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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Reader Offline



Beiträge: 803

20.01.2008 10:10
Fuel and Food Antworten

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THE NEW YORK TIMES
World BUSINESS


The Food Chain
A New, Global Oil Quandary: Costly Fuel Means Costly Calories


KUANTAN, Malaysia — Rising prices for cooking oil are forcing residents of Asia’s largest slum, in Mumbai, India, to ration every drop. Bakeries in the United States are fretting over higher shortening costs. And here in Malaysia, brand-new factories built to convert vegetable oil into diesel sit idle, their owners unable to afford the raw material.

This is the other oil shock. From India to Indiana, shortages and soaring prices for palm oil, soybean oil and many other types of vegetable oils are the latest, most striking example of a developing global problem: costly food.

...

A startling change is unfolding in the world’s food markets. Soaring fuel prices have altered the equation for growing food and transporting it across the globe. Huge demand for biofuels has created tension between using land to produce fuel and using it for food.

A growing middle class in the developing world is demanding more protein, from pork and hamburgers to chicken and ice cream.

Zum Artikel: http://www.nytimes.com/2008/01/19/busine...cc22&ei=5087%0A

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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.01.2008 17:38
#2 Wird es doch noch eine Hungerkatastrophe geben? Antworten
Da könnte sich, dear Reader, wohl wirklich ein sehr erhebliches Problem entwickeln.

Ich habe ja noch die Zeit erlebt, in der viele überzeugt waren, daß die "Dritte Welt" einer unausweichlichen Hungerkatastrophe entgegengehen würde. Claus Jacobi hatte damals im "Spiegel" eine Serie, in der zB scheinbar zwingend nachgewiesen wurde, daß auch bei steigender Nahrungsmittelproduktion die schnell wachsende Bevölkerung zB von Indien unmöglich würde ernährt werden können.

Es ist anders gekommen, dank der "grünen Revolution". Also deshalb, weil man in diesen Ländern nicht "biologisch-dynamisch" anbaut, sondern kostengünstig Getreide, das durch Züchten optimiert worden war.

Wenn - hoffentlich! - diese seltsamen, irrationalen Ängste vor Genfood endlich überwunden sind, dann könnte eigentlich das Hungerproblem für alle Zeiten gelöst sein.

Und nun aber die Entdeckung, daß man Äcker auch bepflanzen kann, um die Benzintanks von Autos zu füllen. Vor ein paar Jahrzehnten hätte allein ein solcher Vorschlag einen Aufschrei der Empörung quer über die gesamte Linke ausgelöst - kostbare Nahrungsmittel, die die Hungernden der Welt brauchen, wird zu Benzin verarbeitet!

Dank der "grünen Revolution" schien es so, als würde man sich diese Zweckentfremdung von Getreide leisten können.

Der Artikel in der NYT weckt Zweifel daran. Dank dir für den Hinweis darauf!

Herzlich, Zettel
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

24.01.2008 19:26
#3 Das Elend Afrikas Antworten

Wieder ein sehr lesenswerter Artikel, auf den du aufmerksam machst, dear Reader. Er beginnt mit dem afrikanischen Flüchtlingsstrom nach Europa. Das ist aber nur der Aufhänger. Denn, so schreibt Sharon Lafraniere, eine der Ursachen dieses Flüchtlingsstroms ist der Niedergang der Fischerei vor den Küsten Westafrikas.

Aus dem Artikel:

Zitat von New York Times
They [EU-Verantwortliche] argue that African officials oversell fishing rights, inflate potential catches and allow pirate vessels and local boats free rein in breeding grounds.

Pierre Chavance, a scientist with the French Institute for Research and Development, said both foreign fleets and African governments allowed financial considerations to trump concerns for fish or local fishermen.

"One side has a big interest to sell, and the other side has a big interest to buy," he said.

Da haben wir, in a nutshell, das Problem, das es für fast alle Wirtschaftszweige in Afrika gibt: Die einheimische Politikerkaste ist primär an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert. Sie arbeitet daher bestens mit ausländischen Konzernen zusammen, denen es naturgemäß auch nicht um das Wohl der Länder Afrikas geht.

Wenn ich so etwas schreibe, dear Reader, dann ruft das sozusagen nach weiteren Sätzen, in denen so etwas steht wie: "Also müßte man ..."

Aber zu Afrika fällt mir schon lange nichts mehr ein, was helfen könnte. Für keine Weltgegend, noch nicht einmal Israel/Palästina, bin ich so pessimistisch wie für Schwarzafrika. Wie soll eine Weltregion den Anschluß an die Moderne finden, der alle Voraussetzungen dazu fehlen?

Bei mir festigt sich immer mehr die Überzeugung, daß das Urübel die Entkolonialisierung ist. Kommunistische und nationalistische Rebellen haben sie zu verantworten, allen voran die mit unglaublicher Brutalität "kämpfenden" Mau-Mau-Truppen in Kenia, mit deren Aktionen das alles anfing.

England und Frankreich mögen rational und im eigenen Interesse gehandelt haben, als sie innerhalb kaum mehr als eines Jahrzehnts fast ihre gesamten Kolonialreiche in Afrika liquidierten. Damals, vor fast einem halben Jahrhundert, wurden die Weichen für das jetzige Elend Afrikas gestellt.

Das, indem es einen immer stärkeren Auswanderungsdruck erzeugt, jetzt auf uns Europäer zurückschlägt.

Herzlich, Zettel

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