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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.04.2008 15:34
Ein Meldung im "Neuen Deutschland" antworten

Ich staune immer wieder, mit welcher Naivität Viele es den Kommunisten abnehmen, ihr Ziel des erneuten Aufbaus einse Sozialismus à la DDR aufgegeben zu haben.

Mit einer gewissen Hartnäckigkeit versuche ich darum, in ZR und hier im Forum darauf aufmerksam zu machen, wie Kommunisten denken und wie sie taktieren. Hier ein aktuelles Beispiel.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

28.04.2008 16:52
#2 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Ein weiterer Brief antworten

Wie ich in dem Artikel vermutet hatte, handelt es sich bei dem Vorstoß von Luft und Genossen nicht um halt so eine Idee, sondern um Teil eines wohlgeplanten taktischen Manövers. Gestern meldete in "Welt Online der "Welt"-Korrespondent Kristian Frigelj, daß jetzt ein weiterer Brief verschickt wurde:

Zitat von Welt Online
So appellieren in einem Brief gleich drei Dutzend Führungspersonen aus den Regionen an den „lieben Lothar“ und den „lieben Oskar“, Wagenknechts Kandidatur für einen Vize-Posten zu unterstützen. „Auf dieses große politische Talent sollte im geschäftsführenden Parteivorstand nicht verzichtet werden“, heißt es in dem Empfehlungsschreiben, das WELT ONLINE vorliegt und einen verehrenden Charakter hat: „Ihre Publikumsresonanz wird innerparteilich allein von der Gregors und Oskars überboten.“

Der Artikel ist lesenswert. Es wird spannend werden in der Partei "Die Linke", wenn auf dem kommenden Parteitag Ende Mai in Cottbus ein neuer Vorstand gewählt wird.

Dann wird die Gysi-Linie - so schnell wie möglich an die Macht, auch wenn man dabei zB in Sachen Israel die Linie ändern muß - mit der Linie von Höpcke, Christa Luft, Heiner Fink und Friedrich Wolff kollidieren, die erst einmal die WASG ganz verdauen, die der Partei ein deutlicher kommunistisches Profil geben wollen, bevor man sich an die Machtbeteiligung im Westen macht.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

10.05.2008 22:58
#3 AKTUELLE ERGÄNZUNG:Es hat funktion antworten

Inzwischen haben sich nicht nur, wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, die Vorsitzenden Bisky und Lafontaine dem Vorschlag angeschlossen, Wagenknecht zur stellvertretenden Vorsitzenden zu wählen. Womit sie so gut wie gewählt sein dürfte. Sondern Wagenknecht will auch in den nächsten Bundestag.

Und immer noch nicht genug: Das "Neue Deutschland" berichtete gestern über eine Diskussion "im ND-Gebäude". Im immer noch unverkennbaren kommunistischen Verlautbarungs-Stil heißt es darin:

Zitat von Neues Deutschland
Der ehemalige stellvertretende Kulturminister der DDR war es auch, dem am Mittwochabend die Leitung einer Diskussion im ND-Gebäude oblag. (...) Nachdem Moderator Klaus Höpcke die Podiumsteilnehmer begrüßt und vorgestellt hatte, bekamen Michael Brie und Hermann Klenner Gelegenheit, ihre konträren Positionen dem Publikum vorzustellen. Bries Ausführungen lassen sich mit dem Luxemburg-Zitat zusammenfassen, wonach Freiheitsrechte nicht durch das Ziel, die Überwindung der Herrschaftsverhältnisse, verneint werden dürften. Der Philosoph meinte, dass die Einschränkung der Reisefreiheit in der DDR die Verneinung elementarer Grundrechte eines Staatsbürgers gewesen sei. Seine Ansichten wurden vom Publikum allerdings nur mit spärlichem Applaus honoriert.

Das war ja auch eine für einen Kommunisten etwas seltsame Vorstellung, die der Philosoph da vertrat. Es geht doch auch anders:
Zitat von Neues Deutschland
Auf deutlich mehr Wohlwollen stieß die 15-minütige Rede des Rechtsphilosophen Hermann Klenner. (...) Klenner meinte, dass ein Zurückstellen sozialer Gleichheit hinter politische Freiheitsrechte für ihn einen Rückschritt bedeute – noch hinter die französische Revolution

Was, wenn man es in verständliches Deutsch übersetzt, heißt: In der DDR gab es zwar keine Freiheit, aber soziale Gleichheit, und das war gut so.



Seit sich die SED in PDS umbenannte, hat man die kommunistische reine Lehre durch die Kommunistische Plattform hochhalten lassen, aber sich mehr oder weniger davon ferngehalten. Ich kann mich an eine Äußerung von Gregor Gysi vor ein paar Jahren erinnern. Man werde sich nicht von der Kommunistischen Plattform trennen, weil man nicht mehr, wie in der DDR, Andersdenkende aus der Partei ausschließen wolle.

Vorbei. Die Kommunistische Plattform, die immer das sagte, was so gut wie alle Kommunisten dachten, ist jetzt wieder in die Mitte der Partei aufgenommen.

Als nächstes dürfte es eine Diskussion über die DDR geben. Tenor, so könnte ich mir denken: Das Negative an der DDR haben wir jetzt lange genug aufgearbeitet. Jetzt sollten wir uns endlich einmal daran erinnern, was gut war und was wir für die Bundesrepublik übernehmen sollten.

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