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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 508 mal aufgerufen
 Gesellschaft und Medien
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.09.2006 04:47
Verschwörungstheorien (3): Die Meister des Mißtrauens Antworten

Zweifel ist etwas anderes als Mißtrauen. Die Philosophie der Moderne, die modernen Wissenschaften basieren auf systematischem Zweifel. Zweifel an der Reproduzierbarkeit von Daten, an der Richtigkeit von Theorien.

Mißtrauen aber richtet sich gegen Menschen. In die Philosophie, in weltanschauliche Diskussionen ist es durch die beiden Meister des Mißtrauens gelangt: Nietzsche (bei dem vieles Parallelen zu Freud aufweist) und Marx.

Um sie und ihren Einfluß geht es im dritten Teil der Serie über Verschwörungstheorien.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.09.2006 13:43
#2 RE: Verschwörungstheorien (3): Die Meister des Mißtrauens Antworten

Hier - bei Textlog zu lesen - das Nietzsche-Zitat aus der Vorrede zum ersten Band von "Menschliches, Allzumenschliches" in seinem Kontext, und ein weiteres aus dieser Vorrede dazu:

Alles nur — menschlich-allzumenschlich? Mit diesem Seufzer komme man aus meinen Schriften heraus, nicht ohne eine Art Scheu und Misstrauen selbst gegen die Moral, ja nicht übel versucht und ermutigt, einmal den Fürsprecher der schlimmsten Dinge zu machen: wie als ob sie vielleicht nur die bestverleumdeten seien? Man hat meine Schriften eine Schule des Verdachts genannt, noch mehr der Verachtung, glücklicherweise auch des Mutes, ja der Verwegenheit. In der Tat, ich selbst glaube nicht, dass jemals Jemand mit einem gleich tiefen Verdachte in die Welt gesehn hat (...)

(...) was wisst ihr davon, was könntet ihr davon wissen, wie viel List der Selbst-Erhaltung, wie viel Vernunft und höhere Obhut in solchem Selbst-Betruge enthalten ist, — und wie viel Falschheit mir noch not tut, damit ich mir immer wieder den Luxus meiner Wahrhaftigkeit gestatten darf? ... Genug, ich lebe noch; und das Leben ist nun einmal nicht von der Moral ausgedacht: es will Täuschung, es lebt von der Täuschung ...

Wie meist bei Nietzsche geht es auch um ihn selbst - seinen eigenen Selbstbetrug, den er überwunden habe, jedenfalls zum Teil. Auch hier übrigens eine Parellele zu Freud, der ja eine jahrelange Selbstanalyse durchgeführt hat. Und natürlich kann man bis zu den "Bekenntnissen" von Rousseau zurückgehen, der bereits diese Haltung des Entlarvens an sich selbst exerziert hat.

Reader Offline



Beiträge: 803

07.09.2006 12:34
#3 RE: Verschwörungstheorien (3): Die Meister des Mißtrauens Antworten
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One Leak and a Flood of Silliness
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/con...6090601648.html
By David S. Broder
Thursday, September 7, 2006; Page A27

Conspiracy theories flourish in politics, and most of them have no more basis than spring training hopes for the Chicago Cubs.

(...)

Now at least one count in that indictment has been substantially weakened -- the charge that Rove masterminded a conspiracy to discredit Iraq intelligence critic Joseph Wilson by "outing" his CIA-operative wife, Valerie Plame.

(...)

I have written almost nothing about the Wilson-Plame case, because it seemed overblown to me from the start.

(...)

No one behaved well in the whole mess -- not Wilson, not Libby, not special prosecutor Patrick Fitzgerald and not the reporters involved.

(...)

And in the American Prospect's cover story for August 2005, Joe Conason wrote that Rove "is a powerful bully.

(...)

These and other publications owe Karl Rove an apology. And all of journalism needs to relearn the lesson: Can the conspiracy theories and stick to the facts.




Who is David Broder?

Wikipedia:
http://en.wikipedia.org/wiki/David_S._Broder
David S. Broder (born September 11, 1929) is a Pulitzer Prize-winning journalist, currently with The Washington Post. Before joining the Post in 1966 he worked at the New York Times, Congressional Quarterly, the now defunct Washington Star and the Pantagraph (Bloomington, Illinois). The longtime columnist is informally known as the "Dean" of the Washington press corps. For many years he has appeared on Washington Week and other current affairs television programs. Broder, who is in his late 70s, exemplifies an earlier, declining journalistic tradition. Unlike many younger commentators, he eschews partisanship and ideological crusades.

(Anm: Hervorhebung von R.r)

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