Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  

ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 1.188 mal aufgerufen
Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"  
Zettel

Beiträge: 20.200


19.02.2008 16:20
"Selbsthaß", nationale Identität, Multikulti Antworten

Zitat von C.
Es ist kein Selbsthass, es ist Eitelkeit und Überlegenheitswahn

Was wahrscheinlich fast immer für sogenannten "Selbsthaß" gilt, im gesellschaftlich-politischen Kontext.

Es ist, da stimme ich dir vollkommen zu, dear C., gar kein Selbsthaß. Nicht auf der Ebene des Individuums.

Sondern man kündigt gewissermaßen der Gruppe, der man zugehörte - der Nation, oder auch der religiös-ethnischen Gruppe, wie beim vielgenannten "jüdischen Selbsthaß" - die Zugehörigkeit.

Man stellt sich mental außerhalb und drischt dann ein auf diese Gruppe, diese Nation, diese Religion oder, das vor allem, diese Kultur.



Wer in der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, der hatte im Grunde nur zwei Alternativen:

Entweder hat man sich mit der deutschen Geschichte, der deutschen Nation identifiziert und einfach die Verbrechen der Nazis verdrängt, wenn nicht gar schulterzuckend zur Kenntnis genommen oder irgendwie gerechtfertigt.

Oder man hat sich auf die Seite des "besseren Deutschland" gestellt. Dann war man im Extremfall Kommunist und befand sich damit in einer Tradition, in der man nur Gutes sah. Oder man war Weltbürger, Europäer, irgend so etwas.

Und hat aus dieser Position heraus nun nicht nur auf die Nazis eindroschen, wozu es ja jeden Grund gab. Sondern die ganze deutsche Geschichte wurde auf die Nazis hin umkonstruiert - Wilhelm II und Bismarck, ja Luther irgendwie als Vorläufer der Nazis.

Gar der Antisemitismus, den es bis zu den Nzis in Deutschland ungewöhnlich wenig gegeben hatte, wurde als eine Art Merkmal der deutschen Geschichte zurechtkonstruiert.



Auf der Suche nach einer anderen als der deutschen Identität wurde man dann ab ungefähr Mitte der sechziger Jahre in der "Dritten Welt" fündig. Man identifizierte sich mit vietnamesischen Kommunisten, mit südamerikanischen Tupamaros eher als mit der eigenen deutschen Kultur und Geschichte.

Und alle die Bedürfnisse, sich zu identifieren, wurden nun auf eine absurde Weise dorthin verlagert.

Diese ganze Unechtheit, diese Verstiegenheit der RAF und ihrer Sympathisanten hat darin meines Erachtens eine wesentliche Ursache. "Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun". Je mehr man rauswollte aus der deutschen Identität, umso mehr benahm man sich wie die Nazis.



Das war natürlich eine kleine Minderheit. Zur Massenbewegung wurde diese Suche nach einer Ersatz-Identität erst mit der grünen Bewegung und mit Multikulti.

Multikulti - man schwärmte (und schwärmt) für jeden fremden Nationalismus; umso mehr, je mehr man den der eigenen Nation ablehnte. Man lacht über die eigene christliche Tradition, hat aber umso mehr Verständnis für den Islam.

Das trägt alles Züge des Verkrampften, des in einem gewissen Sinn Pathologischen. Wiederkehr des Verdrängten, Verschiebung, Projektion, Identifikation mit dem Aggressor sind Begriffe aus der Psychoanalyse, die man heranziehen könnte, um diese Sozialpathologie zu verstehen.

Herzlich, Zettel


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten Zettel12.02.2008 15:41
RE: Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten verquer12.02.2008 16:54
RE: Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten C.12.02.2008 17:06
RE: Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten Kaa18.02.2008 17:59
"Selbsthaß", nationale Identität, Multikulti Zettel19.02.2008 16:20
RE: Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten Meister Petz13.02.2008 00:19
Sprache, Nationale Identität und Einwanderung Zettel19.02.2008 09:24
RE: Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten R.A.19.02.2008 17:58
Die Besonderheit der türkischen Einwanderung nach Deutschland Zettel19.02.2008 19:53
RE: Die Besonderheit der türkischen Einwanderung nach Deutschland R.A.21.02.2008 11:00
RE: Die Besonderheit der türkischen Einwanderung nach Deutschland Inger21.02.2008 13:03
RE: Die Besonderheit der türkischen Einwanderung nach Deutschland Zettel21.02.2008 16:28
Sprung



Bitte beachten Sie diese Forumsregeln: Beiträge, die persönliche Angriffe gegen andere Poster, Unhöflichkeiten oder vulgäre Ausdrücke enthalten, sind nicht erlaubt; ebensowenig Beiträge mit rassistischem, fremdenfeindlichem oder obszönem Inhalt und Äußerungen gegen den demokratischen Rechtsstaat sowie Beiträge, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Hierzu gehört auch das Verbot von Vollzitaten, wie es durch die aktuelle Rechtsprechung festgelegt ist. Erlaubt ist lediglich das Zitieren weniger Sätze oder kurzer Absätze aus einem durch Copyright geschützten Dokument; und dies nur dann, wenn diese Zitate in einen argumentativen Kontext eingebunden sind. Bilder und Texte dürfen nur hochgeladen werden, wenn sie copyrightfrei sind oder das Copyright bei dem Mitglied liegt, das sie hochlädt. Bitte geben Sie das bei dem hochgeladenen Bild oder Text an. Links können zu einzelnen Artikeln, Abbildungen oder Beiträgen gesetzt werden, aber nicht zur Homepage von Foren, Zeitschriften usw. Bei einem Verstoß wird der betreffende Beitrag gelöscht oder redigiert. Bei einem massiven oder bei wiederholtem Verstoß endet die Mitgliedschaft. Eigene Beiträge dürfen nachträglich in Bezug auf Tippfehler oder stilistisch überarbeitet, aber nicht in ihrer Substanz verändert oder gelöscht werden. Nachträgliche Zusätze, die über derartige orthographische oder stilistische Korrekturen hinausgehen, müssen durch "Edit", "Nachtrag" o.ä. gekennzeichnet werden. Ferner gehört das Einverständnis mit der hier dargelegten Datenschutzerklärung zu den Forumsregeln.



Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz