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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 81 Antworten
und wurde 7.112 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Llarian

Beiträge: 6.467

03.06.2011 16:07
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Antworten

Zitat von Friedrich
Sie können gerne der Ansicht sein, AKW strom sei am günstigsten. Nur sähe ich gerne Belege für dies These. Und zwar auch für die Fälle
1) es kommt zum GAU
2) was mit dem Müll passiert.


Die Fragen will ich gerne beantworten. Im Falle eines GAUs passiert erst einmal gar nichts. Denn es ist nicht umsonst der GAU, der grösste, anzunehmende Unfall. Der ist vom Design abgedeckt. Im schlimmsten aller anzunehmenden Unfälle landet der Kern im Core-Catcher. Aus die Maus. Ist ärgerlich für den Betreiber, weil sein Reaktor hin ist und die Entsorgung alles andere als besonders angenehm, aber für niemanden ausserhalb des Kraftwerks hat das besondere Bedeutung. Anders sieht es erst dann aus, wenn wir "nicht anzunehmende Unfälle" betrachten. Das geht zum Beispiel ganz einfach indem man Verkettungen betrachtet, die extrem unwahrscheinlich sind. Beispielsweise ein Erdbenen, gekoppelt mit einem Ausfall des Kühlsystems ebenso wie des redundanten Notkühlsystems kombiniert mit einem Herzinfarkt des Zuständigen im Leitstand. Irgendwann hat man sich so auch seinen nicht anzunehmenden Katastrophenfall zusammengebaut (Fukushima war, im Unterschied zu Tschernobyl, tatsächlich ein solches Beispiel). Und in diesem Falle tritt irgendwann eine Strahlungswolke aus dem Reaktor und verseucht ein Gebiet von einigen hundert Quadratmeilen. Klingt sicher sehr schlimm. Nur muss man sich darüber klar sein, dass das sehr unwahrscheinlich ist, und ich rede nicht von den vergleichsweise hervorragenden Chancen im Lotto zu gewinnen. Aber wir waren ja bei den Folgen: Der Kraftwerksbetreiber kann selbstredend keinen solchen Schaden tragen, er geht darüber praktisch sofort pleite. Der Wert seines Unternehmenes (in der Regel einige zehn Milliarden Euro) werden für Schadensersatzansprüche der eventuellen Toten und Verletzten verwendet. Der Verlust an Fläche, die Kosten für Umsiedlung der Bevölkerung, Evakuierung und Bewachung des verseuchten Gebietes bleibt am Staat hängen (das ist es doch, was Sie hören wollten, oder ?).

Und trotzdem ist all das nicht schlimm. Weil Sie vorher 50 mal tot sind. Und zwar gestorben, indem Sie von der S-Bahn überfahren, von einer Fahrstuhltür zerquetscht, von einem umkippenden Hochspannungsmast erschlagen und an einer Salzsäurewolke aus einer Chemiefabrik vergiftet wurden. Denn würde man diese Verkettungs-Forderung an die normale Industrie richten, an den normalen Bahnverkehr, an Fahrstühle, Fahrzeuge, Hochspannungsmasten, Fabriken & überhaupt alle Technik, die uns tagtäglich umgibt, so könnten wir nichts davon betreiben, aber auch gar nichts. Wir betrachten in der Industrie bei höchsten Gefährdungen einfache Redundanz und wir gehen nicht davon aus, dass sich zwei Extremfälle gleichzeitig ereignen. Warum ? Weil wir ansonsten keine Industrie und Technik betreiben können. Es muss irgendwo die Grenze gezogen werden. Das ist keine absolute Sicherheit, aber es ist die selbe Sicherheit, die sie haben, dass sie morgen nicht in einem Fahrstuhl zu Tode stürzen.

Mein persönlicher Gedanke dazu ist der: Es besteht ein Risiko, dass mich irgendwann mal ein AKW tötet (in dem oben gezeichneten Szenario). Es besteht ebenso das Risiko, dass in der nächsten Minute, dass Haus, in dem ich diese Zeilen schreibe, einstürzt. Das Risiko des Hauseinsturzes ist deutlich höher. Es mag nicht für die BRD von Bedeutung sein, wenn ich in diesem Haus sterbe, im Unterschied zu einem Nuklearunfall vermutlich kaum die Druckerschwärze einer grossen Zeitung wert, für MICH macht das aber nicht den geringsten Unterschied. Für mich ist es egal, ob ich alleine oder mit 10.000 anderen sterbe.

Zitat
Ich behaupte mal mit den Kosten fahren wir mit Öl und Gas allemale günstiger.


Rechnet man die reine Menge an Unfällen und Todesfällen dazu aus, ist die Aussage nachweislich falsch.


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel02.06.2011 14:31
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Thomas Pauli02.06.2011 16:00
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Erling Plaethe02.06.2011 16:16
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik isildur02.06.2011 18:48
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel02.06.2011 19:12
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Marc Schmidt05.06.2011 15:09
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Juno02.06.2011 18:36
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel02.06.2011 19:22
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik HStafo03.06.2011 13:42
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich03.06.2011 14:47
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel03.06.2011 15:03
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Elmar03.06.2011 16:13
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik DrNick03.06.2011 16:48
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel03.06.2011 17:05
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik DrNick03.06.2011 18:09
Risiko! Zettel03.06.2011 18:59
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik hubersn03.06.2011 19:11
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian03.06.2011 19:56
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik hubersn03.06.2011 20:50
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Meister Petz03.06.2011 21:03
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik DrNick03.06.2011 21:27
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Martin03.06.2011 22:58
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik AldiOn03.06.2011 23:30
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik R.A.04.06.2011 01:11
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich04.06.2011 10:38
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Meister Petz04.06.2011 10:57
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich04.06.2011 11:10
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Meister Petz04.06.2011 17:58
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich06.06.2011 06:51
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian04.06.2011 14:36
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Michel04.06.2011 16:25
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel04.06.2011 17:36
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Marc Schmidt05.06.2011 15:00
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian05.06.2011 15:48
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Marc Schmidt05.06.2011 19:42
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik dirk05.06.2011 19:50
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian05.06.2011 20:23
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian05.06.2011 21:00
Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Hurz05.06.2011 23:49
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Friedrich06.06.2011 10:37
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Martin06.06.2011 12:51
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Friedrich06.06.2011 13:11
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Zettel06.06.2011 13:30
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Martin06.06.2011 13:37
RE: Könnte eine Großstadt durch den Umgang mit Erdgas abbrennen? Friedrich06.06.2011 19:08
Sie erinnern sich sicher an den 8. Oktober 1871!? Hurz07.06.2011 02:02
RE: Sie erinnern sich sicher an den 8. Oktober 1871!? R.A.07.06.2011 10:09
RE: Sie erinnern sich sicher an den 8. Oktober 1871!? Michel07.06.2011 14:03
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Michel05.06.2011 22:28
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Kallias05.06.2011 15:48
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Michel05.06.2011 22:25
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich06.06.2011 07:13
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Zettel06.06.2011 13:14
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich06.06.2011 15:34
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Michel06.06.2011 13:15
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich06.06.2011 06:58
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian06.06.2011 19:41
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian03.06.2011 16:07
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Friedrich04.06.2011 10:30
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Llarian03.06.2011 15:45
Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Zettel03.06.2011 14:41
Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Eierkopp03.06.2011 14:56
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Michel03.06.2011 16:41
Ceterum censeo Zettel03.06.2011 16:56
RE: Ceterum censeo Michel03.06.2011 21:41
RE: Marginalie: Der "Ausstieg" und die Außenpolitik Gürteltier03.06.2011 23:16
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! F.Alfonzo03.06.2011 23:08
Erdgas ist keine OPTION! Frank04.06.2011 09:22
RE: Erdgas ist keine OPTION! Reiner aus dem Saarland04.06.2011 13:11
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Zettel02.07.2011 11:10
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Meister Petz02.07.2011 11:34
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Friedrich02.07.2011 13:51
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Meister Petz02.07.2011 16:19
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Friedrich02.07.2011 17:54
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Meister Petz02.07.2011 18:13
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Friedrich02.07.2011 18:22
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Meister Petz02.07.2011 18:38
Da fehlt noch wer! H_W02.07.2011 20:34
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Zettel02.07.2011 17:20
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Meister Petz02.07.2011 17:35
RE: Marginalie: Ausstieg? Outsourcing! Friedrich02.07.2011 17:56
Die Energiewende ist eine große Chance für Deutschland Hurz02.07.2011 20:27
Sprung



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