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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 2.029 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
nachdenken_schmerzt_nicht

Beiträge: 1.970


22.07.2018 19:07
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte Antworten

Lieber Noricus.

Ich hatte bei dieser Debatte, sprich Artikel + Reaktionen, ein paar mal an deinen "schwindenden Mehltau Beitrag" gedacht und überlegt wie sie dahingehend einzordnen ist.

Ein Giovanni di Lorenzo, der noch feststellte, dass man 2015ff zu einseitig berichtete und beseelt vom "guten Auftrag" war, verteidigte das Erscheinen des Beitrags von Lau meines Wissens nicht und sagte auch nichts zum Zurückrudern und Distanzieren der Zeit Redaktion.

Während ich nun die heftigen, ausfallenden Attacken (also Hatespeech derer, die das nie machen) gegen Lau betrachte, so erscheinen sie mir eher als ein besonders heftiges Rückzugsgefecht derer, die sich ihrer schwindenden Stärke immer mehr bewußt werden. Schaut man allerdings darauf, dass die Zeit -ein sicherlich bedeutendes Qualitätsmedium- nicht vorbehaltlos hinter sachlichem Journalismus zu stehen vermag (die Redaktion laviert herum), spricht mir das eher für Beharrungskräfte des Mehltaus.

In deinem anderen kürzlich erschienen Beitrag siehst du Deutschland auf dem Weg in die Normalität. Die Argumentation hat etwas für sich. Die Besonderheit der Deutschen Debatte, der Absolutheitsanspruch (aller Seiten), bleibt aber leider erhalten, ist anders als angelsächsischer Pragmatismus und in meinen Augen die Wurzel allen Übels.

Zitat
scheint dem Urheber dieser Zeilen eine Einschätzung der Debatte um Thilo Sarrazins Werk "Deutschland schafft sich ab" als Kulminations- und Wendepunkt bestimmter Entwicklungen in der Kulturgeschichte der Bundesrepublik gleichwohl gerechtfertigt zu sein.
[...] dass es zu einer Mobilisierung von Menschen führte, die den betreffenden Tendenzen zuvor keine nähere Beachtung geschenkt hatten:



Ich vertrete diese These ebenfalls aus einem einfachen Grund: Ich selbst wurde durch diese Debatte politisiert. Dinge die mir bis dahin schlicht gleichgültig waren, erhitzten plötzlich mein Gemüt. Ich nahm Dinge wahr, für die ich vorher kein Bewußtsein und keine Sensoren hatte. Grund war eine ungeheuer starke Erschütterung meines Gerechtigkeitsempfindens. Fukushima dann, mit all seinen Irrsinn in der politischen Debatte, machte das Geschehene für mich endgültig irreversibel.

Ich denke in der Tat, dass die Sarrazin Debatte eine Linie zog, hinter die es kein Zurück mehr gab und gibt und deren größte, schleichende Folge, mit allen auftauchenden Multiplikatoren die Abschaffung des "erweiterten Bonner Parteiensystems" ist.

Herzlich


nachdenken_schmerzt_nicht

"Dort, wo es keine sichtbaren Konflikte gibt, gibt es auch keine Freiheit." - Montesquieu


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte Noricus22.07.2018 13:45
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte nachdenken_schmerzt_nicht22.07.2018 19:07
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte Noricus22.07.2018 20:43
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte R.A.23.07.2018 08:54
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte schattenparker23.07.2018 18:54
RE: Die ZEIT und das Erbe der Sarrazin-Debatte nachdenken_schmerzt_nicht22.07.2018 19:18
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