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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 1.916 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


26.04.2010 11:27
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Antworten

Zitat von dirk

Zitat von Zettel
Schade, daß er einen Teil des Effekts durch übertriebene Rhetorik wieder zunichte macht; aber so ist Guido Westerwelle nun einmal.

,
ähnliche Äusserungen über Guido Westerwelle habe ich schon mehrmals gehört - also scheint etwas dran zu sein. Ich kann es es dennoch nicht nachvollziehen. Was meinen Sie mit übertriebener Rhetorik und wie kann sie der übermittelten Botschaft schaden? In dem konkreten Beispiel, das Wort "Virus", das dann vielleicht zu aggressiv wirkt? Ich weiss es nicht. Jedenfalls wäre ich Ihnen für eine genauere Erklärung dankbar.



Rhetorik spielt sich ja auf verschiedenen Ebenen ab; der inhaltlichen, der stilistischen, der Ebene der Präsentation mit Sprachmodulation und Gesten.

Inhaltlich neigt Westerwelle zur Zuspitzung und Vereinfachung. Das ist immer ein Balanceakt (auch bei mir, wenn ich zB eine Meckerecke schreibe): Wie sehr darf man zuspitzen und vereinfachen, um eine deutliche Botschaft zu liefern, ohne daß es falsch oder zu holzhammerartig wird?

Da sehe ich aber eigentlich weniger das Problem bei Westerwelle. Auf der zweiten Ebene, der stilistischen, sind seine Reden gut; übrigens auch und gerade dann, wenn er frei spricht. Ich kenne neben der Kanzlerin und Guttenberg kaum einen amtierenden Politiker, der so druckreif formuliert. Aber vielleicht ist gerade das Westerwelles Problem: Die Reden wirken stilistisch meist unpersönlich; so, als identifiziere sich der Redner gar nicht mit dem, was er sagt.

Das versucht er nun auf der Ebene der Präsentation zu kompensieren; und dort findet das statt, was ich übertriebene Rhetorik genannt habe. Mir kommt es so vor, als hätte Westerwelle einmal Rhetoriktraining bei einem Schauspiellehrer genossen. Dieses Modulieren der Stimme, dieser Wechsel von laut zu leise, diese Kunstpausen. Dazu die Körpersprache. Echt wirkt das nicht, sondern - jedenfalls auf mich - überzogen.

Manches erinnert mich an Wolfgang Mischnick. Der galt anfangs als schlechter Redner. Plötzlich trat er so auf wie jetzt Westerwelle. Ich hatte damals keine andere Erklärung dafür, als daß er Unterricht genommen hatte.

Was ja an sich nicht zu beanstanden ist. Nur sollte man die Mittel, die man dort lernt, behutsam einsetzen.

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Zettel25.04.2010 11:00
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit C.K.25.04.2010 12:10
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Zettel25.04.2010 14:04
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit stefanolix25.04.2010 14:54
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit dirk25.04.2010 15:02
Westerwelle Dagny25.04.2010 15:19
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit dirk25.04.2010 14:54
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Zettel26.04.2010 11:27
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit dirk26.04.2010 13:18
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Dagny26.04.2010 15:09
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Libero26.04.2010 10:26
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Dagny26.04.2010 15:11
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Calimero26.04.2010 15:26
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Dagny26.04.2010 16:22
RE: Zitat des Tages: Immunsystem gegen Staatsgläubigkeit Calimero26.04.2010 18:00
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