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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 39 Antworten
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Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
RexCramer

29.10.2010 02:26
RE: Marginalie: Nationale Klischees Antworten

Lieber Zettel,

Zitat von Zettel
Was ist denn der "ursprüngliche Sinn"?



gucken wir uns doch einmal an, was wir von Ludwig Erhard höchstpersönlich zum Thema erfahren können. Sein bekanntes Buch gibt es hier: http://www.ludwig-erhard-stiftung.de/ind...13&act=sonstige

"Wohlstand für Alle" - damit ist zum Sinn und Zweck genug gesagt.

Vielleicht finden wir ja in Kapitel XII "Versorgungsstaat - der moderne Wahn" Informationen zur heutigen Situation. Ich bin schon ganz gespannt, Sie auch?

Zitat
Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung kann auf die Dauer nur dann bestehen, wenn und solange auch im sozialen Leben der Nation ein Höchstmaß an Freiheit, an privater Initiative und Selbstvorsorge gewährleistet ist.



Wir sehen, daß er Glück hatte, nicht heute Politiker zu sein, denn dann wäre er sofort aus allen Rohren als "kalter Neoliberaler" verbal gesteinigt und auf die hinterste Bank verfrachtet worden.

Zitat
Wenn dagegen die Bemühungen der Sozialpolitik darauf abzielen, dem Menschen schon von der Stunde seiner Geburt an volle Sicherheit gegen alle Widrigkeiten des Lebens zu gewährleisten, d. h. ihn in einer absoluten Weise gegen die Wechselfälle des Lebens abschirmen zu wollen, dann kann man von solchen Menschen einfach nicht mehr verlangen, daß sie das Maß an Kraft, Leistung, Initiative und anderen besten menschlichen Werten entfalten, das für das Leben und die Zukunft der Nation schicksalhaft ist und darüber hinaus die Voraussetzung einer auf die Initiative der Persönlichkeit begründeten "Sozialen Marktwirtschaft" bietet.



Und was wollen heutige Politiker? Genau das, was er kritisiert und seiner Ansicht nach die Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft zerstört. Man kann ja heute noch nicht einmal mehr entscheiden, wann man sich anschnallt, sondern dank EU-Vorschrift fängt der Wagen an zu piepen ...

Zitat
Wirtschaftliche Freiheit und totaler Versicherungszwang vertragen sich denn auch wie Feuer und Wasser.



Wurde nicht 2007 der Krankenversicherungszwang eingeführt? Wie sieht es in den anderen Bereichen der Sozialversicherung aus? Gibt es nicht gelegentlich Überlegungen, auch Selbständige in die Zwangsversicherungen zu "integrieren"?

Zitat
Ich bin in der letzten Zeit allenthalben erschrocken, wie übermächtig der Ruf nach kollektiver Sicherheit im sozialen Bereich erschallte. Wo aber sollen wir hinkommen und wie wollen wir den Fortschritt aufrechterhalten, wenn wir uns immer mehr in eine Form des Zusammenlebens von Menschen begeben, in der niemand mehr die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bereit ist und jedermann Sicherheit im Kollektiv gewinnen möchte.



Ich glaube, er hatte noch keine Ahnung, wie weit man die Sozialindustrie ausbauen und dann trotzdem noch laufend von "Sozialabbau" etc. faseln kann. Unser Staat heute dürfte jedenfalls weit jenseits seiner schlimmsten Albträume liegen, wenn man bedenkt, wann er das geschrieben hat.

Zitat
Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen.



Heute ist selbst die CDU ständig damit beschäftigt, neue staatliche Leistungen für irgendwas zu erfinden ...

Zitat
Hier liegt ein wahrlich tragischer Irrtum vor, denn man will offenbar nicht erkennen, daß wirtschaftlicher Fortschritt und leistungsmäßig fundierter Wohlstand mit einem System kollektiver Sicherheit unvereinbar sind.



Erklären Sie das mal einem Politiker ...

Zitat
Die auf Zwang beruhende allgemeine Volksversicherung - gleich ob sie nun aus einem Topf oder nach Gruppen gegliedert gespeist wird - unterscheidet sich allenfalls gradweise, nicht aber prinzipiell von der allgemeinen Staatsbürgerversorgung.



Soviel zu den verschiedenen Finanzierungsmodellen für die heutige Sozialversicherung, die aber alle auf Zwang basieren.

Zitat
Hat denn das Eindringen des Staates, der öffentlichen Hand und der sonstigen großen Kollektive in das menschliche Leben, - hat die damit verbundene Aufblähung der öffentlichen Haushalte und die wieder dadurch bewirkte immer größere Belastung des einzelnen Staatsbürgers nun wirklich zur Vermehrung seiner Sicherheit, zu Bereicherung seines Lebens und zur Minderung der Lebensangst jedes einzelnen beigetragen? Wenn ich diese Frage absolut stelle, dann möchte ich sie auch ebenso absolut mit aller Deutlichkeit verneinen.



Spricht für sich.

Zitat
Das mir vorschwebende Ideal beruht auf der Stärke, daß der einzelne sagen kann: "Ich will mich aus eigener Kraft bewähren, ich will das Risiko des Lebens selbst tragen, will für mein Schicksal selbst verantwortlich sein. Sorge du, Staat, dafür, daß ich dazu in der Lage bin."



Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie haben Sarrazin kürzlich wie folgt zitiert:

Zitat
Gerade unter dem Aspekt des Glücks muß der Staat jene "capabilities" stützen, die den Menschen zu einer selbstbestimmten, ihn mit Stolz erfüllenden Lebensweise befähigen. (...) Investition in das Glück der Menschen muß Investition in ihren Stolz sein, und das heißt in die Entwicklung ihrer Fähigkeiten und die Förderung ihrer Anstrengungsbereitschaft.



http://zettelsraum.blogspot.com/2010/10/...itleidslos.html

Erhard und Sarrazin hauen in die gleiche Kerbe. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß Erhard diese unheilvolle Entwicklung befürchtet und vorausgesehen hat, während Sarrazin auf schlechte Erfahrungen mit dem massiven Ausbau des Staates zurückblickt.

Zurück zu Ludwig Erhard:

Zitat
Es stünde im sozialen Leben um manche Not in unserem Volke besser, wenn wir nicht zu viel sozialen Kollektivwillen, sondern mehr soziale Gesinnung und Haltung bezeugen wollten. Das eine aber schlägt das andere tot, und darum stellt sich uns zuletzt die Frage, ob wir, einig in dem Willen und der Verpflichtung, keinen deutschen Menschen mehr der Not ausgesetzt zu sehen, gut daran tun, die besten menschlichen Tugenden im perfektionierten Kollektivismus gar völlig zu ersticken oder ob wir nicht im Streben nach mehr Wohlstand und durch die Eröffnung immer besseren Chancen zur Gewinnung persönlichen Eigentums dem verderblichen Geist des Kollektivismus Todfehde ansagen sollten. Meine eigene Meinung liegt klar und eindeutig zutage; ich hoffe, daß meine Mahnung nicht ungehört verhallt.



Leider wurde seine Mahnung ignoriert. Und ich möchte sagen: Ludwig Erhards Worte sind aktueller denn je.


Kommen wir zu einigen anderen Aspekten: http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Mar...t#Ludwig_Erhard

Zitat
Für Ludwig Erhard, dem sogenannten „Vater der Sozialen Marktwirtschaft“, war der Ausdruck Soziale Marktwirtschaft ein Pleonasmus, denn für ihn war der Markt an sich sozial und brauchte nicht erst sozial gemacht zu werden. Erhard konkretisierte diesen Gedanken noch, indem er betonte

„Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.“

Die Marktwirtschaft war nach Erhard an sich bereits sozial, „weil die Bürger nicht auf Zuweisungen des Staates, auf das Wohlwollen von Parteien, auf die Bevormundung durch Organisationen oder auf die fürsorgende Einvernahme von Volksgemeinschaften angewiesen sind“. Im Ergebnis nehme in einer ordnungspolitisch richtig gesteuerten Marktwirtschaft mit zunehmendem Wohlstand der Bedarf an klassischer Sozialpolitik immer mehr ab.



Hier wird der Kern deutlich, was die Soziale Marktwirtschaft eigentlich ist: Es ist die freie Marktwirtschaft ergänzt durch einige Komponenten und ein Sozialsystem, das aber nicht vergleichbar ist mit dem, was wir heute haben und dessen gigantischer Ausbau insbesondere in den 70er Jahren losging. Im Gegenteil hat er vor dem Staat, wie wir ihn heute haben, ausdrücklich gewarnt!

Zitat
Für Erhard ist die Erhaltung des freien Wettbewerbs eine der wichtigsten Aufgaben des auf einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung beruhenden Staats.



Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden und zu verhindern:
1. Kartelle u. a. Beschränkungen des Wettbewerbs: Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
2. Keine direkten Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, die den Wettbewerb verzerren.

Wie sieht es damit heute aus? Schlimmer geht es kaum: Sobald irgendein Unternehmen, das groß genug ist, um es in die Nachrichten zu bringen, am Abgrund steht, stehen Politiker aller Couleur auf der Matte, um es "zu retten". Daß sie damit Schaden anrichten, der aber nur nicht so offensichtlich ist, kümmert sie nicht. Wenn es aber bspw. ein Überangebot in einem Markt gibt, werden Arbeitsplätze wegfallen. Der Unterschied ist lediglich, daß die Arbeitnehmer dieses Unternehmens bekannt sind, aber bei einer "Rettung" Leute woanders getroffen werden, die anonym sind.
Subventionen sind ebenfalls Eingriffe in den Markt und stören den Wettbewerb. Eine hohe Besteuerung, die die Gelder durch irgendwelche Ämter schleust, damit sie nach langwierigen bürokratischen Verfahren wieder ausgeschüttet werden, verzerren nicht nur den Wettbewerb, sondern lähmen die Wirtschaft und verhindern Dynamik. Doch wie sehen Politiker das? Gucken Sie sich eine beliebige Gesprächsrunde im Fernsehen an, in der Unternehmer und Politiker sitzen, aber es geht immer so ab: Der Unternehmer möchte gerne befreit werden von allerlei Blödsinn, den ihm der Staat aufdrückt, doch auf die Frage, was der Politiker für die Wirtschaft tun will, wird dieser immer noch ein neues Amt schaffen wollen, wo dann der Unternehmer irgendwelche Anträge ausfüllen soll.

Gibt es heute überhaupt noch Politiker (abgesehen von denen des "liberalen Aufbruchs"), die Prinzipien haben? Die nicht alles und jeden "retten" wollen, weil es prinzipiell falsch ist? Nein, wir haben fast nur noch diese farblosen Typen, die das machen, was eine gefühlte Mehrheit will - egal, wie sinnlos es ist.

Zitat
Von großer Bedeutung ist ebenfalls die Sicherung des Geldwerts, insbesondere durch eine unabhängige Zentralbank. Für Erhard ist die Soziale Marktwirtschaft ohne eine konsequente Politik der Preisniveaustabilität nicht denkbar. Nur diese Politik würde gewährleisten, dass sich nicht einzelne Bevölkerungskreise zu Lasten anderer bereichern.



Nun kann man bei verschiedenen liberalen Autoren nachlesen, daß die Geldmenge nicht stärker als die Realwirtschaft wachsen darf. Gerade dieses Gebot ist aber sträflich mißachtet worden, denn nach 2001 hat insbesondere die Fed die Zügel so sehr gelockert, daß die Geldmenge eben doch wesentlich stärker gewachsen ist. Das hat uns die Finanzkrise gebracht. Und nun? Heute hat nicht nur die Fed die Schleusen noch weiter aufgemacht, sondern die EZB kauft nun Staatsanleihen aus dem eigenen Währungsraum! Und das nicht gegen den ausdrücklichen Protest der Bundesregierung, sondern unter deren Zustimmung. Unglaublich!

Sie schreiben hier ja ständig Artikel für den Rechtsstaat, die Demokratie, gegen Kommunisten und andere Extremisten, für die Freiheit usw. und hören nicht auf, die Bedeutung in den Vordergrund zu stellen. Alles sehr lobenswert. Was ich aber gar nicht begreifen kann, ist, daß Sie diesen Dammbruch der Geldpolitik, dieses Überschreiten einer Grenze, die nicht überschritten werden darf, so klaglos hingenommen haben, bloß weil Merkel daran beteiligt war. Das ist schon krass, wie weit Ihre Nibelungentreue geht.
Mal zum Vergleich: Es gibt durchaus Länder, die keine Demokratie haben, wo es mit den Menschenrechten schlecht steht, wo man nicht von einem Rechtsstaat sprechen kann, wo Kommunisten herrschen, die wenig individuelle Freiheit bieten, aber trotzdem wirtschaftliche Erfolge vorweisen können. Aber wenn das Geld kaputt ist, dann geht kaum etwas. Deshalb finden Sie bei Ludwig Erhard immer wieder Anmerkungen, wie wichtig eine stabile Währung ist. Zu so ziemlich jedem Thema.
Mir ist jedenfalls schleierhaft, wie Sie einerseits sagen können, Sie seien liberal, aber die Vorgänge bei der EZB unter deutscher Billigung passieren lassen können, als sei nichts gewesen. Mir kommt das vor wie ein Grüner, der sich für den Ausbau der Kernenergie ausspräche ...

Zitat
Zur Gewährleistung des effizienten Einsatzes des Produktivkapitals gehört neben dem Recht auf Privateigentum auch die Haftung. Die Eigentümer von Produktivkapital sollen sich nicht nur die Gewinne aneignen, sondern auch die volle Haftung für getroffene Fehlentscheidungen tragen.



Haftung? Bloß nicht! Haben wir ja gerade erst gesehen in der Finanzkrise: Je größer das Versagen, desto mehr Staatsknete fließt!

Zitat
Als die Gewerkschaften noch eine umfassende „Neuordnung der Wirtschaft“ (Münchener Grundsatzprogramm von 1949) mit dem Kernelement der wirtschaftlichen Mitbestimmung forderten, erklärte Erhard 1949, es müsse eine saubere Trennlinie gezogen werden: Mitwirkung sei ein Element der freien Marktwirtschaft, Mitbestimmung hingegen gehöre in den Bereich der Planwirtschaft.



Mitbestimmung gehört in den Bereich der Planwirtschaft? Kürzlich haben Sie noch behauptet, Mitbestimmung sei Bestandteil der Sozialen Marktwirtschaft. Darf ich fragen, wie Sie darauf gekommen sind?

Zitat
Im Jahre 1974 erklärte Ludwig Erhard die Epoche der Sozialen Marktwirtschaft sei längst beendet, die aktuelle Politik sah er von seinen Vorstellungen von Freiheit und Selbstverantwortung weit entfernt.



Wie müßte ihm das wohl vorkommen, was wir heute haben? "Halbsozialismus" ist wahrscheinlich noch viel zu schwach dafür.
Warum meinen Sie, was wir heute haben, hat noch was mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun, wie sie gedacht, umgesetzt und erfolgreich war, wenn selbst Ludwig Erhard vor Jahrzehnten schon meinte, man hätte sich davon bereits "weit entfernt" und sich der Staat heute vielmehr damit deckt, wovor er eindringlich gewarnt hat?


Halten wir fest: Wichtig ist der Wettbewerb, aber statt den zu gewährleisten, greift der Staat nun laufend aktiv in die Wirtschaft ein; Währungsstabilität ist von grundlegender Bedeutung, aber die EZB pumpt Liquidität ohne Ende, wobei der offene Bruch entscheidender Prinzipien für Papiergeldwährungen hingenommen wird; Ordnungspolitik wäre zwar dringend notwendig und hier gibt es erhebliche Defizite - worauf sich auch viel bezieht, was ich ständig anmahne -, aber findet so gut wie gar nicht mehr statt; wir haben eine Staatsquote, die viel zu hoch ist (Erhard sprach schon von einer "Aufblähung öffentlicher Haushalte", als er noch aktiver Politiker war).

Einige Vorschläge, was wir heute tun müßten, um wieder zu der echten Sozialen Marktwirtschaft zurückzukommen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und unter Berücksichtigung heutiger Umstände):
- Abschaffung aller Subventionen (nur über die Förderung von Grundlagenforschung könnte man reden) bei gleichzeitiger Steuersenkung
- Sofortige Beendigung der Aufnahme zusätzlicher Staatsverschuldung
- Abschaffung des Sozialsystems unter Einführung des liberalen Bürgergeldes
- Ausübung von Druck auf die EZB, sich an die vertraglich festgelegten Grundprinzipien zu halten unter Androhung des Ausstiegs aus dem Euro
- Abschaffung sämtlicher Landesbanken (haben seit dem Fall der Gewährträgerhaftung ohnehin kein Geschäftsmodell mehr)
- Konsequente Durchsetzung des Subsidiaritätsprinzips von der EU an abwärts
- Abschaffung des Länderfinanzausgleichs unter Änderung der wohnort- zu einer arbeitsplatzbezogenen Grundlage der Besteuerung durch die Länder
- Deutliche Reduzierung der Staatsquote
- Durchführung einer großen Steuerreform gemäß der Vorschläge von Paul Kirchhof
- Einführung einer Regelung, damit "systemrelevante" Unternehmen untergehen können, ohne dabei einen "Domino-Effekt" zu erzeugen: In Zukunft sollten die Gläubiger geschützt werden, um ihr umkippen und das weiterer Unternehmen zu verhindern, aber nicht das Unternehmen selbst
- Streichung der Hilfen für Griechenland
- Beendigung der Exportsubventionen europäischer Güter durch die EU
- Abschaffung sämtlicher Regelungen und Verbote aus ideologischen und bevormundenden Gründen (Glühbirnen etc.)
- Umgestaltung der Ökosteuer zu einer echten Pigou-Steuer

Zitat von Zettel
Ich sehe ja vieles a bisserl mit den Augen des Auslands, weil ich ziemlich viel lese, was da so geschrieben wird. In den USA, in Frankreich, sieht man Deutschland überwiegend so, wie ich es beschrieben habe: Ein Land mit (für europäische Verhältnisse) erstaunlich wenig Klassenkampf. Das deutsche Modell wird als ein dritter Weg neben dem angelsächsischen Liberalismus und dem Etatismus Frankreichs gesehen. Als soziale Marktwirtschaft.



Ich lese auch viel, wenn der Tag lang ist. Aber ist das nicht eher eine Frage der Mentalität? Aus Sicht der "DDR" war die Bundesrepublik das freiheitliche Paradies, aber für die Amerikaner sind wir Sozialisten. Ich meine, daß das zu wenig führt, wer was wie sieht.
Vielmehr ist doch entscheidend, welche Prinzipien man hat und ob man sich auch dran hält. Wenn also bspw. ein Rüttgers den Neoliberalismus geißelt, aber gleichzeitig die Soziale Marktwirtschaft bejubelt, dann kann das doch niemand mehr ernstnehmen.

Zitat von Zettel
Was ist denn nach Ihrer Beurteilung heute grundlegend anders, als es Erhard und Müller-Armack entworfen haben? In welchen anderen Ländern gibt es die soziale Marktwirtschaft in der reinen Form, die Ihnen vorzuschweben scheint?



Falls Ihnen meine Anmerkungen noch nicht reichen sollten, lesen Sie einfach mal nach, was Erhard selbst noch in den 70ern dazu gesagt, was sich zu seinem Mißfallen entwickelt hat und extrapolieren Sie die Entwicklung ein wenig bis heute.

Sicher gibt es viele gute Beispiele für eine vernünftige Politik. Aber was haben andere Länder damit zu tun?


Wenn Sie sich die Texte verschiedener anderer Autoren ansehen, werden Sie sicherlich auf Unterschiede in der Beurteilung und Betonung einzelner Sachverhalte treffen, aber die Grundlagen decken sich.

MfG


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: Nationale Klischees Zettel22.10.2010 17:22
RE: Marginalie: Nationale Klischees Diskus22.10.2010 17:57
RE: Marginalie: Nationale Klischees Zettel22.10.2010 22:35
RE: Marginalie: Nationale Klischees Gorgasal22.10.2010 23:26
RE: Marginalie: Nationale Klischees Zettel23.10.2010 00:04
RE: Marginalie: Nationale Klischees F.Alfonzo23.10.2010 01:01
Staatsverschuldung Zettel23.10.2010 19:43
RE: Staatsverschuldung RexCramer24.10.2010 03:27
RE: Staatsverschuldung Zettel24.10.2010 19:10
RE: Staatsverschuldung C.24.10.2010 23:43
RE: Staatsverschuldung RexCramer02.11.2010 01:36
RE: Staatsverschuldung Nola25.10.2010 13:54
Ignoranz ist Stärke C.25.10.2010 16:12
RE: Ignoranz ist Stärke Nola25.10.2010 18:41
RE: Ignoranz ist Stärke C.26.10.2010 01:45
RE: Marginalie: Nationale Klischees RexCramer24.10.2010 02:12
RE: Marginalie: Nationale Klischees Zettel24.10.2010 12:28
RE: Marginalie: Nationale Klischees RexCramer28.10.2010 16:12
RE: Marginalie: Nationale Klischees Zettel28.10.2010 18:38
RE: Marginalie: Nationale Klischees RexCramer02.11.2010 02:08
RE: Marginalie: Nationale Klischees RexCramer29.10.2010 02:26
RE: Marginalie: Nationale Klischees Gorgasal01.11.2010 09:32
Nibelungentreue Zettel01.11.2010 12:02
RE: Nibelungentreue Gorgasal01.11.2010 12:44
RE: Nibelungentreue Calimero01.11.2010 18:56
RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 19:13
RE: Nibelungentreue Calimero01.11.2010 19:44
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:23
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:18
Merkel-Crash? Calimero02.11.2010 19:53
RE: Merkel-Crash? Gorgasal02.11.2010 20:26
RE: Merkel-Crash? RexCramer03.11.2010 21:04
RE: Merkel-Crash? ... aber auch Schröders Erbe Nola04.11.2010 03:43
RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 19:26
RE: Nibelungentreue Gorgasal01.11.2010 20:21
RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 21:21
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:44
RE: Nibelungentreue Zettel02.11.2010 03:35
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:28
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:12
Sprung



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