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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 944 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.07.2008 02:09
Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Eine bemerkenswerte Frau, diese Ingrid Betancourt.

vivendi Offline



Beiträge: 660

03.07.2008 09:26
#2 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten
Die Wandlung ist in der Tat erstaunlich. So erstaunlich, dass man sich fragen muss, ob die Darstellungen ihres (Gesundheits-) Zustandes während ihrer Gefangenschaft nicht zweckdienlich manipuliert waren. Ich erinnere mich einer Meldung (mit Bild) in der sie als mit dem Tode ringend dargestellt wurde.
Aufnahme von Feb. 2008: http://www.4ingrid.com/main/accueil.htm
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.07.2008 12:30
#3 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten
Zitat von vivendi
Ich erinnere mich einer Meldung (mit Bild) in der sie als mit dem Tode ringend dargestellt wurde.
Aufnahme von Feb. 2008: http://www.4ingrid.com/main/accueil.htm

Sie trägt, lieber Vivendi, auf diesem Foto ein sehr eigenartiges Armband, mit dem es wohl eine besondere Bewandnis haben muß. Sie hat es auch vergangene Nacht getragen, immer mal wieder daran genestelt, darauf gedeutet.

Das nur nebenbei. Das Foto zeigt sie geradezu als Archetypen - in meinem illustrierten Märchenbuch der Brüder Grimm war so eine im Büßergewand - Nesselkleid hieß es, glaube ich - und mit Wallehaar, die zur Hinrichtung gefahren wurde ("Die sieben Raben"??).

Wie kommt ein solches Bild zustande? Es lag möglicherweise ja auch im Interesse der FARC, sie möglichst leidend darzustellen - sei es, um ein hohes Lösegeld zu erpressen, sei es, um ihre Macht zu demonstrieren. Siehe die Fotos von Schleyer, die die RAF zu verbreiten suchte, oder vor wenigen Jahren die Videos, die von Terroristen im Irak an Al Jazeera geschickt wurden.

Wie krank oder nicht krank sie ist, wissen wir ja nicht. Was sie vergangene Nacht so beeindruckend machte, das war diese Vitalität, diese Intelligenz. Sie hat auch etwas ich will nicht sagen Schauspielerisches, aber eine Begabung, durch ihre Gestik und Mimik starke Wirkung zu erzielen.



Die Live-Übertragung von France 24 ging übrigens bis in den Morgen. An die Pressekonferenz, die ich in dem Artikel erwähnte habe, schloß sich nach einer Pause eine lange Feier in einer Halle an. Dort saß sie die meiste Zeit bescheiden auf einer Bank, zusammen mit den columbianischen Soldaten, die mit ihr befreit worden waren (die drei Amerikaner waren schon in die USA ausgeflogen worden).

Der Präsident Uribe, der Verteidigungsminister, alle möglichen an der Befreiung Beteiligten hielten lange Reden voller Selbstlob. Mit einer Weitschweifigkeit, die mich an die Reden erinnert hat, die die Indianer bei Karl May bei wichtigen Anlässen zu halten pflegen; der Verteidigungsminister ging an einer Stelle zurück bis zu seiner Mutter, deren Leben und Sterben er würdigte.

Dann wurde Ingrid Betancourt sozusagen aufgerufen. Immer noch in ihrer Militärjacke. Sie berichtete noch einmal die Einzelheiten ihrer Befreiung, immer wieder von Uribe durch Fragen unterbrochen. Mein Eindruck war, daß diese Veranstaltung propagandistisch zum einen als Selbstbeweihräucherung der Regierung gedacht war. Zum anderen wollte man aber wohl Ingrid Betancourt, die auf dem Flughafen wie eine Homecoming Queen aufgetreten war, in ihre Schranken weisen.

Immerhin könnte sie für Uribe zu einer gefährlichen Konkurrentin werden; eine zweite Evita Peron.

Herzlich, Zettel
HStafo Offline



Beiträge: 36

03.07.2008 16:48
#4 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

In der Tat, eine bemerkenswerte und tolle Frau.
In ihrer Rede, ich glaube, am Flughafen, sprach sie von der Befreiungsaktion und zog einen Vergleich zu den perfekten Kommandoaktionen Israels. Das hat mir besonders gefallen, und zwar deswegen, weil einfach einmal Israel nicht als der Paria dargestellt wurde, sondern von jemandem, der es wissen muß, ganz spontan die Sache mit einem passenden Vergleich auf den Punkt gebracht wird.
Vielleicht bin ich jetzt ja unfair, wenn ich sage, daß ich in diesem Land keine Frau (und auch keinen Mann) sehe, dem ich auch nur entfernt Ähnliches zutraute (natürlich wünsche ich keinem so etwas). Wenn ich an die Polit-Frauen in Deutschland denke, da fällt mir spontan Nahles ein und die ewig näselnde Ullalala Schmidt. Aber wie gesagt, das ist alles unfair.
;-)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.07.2008 17:10
#5 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Zitat von HStafo
In ihrer Rede, ich glaube, am Flughafen, sprach sie von der Befreiungsaktion und zog einen Vergleich zu den perfekten Kommandoaktionen Israels. Das hat mir besonders gefallen, und zwar deswegen, weil einfach einmal Israel nicht als der Paria dargestellt wurde, sondern von jemandem, der es wissen muß, ganz spontan die Sache mit einem passenden Vergleich auf den Punkt gebracht wird.

Ja, das war mir auch aufgefallen, lieber HStafo. Sie sagte, die Israelis seien ja bekannt für ihre perfekten Kommandoaktionen; aber jetzt könnten sie noch von der columbianischen Armee lernen.

Soweit ich bisher informiert bin, haben die USA bei der Befreiung kräftig Hilfe geleistet (zB bei der Ortung der Gefangenen über Satellit), während Frankreich, das sich früher gewiß bemüht hat, diesmal nicht mit von der Partie war.

Das hindert Sarkozy nicht daran, bei einem kurzen Auftritt mit Betancourts in Frankreich lebenden Familienangehörigen allen zu danken, "die bei der Befreiung mitgeholfen" hätten. Ganz so, als sei Frankreich eigentlich federführend gewesen.

Herzlich, Zettel

Kaa Offline




Beiträge: 658

03.07.2008 20:47
#6 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten
Zitat von Artikel
Intelligent und erstaunlich gut informiert; sie weiß genau Bescheid über das, was Sarkozy für ihre Freilassung unternommen hat, zuvor Chirac und de Villepin.


Da stimmt was nicht. Die ist viel zu fit und gut informiert.
Mir ist sie auch sympathisch, aber das kommt mir komisch vor.

Kaa


Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus Autor im Netz bekannt

califax Offline




Beiträge: 1.499

03.07.2008 21:14
#7 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Sie durfte Radio hören und ihre Familie hat regelmäßig eine Radiosendung nur für sie gestaltet.
Außerdem wurde sie sicher auf der Reise in die Öffentlichket gebrieft, untersucht und mit allem nötigen versorgt. Und sie ist ein politischer Profi. Zusammenklappen kann sie, wenn keine Kamera mehr da ist.

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The Outside of the Asylum

vivendi Offline



Beiträge: 660

03.07.2008 22:23
#8 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Mir sind weitere Begleitumstände dieser "Heimkehr" aufgefallen. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mir kein Urteil über Betancourt erlaube, da ich ihre Geschichte nur mangelhaft kenne und sie auch nicht kennen will.

Nach der Befreiung hat Frankreich die Kinder von Betancourt nach Kolumbien geflogen (mit einer Sondermaschine?). So als wäre Betancourt ein Mitglied der französischen Regierung. Meines Wissens ist sie Kolumbianerin (vielleicht Doppelbürgerin?)

Die Nachrichtenagenturen berichteten, dass Betancourt als erstes von einem Arzt untersucht werden müsse, um ihren Gesundheistzustand festzustellen. Nicht von irgendeinem Arzt, vom Arzt des Präsidenten. So als ob der Staat über den Körper von Betancourt verfüge und ein Recht und sogar die Pflicht hätte, für ihren gesundheitszustand zu sorgen. Wer 6 Jahre im Busch unter katastrophalen Verhältnissen gelebt hat, wird meiner Ansicht nach selbst wissen ob und wo es wehtut ... und sich dann, wenn wirklich erforderlich, einen Arzt seines Vertrauens suchen.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Betancourt so etwas wie ein Staatseigentum geworden ist. Eine Frau, die ihr Leben für mehr Freiheit riskierte ...

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.07.2008 23:11
#9 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Zitat von vivendi
Nach der Befreiung hat Frankreich die Kinder von Betancourt nach Kolumbien geflogen (mit einer Sondermaschine?). So als wäre Betancourt ein Mitglied der französischen Regierung. Meines Wissens ist sie Kolumbianerin (vielleicht Doppelbürgerin?)

Ja, das ist sie, liebe Vivendi. Sie wuchs u.a. in Paris auf (als Tochter eines dort akkredetierten Diplomaten), studierte in Paris (dort war der spätere Außenminister und Ministerpräsident de Villepin einer ihrer Professoren), heiratete einen Franzosen und erhielt dadurch auch die französische Staatsbürgerschaft. In ihrer Pressekonferenz gestern hat sie überwiegend spanisch, teils aber auch französisch gesprochen und an einer Stelle gesagt: Ich bin Columbianerin. Ich bin Französin.
Zitat von vivendi
Die Nachrichtenagenturen berichteten, dass Betancourt als erstes von einem Arzt untersucht werden müsse, um ihren Gesundheistzustand festzustellen. Nicht von irgendeinem Arzt, vom Arzt des Präsidenten. So als ob der Staat über den Körper von Betancourt verfüge und ein Recht und sogar die Pflicht hätte, für ihren gesundheitszustand zu sorgen. Wer 6 Jahre im Busch unter katastrophalen Verhältnissen gelebt hat, wird meiner Ansicht nach selbst wissen ob und wo es wehtut ... und sich dann, wenn wirklich erforderlich, einen Arzt seines Vertrauens suchen.

Als sie ihre Pressekonferenz auf dem Flughafen gegeben hat, war sie der alleinige Mittelpunkt. Dann, bei der Feier in Bogotá, wurde sie in der Inszenierung an den Rand gesetzt, im Wortsinn.

Uribe will natürlich für sich das Maximale aus diesem Erfolg herausholen; seine Chancen auf eine Wiederwahl dürften gestiegen sein. Andererseits will er natürlich Betancourt nicht als Konkurrentin aufbauen. Das mit dem Arzt würde ich eher als Freundlichkeit sehen.
Zitat von vivendi
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Betancourt so etwas wie ein Staatseigentum geworden ist. Eine Frau, die ihr Leben für mehr Freiheit riskierte ...

Uribe könnte schon versuchen, sie zu vereinnahmen. Aber so, wie sie sich gestern präsentiert hat - ich glaube nicht, daß ihm das gelingen wird.

Sie soll ja u.a. mehrfach zu fliehen versucht haben und wurde danach jeweils ständig gefesselt. Eine solche Frau wird sich nicht vereinnahmen lassen.

Herzlich, Zettel

califax Offline




Beiträge: 1.499

03.07.2008 23:18
#10 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Zitat von Zettel

Uribe könnte schon versuchen, sie zu vereinnahmen. Aber so, wie sie sich gestern präsentiert hat - ich glaube nicht, daß ihm das gelingen wird.
Sie soll ja u.a. mehrfach zu fliehen versucht haben und wurde danach jeweils ständig gefesselt. Eine solche Frau wird sich nicht vereinnahmen lassen.



Sie scheint mir auch ziemlich raffiniert zu sein. Uribe ist ja nicht ihr politischer Freund. Zum Militär hat sie möglicherweise auch eine sehr eigene Meinung.
In der Show hat sie beide über den Klee gelobt, um so nebenbei kleinere politische Differenzen zu erwähnen.
Sie wird weiter versuchen nicht undankbar zu erscheinen und trotzdem ihre eigene Karriere wieder aufzunehmen.
Uribe kriegt in Zukunft möglicherweise ernsthafte Konkurrenz von ihr.

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The Outside of the Asylum

vivendi Offline



Beiträge: 660

04.07.2008 15:00
#11 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten
Gerade in einer Nachrichtensendung und kritischen Analyse gehört:
Die Befreiung Ingrid Betancourts war ein Theaterspiel. Die Geiseln waren für mehrere Millionen freigekauft worden.
http://www.theaustralian.news.com.au/sto...0-12377,00.html
Die im Rettungshubschrauber mitfliegenden FARC Rebellen waren bestochen worden und sollen freies Geleit in ein Land ihrer Wahl erhalten, in Frage kommt insbesondere Frankreich.
Ingrid Betancourt soll nächste Woche auch vom Papst empfangen werden: http://www.agi.it/world/news/20080704122...en0020-art.html

Inzwischen sind bleiben mehrere Hundert weitere Geiseln in den Händen der Rebellen und werden wohl von der Weltöffentlichkeit vergessen werden.

Auch wenn ich den befreiten Geiseln die Freiheit mehr als gönne: Schöne Welt.
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

04.07.2008 16:31
#12 RE: Marginalie: Ingrid Betancourt ohne Stockholm-Syndrom antworten

Zitat von Kaa
Zitat von Artikel
Intelligent und erstaunlich gut informiert; sie weiß genau Bescheid über das, was Sarkozy für ihre Freilassung unternommen hat, zuvor Chirac und de Villepin.

Da stimmt was nicht. Die ist viel zu fit und gut informiert. Mir ist sie auch sympathisch, aber das kommt mir komisch vor.

Vielleicht, liebe Kaa, waren ja auch die Bilder aus der Gefangenschaft, die wir alle kennen, ein wenig, sagen wir, zielgerichtet fotografiert? Die FARC wollte ja Druck ausüben, ihr als Gegenleistung für eine Freilassung entgegenzukommen.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

04.07.2008 18:59
#13 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Ingrid Betancourts Auftritte heute in Frankreich antworten

France 24 überträgt seit dem frühen Nachmittag die Auftritte von Ingrid Betancourt in Frankreich. Es gab zunächst eine Art kleine Feier mit dem Präsidenten Sarkozy. Jetzt läuft eine Pressekonferenz.

Sehr erstaunlich. Auf der Feier eine emotionale, ungemein herzliche, gelegentlich von ihren Emotionen so mitgerissene Frau, daß ich nicht ganz sicher war, was echt und was ein perfekter Auftritt war.

Am Anfang eine Schilderung der Lebensbedingungen im Dschungel; ergreifend und humorvoll zugleich. Man lebe im Dunkeln, überall nur grün - sie sei zwar eine Grüne, aber das sei selbst ihr zu viel gewesen. Sie hätte im Monat ungefähr 300 Kilometer marschieren müssen; auf den Märschen immer umgeben von Getier; ohne Hut hätte man keinen Schritt tun wollen.

Dann ein ergreifender Dank an die Solidaritätskomitees, an Sarkozy usw.

Und dann merkte man auf einmal, wieviel Politikerin in dieser Frau steckt, die da scheinbar nur ihren Emotionen Luft machte: Sie versuchte Sarkozy, sehr pathetisch, darauf festzunageln, mehr für die noch Festgehaltenen zu tun. Charmant, fast flehend; so, daß er eigentlich nicht nein sagen konnte. Auch ein Programm für Freigelassene, in Frankreich mit Stipendien zu studieren, wollte sie gleich etabliert wissen.

Sarkozy reagierte in einem kurzen Statement, sichtlich verschnupft. (Vielleicht auch, weil sie dessen Konkurrenten Delanoe sehr warum gepriesen hatte).



Im Augenblick läuft die Pressekonferenz. Die Frau ist wie verwandelt. Nichts mehr von Emotionen, außer einem gelegentlichen Lachen, das an das von Liselotte Pulver erinnert. Kühle, überlegte Antworten.

Am Anfang zu Fragen zu den Gerüchten, die Befreiung sei inszeniert gewesen und es sei ein hohes Lösegeld gezahlt worden. (Siehe in diesem Thread den Beitrag von Vivendi dazu).

Sie war offenbar auf dem Laufenden über dieses Gerücht, das vom Sender "Radio de la Suisse Romande" in die Welt gesetzt worden war. Sie sagte, sie halte das für ausgeschlossen.

Der Commandante Enrique, unter dessen Verantwortung sie bewacht worden war, sei, als er überwältigt worden war, verzweifelt gewesen. So benehme sich nicht jemand, der einen Deal gemacht habe.

Sie sprach auch über ihr gespanntes Verhältnis zu Uribe, zur columbianischen Armee. Der sie aber für die Befreiung großen Dank schulde.

Eben hat sie erklärt, wie das berühmte Video von ihr zustandegekommen ist.

Man wollte sie zwingen, eine Nachricht an ihre Familie zu sprechen, als Lebenszeichen. Sie wollte aber diese Inszenierung nicht mitmachen und hätte abgelehnt mitzuspielen. Man hätte sie aber gezwungen, und so hätte sie sich schweigend fotografieren lassen - als Zeichen, daß sie sich weigerte, mit den Entführern zu kooperieren.

Immer wieder kommt sie, bei Antworten auf die verschiedensten Fragen, auf die noch Gefangenen zurück. Eben sprach sie von einer "zweiten Etappe" der Befreiung, die jetzt beginne.

Immer wieder wird sie nach ihren Plänen gefragt, Sie antwortet diplomatisch - ihre Familie lebe in verschiedenen Ländern, also werde sie mal hier, mal dort sein. Sie wolle Bücher schreiben. Ob sie in Frankreich oder in Columbien Politik machen will - das war nicht aus ihr herauszulocken.



Auf die Frage, wie sie so brillante Reden halten und so überlegt antworten könne, sagte sie: Ich habe mehr als sechs Jahre Zeit gehabt, mir diese heutigen Auftritte zu überlegen.

Und als immer wieder nach ihren Zielen gefragt wurde, sagte sie: "Mon projet de vie est simple: De changer le monde. (...) En changeant les coeurs on peut changer le monde." Mein Lebensplan ist einfach: Die Welt verändern. (...) Wenn man die Herzen verändert, kann man die Welt verändern.



Über die Hintergründe ihrer Befreiung: Uribe hätte eigentlich versuchen wollen, sie und die anderen Geiseln mit Gewalt zu befreien. Das sei aber wegen der Öffentlichen Meinung in Frankeich nicht möglich gewesen. Die jetzige Lösung, es mit List zu versuchen, sei "genial" gewesen (was im Französischen ungefähr "prima" heißt).

"Parce qu'elle était tellement absurde, cette opération, qu'elle a réussi". Gerade weil sie so absurd war, sei diese Befreiungsaktion gelungen.

 Sprung  



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