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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 6 Antworten
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Zettel

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12.11.2006 21:30
RE: Amerikas Mini-Revolutionen Antworten

Zitat von Sparrowhawk
1.) Der Herr hieß James E. Carter, genannt "Jimmy" Carter, nicht Billy *smile*

So ist es, dear Sparrowhawk. Da muß beim Tippen wohl mein Blick auf ein Regal gefallen sein.
In Antwort auf:
2.) Auf Nixon folgte nichtT Carter, sondern Gerald Ford. Carter kam erst danach.
3.) Und auf Reagan folgte nicht Clinton, sondern George Bush senior, Vater des jetzigen Präsidenten...


Ja, das war so, und ich wollte sie ja auch gar nicht alle aufzählen, die US-Präsidenten. Ich hätte genauer schreiben sollen, "... nach dem Zwischenspiel Ford ...", "... nach dem Zwischenspiel Bush senior ...".

Ford war ja nie gewählt worden, und Bush sen wurde nach einer Amtszeit wieder abgewählt. Beide waren sozusagen als Erben ins Präsidentenamt geraten - Ford als der Nixons, als dieser zurücktrat; Bush sen als der Reagans, dessen Vizepräsident er gewesen war.

Wie auch Truman, der durch den Tod Roosevelts Präsident wurde. Alle drei - Truman, Ford, Bush sen. - sind insofern atypisch: Als Erben ins Amt gekommen, ohne diesen Glamour des ganz Neuen, des ganz Anderen, halt der Mini-Revolution, wie ich sie zu beschreiben versucht habe.

In Antwort auf:
Und ob Carters Abwahl die Folge seiner Politik war... naja... so ganz erfolglos war sie ja nicht, wenn ich an die Nahost-Verhandlungen in Camp David denke. Wer weiß, wie es bei einem anderen Gegenkandidaten gewesen wäre... aber Regan war ein, gerade in den USA, bekannter Western-Darsteller und genoß auch lange Zeit nach seinem Hollywood-Ruhestand durchaus noch eine gewisse Popularität, die ihm sicher im Wahlkampf half... ähnlich wie bei Schwarzenegger in Kalifornien.

Mag eine Rolle gespielt haben. Aber entscheidend war wohl, daß die USA reif waren für einen Rechtsruck, innen- wie außenpolitisch.

Das Ansehen der USA, ihre globale Macht waren damals ungleich geringer als heute; geringer, als man es sich vermutlich heute überhaupt vorstellen kann, wenn man es nicht erlebt habe. Selbst Helmut Schmidt verachtete Carter, den er für eine ökonomischen Laien hielt. Das Desaster im Iran, als die USA erst hilflos ihre Botschaft haben besetzen lassen und dann einen dilettantischen Versucht machten, die dortigen Geiseln zu befreien, war nur das Symbol für die allgemeine Lage.

Ich erinnere mich, daß ich damals zu einem Freund gesagt habe: Wer hätte das für möglich gehalten, wie schnell eine Weltmacht absteigen kann? Und ein amerikanischer Kollege, der damals in Deutschland arbeitete und mit dem wir befreundet war, hat mich sehr damit verblüfft, daß er für Carter war und erklärte, so schlecht sei der doch gar nicht. Die allgemeine Haltung war, daß die USA auf dem absteigenden Ast sind, und daß Carter dazu sozusagen der passende Präsident ist.

Und das änderte Reagan. Er wurde damals genauso angefeindet wie heute Bush; und wie bei der heutigen Anti-Bush-Propaganda wurde auch er als Trottel hingestellt; mit denselben propandistischen Mitteln (zB das Sich-Lustigmachen über Versprecher, wie sie jedem passieren, wie sie aber von Agitatoren nur gegen bestimmte Politiker verwendet werden).

Die Stimmung in der europäischen Linken war nach dem Rückzug aus Vietnam und dem darauf folgenden Niedergang der Macht der USA weniger antiamerikanisch geworden; unter Reagan wurden die USA für sie wieder zum altbösen Feind, wie zuvor während des Vietnamkriegs, und wie heute wieder.

Herzlich, Zettel





Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Wahlen 2008: Sen. Barack Obama & Sen. Hillary Rodham Clinton Reader12.11.2006 13:10
Amerikas Mini-Revolutionen Zettel12.11.2006 15:59
RE: Amerikas Mini-Revolutionen Sparrowhawk12.11.2006 16:43
RE: Amerikas Mini-Revolutionen Zettel12.11.2006 21:30
RE: Amerikas Mini-Revolutionen Sparrowhawk12.11.2006 21:36
Harris S Truman's " Marshall Plan" Reader12.11.2006 19:18
RE: Harris S Truman's " Marshall Plan" Sparrowhawk12.11.2006 20:22
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