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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

11.04.2008 06:57
Zitat des Tages: Noch eine Volksfront antworten

Diesmal in Malaysia.

Neben dem Umstand, daß sich Kommunisten und Islamisten zusammengefunden haben, ist auch die Verwendung des Begriffs "Volksfront" interessant.

Manche finden ja, daß es a bisserl altmodisch ist, die hiesige Zusammenarbeit der Kommunisten mit anderen Linken "Volksfront" zu nennen. Es ist meines Erachtens aber der richtige Begriff.

Noch sind bei uns keine Islamisten mit von der Partie. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

12.04.2008 12:27
#2 ERGÄNZUNG - Und noch ein Sieg im Volkskrieg antworten

Dieweilen die Kommunisten in Malaysia ihre Volksfront schmieden, scheinen nach den ersten Ergebnissen die Kommunisten bei den Wahlen in Nepal vorn zu liegen. Das sind die Leute, die jahrzehntelang einen "Volksrieg" geführt haben; so lange, daß sie schon zur Zeit Maos am Werk waren und deshalb seltsamerweise immer noch "Maoisten" genannt werden.

Während der Kommunismus in Europa sozusagen Atem holt, ist er in Asien (und, siehe Chávez, siehe Evo, auch in Südamerika) schon wieder fleißig am Kämpfen.

Frankfurter Offline



Beiträge: 233

27.04.2008 23:13
#3 RE: ERGÄNZUNG - Und noch ein Sieg im Volkskrieg antworten

Nachdem die Maoisten in Nepal tatsächlich die Wahlen gewonnen haben, scheint es in der Tat notwendig zu sein darüber nachzudenken, wie es dazu kommen konnte.

Also ich bin nicht der Ansicht, dass die Kommunisten einen besonderen Auftrieb in Asien haben. Ausserhalb der kommunistischen Staaten wie China, Nordkorea, Vietnam und Laos scheint es nur in Indien eine verwurzelte kommunistische Partei zu geben. Sie sind Mitglied der Regierungskoalition, wenn auch mit wenigen Abgeordneten. Aber immer noch genug, um das Züglein an der Waage zu sein.
Nur im Bundesstaat Westbengalien stellen sie tradionell seit Jahrzehnten die Regierung. Dabei gehen ihre Wählerstimmen immer mehr zurück.

Ich denke eher, dass es vermutlich Nepal-spezifische Ursachen sind, die den Erfolg der Maoisten verursacht haben. Ich möchte nur an das Jahr 2001 erinnern. Damals hatte nach offizielen Angaben der Kronprinz nach einem heftigen Streit mit seinen Eltern das Zimmer wutentbrannt verlassen. Er kam zurück mit einem Sturmgewehr und hat alle erschossen, seine Eltern, seine Schwestern und Brüder, ebenso seine Schwäger, und schliesslich sich selbst.

Wir werden vermutlich nie erfahren, was in dieser Nacht wirklich passiert ist. Aber das hat mit Sicherheit der Monarchie dort einen Schlag versetzt, von dem dem sie sich vermutlich nicht wieder erholen wird. Man sollte dabei bedenken, dass sowohl in den hinduistischen als auch den bhuddistischen Königreichen, der König, wenn vielleicht nicht ein Gottkönig, aber auf jeden Fall den Fall den Göttern nähersteht, als ein Normalsterblicher.
Viele religiöse Funktionen können ohne den König gar nicht adäquat ausgeführt werden.

Und ein Kronprinz, der seine gesamte Familie ermordet, passt irgenwie nicht in das Bild eines "Gottkönigs".






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"In times of universal deceit, telling the truth will be a revolutionary act." George Orwell, 1984

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

28.04.2008 13:42
#4 RE: ERGÄNZUNG - Und noch ein Sieg im Volkskrieg antworten

Danke für diese Informationen, lieber Frankfurter. Wie immer bei Ihnen kompetent und interessant.

Zitat von Frankfurter
Ausserhalb der kommunistischen Staaten wie China, Nordkorea, Vietnam und Laos scheint es nur in Indien eine verwurzelte kommunistische Partei zu geben.

Das deckt sich mit meinem Kenntnissstand. In einer Weltgegend, in der sich China und Vietnam gerade erfolgreich (zumindest ökonomisch) vom Kommunismus befreien und in der Nordkorea jedem zeigt, wie es ist, unter einem lupenreinen Kommunismus zu leben, dürfte dieses Modell ja auch nicht besonders attraktiv sein.
Zitat von Frankfurter
Nur im Bundesstaat Westbengalien stellen sie tradionell seit Jahrzehnten die Regierung. Dabei gehen ihre Wählerstimmen immer mehr zurück.

Gehört da auch Kerala dazu, oder ist das ein anderer Name dafür? Ich erinnere mich, daß dies als Hochburg der Kommunisten galt, mit einem charismatischen Führer namens Krischna Menon.

Es wird oft übersehen, daß Indien nach der Befreiung von der britischen Herrschaft lange Zeit auf der Kippe zum Sozialismus stand. Es war mit der UdSSR verbündet; es gab starke sozialistische Kräfte innerhalb und außerhalb der Kongreßpartei. Infolgedessen blieb Indien ein armes Land.

Der jetzige gewaltige Aufstieg ist ausschließlich der Hinwendung zu einem liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell zu verdanken, die noch keine zwei Jahrzehnte alt ist.
Zitat von Frankfurter
Ich möchte nur an das Jahr 2001 erinnern. Damals hatte nach offizielen Angaben der Kronprinz nach einem heftigen Streit mit seinen Eltern das Zimmer wutentbrannt verlassen. Er kam zurück mit einem Sturmgewehr und hat alle erschossen, seine Eltern, seine Schwestern und Brüder, ebenso seine Schwäger, und schliesslich sich selbst.

Jetzt, wo ich es lese, kommt mir das wieder in Erinnerung. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht. Ja, das war wüst damals.

Herzlich, Zettel

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