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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 1.835 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Florian

Beiträge: 3.028

20.10.2018 13:37
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Antworten

Zitat
Und, als an- und abschließende Aporie des Autors hinsichtlich dieses Themas: Warum herrscht bei Männern Uniformzwang, der sich hinsichtlich der Notwendigkeit eines Strangulationsaccessoires in jüngerer Vergangenheit gottlob mehr und mehr auflockert, während den Frauen eine beneidenswerte Diversität an Körperbedeckungsvarianten offensteht?



Die historische Entwicklung der Herren- und der Damenmode ist tatsächlich überraschend.

Die (korrekte) Herrenbekleidung ist nämlich seit rund 140 Jahren so ziemlich zum Stillstand gekommen.
Anzug, Hemd, Krawatte: Wer so zum Vorstellungsgespräch geht oder eine Bundestagsrede hält, trägt praktisch die gleiche Kombination wie schon sein Ur-Ur-Großvater im Jahr 1880.
Der modische Wandel ist allenfalls an kleinen Nuancierungen innerhalb dieses Outfits: Mal hat das Sakko 2 Knöpfe, mal drei. Mal gibt es Schulterpolster, mal wird sehr eng geschnitten. Mal wird eher Fliege getragen, mal eher Krawatte. Aber im Prinzip ist die heutige (korrekte) Herrenbekleidung kaum anders als 1880 oder 1920 oder 1960.

Dies ist aus 2 Gründen überraschend:

Erstens war früher einmal die Herrenmode durchaus massiven Schwankungen unterworfen.
Die korrekte Herrenkleidung im Jahr 1800 war zum Beispiel noch deutlich anders als 1880. (1800 trugen Männer z.B. Kniebundhose).
Und wenn man noch weiter zurück geht sieht man über die Jahrhunderte hinweg zum Teil gerade zu aberwitzige Kostümierungen bei Männern.
Während im Mittelalter und in der Renaissance Männer durchaus sehr bunt gekleidet sein konnten, ist auch das akzeptierte Farbspektrum für korrekte Herrenkleidung mittlerweile deutlich beschränkt: Schwarz, Anthrazit und allenfalls noch Dunkelblau sind die akzeptierten Farben für einen Opernbesuch. Und das unverändert seit über Hundert Jahren.
Die modische Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit ist bei der Herrenbekleidung deutlich geringer als in früheren Zeiten.
Dieser enge Korridor für Herrenbekleidung hat sich zudem auch weltweit durchgesetzt: Ein chinesischer kommunistischer Partei-Chef, ein japanischer Kaiser, ein russischer Präsident, ein deutscher Sparkassen-Vorstand: Sie alle tragen ganz ähnliche Anzüge.

Zweitens ist dies überraschend, weil es gleichzeitig bei den Frauen ganz gewaltige Mode-Veränderungen gab.
Würde ein Ehepaar per Zeitreise aus einem Opernbesuch im Jahr 1930 in das Jahr 2018 katapultiert, dann würde der Mann unter den Zuschauern kaum auffallen.
Seine Frau würde aber ganz massiv herausstechen. Frisur, Kleidung, Schmuck: alles wäre komplett anders als heutzutage.
Zudem ist Frauenmode auch viel bunter und abwechslungsreicher. Männer können nur schwarz,grau,blau tragen. Frauen hingegen alle Farben des Regenbogens.

Und auch dies ist anders als in früheren Jahrhunderten:
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war die Männermode oft viel bunter und geckenhafter als heutzutage.
Die Frauenmode war hingegen i.d.R. deutlich zurückhaltender als heutzutage.


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Noricus19.10.2018 21:31
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Meister Petz19.10.2018 22:10
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Florian20.10.2018 13:37
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Noricus23.10.2018 21:14
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Werwohlf21.10.2018 20:21
RE: Moments bloguicaux: Paradoxes zum Herdenverhalten Noricus23.10.2018 21:04
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