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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 331 mal aufgerufen
 Pro und Contra
Enha Offline



Beiträge: 59

14.04.2008 10:48
Wie labil ist unser System? antworten

Einer "Spontanaktion" gelang es, am Samstag in der Kölner Innenstadt einen Verkehrsknotenpunkt lahmzulegen. ( siehe: http://www.rundschau-online.de/html/arti...494028113.shtml). Der Meldung nach waren die Ordnungskräfte verhältnismäßig hilflos. Glücklicherweise hatte die Aktion keinen terroristischen Hintergrund und blieb so ohne weitergehende Folgen. Doch was wäre im Ernstfall geschehen? Ist unser System nur ein "Gutwettersystem", das uns im Ernstfall "im Regen stehen" lässt?
Etwas besorgt,
Enha

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

15.04.2008 01:59
#2 RE: Wie labil ist unser System? antworten

Zitat von Enha
Etwas besorgt, Enha

Lieber Enha, ich teile Ihre Sorge. Aus dem verlinkten Artikel:
Zitat von Kölnische Rundschau
Warum das alles, lässt ein Plakat erahnen, das den Spruch trug: „Reclaim the Streets - Die Verhältnisse zum Tanzen bringen - Freiräume erkämpfen und verteidigen.“ Der englischsprachige Teil beinhaltet die Aufforderung, die Straßen für sich in Besitz zu nehmen. Und genau das machten die Demonstranten ausgiebig - vor allem zum Leidwesen der Autofahrer, die nur schwer die Partymeile und die angrenzenden Viertel erreichen konnten.

"Die Verhältnisse zum Tanzen bringen" ist eine Formulierung von Karl Marx; und er meinte damit mehr einen Todes- als einen Freudentanz.

"Freiräume erkämpfen und verteidigen" - das ist die typische Großmäuligkeit der Achtundsechziger Bewegung gewesen. Einfach mal "Regelverletzung" betreiben und warten, was passiert.

Das Kalkül solcher Aktionen (die natürlich keineswegs "spontan" sind, wie es in dem Artikel steht, sondern sorgfältig geplant) ist einfach und altbewährt:

Man richtet Schaden an, aber "friedlich" und spekuliert darauf, daß die Polizei nicht eingreift, weil sie dann als der Aggressor dastehen würde.

Das ist eine Win-Win-Strategie (wenn Sie mir, lieber Enha, diesen Anglizismus durchgehen lassen ). Greift die Polizei nicht ein, dann hat man einen "Freiraum erkämpft", also den Staat als ohnmächtig vorgeführt. Greift sie ein, dann lamentiert man über "faschistische Repression".

Am Anfang waren es ein paar Dutzend, am Ende tausend, heißt es in der Meldung. Auch das ist typisch für diese Strategie: Die paar Dutzend, das sind die eingeweihten Kader. Und die tausend, das sind die Naiven, die glauben, es ginge wirklich um ein wenig Spaß.

Herzlich, Zettel

Omni Offline



Beiträge: 255

23.06.2008 15:23
#3 RE: Wie labil ist unser System? antworten

Naja, unnötige Aktion, keine Frage.
Aber man sollte nicht gleich den Untergang des Abendlandes an die Wand malen, weil 1000 Spaßvögel eine Straße blockieren.
Und man muss auch nicht gleich wieder in die "die 68er sind an allem schuld"-Kerbe hauen.

Und natürlich ist unser System labil. Das Gemeinwesen funktioniert immer nur, wenn die Mehrheit einen guten Willen zeigt. Deswegen sollte in einer Demokratie auch jedem daran gelegen sein, dass alle Bevökerungsteile dieses guten Willen aufbringen möchten.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

24.06.2008 02:21
#4 RE: Wie labil ist unser System? antworten

Zitat von Omni
Aber man sollte nicht gleich den Untergang des Abendlandes an die Wand malen, weil 1000 Spaßvögel eine Straße blockieren.

Nein, das sollte man nicht, lieber Omni. Noch bei keinem Kölner Karneval ist das Abendland untergegangen.

Herzlich, Zettel

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