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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 20 Antworten
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Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
str1977

26.03.2009 21:27
RE: Ein paar Fakten zur Vorgeschichte des Irakkriegs Antworten
Zitat von califax
Zettel ist offensichtlich der Meinung, Saddam hätte den Angriff noch rechtzeitig abwenden können, wenn er nicht so hoch gepokert und nicht ganz so blutrünstig geherrscht hätte. Und unter diesem Gesichtspunkt, der im Artikel ja dargelegt wird, ist die gewählte Formulierung nachvollziehbar.

Ich hab das schon verstanden - das Argument ist, Saddam hätte ja den Krieg vermeiden können, indem er das Land verlassen hätte. Nur ist ein solches Verlangen seitens der USA schon ehrlich gesagt die Höhe. Es ist nicht Sache der USA, Regierungen anderer Länder ab- und einzusetzen.

Übrigens auch nicht Sache der UN (auch wenn das solch selbsternannte Völkerrrechtsexperten wie z.B. Schäuble meinen).

Ich verteidige Bush gerne gegen den flachen Vorwurf, gelogen zu haben (insbesondere wenn er von Amerikanern kommt, die die Verantwortung für den Krieg an einen Mann abschieben wollen) und für Saddamapologeten habe ich auch kein Verständnis und wenig Geduld für selbsternannte Völkerrechtsexperten. Und daß Schröder mit seinem Wortbruch unverantwortlich gehandelt hat, ist auch klar. Ich hoffe, daß es mit der Stablisierung im Irak weitergeht.

Aber das wäre dann die nach vielen Leiden und Verwerfungen gute Folge eines unnötigen Angriffskrieges, den weder Saddam noch Schröder angezettelt haben sondern die Vereinigten Staaten.

Zitat von Zettel
Die USA waren ja nicht an einem Krieg interessiert, lieber Califax, sondern sie wollten Saddam weghaben. Vor der Invasion gab es das explizite Angebot an Saddam, man werde auf die Invasion verzichten, wenn er ins Exil ginge. Es wurden auch bereits Länder gesucht, die bereit wären, ihn aufzunehmen.


Dennoch sind es die USA, die diesen Krieg begonnen und geführt haben. Saddam hätte auch Kuwait damals nicht angegriffen, wenn es sich von sich aus unterworfen hätte. Und hätten die Kurden still gehalten, hätte er nie Giftgas eingesetzt. Wollen Sie, Herr Zettel, hier ernsthaft mit dem bloßen sogennanten Recht des Stärkeren kommen?

In Antwort auf:
Wer, anders als offenbar unser eifriger Freund str1977, meinen Artikel gelesen hat, der wird gemerkt haben, daß ich mit keinem Wort etwas über die Frage der Schuld an diesem Krieg gesagt habe. Der Titel heißt ja auch nicht: Warum hat Saddam diesen Krieg begonnen? Sondern: Warum hat Saddam diesen Krieg geführt?


Ich habe den Artikel sehr genau gelesen und tatsächlich sagen sie nie explizit: "Der oder der ist Schuld!" Aber die Frage lautet ja bloß warum hat SADDAM den Krieg geführt und OHNE SCHRÖDER wäre es nicht dazu gekommen. Der Aggressor in diesem Krieg bleibt quasi unerwähnt und ich finde schon, daß das Bände spricht.

In Antwort auf:
Was nun die Frage der "Schuld" angeht, gibt es vermutlich kaum ein historisches Ereignis, über das in Deutschland so viele verzerrende Klischees im Umlauf sind. Schon zuvor hatte man Bush als den Bösewicht aller Bösewichter ausgemacht; ...


Nur geht es hier gar nicht um diese Klischees. Ich war zu der Zeit auch nicht in Deutschland, habe als den amerikanischen Machtwahn ganz ungefiltert und unsynchronisiert mitbekommen.

Es geht auch nicht um "völkerrechtswidrig" (auch wenn das zutrifft, wenn man den Wortlaut der - allerdings so gut wie nie praktizierten - UN-Charta anschaut). Das wäre dümmlich, insbesondere wenn man dann mit dem Sicherheitsrat kommt. Dieser hat weder ein Gewaltmonopol auf der Welt, noch hat er das Recht, irgendwo Regierungen ein- und abzusetzen.

In Antwort auf:
Daß es eine Resolution 1441 gegeben hatte, weiß ja kaum jemand, in der die UN Saddam serious consequences für den Fall androhten, daß er nicht vollständig mit den Sicherheitsinspektoren kooperiere.


Doch, daß weiß so ziemlich jeder, daß im November die USA sich nochmal "herabgelassen" haben, den Weg über die UNO zu gehen (mit der damals allenthalben hörbaren Wörtern "not helpful" and "will become irrelevant"). Nur die Absicht war schon damals einzig und allein die Entfernung der irakischen Regierung. Die UN-Resolution war da nur Mittel zum Zweck.

In Antwort auf:
Das hatte er nicht getan, und die Konsequenzen waren also fällig. Nicht die der USA, sondern diejenigen der Weltgemeinschaft. "Serious consequences" bedeutet in der Sprache der Diplomatie Krieg.


Nur die "Weltgemeinschaft" außerhalb der Koalition der Willigen sah das nunmal anders.

In Antwort auf:
Dieser Krieg wäre im Auftrag der UNO geführt worden. So wäre es auch gekommen, wenn der Sicherheitsrat - dh dessen Mehrheit - sich nicht plötzlich auf Betreiben der drei Partner der Achse Paris-Berlin-Moskau quergestellt und sich geweigert hätte, ausdrücklich festzustellen, daß Saddam in material breach der Resolution 1441 war.


Der UN-Auftrag wäre eine Scharade gewesen. Die Argumentation beweist das ja schon: da stellt sich eine Mehrheit quer. Wenn dem so ist, dann war das wohl nichts mit dem Auftrag der UNO.

Aber ohnehin - wegen der Kompetenzen der UNO, siehe oben.

In Antwort auf:
Das Ganze diente eindeutig nicht der Verhinderung der Invasion, denn jedem war natürlich klar, daß die USA die in Monaten aufmarschierten Truppen nicht einfach würden zurückziehen können.


Nicht können? Nein, nicht wollen! Man wollte sich seinen Krieg - den man sich ja so einfach vorstellte - nicht von so ein paar UN-Mitglieder vermiesen lassen.

In Antwort auf:
Das Ziel von Putin, Schröder und Chirac war es allein, die USA formal ins Unrecht zu setzen, indem ihnen die erneute Resolution, mit der sie fest gerechnet hatten, verweigert wurde.Zitat:

Ja, da waren sie ja aber auch nach dem UN-Völkerrecht.

Zitat:Es war eine der am besten gelungenen Propagandaktionen der neueren Geschichte. Am Ende saß nicht der barbarische Diktator Saddam auf der Anklagebank, sondern Präsident Bush, der den Irak von ihm befreite.


So wie ich mich erinnere, kam Saddam auf die Anklagebank und dann den Galgen. Bush lebt (und das ist auch gut so!)

Nur, Saddam gehörte angeklagt und verurteilt wegen seiner Vebrechen gegenüber seinem Volk, nicht weil er diesen Krieg herbeigeführt oder geführt hätte. Und schon gar nicht weil Bushs unmoralische Angebot abgelehnt hat.

Gruß,
str1977

Faschismus und Antifaschismus sind nicht dasselbe, genausowenig wie Libanon und Antilibanon.
Aber beide sind aus Stein gemacht.

Laissez faire, laissez aller, laissez abimer.

Liberalismus ist die Ideologie, die, wenn etwas zu verderben droht, nicht nur nichts unternimmt, sondern auch anderen von Gegenmaßnahmen abrät, um anschließend das verfaulte Resultat zum Ideal zu erklären.

The business of Progressives is to go on making mistakes. The business of the Conservatives is to prevent the mistakes from being corrected. (G.K. Chesterton)


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 10:53
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Dagny26.03.2009 11:12
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 11:49
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Shin26.03.2009 11:23
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 11:52
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg FTT_2.026.03.2009 12:15
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 12:43
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Gorgasal26.03.2009 12:54
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Eltov26.03.2009 12:57
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 13:22
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg str197726.03.2009 17:02
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg Zettel26.03.2009 18:38
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg str197726.03.2009 19:04
RE: Ketzereien zum Irak (34): Saddams Regime und der Krieg califax26.03.2009 19:16
Ein paar Fakten zur Vorgeschichte des Irakkriegs Zettel26.03.2009 19:46
RE: Ein paar Fakten zur Vorgeschichte des Irakkriegs str197726.03.2009 21:27
Die VSA waren längst zur Invasion entschlossen Daddeldu27.03.2009 23:08
Die USA waren keineswegs zur Invasion entschlossen Zettel28.03.2009 00:26
RE: Die USA waren keineswegs zur Invasion entschlossen str197728.03.2009 12:03
RE: Die USA waren keineswegs zur Invasion entschlossen Zettel28.03.2009 12:42
RE: Die USA waren keineswegs zur Invasion entschlossen str197728.03.2009 12:57
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