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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 2.231 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Thanatos

Beiträge: 232

26.10.2010 02:20
RE: Arbeiterkinder Antworten

@Calimero

"Arbeiterkind" sollte man nicht beschränken auf "Industriearbeiter". Die unteren Bürojobs sind auch nichts anderes als Arbeiterklasse. Handwerker gehören ebenso zur Arbeiterklasse. Ich würde die Grenze da ziehen, wo beide Eltern ein Abitur haben und/oder dazu eine akademische Ausbildung.

"Wo gibt es noch den Muskelarbeiter"

Ich lese schon lange immer wieder von der Einschätzung, daß die Arbeiterjobs am Verschwinden sind. Ich begreife nicht, wie man darauf kommt. Ein Land wie Deutschland mit seiner Exportquote und Industrieproduktion wie auch seinem hohen Infrastrukturstandard, wird immer manuell arbeitende Menschen in Massen brauchen. Und das trotz Automatisierung und Maschinen! (Vermutlich kann sich das der PC-Arbeiter nicht so ganz vorstellen, wer weiß). Ich versuche das zu konkretisieren.

Wo immer etwas gegossen wird, sind die Gußstücke zu entgraten. Jeder Motorblock, jeder Getriebeträger, unzählige Metallteile, vom kleinsten bis zum größten. Das machen Arbeiter mit der Hand. Die allermeisten Maschinen (ja, auch cnc-gesteuerte Bearbeitungszentren!) brauchen einen oder mehrere Bediener. Irgendjemand muß irgendwo Rohteile einlegen und Fertigteile entnehmen, andere müssen diese Teile messen (auch wenn sie dazu 3D-Meßmaschinen haben). Der Materialfluß erfordert Transportarbeiter, das heißt, allüberall werden Staplerfahrer gebraucht, die Produktionslinien beschicken, einlagern, auslagern, LKWs be- und entladen. Die überwältigende Mehrzahl aller Maschinen braucht einen Bediener zum Funktionieren - sei es Chemie, sei es Färberei, sei es Papierproduktion, sei es Textilindustrie (auch die gibts noch in D!!) sei es die Metallbranche.

Als Staplerfahrer findest du in Deutschland immer einen Job! Und genau das Gleiche gilt für: Elektroinstallateure, Mechatroniker, Schweißer, Schlosser, Heizungs- und Lüftungsbauer oder Metallbauer oder CNC-Fräser oder Werkzeugmacher. Arbeiterberufe allesamt.

Oder betrachten wir die Telekommunikation. Die Computerisierung hat sicher Jobs eingespart, aber mindestens genauso viele neue geschaffen. Der Ausbau der Mobilfunknetze alleine! Wieviele Antennen wurden auf Häusern installiert, wieviele Masten wurden gestellt? Tausende und Abertausende. Dazu bedarf es der Metallbauer, dazu bedarf es der Antenneninstallateure, und alle diese Anlagen wollen gewartet werden. Die Elektronik will produziert werden. Viele Tausende von Arbeitsplätzen sind damit verbunden, viele davon Handarbeit! (Es ist harte Arbeit, eine neue Antenne, einen neuen Umsetzer auf einem 40-Meter-Mast zu installieren!)

Wer verlegt die Telekomkabel? Monteure, die auf Masten klettern, in Gräben steigen, Muffen setzen etc. pp. Alles Handarbeit, wird nie von Maschinen gemacht werden. Ebenso wie das Stromnetz. Neuerdings kommt die Infrastruktur für die unsägliche Solarwirtschaft dazu. Monteure für die Solardach-Mafia werden händeringend gesucht! Alles Handarbeit!

Ich könnte hier fast endlos fortsetzen. PKWs, LKWs, Busse, Schienenfahrzeuge - alles muß ständig gewartet und repariert werden - alles Arbeiterjobs! Die werden niemals weniger!

In Deutschland herrscht Ingenieurmangel? Ja, aber es herrscht auch Facharbeitermangel. Ich kenne VW-Werke und deren Zulieferer intensiv von innen, ich weiß, was an ganz althergebrachter körperlicher Arbeit vorhanden ist. Das wird nicht weniger, trotz aller Roboter und automatisierter Fertigung. Auch die Roboter müssen von Arbeitern zusammengeschweißt, montiert, aufgestellt, ans Versorgungsnetz angeschlossen werden. Und nach einem Jahr repariert werden. Genau wie die Windmühlen. Nein, es wird immer genügend Jobs für körperlich Arbeitende geben, es wird sogar daran Mangel herrschen, weil nachkommende Generationen nicht mehr arbeiten können und/oder wollen.

(etwas OT, aber....)

Gruß

Thanatos

--

Unmögliches erledigen wir sofort.


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel25.10.2010 17:16
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven patzer25.10.2010 17:31
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Marriex25.10.2010 20:11
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Marriex25.10.2010 17:56
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel25.10.2010 18:13
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Dagny25.10.2010 19:01
Arbeiterkinder Calimero25.10.2010 20:31
RE: Arbeiterkinder Thanatos26.10.2010 02:20
RE: Arbeiterkinder Zettel26.10.2010 02:30
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven C.26.10.2010 00:56
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel26.10.2010 02:49
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Nola26.10.2010 08:55
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven C.26.10.2010 15:19
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel26.10.2010 15:40
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven C.26.10.2010 16:54
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Gorgasal26.10.2010 18:17
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel26.10.2010 19:30
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven C.27.10.2010 16:38
RE: Notizen zu Sarrazin (5): Bildungsreserven Zettel27.10.2010 17:00
Einflußfaktoren auf den Bildungsweg und die soziale Stellung Thanatos26.10.2010 02:45
RE: Einflußfaktoren auf den Bildungsweg und die soziale Stellung Zettel26.10.2010 03:06
Akademischer Mittelbau Gorgasal26.10.2010 10:08
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