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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 24 Antworten
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Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


20.02.2011 18:29
RE: Stratfors Analysen: Jordanien, Bahrain Antworten

Zitat von Stefanie
ich bin ein bisschen irritiert, dass Strafor bei Jordanien überhaupt nicht darauf eingeht, dass bis zu 80 % der Bevölkerung - die Zahlenangaben reichen von 50 % - 80 % - palästinensische Araber sind, die allerdings trotz ihrer Anzahl in weiten Teilen noch in Flüchtlingslagern leben und auch darüber hinaus unterpreviligiert sind. Die Situation der anderen beiden Gruppen, der Beduinen sowie Tscherkessen, stellt sich ganz anders dar. Dass die Palästinenser mit den Islamisten sei es in Gaza, Ägypten, Libanon etc. oder auch im eigenen Lande sympathisieren könnte auch Folgen für das jordanische Königshaus haben.

Ich recherchiere ja immer a bisserl für meine Artikel, liebe Stefanie, und für den jetzigen habe ich, wie eingangs angegeben, nicht nur Material von Stratfor verwendet.

Zu Jordanien gibt es einen ungewöhnlich detaillierten Artikel in der Wikipedia, der auch einen Abschnitt über die Demographie enthält. Zu Rate gezogen habe ich außerdem den eigenständigen Artikel Demographics of Jordan.

Aus dem Hauptartikel:

Zitat
The Jordan National Census for the year 2004 was released on October 1 of the same year, According to the census, Jordan had a population of 5,100,981. The census estimated that there are another 190,000 who were not counted. (...) Jordanian citizens made up 93% of the population (4,750,463), non-Jordanian citizens made up 7% (349,933). However, it is estimated that most of those who did not turn in their forms were immigrants from neighboring countries (...)

In addition, there are sizable immigrant communities from Egypt, Syria and Lebanon residing in Jordan. Of the non-Arab population which comprises 2% to 5% of Jordan's population, most are Circassians, Chechens, Armenians, Turkmans, and Romanis, all of which have maintained separate ethnic identities, but have integrated into mainstream Jordanian culture.] Since the Iraq War many Christians (Assyrians/Chaldeans) from Iraq have settled permanently or temporarily in Jordan.

During the years 2004–2007, Jordan saw a rapid increase in its population due to the heavy migration of Iraqi refugees, an independent census carried in 2007, estimated that there are 700,000 Iraqis residing in Jordan, other estimates put them as high as one million Iraqis. Estimates put the population of Jordan slightly over 6,300,000 as of the year 2009 (increasing from 5,100,000 in 2004). UNRWA indicates that as many as 1,951,603 persons are registered as Palestinian refugees in 2008 mostly as Jordanian citizens.

Also rund zwei Millionen von sechs Millionen Einwohner bezeichnet die für palästinensische Flüchtlinge zuständige UN-Organisation als palästinensische Flüchtlinge, 31,5 Prozent, nicht 50 bis 80 Prozent.

Davon sind die meisten aber jordanische Staatsbürger. Tscherkessen spielen demographisch keine Rolle. Die Mehrzahl der Jordanier sind auch keine Beduinen, sondern leben in der Millionenstadt Amman oder einer der anderen Großstädte. Auch das hatte ich mir zu dem Artikel angesehen; die Wikipedia bietet eine Liste der jordanischen Städte. Von den sechs Millionen Jordaniern leben danach rund vier Millionen in den beiden Großstädten Amman und der Industriestadt Zarqa! (Die Angaben für Zarqa schwanken allerdings; andere nennen nur eine Bevölkerung von einer halben Million).

Also nicht nur sind nicht 50 - 80 Prozent der Jordanier palästinensische Araber, sondern es kann nach diesen Daten auch nicht sein, daß diese in weiten Teilen noch in Flüchtlingslagern leben.

Von Flüchtlingslagern ist weder in dem zitierten Artikel noch in dem Hauptartikel über die Demographie Jordaniens die Rede; dort heißt es vielmehr: " About 70% of Jordan's population is urban; less than 6% of the rural population is nomadic or semi-nomadic". Allerdings stammt die städtische Bevölkerung überwiegend von Beduinen ab.

Das, liebe Stefanie, sind die Zahlen, die ich mir in der vergangenen Nacht angesehen hatte, als ich den Artikel schrieb (sie sind in diesem dann nicht aufgetaucht, aber ich lese zum Hintergrund ja a bisserl mehr). Vielleicht stimmen sie aber nicht. Vielleicht können wir das klären, wenn Sie die Quellen für Ihre Zahlen nennen?

Herzlich, Zettel

PS: Das, was Pollak anspricht, ist ein anderes Thema. Ich habe das damals gelesen; kann sein, daß ich sogar einmal darüber geschrieben habe. Diese Ausbürgerungen sind in der Tat ein Problem.


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