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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.554 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


30.06.2011 14:23
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Antworten

Zitat von Florian
Das geht schon mit dem seltsamen Ansatz los, die EU 2011 mit den USA von 1783 zu vergleichen. Die Ausgangslage ist eine völlig andere, ich sehe da Null Erkenntnisgewinn. (Genausogut könnte man die EU mit der Hanse oder dem Delisch-Attischen Bund vergleichen. Was soll das bringen?).

Es macht amerikanischen Lesern die Lage Europas deutlich. Und nicht jeder Europäer ist vielleicht über diese eigenartige amerikanische Epoche zwischen 1783 und 1788 im Bilde.

Zitat von Florian
Und auch die Analyse des Zustands der EU finde ich in vielen Punkten seltsam.
Beispielsweise die seltsame Einteilung in irgendwelche Einflusszonen.

Soweit ich das sehe, gibt es in der EU - je nach Sachthema - ganz unterschiedliche Koalitionen. Ich kann nicht erkennen, dass z.B. Tschechien als angeblicher Teil der "deutschen Einflusszone" sich deutlicher an Deutschland anlehnen würde als z.B. Dänemark, das angeblich zum "nordischen Block" gehört.
Dass es gewisse regionale Gemeinsamkeiten und Interessengemeinschaften bei Sachthemen gibt, ist sicher richtig. Aber diese Überlegung wird durch dieses "Block-Denken" völlig überstrapaziert.

Ich finde, lieber Florian, diesen Ansatz richtig; auch wenn man natürlich streiten kann, wer wohin gehört.

Es ist Denken in klassischen historischen Kategorien; und daran fehlt es heute vor allem in den deutschen Medien.

Regionale Allianzen hat es immer in Europa gegeben. Zur Zeit der Ost-West-Konfrontation traten sie durch den großen Gegensatz der östlichen und der westlichen Allianz in den Hintergrund. Jetzt bilden sie sich wieder.

Wir haben uns aber abgewöhnt, in diesen Kategorien zu denken. Meines Erachtens hat das viel mit der Rhetorik zu tun, die das Thema Europa beherrscht: Die einen sehen nur das Einigende; die anderen möchten am liebsten zurück zum Nationalstaat des 19. Jahrhunderts.

Zitat von Florian
Womit der Artikel sicher recht hat:
Es müsste sich vor allem Deutschland klar werden, was es in Europa eigentlich will.
Ich sehe allerdings nicht, dass eine solche Diskussion in Deutschland ernsthaft geführt würde.
Das würde nämlich eine Diskussion über deutsche Interessen voraussetzen, die tiefer geht als das übliche schlichte "Europa ist gut für Deutschland".
Aber deutsche Interessen zu formulieren ist in Deutschland ja nicht politisch korrekt. Daher wird Deutschland - und damit wohl auch Europa - Spielball der tagespolitischen Situationen bleiben.

Das fürchte ich auch. Anders als Sie, lieber Florian, glaube ich aber wie Papic, daß diese Diskussion auch eine Diskussion um Einflußzonen und Allianzen sein muß.

Wir haben ja gegenwärtig faktisch keine Außenpolitik. Schon gar nicht werden außenpolitische Fragen in der Breite öffentlich diskutiert, in der das erforderlich wäre.

Ohne daß es groß auffällt, ist Deutschland dabei, sich Rußland anzunähern. Wer schreibt darüber? In Osteuropa fürchtet man diese Zangenbewegung. Wen kümmert es in Deutschland? Frankreich und England kooperieren militärisch, und Deutschland bleibt außen vor. Na und?

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Zettel30.06.2011 05:27
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Florian30.06.2011 13:14
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Zettel30.06.2011 14:23
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Gorgasal30.06.2011 14:31
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Florian30.06.2011 15:24
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Calimero30.06.2011 13:19
RE: Stratfors Analysen: Wohin steuert Europa? Erling Plaethe30.06.2011 21:21
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