeigt hat, wie sie sich im Amt verändern, in der Funktion.

Auch die Kanzlerin wirkt nicht immer sehr spontan. Aber im Vergleich zu Hillary Clinton ist sie sozusagen eine jugendliche Naive (damit meine ich jetzt das Rollenfach am Theater, nicht das Alter; nur zur Sicherheit gesagt )

Wäre Sie ein Mann, liebe Nola, dann hätte ich vermutlich nicht "puppenhaft" geschrieben, sondern vielleicht "zombiehaft".
Zitat von Nola
In Antwort auf:
Zitat Zettel:
Natürlich muß sie ihn anpreisen, den Kandidaten, der es nun mal sein wird. Aber sie verkneift sich jedes persönliche Lob. Das, was üblicherweise in einer solchen Rede gesagt werden würde - welch ein brillanter Führer der Kandidat sei, welch ein untadeliger Patriot, welch ein großer Amerikaner usw. - fehlt in dieser Rede, es ist "conspicuously absent", wie man im Englischen sagt - es fällt auf, weil es abwesend ist.

Was spricht dagegen? Das sie kein Wendehals ist? Das Parteiprogramm steht ohnehin fest, sie weiss, dass sie es besser umgesetzt und vertreten hätte. Warum soll sie also einen Kandidaten anpreisen, der eher zur Spielzeuggeneration gehört, warum soll sie ihm Fähigkeiten bestätigen, die er selbst nicht mal bestätigen kann.

Nichts spricht dagegen. Mein kleiner Artikel war ja nicht als Kritik gedacht; eher bewundernd.

Was nun das Politische angeht - da kann ich nicht sehen, daß Clinton besser wäre als Obama.

Auch sie wollte so schnell wie möglich raus aus dem Irak, als das noch eine Katastrophe für das Land bedeutet hätte. (Ich habe eimal eine Rede von ihr kommentiert, in der sie beschrieben hat, wie man die Amerikaner und auch diejenigen, die kooperiert hätten und das wollten, evakuieren müßte, bevor man die Truppen abzieht - also sie war sich im Klaren, daß damals ein Abzug bedeutet hätte, die Iraker im Stich zu lassen). Auch sie ist für mehr Staat, sie ist geradezu das Musterbeispiel etatistischen Denkens.

Und was das Persönliche angeht - sie ist mir im Lauf des Vorwahlkampfs eher sympathischer geworden, weil diese Ataraxia, diese würdige Sturheit, mit der sie Niederlage um Niederlage eingesteckt und trotzdem nicht aufgegeben hat, schon etwas Beeindruckendes hatte.

Oder auch Erschreckendes. Man konnte es auch so deuten, daß diese Frau, die ihr Leben lang immer nur bestens funktioniert, immer nur beste Noten bekommen und immer alles erreicht hat, die Vorstellung, eine Verliererin zu sein, einfach nicht ertragen konnte.

Davon war meines Erachtens auch in der gestrigen Rede viele zu spüren.

Herzlich, Zettel





Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Der 44. Präsident der USA (12 und 13): Hillarys vergiftete Gabe Zettel27.08.2008 09:45
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Nola27.08.2008 11:22
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel27.08.2008 18:14
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Nola27.08.2008 23:43
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel28.08.2008 11:29
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Dagny28.08.2008 15:49
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe str197729.08.2008 10:09
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Meister Petz27.08.2008 21:39
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe michael7627.08.2008 23:19
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Llarian28.08.2008 08:35
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel28.08.2008 10:59
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Meister Petz28.08.2008 21:26
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe michael7627.08.2008 22:08
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Meister Petz27.08.2008 22:14
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel28.08.2008 11:12
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe R.A.28.08.2008 11:28
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel28.08.2008 19:45
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe str197729.08.2008 10:15
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Auslaender28.08.2008 18:57
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Zettel28.08.2008 19:57
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe Auslaender28.08.2008 20:04
Rassismus der US-Demokraten Zettel28.08.2008 21:36
RE: Rassismus der US-Demokraten Auslaender28.08.2008 21:49
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe str197729.08.2008 10:24
RE: Der 44. Präsident der USA (12): Hillarys vergiftete Gabe str197729.08.2008 10:01
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