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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 570 mal aufgerufen
 Dies und Jenes
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

17.08.2006 19:59
Zurück antworten

Im Web gibt es ja heute Lebenshilfe in allen Lagen.

Also auch beim Schimpfen. Hier bei der SZ ist ein (finde ich) ganz amüsantes Programm, mit dem sich das ... nein, natürlich nicht da Schimpfen, aber das Zurückgeben lernen läßt.

Naja, Schimpfen ist ja meistens ein Zurückgeben. Jedenfalls ist davon jede(r) Schimpfende überzeugt.

Und bewerten darf man auch, wie gut die anderen zurückgeben.

lich, Zettel

Reader Offline



Beiträge: 803

22.08.2006 16:54
#2 RE: Zurück antworten

Zitat von Zettel
Im Web gibt es ja heute Lebenshilfe in allen Lagen.
Also auch beim Schimpfen. Hier bei der SZ ist ein (finde ich) ganz amüsantes Programm, mit dem sich das ... nein, natürlich nicht da Schimpfen, aber das Zurückgeben lernen läßt.
Naja, Schimpfen ist ja meistens ein Zurückgeben. Jedenfalls ist davon jede(r) Schimpfende überzeugt.
Und bewerten darf man auch, wie gut die anderen zurückgeben.
lich, Zettel


Schimpfwörter waren in meinem Elternhaus verboten, wahrscheinlich der Grund, warum ich in meiner Muttersprache auf diesem Gebiet bis heute sehr zurückhaltend bin. In meinen "erlernten" Sprachen hingegen, da kann ich mich beim Autofahren sehr ... hm ... "ungepflegt" ausdrücken. Weniger um zurückzuschimpfen (für diese Fälle habe ich ein Gestik-Repertoire), sondern um meinem Frust Luft zu machen. ;-) Verhallt zum Glück meist ungehört (da kein Kabriofahrer), aber Fahrgäste verwöhne ich hin und wieder mit meinem Schimpfwortschatz der Peinlichkeiten.

Das SZ-Fortbildungsangebot werde ich nicht in Anspruch nehmen, scheint mir zu anstrengend. Es lernt sich so viel leichter in der Praxis. ;-)

Danke trotzdem für den Hinweis.



Zettel Offline




Beiträge: 20.200

22.08.2006 17:18
#3 RE: Zurück antworten

Zitat von Reader
Schimpfwörter waren in meinem Elternhaus verboten, wahrscheinlich der Grund, warum ich in meiner Muttersprache auf diesem Gebiet bis heute sehr zurückhaltend bin. In meinen "erlernten" Sprachen hingegen, da kann ich mich beim Autofahren sehr ... hm ... "ungepflegt" ausdrücken.

Stimmt, die Erfahrung habe ich auch gemacht (obwohl ich längst nicht so multilingual bin wie du wohl, dear Reader).

Vielleicht liegt es daran, daß die Scheu, Schimpfwörter (und überhaupt Tabuwörter) zu gebrauchen, wie alle Tabus eine Sache ist, für die affektive Reaktionen eine große Rolle spielen.

Wenn man so ein Wort verwendet, dann wird man rot, stottert usw. Das ist also eine starke konditionierte Reaktion, und ein gleich ausgiebiger Konditionierungsprozeß scheint bei den Sprachen nicht mehr stattzufinden, die man als Erwachsener lernt (oder als Fremdsprachen in der Schule).

Jedenfalls macht es mir überhaupt nix aus, "ohne rot zu werden" die schlimmsten englischen oder französischen Wörter zu verwenden, während im Deutschen ...



Ganz zu schweigen von den Sprachen, bei denen ich noch nicht mal die Schimpfwörter kenne. Wie schimpft man auf Latein? Und im Urlaub auf Fuerteventura hat eine Putzfrau mal fürchterlich auf uns Touristen geschimpft, weil sie dachte, wir könnten kein Spanisch.

Was ihren Schimpf-Wortschatz anging, hatte sie bei mir allerdings auch Recht.

Herzlich, Zettel


Inger Offline



Beiträge: 296

22.08.2006 19:13
#4 RE: Zurück antworten

Da habe ich als Frau einmal mehr Glück. Im Elternhaus habe ich keine Schimpfwörter gehört. Später, als ich mit Schimpfwörtern nach Hause kam, wurde ich regelmäßig nach der Bedeutung gefragt, was ich nicht beantworten konnte. Ich hatte sie nämlich eigentlich nur ausprobiert, um die Bedeutung zu erfahren. Noch später, im Ausland, hatte ich meinen Wortschatz erweitert, indem ich auf mir unverständliche Wörter mit Gegenfragen reagierte. "Nichts für kleine Mädchen", "nichts für junge Damen".
Nundenn, ich muß ja nicht alles wissen, erst recht nicht, wenn es nicht gegen mich gerichtet ist.
Beim Autofahren bin ich doch einige Male aus der Haut gefahren, und ich war froh, daß meine Kinder nicht mit im Auto saßen.
Grüßchen,
Inger

Reader Offline



Beiträge: 803

25.08.2006 19:48
#5 RE: Zurück antworten
Zitat von Zettel
Jedenfalls macht es mir überhaupt nix aus, "ohne rot zu werden" die schlimmsten englischen oder französischen Wörter zu verwenden, während im Deutschen ...




"La mia nonna l'ombrello lo porta qui!" - "Meine Großmutter hängt den Regenschirm hier ein!" (wobei der Italiener seinen linken Arm anwinkelt und mit der rechten Hand auf die Armbeuge zeigt) krieg ich ohne Hemmungen über die Lippen (aber nur, wenn jemand sich saublöd benommen hat, versteht sich). Hat schon so manchen Touristen, der rudimentäres Italienisch spricht, ratlos zurückgelassen.

Wanna guess?


Eigentlich hatte ich mich nur eingeloggt, weil sage und schreibe zehn Besucher anwesend waren als ich vorbeischaute. Und den neunen, die noch übrigblieben, nachdem ich aus der Lurkerposition auftauchte, wollte ich kurz winken. In der Zwischenzeit haben die Besucher die Flucht ergriffen, und ich sehe Sparrowhawk. Hi, there! *wink*



P.S.:
Und was schlägt unser anonymer Ratgeber vor? Hier:
"Ausbildung Psychologie - Seit über 50 Jahren - große Auswahl an Ausbildungen mit Diplomabschluß"
*rofl*

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.08.2006 22:42
#6 RE: Zurück antworten

Zitat von Reader
"La mia nonna l'ombrello lo porta qui!" - "Meine Großmutter hängt den Regenschirm hier ein!" (wobei der Italiener seinen linken Arm anwinkelt und mit der rechten Hand auf die Armbeuge zeigt) (...) Wanna guess?

I'd love to, dear Reader. But, alas - no idea. Not even the faintest hunch.

Sdly, Bottom


Reader Offline



Beiträge: 803

25.08.2006 23:58
#7 RE: Zurück antworten

Zitat von Zettel
I'd love to, dear Reader. But, alas - no idea. Not even the faintest hunch.
Sdly, Bottom


Well, Bottom, have comfort,
stop all your tears! I am your sorrow's nurse,
And I will pamper it with this one hint:
Does Count Berlichingen ring a ... ... bell?
And off,
R.r






Zettel Offline




Beiträge: 20.200

26.08.2006 16:09
#8 RE: Zurück antworten

Zitat von Reader
Well, Bottom, have comfort,
stop all your tears! I am your sorrow's nurse,
And I will pamper it with this one hint:
Does Count Berlichingen ring a ... ... bell?
And off,
R.r




Thanks for the pampering! Feeling muuuuuuuuuuch better.

Götz von Berlichingen? Dazu hat mir mein Großvater dies erzählt:

Das Stück wurde, vor dem Zweiten Weltkrieg, in Frankfurt regelmäßig in einer Freiluftaufführung auf dem Römerberg dargeboten, zu Ehren Goethes.

Und die Frankfurter gingen hin, sahen es sich an bis zu dem berühmten Zitat und sagten dann: "So, jetzd hawwe mer was für unsere Bildung gedahn, jetzd könne ma gehe", und gingen nach Hause.

Se non è vero, è bene trovato.

Herzlich, Zettel


Reader Offline



Beiträge: 803

26.08.2006 17:00
#9 RE: Zurück antworten

Zitat von Zettel


Thanks for the pampering! Feeling muuuuuuuuuuch better. [/quote]

My pleasure!

Zitat von Zettel

Götz von Berlichingen? Dazu hat mir mein Großvater dies erzählt:
Das Stück wurde, vor dem Zweiten Weltkrieg, in Frankfurt regelmäßig in einer Freiluftaufführung auf dem Römerberg dargeboten, zu Ehren Goethes.
Und die Frankfurter gingen hin, sahen es sich an bis zu dem berühmten Zitat und sagten dann: "So, jetzd hawwe mer was für unsere Bildung gedahn, jetzd könne ma gehe", und gingen nach Hause.
Se non è vero, è bene trovato.
Herzlich, Zettel


Dies Stück Bildung fehlt mir (noch). ;-)




"These tears may be drops of joy", diese Zeilen waren mir beim Lesen deiner ersten Zeilen in den Sinn gekommen und so wollte ich nachforschen, aus welchem Stück sie wohl stammten. Und wie so oft in the WWWG bin ich auf Antworten gestossen die ich gar nicht gesucht hatte: Einen Aufsatz eines Professors namens RUSS MCDONALD von der University of North Carolina at Greensboro über Shakespeare with Tears, Untertitel "Why, at the end of Shakespeare's comedies, do we feel like crying?" Hochinteressant, nicht? Hier eine kleine Kostprobe:

In Antwort auf:
Shakespeare seems to be calling attention to the unreality of representation, inviting his audience to relish the temporary perfection unavailable in the actual world, and to recognize and lament its transience. This is what Robert Frost meant when he called poetry "a momentary stay against confusion." Outside the charmed circle of the theater, lost children are not returned; wicked brothers rarely repent; statues do not come to life. And I think that my tears stand as an acknowledgment of that incongruity, of the gap between theatrical fiction and mortal fact.


Link: http://www.shakespearemag.com/spring97/tears.asp

Das letzte Mal, dass ich fast geheult habe bei einem Shakespeare Stück war vor einem Jahr oder so bei einer Freilichtaufführung von "A Midsummer Night’s Dream" als mitten im zweiten Akt der Strom ausfiel und wir in der Folge alle nach Hause geschickt wurden (sowas passiert eben auch nur in der amerikanischen Hauptstadt ohne Grund mitten in einen lauen Sommerabend hinein, dass ein ganzer Bezirk ohne Strom dasteht, stundenlang *g*).

Well, I'm wandering off the point.
Disgressionally yours,
R.r



Zettel Offline




Beiträge: 20.200

27.08.2006 16:19
#10 Theat er, Theater antworten

Zitat von Reader
In Antwort auf:
Shakespeare seems to be calling attention to the unreality of representation, inviting his audience to relish the temporary perfection unavailable in the actual world, and to recognize and lament its transience. This is what Robert Frost meant when he called poetry "a momentary stay against confusion." Outside the charmed circle of the theater, lost children are not returned; wicked brothers rarely repent; statues do not come to life. And I think that my tears stand as an acknowledgment of that incongruity, of the gap between theatrical fiction and mortal fact.



Ja, so ist das wohl mit dem Theater. "Thus conscience doeth make cowards of us all" sagt der Hamlet, und analog könnte man sagen; "Thus theatre doeth make children of us all".

Denn was da beschrieben wird, das ist ja eine kindliche Sicht auf die Welt. Kinder sind die idealen Theaterbesucher, das Kasperletheater ist das schlechthinnige Theater.

Als Erwachsene bekommen wir (bekomme jedenfalls ich) diesen naiven Genuß nicht mehr hin, außer vielleicht in Theatern à la Crazy Horse.

Aber auf die Luscht am Spiel sollte man sich schon einlassen. Ich habe deshalb zB eine ausgeprochene Abneigung gegen Theaterautoren wie Brecht und Hochhuth, die uns unbedingt belehren wollen.

Shakespeare dagegen - das ist Spiel. In allen Bedeutungen des Worts. Und damit ist er eine Fundgrube für spielerische Regisseure, allen voran Zadek und Peymann, beide ja auch große Kinder.

In Antwort auf:
Das letzte Mal, dass ich fast geheult habe bei einem Shakespeare Stück war vor einem Jahr oder so bei einer Freilichtaufführung von "A Midsummer Night’s Dream" als mitten im zweiten Akt der Strom ausfiel und wir in der Folge alle nach Hause geschickt wurden (sowas passiert eben auch nur in der amerikanischen Hauptstadt ohne Grund mitten in einen lauen Sommerabend hinein, dass ein ganzer Bezirk ohne Strom dasteht, stundenlang *g*).



Tja, hätte natürlich auch ein Regie-Einfall sein können. A Midsummer Night’s Dream, ja, das ist ein wunderschönes und sehr vielschichtiges Stück.

Gibt's da nicht auch einen, der in einen Esel verwandelt wird? Wie hieß der doch gleich???

Herzlichen Gruß!


Gruselmania »»
 Sprung  



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