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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 32 Antworten
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Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


13.02.2008 23:12
Eine Anmerkung zur liberalen Blogokugelzone Antworten

Zitat von DDH
In dubio ad dextram? http://www.paxx.tv/?p=668


Lieber DDH,

in dem verlinkten Beitrag wird der von mir - und ich vermute, auch von Ihnen - sehr geschätze Blogger-Kollege Marian Wirth mit dieser Passage zitiert:
in dem Zusammenhang, um den es hier geht, gibt es m.E. ein eindeutiges Muster: Wenn in einer Wahl der Kandidat, der noch ehesten liberale Positionen vertritt, chancenlos ist, dann wird - von den Paxxis abgesehen, die in dieser Hinsicht konsequent sind - immer der rechte Kandidat unterstützt - und der linke gebasht.

Das gibt mir Gelegenheit, etwas anzumerken, was ich schon immer einmal sagen wollte : Mir scheint, daß es innerhalb der liberalen Blogokugelzone gelegentlich so etwas gibt wie einen Links-Rechts-Disput. Einen Disput, der mir weder von der Sache her gerechtfertigt erscheint noch der Art angemessen, wie Liberale miteinander diskutieren sollten.

Mir ist es innerhalb der innerliberalen Diskussion egal, ob jemand "links" oder "rechts" ist. Ich weiß das beim individuellen Gesprächspartner gar nicht (bei Ihnen zum Beispiel, lieber DDH), und wenn ich es wüßte, dann tät's mich nicht interessieren.

Was mich interessiert, das sind intelligente Beurteilungen, neue Perspektiven, Fakten, die ich nicht kannte. Vielleicht überzeugt mich ja im Einzelfall ein "linker" Kandidat viel mehr als ein "Rechter", ein "linkes" Argument viel mehr als ein "rechtes".

Im Einzelfall. Denn ich verstehe mich als liberalkonservativ. Häufiger werde ich also vermutlich, aus meiner Perspektive, das "rechte" Argument überzeugender finden als das "linke". Aber es sind Entscheidungen im Einzelfall.



Werfen wir einen Blick zurück auf die Wahlen in Frankreich: Da gab es eine Gruppe in der Blogosphäre - Gudrun Eussner gehörte zum Beispiel sehr prononciert dazu - die sich für Sarkozy einsetzte.

Dabei dürfte auch eine Rolle gespielt haben, daß man sich von ihm eine israelfreundlichere Politik versprach als von den beiden anderen Kandidaten. (Ich habe das nie geglaubt und sehe mich bisher bestätigt).

Mein Favorit war, Sie erinnern sich vielleicht, François Bayrou. Er ist ein Linksliberaler mit teils christdemokratischen Überzeugungen; also nicht gerade derjenige, mit dem ich nahtlos übereinstimme. Aber alles in allem stimmte ich mehr mit ihm überein als mit Sarkozy. Und vor allem erschien er mir als der charakterlich überzeugendere Kandidat.

Aber das war eben eine Entscheidung im Einzelfall.



Und so ist es jetzt bei den Wahlen in den USA. Ich habe McCain für den besten Kandidaten gehalten, als er noch weit zurücklag. Hätte der Demokrat Joe Lieberman kandidiert, dann wäre dieser - viel weiter links stehende als McCain - mein Favorit gewesen. Wie McCain wesentlich auch deshalb, weil er mich charakterlich überzeugt. Wie in Frankreich Bayrou.

Und Obama, auf den Marian Wirth offensichtlich anspielt? Den habe ich anfangs nicht nur interessant gefunden, sondern hätte ihn auch Hillary Clinton vorgezogen. Dann habe ich mir seine Auftritte angeguckt, habe gelesen, was Kommentatoren über ihn schreiben.

Da schälte sich allmählich heraus, daß Obama mit den klassischen Versatzstücken des Populismus arbeitet:

Appell an die Volksgemeinschaft gegen "die Politiker", gegen "Washington", gegen die "Lobbyisten". Verheißung des ganz Neuen, einer heilen Welt ("to heal" ist ja eines seiner Schlüsselwörter), wenn nur alle zusammenstehen. Dazu noch diese Pose des Heilsbringers, dieses Erzeugen einer kollektiven Erregung im Publikum dadurch, daß Obama das gemeinsame Skandieren von Slogans anfeuert wie ein Cheerleader.

Diese Pose, dieser Stil, dieser Populismus, lieber DDH, ist der Grund dafür, daß ich eine ganze Reihe polemischer Artikel gegen Obama geschrieben habe. Nicht der Umstand, daß er links ist.

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Obamania: Ein Populist auf dem Weg zur Präsidentschaft? Zettel12.02.2008 04:47
Ergänzung Zettel12.02.2008 10:53
RE: Ergänzung C.12.02.2008 11:45
RE: Obamania: Ein Populist auf dem Weg zur Präsidentschaft? Inger12.02.2008 11:14
Sag an, wie hält's du's mit der Religion? Zettel12.02.2008 12:45
RE: Sag an, wie hält's du's mit der Religion? Inger12.02.2008 13:32
RE: Sag an, wie hält's du's mit der Religion? C.12.02.2008 13:52
Obama "fromm"? Rayson12.02.2008 17:25
RE: Obama "fromm"? Zettel12.02.2008 20:40
RE: Obamania: Ein Populist auf dem Weg zur Präsidentschaft? R.A.12.02.2008 14:19
RE: Obamania: Ein Populist auf dem Weg zur Präsidentschaft? DDH12.02.2008 16:20
Phobie? - Fetischismus! ;-) Zettel12.02.2008 16:53
RE: Phobie? - Fetischismus! ;-) DDH12.02.2008 17:57
RE: Phobie? - Fetischismus! ;-) DDH12.02.2008 18:02
RE: Phobie? - Fetischismus! ;-) DDH12.02.2008 18:05
Obama, oh weh! Zettel12.02.2008 18:41
RE: Obama, oh weh! DDH12.02.2008 19:59
RE: Obama, oh weh! Zettel12.02.2008 20:24
RE: Obama, oh weh! ex-blond12.02.2008 20:30
RE: Obama, oh weh! Frankfurter12.02.2008 20:48
RE: Obama, oh weh! DDH13.02.2008 20:42
Eine Anmerkung zur liberalen Blogokugelzone Zettel13.02.2008 23:12
Eine Anmerkung zu Dominik Hennig Zettel15.02.2008 16:45
RE: Eine Anmerkung zu Dominik Hennig Enha15.02.2008 17:29
RE: Eine Anmerkung zu Dominik Hennig Feynman15.02.2008 18:36
RE: Eine Anmerkung zu Dominik Hennig C.15.02.2008 21:45
RE: Eine Anmerkung zu Dominik Hennig Zettel16.02.2008 00:25
RE: Barrack Obama Frankfurter18.02.2008 16:57
Gabor Steingart und die Querelen im "Spiegel" Zettel18.02.2008 20:40
RE: Eine Anmerkung zu Dominik Hennig Zettel24.03.2008 17:04
RE: Obama, oh weh! Zettel16.04.2008 05:18
"Spiegel"-Gefechte Zettel12.02.2008 18:26
RE: Phobie? - Fetischismus! ;-) Meister Petz13.02.2008 23:01
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