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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 3.310 mal aufgerufen
Pro und Contra  
Zettel

Beiträge: 20.200


30.07.2007 17:55
RE: Liberalismus, Sozialismus, Marxismus Antworten
Lieber Libero,
In Antwort auf:
Adam Smith war keineswegs überrascht von der Unmenschlichkeit, die ja bereits durch die Arbeitsteilung entsteht

Ich glaube, ich muß Smith mal gründlich lesen. Das Zitat ist sehr interessant. Smith beschreibt ja exakt - nur klarer und konkreter - das, was Marx später "Entfremdung" genannt hat.

In Antwort auf:
Er brauchte nicht Unmenschlichkeit vorherzusehen, die konnte er schon damals beobachten.

Ich habe das leider nicht parat. Die Dampfmaschine war ja erst ein paar Jahre alt, als "On the wealth of nations" erschien.

Gewiß, es gab Manufakturen, es gab hochgradig arbeitsteilige Produktion. Aber wieviele Menschen arbeiteten um 1770 in England in solchen Industrien? Wie waren ihre Lebensbedingungen?

Ich meinte bisher zu wissen, daß die große Landflucht, die daraus resultierende Entstehung eines breiten Proletariats, das nicht mehr als das Existenzminimum verdiente, erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts einsetzte (in GB; auf dem Kontinent noch ein paar Jahrzehnte später). Aber ich mag mich irren. Ich habe im Augenblick auch leider nicht die Zeit, das nachzulesen. Vielleicht wissen Sie es? Oder kennen eine leicht zugängliche Quelle?

In Antwort auf:
Ich habe den Eindruck, Sie schließen es völlig aus, das das Auftreten von liberalen Politikern einen erheblichen Beitrag zum Wachstum der sozialistischen Parteien geleistet haben. In dem Punkt unterscheiden wir uns. Ich denke, die Armen, die zum Nachdenken kamen, hatten verstanden, daß sie von Liberalen keine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse erwarten konnten.

Das ist eigentlich auch meine Vermutung. Ich habe es nur vielleicht etwas mehr geistesgeschichtlich zu sehen versucht: Der Frühsozialismus als eine Nachwirkung der Französischen Revolution, die ja keines ihrer Versprechen eingelöst hatte.

Das gilt für die Theoretiker, die ich genannt habe. Wie sah es im Volk aus, bei "den Armen", wie Sie sagen? Ich vermute, sie haben einfach nur ihre Situation als unerträglich empfunden. Sie sind denen gefolgt, die diese zu verbessern versprochen haben. Ein Teil jedenfalls. Ein Teil hat ja auch die Verhältnisse als gottgegeben angesehen.

Hätte ein, sagen wir, sozial engagierterer Liberalismus das Elend des Frühkapitalismus mildern oder gar verhindern können? Ich weiß nicht.

Marx sprach von der "ursprünglichen Akkumulation". Wir erleben das jetzt in China. Ich will nicht behaupten, daß es so sein muß, aber historisch ist es, wie es scheint, immer so gewesen: Sobald die Industrialisierung einsetzt, ziehen die Städte Landbevölkerung an, die auf dem Land noch elender dran ist als die Industriearbeiter. Es gibt ein Überangebot an Arbeit, also werden miserable Löhne gezahlt.

Marx hielt es für selbstverständlich, daß sich das nie ändern könne, weil der Kapitalist - ich habe das schon erläutert - nach seiner Theorie immer nur die Kosten für die Reproduktion der Arbeitskraft, also das Existenzminimum, bezahlen wird und weil eine "industrielle Reservearmee" für ein fortdauerendes Überangebot an Arbeitern sorgt.

Er lag glücklicherweise, wie generell, völlig daneben.

Herzlich, Zettel

Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Der Weg zur liberalen Gesellschaft Libero26.07.2007 19:21
RE: Der Weg zur liberalen Gesellschaft M.Schneider27.07.2007 11:03
RE: Der Weg zur liberalen Gesellschaft Libero27.07.2007 12:05
Liberalismus, Sozialismus, Marxismus Zettel27.07.2007 16:23
RE: Liberalismus, Sozialismus, Marxismus Libero27.07.2007 18:28
RE: Liberalismus, Sozialismus, Marxismus Zettel30.07.2007 17:55
RE: Liberalismus, Sozialismus, Marxismus Libero30.07.2007 23:46
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