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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 769 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


17.01.2008 23:24
Warum sind so viele Gutwillige auf die DDR-Propaganda hereingefallen? Antworten

Zitat von str1977
Das ist ja alles sehr interessant was hier geschrieben wird, insbesondere diese DDR-Geschichte. Wie tief mußt du noch fallen, Theo Sommer, in meiner Wertschätzung.

Lieber str1977,

ich würde das gar nicht einmal Theo Sommer persönlich anlasten. Die Gräfin Dönhoff, eine beeindruckende Persönlichkeit und glänzende Journalistin, ist ja mitgereist und hat sich auch reinlegen lassen.

Vor ungefähr einem Jahr habe ich hier darüber geschrieben, wie in den siebziger und achtziger Jahren nahezu das gesamte linke und liberale Spektrum des Journalismus ein völlig unzutreffendes Bild von den Verhältnissen in der DDR nicht nur in den jeweiligen Medien entwarf, sondern sicherlich auch selbst daran glaubte.

Mir ist es ja damals selbst nicht viel anders gegangen. Auch ich hatte keine realistische Vorstellung vom Ausmaß der Armut in der DDR, vom Ausmaß der Unterdrückung, von der Unmenschlichkeit dieses Regimes. Ich habe 1968 sogar geglaubt, in Prag könne ein demokratischer Sozialismus entstehen, und das werde dann auch in die DDR ausstrahlen.



Warum? Ich könnte sagen, weil ich eben Marlies Menge, der DDR-Korrespondentin der "Zeit" und Günter Gaus mehr vertraut habe als Gerhard Löwenthal und Heinz Schenk; obwohl der letztere ja selbst einmal ein hoher Ostzonen-Funktionär gewesen war und den Kommunismus von innen kannte.

Aber ich will mich nicht damit herausreden, falsch informiert worden zu sein. Ich hätte mich ja besser informieren können; es gab antikommunistische Organisationen, es gab den Bund Freiheitlicher Journalisten usw.

Im Rückblick glaube ich, daß es der DDR-Propaganda erfolgreich gelungen war, díe Abscheu der gutwilligen Deutschen vor den Nazis in eine freundliche Betrachtung der DDR umzumünzen.

Wir haben damals nicht erkannt, daß Kommunismus und Nazismus nur zwei Spielarten desselben totalitären Systems sind; mit lediglich etwas anderer Etiktettierung. Wir haben im Sozialismus, weil er ja ein Antifaschismus war, etwas zunächst einmal Positives gesehen.

Daß wir - daß vermutlich eine Mehrheit der Deutschen - dachte, der Kapitalismus in der Bundesrepublik hätte mehr Ähnlichkeit mit dem Nazismus als der Kommunismus in der DDR, das war der größte Propgandaerfolg der Kommunisten.



Und sie versuchen's ja unverdrossen weiter. Diese ganze Aufbauschung des Neonazismus, die diesem ja nur nützt, ist die Fortsetzung von dieser alten kommunistischen Propagandamasche.

Herzlich, Zettel






Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: Fröhliche Menschen Zettel16.01.2008 03:48
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen C.16.01.2008 15:46
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen Zettel16.01.2008 16:34
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen F. Hoffmann16.01.2008 18:20
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen verquer16.01.2008 15:55
Verharmlosung von Diktaturen Zettel16.01.2008 16:24
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen F. Hoffmann16.01.2008 18:26
Wie Diktaturen berichten lassen Zettel16.01.2008 18:41
RE: Wie Diktaturen berichten lassen Frankfurter16.01.2008 19:18
RE: Wie Diktaturen berichten lassen Zettel16.01.2008 19:44
RE: Marginalie: Fröhliche Menschen str197716.01.2008 23:53
Warum sind so viele Gutwillige auf die DDR-Propaganda hereingefallen? Zettel17.01.2008 23:24
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