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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

13.05.2008 14:37
Zettels Meckerecke: Opern Im TV antworten

Schön, wenn es im TV gute Inszenierungen von Opern, von Schauspielen zu sehen gibt. Aber Einiges an vielen dieser Übertragungen finde ich schon a bisserl ärgerlich.

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

14.05.2008 02:57
#2 RE: Zettels Meckerecke: Opern Im TV antworten
Lieber Zettel,

da haben Sie wieder etwas zum Thema gemacht, was vordergründig als gar nicht so wichtig erscheint. In Wirklichkeit aber das ganze Debakel mit den öffentlich rechtlichen TV-Sendern zeigt. Gedankenlos und am Zuschauer (zahlendem Kunden) vorbei, ohne Mitdenken und ohne Fingerspitzengefühl. Man könnte hier noch viel mehr aufzählen, um daß besondere know-how dieser angeblich seriösen Sender aufzuzählen.

Für mich jedenfalls ist der Anspruch, den das 1. und 2. Programm uns immer vermitteln will überhaupt nicht erfüllt. Ich denke da unter anderem an die Berichterstattungen von x-beliebigen Unfällen/Katastrophen und während die Leichen vom Unfallort getragen werden, sülzt der TV-Sprecher den "vermeintlich" endstandenen Sachschaden durchs Mikro. A) eine Zahl die sowieso unhaltbar ist und B) vollkommen deplaziert. Übrigens sind bei solchen Aussagen auch die Polizisten immer wieder gern zur Stelle.

Und wenn man Phönyx betrachtet, so sind die wirklich guten Sendungen meist auch mitten in der Nacht.

Auch das unsere Beiträge, zur Finanzierung all möglicher Dummheiten ausgegeben werden, in Form von Doko-Soaps und von endlosen Serien in Sachen Liebe (die eher zum Abgewöhnen gut sind). Auch die endlosen Wiederholungen der Geier Wally oder ähnlich, könnte man nun wirklich in die Tonne werfen. Wie lange will man uns die 60 Jahre alten Filme noch als "Kult" verkaufen?

Am schlimmsten aber empfand ich die Heuchelei letztes Jahr zur Tour de France.
ARD und ZDF sind nach Doping-Bekanntgabe eines Fahrers aus der Übertragung ausgestiegen. So weit, so gut. Wenns das dann gewesen wäre.

Nein, jetzt fängt die Heuchelei erst an. Schleunigst hat man Sondersendungen angesetzt, natürlich nur weil man als öffentlich rechtliche Sender eine Informationspflicht hat. In Talkrunden hatte man Experten und aussagewillige Sportler zu Gast. Natürlich um seriös Bericht zu erstatten. Ein Schelm wer dabei denkt, es ginge um Einschaltquoten. Wie sich später 'rausstellt waren genau diese Sondersendungen besser besucht als die Tour-Übertragung selbst.

Dazu muß man wissen, das von Anfang an die Tour von den meisten Zuschauern bei Eurosport gesehen wurde seit Jahren schon und die "öffentlich rechtlichen" vor der Tour dieses Kalkül genau vor Augen hatten. Aber sie wußten auch, das wird keine "saubere" Tour und haben vorsichtshalber gleich um jederzeit aussteigen zu können, den schwarzen Peter dahin plaziert, wo er mit Sicherheit gefunden wird.

So einfach ist das im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Werbespots der Sponsoren laufen ja auch in den Privat-Sendern, also kann man sich ja auch aus dem Fenster lehnen ohne Verluste.

Selbst die alte ehrwürdige Sendung am Sonntag Mittag "Frühschoppen" was sich heute Presseclub nennt, hatte nichts besseres zu tun als mit einem Marcel Wüst (den man vor der Tour wegen möglicher Altlasten aus der ARD als CO-Kommentator bei der Tourübertragung entfernt hatte) die aktuellen Geschehnisse zu besprechen.

Das "Negativ-Schlagzeilen" eine höhere Einschaltquote bringen, als eine normale Übertragung wissen wir alle, aber wie man es umfunktioniert, um dann mit einem Heiligenschein über dem Haupte noch mehr Geld zu machen, das weiß man jetzt auch.

♥liche Grüße Nola

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

14.05.2008 14:03
#3 Die elenden Öffentlich-Rechtlichen antworten

Liebe Nola,

ja, über die Öffentlich-Rechtlichen kann man wirklich zu Recht öffentlich klagen.

Sie sind im Grunde ein Relikt aus der Zeit, als die neue Technik des Rundfunks entstand. In der deutschen Wikipedia ist das sehr schön beschrieben:

Schon 1919 dekretierte die SPD-Reichsregierung die Rundfunkhoheit des Staats, weil sie einem Mißbrauch des Rundfunks durch Revolutionäre vorbeugen wollte. Als es dann etliche Jahre später ernst wurde mit dem Rundfunk für den Bürger, waren bereits die Reichspost und das Innenministerium zuständig.

Man konnte sich das ja lange Zeit in Deutschland gar nicht anders vorstellen, als daß der Staat für Funk und Fernsehen zuständig ist. Wieso eigentlich, hat kaum jemand gefragt.

In den USA ist es von vornherein anders gelaufen; dort wurden bereits die ersten Sendungen in den zwanziger Jahren von Privaten ausgestrahlt.

Mir hat noch niemand einen Grund dafür nennen können, warum es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, aber keine öffentlich-rechtlichen Tageszeitungen, Nachrichtenmagazine, Frauenzeitschriften oder Sportillustrierte.

Richtig wäre es, die Rundfunkanstalten radikal zu privatisieren. Wir brauchen keine von den Parteien überwachten Nachrichtensendungen, wir brauchen keine öffentlich-rechtlichen Quizsendungen, und der Fußball ist genauso schön, wenn Sat1 wie wenn die ARD ihn überträgt.

Also weg mit diesem ganzen gefräßigen, bürokratisierten, ineffizienten System!

Unter gleichzeitigem Ausbau von öffentlich-rechtlichen Kultur- und Wissenschaftsprogrammen. Denn da gibt es einen Bedarf, den der Staat wirklich besser decken kann als Private.

Da nämlich liegt Deutschland, trotz oder wegen seines aufgeblasenen öffentlich-rechtlichen Systems, weit hinter vielen anderen Ländern zurück. Selbst Italien hat zum Beispiel zwei rund um die Uhr sendende Wissenschaftsprogramme: RaiEdu1 auf einem mehr elementaren und RaiEdu2 auf wissenschaftlichem Niveau.

In Deutschland liefern uns die aufgeblasenen Öffentlich-Rechtlichen nichts dergleichen; nur Bayern ist mal wieder mit Bayern Alpha besser als die anderen.

Nur, wünschen kann man halt viel, liebe Nola. Ich glaube nicht, daß man diesen Moloch von ARD und ZDF wegkriegen wird. Viel zu viele profitieren davon, nicht zuletzt die Parteien, die via die Rundfunkräte einen beträchtlichen Einfluß in Bereichen ausüben dürfen, die sie nichts angehen.

Herzlich, Zettel

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