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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 39 Antworten
und wurde 2.371 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
RexCramer

03.11.2010 21:04
RE: Merkel-Crash? Antworten

Lieber Gorgasal,

Zitat von Gorgasal
Das wäre ja eine richtig gute Nachricht! Natürlich sollen die Anleger bluten, die in griechische Staatsanleihen investiert haben, teilweise sicher in der (bislang ja leider berechtigten) Annahme, die EU würde Griechenland im Problemfall schon stützen! Genau so muss es sein! Und dass die Bondmärkte der PIGS dann unter Druck kommen, dann ist das auch genau das richtige! Anders bekommen wir den moral hazard ja nicht aus dem System heraus!
Uff, selten so viele Ausrufezeichen in einem Beitrag geschrieben...



wenn es mal eine gute Nachricht wäre. Leider sieht es offenbar anders aus:

Zitat
Wenn man Moral Hazard bekämpfen will, muss man entweder Anreize für eine stärkere Schadensprävention schaffen oder die Bail-outs beenden. Der Europäische Rat hat das Gegenteil beschlossen: auf eine wirksame Härtung des “Stabilitäts- und Wachstumspakts” wird verzichtet, und den “Rettungsschirm” wird es – wenn auch modifiziert – auf Dauer geben. Damit hat die Bundesregierung beide Ziele aufgegeben, die sie noch im Mai verkündet hatte. Eine wirksame Härtung des Pakts hätte automatische Sanktionen vorausgesetzt, denn wenn Sünder über Sünder urteilen, kommen zumindest die großen Sünder ungestraft davon (wie die Erfahrung gezeigt hat).



Zitat
Da die Bundesregierung bei der Schadensprävention nichts erreicht hat, gibt sie gleich auch noch beim Bail-out nach. Der Rettungsschirm wird nicht – wie ursprünglich angekündigt – nach drei Jahren auslaufen, sondern zur Dauereinrichtung werden. Die Währungsunion wird zur Transferunion ausgebaut. Sowohl vor als auch nach dem Schadenseintritt werden falsche Anreize gesetzt.



Zitat
Der Europäische Währungsfonds wird allerdings nicht – wie ursprünglich der Internationale Währungsfonds (IWF) – bei “Zahlungsbilanzbedarf” einspringen. Er zahlt bei Haushaltsbedarf.



Zitat
Anders als im Fall des Griechenland-Bailouts soll es gemeinschaftliche Bürgschaften und Kredite erst geben, wenn die Banken einen “hair cut” akzeptiert haben. Ein “hair cut” ändert aber nichts daran, dass die verbilligten Kredite des Europäischen Währungsfonds Moral Hazard auslösen werden – sowohl bei der Schuldnerregierung als auch bei ihren privaten Gläubigern, die überhöhte Risiken eingehen, weil ja zur Not auch der Europäische Währungsfonds einen Teil der Lasten übernimmt.



Zitat
Die Verlängerung des Rettungsschirms ist – genau wie seine Errichtung – mit dem Bail-out-Verbot des Art. 125 AEUV unvereinbar.



Zitat
Finanzieller Beistand soll auch immer dann gewährt werden können, wenn die Stabilität der Währungsunion gefährdet ist.



Zitat
Es ist offensichtlich, dass die Zuständigkeiten der Union erweitert würden, wenn sie in Zukunft auch bei Gefahren für die Stabilität der Währungsunion finanziellen Beistand gewähren dürfte. Das vereinfachte Änderungsverfahren scheidet daher aus. Der nächste Rechtsbruch ist vorprogrammiert.



Quelle: http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=4568

Moral Hazard wird also im Gegenteil noch verstärkt, denn damit geht es nicht erst bei den Anlegern los, sondern schon früher, nämlich wenn der Staat sich entschließt, die Verschuldung in unverantwortliche und nicht mehr zu kontrollierende Höhen zu treiben.
Vorher konnte man nur vermuten, daß man Griechenland nicht im Regen stehenlassen würde. Aber daß man so weit ginge und Verträge brechen und Prinzipien ignorieren würde, konnte niemand voraussehen. Dagegen ist jetzt klar, daß man kein Land abrauchen lassen wird, wodurch an die Politiker das Signal gesendet wird, noch hemmungsloser zur Sache gehen zu können.

Für die Gläubiger sieht es so aus, daß sie zwar in dieser EU damit rechnen konnten, daß man im Zweifelsfall den Steuerzahler bluten lassen würde, bevor man auf die Idee käme, diesem Wahnsinn konsequent entgegenzutreten, aber sicher war das keineswegs und die Möglichkeit eines Totalverlustes nicht ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Nun können noch höhere Risiken eingegangen werden, denn man sieht im Ernstfall einen Teil auf jeden Fall wieder.


Moral Hazard bekäme man nur dann heraus, wenn man auf die Hilfen verzichtet und dafür Griechenland in eine geordnete Insolvenz geschickt hätte. So ist es ja Griechenland auch schon mehrmals ergangen und dafür gibt es viele andere Beispiele in aller Welt, ohne daß diese je untergegangen wäre. Hier im Forum wurden schließlich einige Fachleute genannt, die dargestellt haben, was man hätte machen müssen.
Schröders "Basta-Politik" gibt es nicht mehr? Doch, sicher, nur heißt sie unter Merkel "alternativlos"! (Man muß wohl nicht mehr fragen, ob inzwischen auch nur ein einziges Argument genannt wurde ...)

MfG

P.S.: Der nächste Rechtsbruch? Das ist für Merkel doch kein Problem!


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: Nationale Klischees Zettel22.10.2010 17:22
RE: Marginalie: Nationale Klischees Diskus22.10.2010 17:57
RE: Marginalie: Nationale Klischees Zettel22.10.2010 22:35
RE: Marginalie: Nationale Klischees Gorgasal22.10.2010 23:26
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Staatsverschuldung Zettel23.10.2010 19:43
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RE: Staatsverschuldung Zettel24.10.2010 19:10
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Ignoranz ist Stärke C.25.10.2010 16:12
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RE: Marginalie: Nationale Klischees Gorgasal01.11.2010 09:32
Nibelungentreue Zettel01.11.2010 12:02
RE: Nibelungentreue Gorgasal01.11.2010 12:44
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RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 19:13
RE: Nibelungentreue Calimero01.11.2010 19:44
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:23
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:18
Merkel-Crash? Calimero02.11.2010 19:53
RE: Merkel-Crash? Gorgasal02.11.2010 20:26
RE: Merkel-Crash? RexCramer03.11.2010 21:04
RE: Merkel-Crash? ... aber auch Schröders Erbe Nola04.11.2010 03:43
RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 19:26
RE: Nibelungentreue Gorgasal01.11.2010 20:21
RE: Nibelungentreue Zettel01.11.2010 21:21
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:44
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RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:28
RE: Nibelungentreue RexCramer02.11.2010 02:12
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