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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 892 mal aufgerufen
 Pro und Contra
Kaa Offline




Beiträge: 657

05.03.2008 16:13
Glück antworten
Wenden wir uns, neben all den Themen, die in Wirklichkeit nicht von uns zu beeinflußen sind, dem einzigen Thema zu, auf das wir einwirken können, unserem eigenem Glück

Denkste. Das beinflußen nicht wir, sondern unsere Gene.

Zitat von Das schottisch-australische Team
Nach ihrer Analyse geht Glück vor allem auf fünf erbliche Faktoren zurück: geringe Tendenz zu Neurosen, hohe Extroversion, Offenheit, Einvernehmen und Gewissenshaftigkeit.


Direkt danach folgt:

Zitat von Das schottisch-australische Team
Das schottisch-australische Team schließt daher auf bestimmte „Glücksgene“, die manchen Menschen die Tendenz zum Glücklichsein quasi in die Wiege legen. „Wer den richtigen Persönlichkeitsmix geerbt hat, besitzt möglicherweise eine Art emotionale Reserve, auf die er in stressigen Zeiten zurückgreifen kann“, schreiben die Forscher im Fachjournal „Psychological Science“


Nu, und der erste Satz in diesem Zitat ist durch nichts gerechtfertigt, nur eine Vermutung, und der Zweite Satz (ein "Persönlichkeitsmix") ist so allgemein, daß er gar nichts bedeutet.

Und wieso echauffier ich mich da? Genau. Weil ich nicht ... eben drum. Und nun wollen sie es mir per genetischem Dekret absprechen. Ich darf überhaupt keine Hoffnung mehr haben. Sind die denn verrückt?

Zum Glück gibt es britische Forscher:

Zitat von britische Forscher
Britische Forscher wiesen zugleich darauf hin, dass die Gene das Glückslevel eines Menschen zwar beeinflussen, nicht jedoch festlegen. „Menschen haben eine ganze Bandbreite möglicher Glückgefühle – und sie können diese mit bestimmten Techniken perfekt beeinflussen“, sagte Alex Linley vom Zentrum für Angewandte Positive Psychologie, dem Sender BBC. Dazu gehöre beispielsweise, die eigenen Stärken aufzulisten, oder jeden Abend drei Dinge zu benennen, für die man dankbar ist.


Und nein, ich mache mich nicht über das alles lustig. Das ist das einzige Thema, das mich wirklich interessiert.

Kaa

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. (Wörtlich nicht von mir)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.03.2008 21:55
#2 RE: Glück antworten

Zitat von Kaa
Zitat von Das schottisch-australische Team
Das schottisch-australische Team schließt daher auf bestimmte „Glücksgene“, die manchen Menschen die Tendenz zum Glücklichsein quasi in die Wiege legen. „Wer den richtigen Persönlichkeitsmix geerbt hat, besitzt möglicherweise eine Art emotionale Reserve, auf die er in stressigen Zeiten zurückgreifen kann“, schreiben die Forscher im Fachjournal „Psychological Science“

Nu, und der erste Satz in diesem Zitat ist durch nichts gerechtfertigt,

Hm, liebe Kaa, woher weißt du das? Ich meine, wenn jemand etwas in einer Fachzeitschrift publiziert, dann ist das ja von mehreren Gutachtern geprüft und abgsegnet worden. Hätten die es nicht merken müssen, wenn die Folgerungen der Forscher gar nicht gerechtfertig wären?
Zitat von Kaa
nur eine Vermutung, und der Zweite Satz (ein "Persönlichkeitsmix") ist so allgemein, daß er gar nichts bedeutet.

Er bedeutet nichts für den, der halt - sei nicht bös - von der Sache nichts weiß. Bezug genommen wird hier auf die Big Five. Das sind fünf Persönlichkeitsdimensionen, zu denen es eine sehr umfassende empirische Forschung gibt. Sie sind nicht ausgedacht, sondern durch viele Methoden (vor allem faktorenanalytische) nachgewiesen.

Und wo jemand auf diesen Dimensionen seinen individuellen Wert hat, das ist nun wiederum erblich (in unterschiedlichem Maß für die einzelnen Dimensionen), wie man aus der Zwillingsforschung weiß.

Und die Glücksforschung schließlich (eine so breite Forschung, daß es dafür sogar eine eigene Fachzeitschrift gibt), verrät uns, daß die extravertierten, emotional stabilen usw. Menschen sich im Schnitt als glücklicher bezeichnen als der Durchschnitt.

Übrigens, liebe Kaa, gibt es dazu einen Artikel in ZR. Ich hatte damals geplant, einen Teil der Artikel auf Englisch oder Französisch zu schreiben, aber die Resonanz war nahe null, deshalb habe ich das nicht weitergemacht.
Zitat von Kaa
Und wieso echauffier ich mich da? Genau. Weil ich nicht ... eben drum. Und nun wollen sie es mir per genetischem Dekret absprechen. Ich darf überhaupt keine Hoffnung mehr haben. Sind die denn verrückt?

Aber liebe Kaa, ob etwas wahr oder falsch ist, hängt ja nicht davon ab, ob die Kenntnis davon positive oder negative Folgen hat.

Wenn es so ist, dann ist es eben so. Aber ja nur statistisch. Der Einzelne kann introvertiert, mit hohem Neurotizismus usw. sein und dennoch hochglücklich.

Und zweitens wird niemand behaupten, daß dergleichen nur von den Genen abhängt. Der Anteil der Gene an der Varianz liegt bei maximal 50 Prozent, bei einigen Dimensionen noch viel niedriger.

Also kein Grund zum Echauffieren!

Herzlich, Zettel

Feynman ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2008 13:17
#3 RE: Glück antworten

Lieber Zettel

In Antwort auf:
Und zweitens wird niemand behaupten, daß dergleichen nur von den Genen abhängt. Der Anteil der Gene an der Varianz liegt bei maximal 50 Prozent, bei einigen Dimensionen noch viel niedriger.


ich sehe keinen Grund warum der Wert nicht über 50% liegen kann. 0% und 100% wären die beiden Extreme, also gar nicht oder ausschließlich durch die Gene bestimmt. So als Laie sage ich mal der Wert liegt bei 50%, schön ausgewogen, aber in welche Richtung der tatsächliche Wert liegt können seriöse Forschungen zeigen. Aber einen auf 6 Stellen genauen Wert erhoffe ich mir dabei eh nicht. Möglich auch, dass das auch von Person zu Person unterschiedlich ist.

Herzlich Feynman

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.03.2008 13:40
#4 RE: Glück antworten

Zitat von Feynman
Lieber Zettel
In Antwort auf:
Und zweitens wird niemand behaupten, daß dergleichen nur von den Genen abhängt. Der Anteil der Gene an der Varianz liegt bei maximal 50 Prozent, bei einigen Dimensionen noch viel niedriger.


ich sehe keinen Grund warum der Wert nicht über 50% liegen kann.

Da haben Sie mich mißverstanden, lieber Feynman. Ich meinte mit "maximal", daß das gegenwärtig der höchste empirische Schätzwert ist, nicht eine notwendige Obergrenze.

Man ermittelt solche Schätzwerte, indem man Korrelationen für verschieden Gruppen (eineiige und zweieige Zwillinge, jeweilw getrennt und gemeinsam aufgewachsen; manchmal auch noch Adoptivgeschwister) berechnet.

Zugrundelegt werden Daten aus Intelligenz- und Persönlichkeitstests. Für Persönlichkeitstests berechnet man die Korrelation für jede der fünf Dimensionen (der Big Five).

Die einzelnen Dimensionen unterscheiden sich sehr in der Erblichkeit. Am höchsten ist sie für die Intelligenz, für Extraversion/Introversion und für Neurotizismus. Bei anderen Dimensionen liegt sie deutlich niedriger als 50 Prozent.

Wobei das eben Varianzanteile sind, nicht etwa "fünfzig Prozent aller Eigenschaften" oder so etwas. Wenn ein Teil der Varianz durch die Veranlagung aufgeklärt wird, dann besagt daß nur, daß es zwischen Menschen mit gleicher Veranlagung (eineiigen Zwillingen) oder ähnlichen Veranlagungen (Geschwister, die bekanntlich 50 Prozent ihrer Gene gemeinsam haben) geringere Unterschiede gibt als in der Gesamtheit.

Herzlich, Zettel

Kaa Offline




Beiträge: 657

17.03.2008 23:04
#5 RE: Glück antworten

Ich hab diesen Thread noch immer in meinem Browser offen, weil ich noch darauf antworten will. Gerade habe ich noch einen Artikel zum Thema gefunden, den ich einfach als Link hinzufüge. Die innere Kraft stärken (Frankfurter Rundschau online, geht auch um Gene). Die Antwort muß noch warten. Glück ist ja auch ein Dauerbrenner :-)


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Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. (Wörtlich nicht von mir)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

18.03.2008 01:10
#6 RE: Glück antworten

Zitat von Kaa
Ich hab diesen Thread noch immer in meinem Browser offen, weil ich noch darauf antworten will.

Einiges von dem, was ich auch dir antworten wollte, habe ich ja, liebe Kaa, in der Antwort an Feynman geschrieben: Es geht nur um die Aufklärung von Varianzanteilen.

Noch einmal auf deinen Ausgangsbeitrag bezogen:
Zitat von Kaa
Und wieso echauffier ich mich da? Genau. Weil ich nicht ... eben drum. Und nun wollen sie es mir per genetischem Dekret absprechen. Ich darf überhaupt keine Hoffnung mehr haben. Sind die denn verrückt?

Jedenfalls nicht die Wissenschaftler, die sich mit dieser spannenden Frage "nature vs nurture" beschäftigen.

Es gibt so gut wie nichts Psychisches, das ausschließlich durch die Gene bestimmt wird (Somatisches übrigens auch nicht; selbst bei der Körpergröße wird die Varianz nicht zu 100 Prozent von den Genen bestimmt). Aber bei Vielem - Intelligenz, Extraversion/Introversion, Neurotizismus zum Beispiel - spielen sie eben eine erhebliche Rolle.

Mit "Hoffnung haben" hat das nichts zu tun, wirklich nix, liebe Kaa. Denn die Aufklärung von Varianzanteilen hat ja nichts mit Determinismus zu tun (wenn es Nicht-Deterministen gibt, dann sind es die Leute, die mit solchen statistischen Modellen operieren).

Herzlich, Zettel

 Sprung  



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