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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 1.587 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Fluminist

Beiträge: 2.014


11.10.2012 10:04
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Antworten

Zitat von Zettel im Beitrag #10
Zitat von Blub im Beitrag #6

Bei alter Musik ist die normale Darbietung in heutiger perfekter Orchesterform sicher auch nicht authentisch und insofern modern verzerrrend. Das mag auch für Darstellungen im Theater gelten, wo Situation und Publikum vor über 100 Jahren sicher auch anders war.

Gewiß, lieber Blub. Eine absolut authentische Aufführung anzustreben wird immer nur eine, eine vielleicht seltene Variante sein. (...)
Eine Verhunzung des Stücks, keine Interpretation. Solch ein Regisseur läßt keinen Respekt vor dem Werk erkennen, sondern er behandelt es wie ein altes Gemälde, das ein Maler Klecksel nach Belieben mit seinen Farben überpinselt.

Herzlich, Zettel


Ganz richtig. Es geht ja gar nicht um eine (vermeintliche) Authentizität, sondern darum, das Werk zur Geltung zu bringen. Und da kann zuviel Regieoriginalität selbst beim besten Willen fatal sein.

Beispielsweise die Münchner Inszenierung von Roberto Devereux, "aktualisiert" durch Requisiten wie moderne Tageszeitungen und C&A-Anzüge. Das Problem dabei ist, daß die Geschichte von Elizabeth I und ihrem Lover eben nur dann einigermaßen interessant ist, wenn die Königin als historische Person kenntlich ist. Theater lebt nun einmal von der Illusion, die es mit ohnehin beschränkten Mitteln zu erzeugen versuchen kann; Desillusionierung à la Brecht funktioniert nur als Ausnahme von der Regel, aber wenn sie zur Regel wird, dann verliert das Theater seine Funktion. Donizettis Musik wäre ideal als gefällige Untermalung eines historischen Dramas, entsprechend der ursprünglichen Absicht; aber sie ist nicht substanzreich genug, um über eine absurde Bühnenaktion hinwegzutäuschen und eine solche Inszenierung zu überleben.

Das positive Gegenbeispiel hierzu war Anna Bolena aus Wien. Diese Aufführung wurde nicht nur durch Anna Netrebko und die in jeder Hinsicht überwältigende Elina Garanca zum unvergeßlichen Erlebnis, sondern eben weil hier (bei modern minimalistischem Bühnenbild) durch angemessene Kostümierung die Illusion, daß sich die Handlung tatsächlich im 16. Jhdt abspielt, lebendig gehalten wurde.


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Zettels Meckerecke: Regietheater Zettel10.10.2012 19:06
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Vogelfrei10.10.2012 19:24
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Thanatos10.10.2012 22:38
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Zettel10.10.2012 22:57
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater C.11.10.2012 00:00
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Thanatos13.10.2012 12:43
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Zettel13.10.2012 13:07
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Blub11.10.2012 03:03
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Zettel11.10.2012 09:22
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Fluminist11.10.2012 10:04
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Faber11.10.2012 03:18
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Erling Plaethe11.10.2012 08:32
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Vogelfrei11.10.2012 09:10
RE: Zettels Meckerecke: Regietheater Erling Plaethe11.10.2012 13:15
RE: Zettels Meckerecke: Lesetipp patzer11.10.2012 17:05
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