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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Reader Offline



Beiträge: 803

14.12.2006 07:05
Joint Chiefs Advise Change In War Strategy Antworten

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THE WASHINGTON POST

Joint Chiefs Advise Change In War Strategy
Leaders Seek No Major Troop Increase, Urge Shift in Focus to Support of Iraqi Army

By Robin Wright and Ann Scott Tyson
Washington Post Staff Writers
Thursday, December 14, 2006; Page A01

The nation's top uniformed leaders are recommending that the United States change its main military mission in Iraq from combating insurgents to supporting Iraqi troops and hunting terrorists, said sources familiar with the White House's ongoing Iraq policy review.

Zum Artikel: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/con...6121301379.html




Dieser Artikel endet so:

"A constant subtext in the meeting yesterday, and in the ongoing White House review, is the Joint Chiefs' growing concern about the erosion of the U.S. military's ability to deal with other crises around the world because of the heavy commitment in Iraq and the stress on troops and equipment, said officials familiar with the review. The chiefs planned to tell Bush of the significantly increased risk to readiness in the event of a new emergency, rather than push for a timeline to leave Iraq."



What took them so long?
Fragt sich
R.r

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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

19.12.2006 23:54
#2 RE: Joint Chiefs Advise Change In War Strategy Antworten

Zitat von Reader
"A constant subtext in the meeting yesterday, and in the ongoing White House review, is the Joint Chiefs' growing concern about the erosion of the U.S. military's ability to deal with other crises around the world because of the heavy commitment in Iraq and the stress on troops and equipment, said officials familiar with the review. The chiefs planned to tell Bush of the significantly increased risk to readiness in the event of a new emergency, rather than push for a timeline to leave Iraq."

What took them so long?
Fragt sich
R.r


Dear Reader,

ganz am Anfang des Irak-Kriegs hat Rumsfeld einmal eine Binsenweisheit ausgesprochen, die aber viele nicht zu sehen scheinen: Jeder Krieg läuft anders, als man ihn geplant hat.

Im Nachhinein ist man immer schlauer, und deshalb planen ja bekanntlich die Generäle jeweils für den vorausgehenden Krieg. Sie versuchen dann, das nächste Male alles besser zu machen, was sie falsch gemacht haben. Nur daß der nächste Krieg wieder seine eigenen Unvorhersehbarkeiten hat.



Die Terroristen im Irak haben verschiedene Strategien probiert. Mit allen sind sie gescheitert. Nur eine scheint jetzt zu funktionieren.

Sie sind gescheitert, als sie versucht haben, eine Partisanenarmee aufzubauen, die der irakischen Armee oder gar den US-Truppen militärische Niederlagen beibringen hätte können.

Sie haben vor ein paar Monaten eine eigen irakische Republik ausgerufen, aber bisher kontrollieren sie keine einzige Stadt, keine einzige Provinz, die ihnen dafür eine Basis geben würde.

Die militärische Situation der El Kaida und ihrer Helfershelfer ist heute schlechter als irgendwann, seit sie sich den Irak als Schlachtfeld gegen den Großen Teufel ausgesucht hat.



Mit allen Versuchen, nach Mao-Vorbild einen Partisanenkrieg zu führen, waren und sind sie auf der Verliererstraße. Aber dann haben sie ihre letzte Karte gezogen, und die scheint zu stechen: Das Anfachen konfessioneller Konflikte mit dem Ziel, den Irak in einen blutigen Bürgerkrieg zu stürzen.

Diese letzte, verzweifelte Strategie - ausgerechnet fanatische Moslems hetzten Moslems gegen Moslems - ist ja noch gar nicht so alt. Ich müßte das nachsehen - aber ich vermute, daß die erste derartigen Aktionen (blutige Überfälle auf eine Pilger-Prozession und eine Moschee) vielleicht ein Jahr her sind.



Warum funktioniert diese Strategie? Weil dann, wenn eine ethnische oder religiöse Gruppe sich existentiell bedroht sieht, sie zurückschlägt, mit allen Mitteln. Wenn man beiden Seiten einredet, sie würden von der anderen existentiell bedroht, dann hat man als Terrorist gewonnen. Und man kann sie leicht zu dieser Überzeugung bringen, indem man mal auf die einen, mal die anderen Anschläge ausübt und das dann jeweils der Gegenseite in die Schuhe schiebt.

Daß ständig ganze Gruppen von Menschen entführt, gemartert und ermordet werden, ist Ausdruck dieser Strategie - es geht darum, Rachegefühle in der konfessionellen Gruppe der jeweiligen Opfer auszulösen. Je barbarischer man mit den Opfern verfährt, umso größer - aus der Sicht der terroristischen Verbrecher - die Chance, daß deren Angehörige, Freunde, Gesinnungsgenossen zurückschlagen.



Man erreicht dann zunächst freilich nur ein Chaos. Aber natürlich hoffen die Dschihadisten, aus diesem Chaos heraus irgendwann ihr Kalifat errichten zu können.

Diese Entwicklung, dear Reader, konnte niemand vorhersehen. (Ich zum Beispiel hätte es für ausgeschlossen gehalten, daß fanatische Moslems ihre ganze Strategie darauf bauen würden, Moslems zu ermorden).

Diejenigen, die immer das Haupt gewiegt und gesagt haben, das würde nicht gutgehen im Irak, hätten ebenso Unrecht haben können.

Und ich glaube auch jetzt nicht, daß sie Recht behalten. Ich bin nach wie vor überzeugt, daß es eine gute Chance gibt, daß am Ende der Irak eine leidlich stabile Demokratie wird, ein Vorbild für den ganzen Nahen Osten.

Nur ist es schwerer als erwartet. Weil sich eben solche Entwicklungen nicht vorhersagen lassen.

Herzlich, Zettel



Sparrowhawk ( Gast )
Beiträge:

20.12.2006 13:21
#3 Binsenweisheiten... ;) Antworten

"ganz am Anfang des Irak-Kriegs hat Rumsfeld einmal eine Binsenweisheit ausgesprochen, die aber viele nicht zu sehen scheinen: Jeder Krieg läuft anders, als man ihn geplant hat."

Das ist nichts Neues... schon Moltke wußte "Alle Planung endet mit dem ersten Schuss."


"Im Nachhinein ist man immer schlauer, und deshalb planen ja bekanntlich die Generäle jeweils für den vorausgehenden Krieg. Sie versuchen dann, das nächste Male alles besser zu machen, was sie falsch gemacht haben. Nur daß der nächste Krieg wieder seine eigenen Unvorhersehbarkeiten hat."


Auch hier eine schöne alte Binsenweisheit:
"Generals always fight the last war"
weil das, was sie gelernt haben, im nächsten Krieg nicht mehr gilt - sehr schön zu sehen am Beispiel Frankreich, das den Zweiten Weltkrieg wie den Ersten gewinnen wollte (bis auf de Gaulle, der die Zeichen der Zeit zwar erkannt hatte, aber vom Generalstab nicht wirklich ernstgenommen wurde), aber gegen Panzer und Flugzeuge gewinnt man mit Bunkern keinen Blumentopf.

Oder aber, um es mit Sun Tsu zu sagen:
"So wenig, wie Wasser eine konstante Form hat, so wenig hat der Krieg konstante Bedingungen."

 Sprung  



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