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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 2.033 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Llarian Offline



Beiträge: 4.501

29.11.2017 21:32
Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Eine kleine Reflektion.

DrNick Offline




Beiträge: 654

29.11.2017 22:50
#2 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat
In Fall zwei handelte der Täter wohl aus Wut über die Flüchtlingspolitik von Herrn Hollmann.



Ist das so richtig dargestellt? Wenn ich das alles richtig mitbekommen habe, war der Täter zum Tatzeitpunkt betrunken und allgemein in massiven finanziellen Schwierigkeiten, inklusive Zwangsvollstreckung des Eigenheims und abgedrehtem Wasser. Auslöser der Tat dürfte damit sicher nicht nur Wut über die Flüchtlingspolitik sein.

AldiOn Offline




Beiträge: 983

30.11.2017 00:45
#3 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von DrNick im Beitrag #2
Ist das so richtig dargestellt?
Das werden wir nie erfahren.
Sobald der Täter einen Rechtsanwalt sieht wird der ihm einschärfen jegliche politische Aussagen zu bestreiten. Hollstein wird bei seiner (m.E. wenig glaubwürdigen) Aussage bleiben. Natürlich ist vor Gericht der Bürgermeister weit glaubwürdiger als ein alkoholgetränkter Ex-Maurer.

Mittlerweile ist es aber völlig irrelevant was in der Dönerbude tatsächlich abgelaufen ist. Ähnlich wie bei der Dreyfuss Affäre (wo ja schon den Zeitgenossen ein nachvollziehbarer Ablauf mit allen Fakten zur Verfügung stand) entscheidet sich die Bewertung dieses Vorgangs entlang der politischen Einstellung. Kritiker der Flüchtlingspolitik glauben dem Hollstein nichts und die anderen sehen in ihm einen Märtyrer und alle die den Vorfall in Oberhausen erwähnen für Hetzer und Nazis.

Und zur Bestrafung der Täter... so ist das halt. Außer für die Betroffenen ist das ja auch kein wirkliches Problem. Wen interessiert das schon wie lange solche Leute im Gefängnis verbringen.

__________________________________________
Wegen der aktuellen Krise werde ich fortan Krimsekt, russischen Kaviar, russische Puppen, russische Eier und Boeuf Stroganoff boykottieren

schattenparker Offline



Beiträge: 132

30.11.2017 01:06
#4 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Endlich können unsere Mainstream-Medien mal wieder von islamischem Terror, linksextremer Gewalt, No-Go-Zonen und südosteuropäischen Einbruchsbanden ablenken.

Die Art und Weise, wie sie es tun, ist doch ein wunderbares Beispiel dafür, wie richtig all die Leute liegen, die von Lügen-Presse (Lügen durch Aufbauschen und Übertreibung einerseits und Nachrichtenunterdrückung andererseits) reden. Welch besseren Beweis als diesen gäbe es??

downtown11 Offline



Beiträge: 3

16.12.2017 17:19
#5 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Hilfe! Ich war vor vielen vielen Jahren mal ein begeisterter Leser von Zettels nüchternen, pointierten und intellektuell anspruchsvollen Kommentierungen des Weltgeschehens. Und jetzt tummeln sich hier nur noch rechtsnationale Pegidisten und Wutbürger? Sie ziehen den guten Namen dieses verstorbenen Herrn mit ihrem substanzlosen und unreflektierten Gepöbel in den Dreck. Sie sollten sich schämen.

Llarian Offline



Beiträge: 4.501

16.12.2017 21:00
#6 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von downtown11 im Beitrag #5
Ich war vor vielen vielen Jahren mal ein begeisterter Leser von Zettels nüchternen, pointierten und intellektuell anspruchsvollen Kommentierungen des Weltgeschehens.

Das ist erfreulich und sicher sehr gut für Sie, lieber downtown11.

Zitat
Und jetzt tummeln sich hier nur noch rechtsnationale Pegidisten und Wutbürger?


Schöner Anwurf. Jetzt könnte man sicher fragen, wen Sie denn genau meinen, aber die Frage verbietet sich, da weder früher noch heute ad hominem Diskussionen hier gestattet sind oder geführt werden. Wenn Sie in der Sache etwas bemerken wollen, liegt dort ein ganzer Artikel voller Aussagen und Meinung vor. Und die Diskussion oder Debatte des selbigen benötigt keine Schubladen wer hier in ihren Augen herumläuft.

Zitat
Sie ziehen den guten Namen dieses verstorbenen Herrn mit ihrem substanzlosen und unreflektierten Gepöbel in den Dreck.


Ich mag anders erzogen sein, aber ohne irgendein Argument in der Sache vom Zeug zu ledern und vermeintliche oder unbeabsichtigte Beleidigungen auszuteilen, ist in meinen Augen recht nahe der Bedeutung des Wortes Pöbelei. Lieber downtown11, wir freuen uns über über jeden stillen Mitleser genauso wie über aktive Teilnehmer, insofern sind Sie uns gerne willkommen. Aber während wir von einem stillen Leser nichts erwarten, so wird von einem "Zimmermann" erwartet, dass er auf persönlichen Angriffe verzichtet und in der Sache diskutiert.

schattenparker Offline



Beiträge: 132

17.12.2017 00:10
#7 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

downtown11,

jetzt bin ich aber mal auf Ihre Argumente gespannt. "Substanzloses und unreflektiertes Gepöbel" wird sich doch vermutlich schnell als solches entlarven lassen. Dann entlarven Sie mal!

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.503

17.12.2017 03:07
#8 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von downtown11 im Beitrag #5
nur noch rechtsnationale Pegidisten und Wutbürger?


Nun: niemand von uns ist Zettel. Und bei manchen Themen liegen die Nerven blank. Und bei manchen, und immer mehr Themen in diesem Land, wäre es absurd und verfehlt "die andere Seite" respektvoll und auf Augenhöhe zu verorten, um sine ira et studio beiden Seiten gleichermaßen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wenn Sie einmal einiges am Gestus der Pegida abziehen und sich auf den Anlaß und die dortigen Befürchtungen beschränken, dürften sie feststellen, daß deren Warnungen und Sorgen sich als mehr denn berechtigt erwiesen haben. Als Wutbürger dürfen Sie mich gerne verbuchen, auch wenn ich selten Schaum vor dem Mund trage. Denn was in diesem Land abläuft, läßt in mir nur die kalte Wut hochsteigen, mitsamt einer mittlerweile nicht mehr einzufangenden Verzweiflung. Und da dürfen Sie, aus Ihrer Perspektive, auch gern das Etikett "rechtsnational" draufpappen, ohne daß ich widersprechen würde. Und ohne dabei die geringste Scham zu empfinden. Nur ist dieser "Nationalismus" nicht das, was im flächendeckend linken Mediendiskurs mit diesem Wort assoziiert wird. Weder dumpf (wie ich hoffe), noch unreflektiert (wie ich glaube) noch von irgendeinem Überlegenheitsgefühl oder gar einer Ausgrenzung grundiert oder auch nur behaucht. Daß ich Deutscher bin, ist kontingent: ich habe nicht "hier!" geschrien, als mir die Parzen das ausgesucht haben. Aber jetzt bin ich nun mal hier, um die Frau Kanzler zu zitieren, und ich bin, weiß Gott, darauf angewiesen, daß dieser Staat auch in 20 Jahren noch seine Funktionen erfüllen kann und daß er sich für mich verwenden wird, und nicht gegen mich. Denn dafür ist dieses Staatswesen eingerichtet. Für nichts anders. Nicht, um einer Kaste von politischen Pfaffen Gelegenheit zur Errettung von allen Übeln zu geben. Nicht, um den guten Samariter für unzählige Millionen zu geben, denen alle Werte, die in der Verfaßtheit dieses Staates Ausdruck finden, nicht fremder sein könnten. Sie können nichts dafür, aber diese aufs Maximale überdrehte Gesinnungsethik wird diesem Staat, und zwar eher über kurz als lang, das Genick brechen. Den Hals umdrehen. Und hier kommt das ins Spiel, was ich meinen "Nationalismus" nenne (die beiden Vokabel "Patriotismus" und "Nationalismus" sind, auch ansatzweise im politischen Diskurs, wieder als zumindest Berechtigte, wieder anerkannt worden, mit Patriotismus als positiver, Nationalismus als negativer, abzulehnender Variante. Ich gewichte die beiden Begriffe genau andersherum). Ich bin darauf angewiesen, daß dieses Staatswesen funktioniert. Ich habe kein anders. Ich kann mich, aufgrund meiner Biographie, nicht absetzen, um woanders eine neue Existenz aufzubauen (auch wenn es mir sprachlich und kulturell nicht schwer fallen würde). Sollten das Rentensystem oder das Gesundheitswesen aufgrund der Überlastung durch Frau Merkels Ewigkeitsgäste kollabieren, wird kein europäisches System bereitstehen, das zu übernehmen. Meine Ansprüche gegenüber einem Staat sind auf den rein nationalen Rahmen beschränkt. Fällt die Polizei zur Sicherung der öffentlichen Sicherheit aus, bin ich auf meine eigenen Möglichkeiten zurückgeworfen. Und in einer solchen Situation zieht der Bürger immer den Kürzeren gegen die Barbarei. Folglich ist es für mich, außer dem täglichen Leben, so ziemlich das Elementarste, daran interessiert zu sein, daß dieses Staatswesen nicht vor die Hunde geht, daß es sein eigenes Fortbestehen mit allen Mitteln sicherstellt, solange diese nicht in die Freiheiten der Bürger eingreifen. Und so, wie dieser Staat seit Jahren unterwegs ist, ist jede Haltung, die darauf besteht, von Medien wie Politik unter "rechts" bis "dumpf" rubriziert worden.

Zettel konnte noch eine Äquidistanz wahren. Der Dezisionismus, zwischen einer lebbaren Zukunft und der hilflosen Preisgabe, Stück um Stück, war noch nicht aus den Versäumnissen unserer Politik erwachsen. Die alte Bundesrepublik zeichnete sich immer dadurch aus, daß es Alternativen gab, daß man sie vertreten konnte (auch wenn man sie für falsch und in letzter Konsequenz für desaströs hielt). Man konnte sich darauf verlassen, daß keine Parteienkonstellation an der Spitze dieses Landes wirklich ins Disaster steuern würde, ohne Widerspruch und schnell erfolgende Korrektur spätestens von der Nachfolgerregierung. Davon kann keine Rede mehr sein. Was wir sehen, ist der Zerfall, die fortschreitende Lähmung der politischen Instanzen, eine zunehmende Umstellung der Medien, die nur noch Propaganda für den Kurs in den Abgrund betreiben, bei gleichzeitigem Ignorieren und Leugnen der wirklichen Zustände im Land. Man muß es so hart sagen: aber was die Medien angeht (und auf nichts anderes beziehen sich ja unsere politisch daherkommenden Beiträge), haben wir mittlerweile Zustände, die wir unter demokratischer Verfaßtheit noch nie hatten, unter denen der Unfreiheit aber genügend. Das Ganze ohne die formellen Beschneidungen, ohne Zensur, ohne politisch motivierten Staatsterror. Aber die Auswirkungen auf das, was die öffentliche Sphäre angeht, sind dieselben.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Martin Offline



Beiträge: 2.832

17.12.2017 09:15
#9 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
Zitat von downtown11 im Beitrag #5
nur noch rechtsnationale Pegidisten und Wutbürger?


Nun: niemand von uns ist Zettel. Und bei manchen Themen liegen die Nerven blank. Und bei manchen, und immer mehr Themen in diesem Land, wäre es absurd und verfehlt "die andere Seite" respektvoll und auf Augenhöhe zu verorten, um sine ira et studio beiden Seiten gleichermaßen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wenn Sie einmal einiges am Gestus der Pegida abziehen und sich auf den Anlaß und die dortigen Befürchtungen beschränken, dürften sie feststellen, daß deren Warnungen und Sorgen sich als mehr denn berechtigt erwiesen haben......


Danke, eine mehr als adäquate Antwort. Ich hoffe, Sie haben da keine 'Perlen vor die Säue' geworfen.

Gruß, Martin

schattenparker Offline



Beiträge: 132

17.12.2017 10:17
#10 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Die Antwort von Ulrich Elkmann sollte mit ein paar begleitenden Worten zur Erläuterung des Kontext in der politisch interessierten Bekanntschaft verbreitet werden. Ich werde das jedenfalls tun.

schattenparker Offline



Beiträge: 132

22.12.2017 11:13
#11 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

downtown11 ist wohl an Diskussionen nicht sonderlich interessiert. Er pöbelt lieber ein bißchen und anscheinend substanzlos herum. Das outet ihn als typischen Vertreter des linksgrünen Mainstream. Da es dort mit Argumenten grundsätzlich nicht weit her ist, muß Pöbeln eben reichen.

Kallias Offline




Beiträge: 2.170

22.12.2017 11:27
#12 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von schattenparker im Beitrag #11
downtown11 ist wohl an Diskussionen nicht sonderlich interessiert. Er pöbelt lieber ein bißchen und anscheinend substanzlos herum. Das outet ihn als typischen Vertreter des linksgrünen Mainstream. Da es dort mit Argumenten grundsätzlich nicht weit her ist, muß Pöbeln eben reichen.
Dieser Kommentar bietet einen (nicht allzu willkommenen) Anlass, um an die Forumsregeln zu erinnern, die auf jeder Seite unten zu lesen sind:

Zitat
Bitte beachten Sie diese Forumsregeln: Beiträge, die persönliche Angriffe gegen andere Poster, Unhöflichkeiten oder vulgäre Ausdrücke enthalten, sind nicht erlaubt

Bitte an alle: lassen Sie dergleichen in Zukunft bleiben!

Frank2000 Offline




Beiträge: 1.835

22.12.2017 16:17
#13 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Blank liegende Nerven bei allen Beteiligten: ja, in der Tat.

Ich bin über diesen Artikel gestolpert:
https://www.welt.de/vermischtes/article1...eilt-wurde.html

Unter Bezugnahme auf den Passus "Die Deutschen türkischer Abstammung hätten die Beamten mit Faustschlägen attackiert." habe ich kommentiert,
dass ich ein grundsätzliches Problem bei der Einwanderung des islamisch-nahöstlichen Kulturkreises sehe, weil dieser kulturelle Hintergrund insgesamt erheblich stärker auf körperliche Auseinandersetzung setzt als der hiesige deutsch-christliche Kulturkreis. Das Problem läge nicht nur bei der Identifikation eventueller Terroristen, sondern bei der grundsätzlichen Frage der Kompatibilität der unterschiedlichen Kulturen.

Die Antwort lies nicht lange auf sich warten: mein Welt-Account wurde gesperrt.

Wo genau ist aktuell der Graben zwischen den Wutbürgern, AfDlern, Pegidisten und anderen sogenanten "Populisten" auf der einen Seite und den selbsternannt guten Menschen, Merkelisten und Niemand-ist-illegal-Anhängern auf der anderen Seite?

Die Diskussion entzündet sich nicht mehr an der Frage, ob in den letzten Jahren sowohl die Anzahl als auch die Brutalität der islamisch begründeten Anschläge zugenommen hat. Das bestreitet inzwischen nicht mal mehr Merkel oder die Zeit.

Die Diskussion entzündet sich an dem Äquidistanzargument... an der Aussage "Das alles habe nichts mit dem Islam zu tun" bzw in der Umkehrformulierung "Das Christentum ist doch genau so schlimm" bzw "Verbrechen gab es auch schon, bevor der Islam eingewandert war". Im Moment wird erbittert darum gefochten (mit allen Mitteln, die der Staatsmacht zur Verfügung stehen), dass im ALLTAG es keinen Unterschied gäbe, dass diese eingewanderte Kultur (bzw nach meinen Maßstäben als Atheist: die eingewanderte Ideologie) im ALLTAG genauso fortschrittlich, friedlich, tolerant, emanzipiert und umweltbewusst sei wie die Kultur der schon länger hier lebenden "Biodeutschen".

ERLAUBT ist aktuell also die Meinung, Terrorismus sei lästig und man müsse doch auch mal sagen dürfen, dass Terrorismus keine Bereicherung sei. Sicherheitshalber könnte man natürlich noch hinzufügen, dass Terroristen aus allen Kulturen und Religionen stammen können. Dann ist man politisch auf der korrekten Seite.

UNERWÜNSCHT ist jede Diskussion, ob der Islam grundsätzlich oder zumindest in der hier eingewanderten Variante als gesellschaftliches Phänomen agressiver, gewalttätiger und rückständiger ist. Wer dazu sich äußern will, der muss nicht nur jedes Wort auf die Goldwaage legen - er oder sie muss auch ein dickes Fell haben.

Wie belastet jede Diskussion zu diesem Thema ist, kann man an einem ganz einfachen Beispiel erkennen. Ihr seht meine Fußzeile. Die Phrase "Kommunismus" ist, wie jeder belesene Diskussionsteilnehmer weiß, eine bitterböse Satire (mit ernst gemeintem Kern) auf die Phrase "Kapitalismus tötet". Kann sich irgendjemand vorstellen, ich würde das Substantiv "Kommunismus" durch "Islamismus" ersetzen? Nicht mal ich würde mich das trauen. Und damit ist alles über das aktuelle politische Klima in Deutschland gesagt.

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Kommunismus mordet.
Ich bin bereit, über die Existenz von Einhörnern zu diskutieren. Aber dann verlange ich außergewöhnlich stichhaltige Beweise.

Florian Offline



Beiträge: 2.549

22.12.2017 18:40
#14 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

@ Frank:

Vielleicht bringt es uns weiter, wenn man in der öffentlichen Diskussion zwischen "Moslems" und "Islam" unterscheidet.

Moslems sind individuelle Menschen.
Islam ist die Religion/Ideologie.

Wir haben ein Problem nicht mit den Menschen. Sondern mit der Ideologie.

Um das mal am Beispiel "Kopftuch" durchzuexerzieren:

Man könnte m.E. wie folgt arguementieren:
Der Islam ist eine unterdrückerische Ideologie. Dies manifestiert sich u.a. daran, wie Frauen durch ein Verschleierungsgebot zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden.
Dies bedeutet NICHT, dass die einzelne Muslimin die Kopftuch trägt für unsere Gesellschaft ein Problem wäre.
Ganz im Gegenteil: Diese Frau ist ja gerade ein Opfer der Ideologie Islam.
Es ist unsere Aufgabe, diese Frau zu unterstützen und darin zu bestärken, wenn sie das Kopftuch ablehnt.

Also weg von "Die Moslems sind unser Unglück" hin zu "der Islam ist schlecht für uns - und schlecht für Menschen, die ihm unterworfen sind".

Ähnlich gehen wir ja schon heute z.B. bei Scientology vor.
Scientology ist gesellschaftlich geächtet. Wer dieser Ideologie ausgesetzt ist, gilt gemeinhin aber nicht als Mittäter sondern als Opfer dieser Ideologie.

Wenn man diese geistige Trennung zwischen "Moslems" und "Islam" in der Diskussion klar kommuniziert, kann man sich m.E. gegen Nazi-Vorwürfe einigermaßen immunisieren.
Jemand der argumentiert dass er einem Opfer einer Ideologie helfen will ist nämlich nicht so leicht als Nazi zu brandmarken wie jemand, der die Verfechter der Ideologie attackiert.

Mit dieser Argumentation hätte man m.E. damals auch Wulff entgegen treten können mit seinem unsäglichen "der Islam gehört zu Deutschland".
Die Entgegnung wäre also gewesen: "Richtig ist, dass Muslime zu Deutschland gehören. Aber die Ideologie Islam? Das ist eine reaktionäre Ideologie, die für Dinge wie Frauenunterdrückung und Antisemitismus steht die wir doch eigentlich überwinden sollten. Wenn Muslime in dieser Doktrin gefangen sind dann ist das bedauerlich. Natürlich nehmen wir sie als Menschen in unserem Land an. Aber wir sollten ihnen eher dabei helfen sich von dieser Ideologie zu emanzipieren".

So formuliert könnte m.E. selbst eine linke Grüne wie Claudia Roth nicht leicht dagegen argumentieren. Emanzipation von religiös fundierter Unterdrückung ist ja gerade ein linkes Anliegen.

Frank2000 Offline




Beiträge: 1.835

22.12.2017 19:03
#15 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Ich wollte schon eine längere Antwort schreiben, aber dann merkte ich, das geht auch kürzer:
Jupp, das sehe ich auch so.

___________________
Kommunismus mordet.
Ich bin bereit, über die Existenz von Einhörnern zu diskutieren. Aber dann verlange ich außergewöhnlich stichhaltige Beweise.

Llarian Offline



Beiträge: 4.501

23.12.2017 02:07
#16 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14
Wir haben ein Problem nicht mit den Menschen. Sondern mit der Ideologie.

Das klingt sehr schön, lieber Florian, aber kann man das wirklich so trennen? Ist der Christ nicht der Vertreter der christlichen Ideologie? Kann man den Marxisten vom Marxismus trennen? Kann man den Nazi vom Nationalsozialismus trennen?
Das Beispiel mit der kopftuchtragenden Frau ist sicher dankbar, aber auf jede kopftuchtragende Frau kommt durchaus auch ein (männlicher) Muslim, der dieses Kopftuch für richtig befindet und durchaus meint, dass Männer mehr wert sind als Frauen. Eine Ideologie ist nur so gefährlich, wie es Anhänger gibt, die dieser Ideologie folgen.

Zitat
Ganz im Gegenteil: Diese Frau ist ja gerade ein Opfer der Ideologie Islam.


Wer sagt denn, das sie sich überhaupt als Opfer sieht?

Zitat
Wenn man diese geistige Trennung zwischen "Moslems" und "Islam" in der Diskussion klar kommuniziert, kann man sich m.E. gegen Nazi-Vorwürfe einigermaßen immunisieren.


Das ist Necla Kelek nicht gelungen und die ist nazeu genau diesem Weg gefolgt. Es ist eine längere Lektüre, aber es lohnt sich diesen Artikel zu lesen: https://www.ruhrbarone.de/lamya-kaddor-s...la-kelek/150052

Zitat
So formuliert könnte m.E. selbst eine linke Grüne wie Claudia Roth nicht leicht dagegen argumentieren.


Doch, das können sie. Weil sie schlicht nicht an die Wahrheit gebunden sind. Wenn die Aussage nicht weiter hilft, dann lügt man eben. Siehe das gerade bezeichnete Beispiel.

Zitat
Emanzipation von religiös fundierter Unterdrückung ist ja gerade ein linkes Anliegen.


Das sollte man meinen. Aber dem ist absolut nicht so. Die Linke hat sich gegen eine ganz bestimmte Religion gestellt, weil sie zu Marx Zeitpunkt eben mit dem Kapital paktiert hat. Davon ab hat die Linke keine grossen Probleme mit irrationalen Gedankengebäuden und religiösen Führern. Im Gegenteil: Die Ökobewegung trägt schon seit Jahrzehnten deutlich religiöse Züge, mit allem drum und dran, vom Hohepriester über den Sündenfall bis zum Heilsversprechen. Die Linke hat nicht das geringste Problem mit Glauben oder mit Unterdrückung. Es muss nur die richtige Unterdrückung sein und der richtige Glauben. Und der Islam ist vergleichsweise gut kompatibel, vor allem wenn man ein gemeinsames Feindbild teilt.

DrNick Offline




Beiträge: 654

23.12.2017 10:38
#17 RE: Zwei Fälle, eine Meinung antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14
Emanzipation von religiös fundierter Unterdrückung ist ja gerade ein linkes Anliegen.


Ein traditionell linkes Anliegen! Ein ganz wesentlicher Bestandteil des heutigen linken Denkens und Fühlens scheint mir demgegenüber westlicher Selbsthaß und umgekehrt der unreflektierte Glaube an den edlen Wilden zu sein. Und wenn man so tickt, kann man selbst die Hamas als "emanzipatorische" Bewegung darstellen:

https://www.youtube.com/watch?v=amJNIcSNPco

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