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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 924 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Wullenwever

Beiträge: 27

05.02.2008 13:37
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Antworten

Ich stimme sowohl meinem Vorredner als auch Ihnen zu, Zettel. Die Positionen schließen sich ja nicht aus.
Man muss den Medien den erheblichen Vorwurf machen, nicht annähernd objektiv über die Präsidentschaftskandidaten zu berichten, ebenso, wie sie bisher auch nicht objektiv über die amerikanische Gesellschaft berichtet haben. Ich widerspreche Ihnen aber, dass dies mit Kategorien wie "links" und "rechts" vereinbar ist.

Schon bei der Wahl Kerry-Bush hatte es in Deutschland ein erhebliches Missverhältnis in der Wahrnehmung der Kandidaten gegeben. Auch streng konservative Freunde von mir waren für Kerry, ganz ohne jedes Hintergrundwissen. Es ging um eine Anpassung der amerikanischen Führung an die deutschen Gegebenheiten. Denn aus deutscher Brille wirken die "liberals", die, man muss es ja immer wieder sagen, linken Kandidaten der Demokraten ganz außerordentlich vertraut: Einführung eines staatlichen Gesundheitssystems, Keynesianische Geisteshaltung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, starkes Government, Appeasement in der Außenpolitik, "Diplomatie" auf den Rängen der Vereinten Nationen, Abtreibungsbefürworter, etc. etc.

Es sind nicht nur die Medien; unsere ganze Gesellschaft ist in diesem Zusammenhang besehen "links".

Trotzdem verhalten sich die Leser der WELT bei der Auswahl der Kandidaten nicht so, wie sie sich in Deutschland verhalten würden, hätten sie die Wahl. Sie ignorieren völlig, dass 1. auch innenpolitische Gründe und nicht nur Terror, Irak und Iran für die Amerikaner bei der Wahl ihres Präsidenten eine Rolle spielen und 2. sind sie immer auch von der Haltung der amerikanischen Demokraten, denen man das "Linkssein" ja gar nicht ansieht, weil sie ungewohnterweise dennoch Patrioten und im Zweifel gar Freunde ihres Militärs sind, geblendet.

Die deutschen Medien hätten eigentlich die Verantwortung, dem entgegenzuwirken. Deutlich zu machen, dass die Maßstäbe andere sind. Dass die Amerikaner im Gegensatz zu den Deutschen eine reale internationale Bedrohung bei ihrer Wahlentscheidung berücksichtigen müssen. Denn wenn die Amerikaner wie damals bei Kerry schon wieder nicht den von allen Deutschen befürworteten Kandidaten wählen und stattdessen einem Republikaner den Vorzug geben, dann ist doch völlig klar, was passieren wird: Die Deutschen werfen es den Amerikanern (ausgerechnet!) vor, eine dämliche Demokratie zu sein, die schon wieder den Hardliner gewählt hat, anstatt des sympathischen Obama oder wenigstens Hillary.

Gestreute Gerüchte über nicht funktionierende Wahlmaschinen werden dann in Deutschland wieder zu Wahlfälschungen hochgebauscht, und am Ende stehen die Deutschen wieder gleichsam verständnislos wie arrogant den USA gegenüber. So schafft man Anti-Amerikanismus.


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Zettel05.02.2008 05:25
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" M.Schneider05.02.2008 13:06
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Wullenwever05.02.2008 13:37
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Zettel05.02.2008 14:06
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Wullenwever05.02.2008 22:51
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" Zettel05.02.2008 13:39
RE: Marginalie: Eine informative "Abstimmung" str197706.02.2008 16:51
Sollen die Medien Vorurteilen entgegenwirken? Zettel06.02.2008 22:45
Aktuelle Ergänzung: Und auch FAZ.Net ... Zettel11.02.2008 02:16
Weitere Aktualisierung Zettel16.02.2008 20:05
RE: Weitere Aktualisierung C.16.02.2008 20:13
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