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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 766 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

13.03.2009 18:55
Marginalie: Jungen/Mädchen in der Schule Antworten

Mal etwas Positives: Der Hinweis auf das Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung. Übrigens finanziert und herausgegeben von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

14.03.2009 18:06
#2 Einige Zahlen und Befunde Antworten

Um die Diskussion zu diesem spannenden Thema noch weiter anzuheizen , hier ein paar Punkte aus dem Bericht:



1984 waren 66,7 Prozent der Lehrer in der Primarstufe weiblich, 2006 waren es 88,5 Prozent. Nur noch gut jede zehnte Schulstunde wird also von einem Lehrer erteilt (S. 28 des Berichts)



Männer mit (Fach-)Hochschulabschluß verdienen im Lehramtsberuf ungefähr genauso viel wie in anderen Berufen im Durchschnitt. Frauen im Lehramtsberuf verdienen bei Vollzeitbeschäftigung 2279 Euro netto, außerhalb des Lehramtsberufs 1765 Euro. Bei Teilzeit ist der Unterschied noch größer. (S. 29 des Berichts)


In der Einstellung zur Vereinbarung von Familie und Beruf gibt es noch immer riesige Unterschiede zwischen Ost und West.

In einer Untersuchung von 2004 wurden die beiden folgenden Aussagen vorgegeben:

A Es ist für ein Kind sogar gut, wenn seine Mutter berufstätig ist und sich nicht nur um den Haushalt kümmert.

B Ein Kleinkind wird sicherlich darunter leiden, wenn seine Mutter berufstätig ist.

Von den Frauen im Osten stimmten ungefähr 70 Prozent der Aussage A zu und 40 Prozent der Aussage B (offenbar konnte man auch beiden zustimmen oder an der Grafik stimmt etwas nicht); bei den Frauen West war das Verhältnis ziemlich genau umgekehrt. (Abbildung 13, Seite 31)

ex-blond Offline




Beiträge: 155

14.03.2009 22:19
#3 RE: Einige Zahlen und Befunde Antworten

Hallo lieber Zettel,

Fakt ist, dass bei meinem Sohn die Lust an Schule in den ersten drei Schuljahren verloren ging, und zwar komplett.

Es ist aber schwer auszumachen, woran konkret das liegt und ich denke, es gibt einen ganzen Komplex an Gründen dafür. Dass er damals nach der Schule im Hort war (der auch im Schulgebäude untergebracht war) spielt sicher dabei eine Rolle, denn auf Grund von Unfallgefahren ist der Bereich Schule/Hort ein sehr geschützter Raum, in dem Jungen vermutlich nicht genug Freiraum haben, um sich in Freiheit auszutoben. Es muss wohl auch so etwas wie eine Feminisierung der Schule geben, aber ich kann es nicht konkret an etwas festmachen, vielleicht weil ich selbst weiblich bin und die Welt eben aus weiblichen Augen sehe und erlebe.

Seit ein paar Wochen führe ich ein weiteres Blog unter dem provokanten Namen "Das Anti-Alleinerziehenden Blog". Da habe ich vorhin eine kleine Anekdote geschrieben (http://antialleinerziehende.wordpress.co...tintenpatronen/) über die Erziehung zu Umweltbewusstsein durch eine junge Hauptschullehrerin meines Sohnes. Vielleicht ist das ein gutes Beispiel. Der Lehrer, den mein Sohn nun in der 9.ten Klasse hat, würde sich hingegen nie mit so einem Kleinkram aufhalten. Er ist für mich sowas wie ein lebendes Wunder: er hat meinen Sohn tatsächlich erreicht und mein Sohn respektiert ihn. Sicher spielt hier eine große Rolle, dass er ein Mann ist. Er kennt seine Schäflein sehr genau und weiß recht gut, wie er mit ihnen umgeht um sich definitiv durchzusetzen. Wie ich von meinem Sohn höre, ist er dabei auch nicht sehr zimperlich.

Insgesamt bin ich zu folgendem Schluss gekommen, der Ihren Ansichten ja soviel ich hier an anderer Stelle gelesen habe konträr entgegensteht, ich zitiere mich jetzt mal selbst aus dem anderen Blog:

In Antwort auf:
"Erziehen braucht Zeit und es ist eine Horrorvorstellung, wenn wir die Erziehung dem Staat überlassen wollen und sollen. Ich halte Fr. von der Leyens Familienpolitik mit dem Ausbau der Kinderkrippen für eine nationale Katastrophe. Sie meint es gut, aber sie lenkt damit die Familien in die völlig falsche Richtung"

http://ex-blond.com
http://antialleinerziehende.wordpress.com/

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

15.03.2009 19:05
#4 Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von ex-blond
Es muss wohl auch so etwas wie eine Feminisierung der Schule geben, aber ich kann es nicht konkret an etwas festmachen, vielleicht weil ich selbst weiblich bin und die Welt eben aus weiblichen Augen sehe und erlebe.

Ich kenne diesen Bereich nur indirekt, durch meine Frau, die Lehrerin ist. Mein Eindruck ist, daß es eine Feminisierung in doppelter Hinsicht gibt:

-- Erstens in der trivialen, daß es immer weniger männliche Lehrer gibt, vor allem auf der Grundschule. Den Jungen fehlt dadurch ein wichtiges Vorbild.

Ich glaube, jeder von uns hatte solche Lehrer oder wenigstens einmal einen; so wie Sie ihn auch in Ihrem Beitrag schildern: Ein Mann, den man bewunderte, von dem man sich auch etwas sagen ließ, der Vorbild war. Wichtig vor allem für Jungen, die bei einer alleinerziehenden Mutter aufwachsen und die oft besonders nach solchen Vorbildern suchen. Oder deren Vater aus irgendwelchen Gründen die Rolle des Vorbilds nicht spielen kann oder will.

Freud meinte ja, daß das Gewissen - das Überich in einer seiner Funktionen - überhaupt durch die Identifikation mit dem Vater entsteht. Das mag einseitig und überzogen gewesen sein; aber daß Jungen irgendwen als Vorbild brauchen, scheint mir schwer zu bezweifeln zu sein.

-- Zweitens fand und findet aber auch eine Feminisierung der Schule insofern statt, als traditionelle weibliche Werte betont und traditionelle männliche Werte - Tapferkeit, Mut, Durchsetzungsfähigkeit, Aggressivität - eher herabgewürdigt werden. Teils geht das mit der Zunahme des Anteils weiblicher Lehrer einher, teils ist es aber auch der gegenwärtig dominanten Ideologie geschuldet.
Zitat von ex-blond
Insgesamt bin ich zu folgendem Schluss gekommen, der Ihren Ansichten ja soviel ich hier an anderer Stelle gelesen habe konträr entgegensteht, ich zitiere mich jetzt mal selbst aus dem anderen Blog:
In Antwort auf:
"Erziehen braucht Zeit und es ist eine Horrorvorstellung, wenn wir die Erziehung dem Staat überlassen wollen und sollen. Ich halte Fr. von der Leyens Familienpolitik mit dem Ausbau der Kinderkrippen für eine nationale Katastrophe. Sie meint es gut, aber sie lenkt damit die Familien in die völlig falsche Richtung"


Ich bin gar nicht einmal sicher, liebe Ex-Blond, daß das meinen Ansichten widerspricht.

Ich halte von der Leyens Familienpolitik für richtig, was die Förderung von Akademiker-Familien angeht. Es ist meines Erachtens eine schlimme Fehlentwicklung, daß Frauen bei uns umso weniger Kinder bekommen, je besser ausgebildet sie sind.

Wie man diese Förderung im einzelnen gestaltet, das ist eine zweite Frage. Ich kann das - und habe es wohl so ähnlich auch geschrieben - schwer beurteilen, weil ich mich nie mit Familienpolitik befaßt habe.

Von der Leyen sagt, daß sie möglichst viele Wahlmöglichkeiten schaffen will. Das scheint mir sehr vernünftig zu sein.



Übrigens bin ich der Meinung, daß die Familienpolitik sehr viel mit dem Umgang mit den Alten zu tun hat. In Frankreich zum Beispiel können Akademikerinnen viel leichter Kinder aufziehen als bei uns, weil die Großeltern oft noch mit der Familie zusammenleben und mit auf die Kinder aufpassen können.

Daß Frauen viel älter werden, als sie gebärfähig sind, ist eine oft diskutierte Besonderheit der Evolution des Menschen. Eine mögliche - meines Erachtens plausible - Erklärung ist, daß Großmütter schon in der Primatenhorde eine wichtige Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses gespielt haben.

Ja, und auch die Groväter.

Herzlich, Zettel

ex-blond Offline




Beiträge: 155

16.03.2009 10:37
#5 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von Zettel
Es ist meines Erachtens eine schlimme Fehlentwicklung, daß Frauen bei uns umso weniger Kinder bekommen, je besser ausgebildet sie sind.

Ja, das ist schlimm. Die Lösung wäre aber eher ein Nacheinander als ein Gleichzeitig, denke ich.

Zu Ihren beiden Punkten zur Feminisierung der Schulen: volle Zustimmung!

http://ex-blond.com
http://antialleinerziehende.wordpress.com/

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

16.03.2009 11:35
#6 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von ex-blond
Zitat von Zettel
Es ist meines Erachtens eine schlimme Fehlentwicklung, daß Frauen bei uns umso weniger Kinder bekommen, je besser ausgebildet sie sind.

Ja, das ist schlimm. Die Lösung wäre aber eher ein Nacheinander als ein Gleichzeitig, denke ich.

Zu Ihren beiden Punkten zur Feminisierung der Schulen: volle Zustimmung!


Zwei Dinge: a) Mangelndes Maennliches Rollenbild. Ich bin auf eine Schule gegangen, deren Lehrkoerper meist maennlich und ueber 50 war. Wir waren eine Lebhafte Klasse aber die Lehrer, die hart aber fair waren, die weitgehend berechenbar waren, die uns zwar freiraume liessen aber auch klare (und nicht willkuerlich scheinende) Grenzen gesetzt haben, waren in der Mittelstufe sehr beliebt.

Ich hege immer wieder die Vermutung - wir haben das hier bei der Diskussion uber Frau Clinton angerissen - die Vermutung, wonach Karrierefrauen die Erfahrung fehlt, die Jungs immer wieder machen: Es gibt da immer jemanden, der staerker ist: Der Nachbarsjunge, der Typ aus der Parallelklasse, ... gegen den man sich nicht durchsetzen kann und deswegen lieber einen Kompromiss eingeht. Am Wochenende habe ich mir 'the International' im Kino angesehen und fand mich an einer Stelle daran erinnert, in der die Ermittlerin auf den Prinzipien reiten will (Gerechtigkeit....) und ihr Kollege zu verstehen gibt, dass die anderen einfach zu stark sind.

In der Schule sind in der Tat (Grundschule) Lehrer in der Minderheit gegenueber Lehrerinnen: Auf einem Bildungsmarkt muesste dann, bei entsprechender Nachfrage (die offenbar gewuenscht wird) das angebotene Gehalt fuer die Lehrer (maennlcih) steigen. Dies wird aber niemals geschehen, weil entsprechende Gesetzte es verhindern, aber offenbar sind Maenner und Frauen eben nicht gleich. - Und ein Beruf der zur Frauendomaene wird, wird von Maennern offenbar gemieden.


b) Besser ausgebildete Frauen sollen mehr Kinder bekommen? Ja? Warum eigentlich? Sind es diese besser ausgebildetetn Frauen, die den Kindern eine optimale Familienumgebung bieten? Oder sind die besser ausgebildeten nicht oft auch die Alleinerziehenden bzw. mit seltsamen Rollenbildern behafteten Frauen? Oder geht es hier nur darum, dass der Sozialstaat moeglichst leistungsfaehige Steuerzahler heranziehen will?

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

16.03.2009 12:22
#7 Erstgebärende und Geburtenrate Antworten

Zitat von ex-blond
Zitat von Zettel
Es ist meines Erachtens eine schlimme Fehlentwicklung, daß Frauen bei uns umso weniger Kinder bekommen, je besser ausgebildet sie sind.

Ja, das ist schlimm. Die Lösung wäre aber eher ein Nacheinander als ein Gleichzeitig, denke ich.

Vielleicht in vielen Fällen, liebe Ex-Blond. Ich kann das nicht beurteilen.

Aber mir scheint, daß auch das Sache jedes und jeder einzelnen ist. Auch die Entwicklung, daß man zuerst im Beruf Fuß faßt, und dann - mit über dreißig, inzwischen ja schon manchmal mit über vierzig - sein erstes Kind bekommt, ist ja nicht unbedingt begrüßenswert.

Bis ins Zwanzigste Jahrhundert hinein bekam man sein erstes Kind mit unter zwanzig, allenfalls anfang zwanzig. Eine Frau, die mit Mitte zwanzig nicht verheiratet war, galt als alte Jungfer.

Bei den türkischen Einwanderern ist das heute noch überwiegend so. Ihre höhere Geburtenrate hat auch darin einen Grund.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

16.03.2009 12:32
#8 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von Dagny
b) Besser ausgebildete Frauen sollen mehr Kinder bekommen? Ja? Warum eigentlich? Sind es diese besser ausgebildetetn Frauen, die den Kindern eine optimale Familienumgebung bieten? Oder sind die besser ausgebildeten nicht oft auch die Alleinerziehenden bzw. mit seltsamen Rollenbildern behafteten Frauen? Oder geht es hier nur darum, dass der Sozialstaat moeglichst leistungsfaehige Steuerzahler heranziehen will?

Aus meiner Sicht ist nicht das der Grund. Sondern erstens ist nun einmal die Oberschicht und die obere Mittelschicht der Träger jeder Kultur. Es gab noch nie eine Kultur, die erfolgreich war und deren Stil, deren Kunst, deren Denken von der Unterschicht geprägt worden wäre. Das passiert allenfalls in Phasen des Niedergangs; ich habe schon einmal über Spenglers Begriff der Fellachisierung geschrieben.

Zweitens gibt es ja auch eine genetische Komponente. Rund die Hälfte der Varianz bei der Intelligenz läßt sich auf Vererbung zurückführen. Und natürlich ist - statistisch - gesehen - die Intelligenz von Akademikern höher als die von Hilfsarbeitern.

Und drittens spielt auch die Weitergabe von Tradition eine Rolle. Nehme Sie, liebe Dagny, als Beipiel die großen Gelehrtenfamilien - die von Weizsäckers, die Heisenbergs (der Sohn des Physikers ist ein bedeutender Biologe), die von Uexkülls. Oder die Pastorenfamilien. Auch den Adel mit seinem Wertebewußtsein.

Herzlich, Zettel

jana Offline




Beiträge: 346

16.03.2009 13:29
#9 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

In Antwort auf:
In der Schule sind in der Tat (Grundschule) Lehrer in der Minderheit gegenueber Lehrerinnen: Auf einem Bildungsmarkt muesste dann, bei entsprechender Nachfrage (die offenbar gewuenscht wird) das angebotene Gehalt fuer die Lehrer (maennlcih) steigen. Dies wird aber niemals geschehen, weil entsprechende Gesetzte es verhindern, aber offenbar sind Maenner und Frauen eben nicht gleich. - Und ein Beruf der zur Frauendomaene wird, wird von Maennern offenbar gemieden.


Dafür können aber die Frauen nix, wenn die Männer sich dadurch abgewertet fühlen, liebe Dagny. Wie auch immer: In einer staatlichen Schule müssen Frauen & Männer - für gleiche Tätigkeit - natürlich das gleiche Gehalt bekommen. In einer privaten Schule könnte man das anders handhaben; allerdings würde ich mich dort niemals als Lehrerin bewerben, noch würde ich dort meine Kinder (wenn ich welche hätte) jemals hinschicken.

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

16.03.2009 14:39
#10 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von jana

Dafür können aber die Frauen nix, wenn die Männer sich dadurch abgewertet fühlen, liebe Dagny. Wie auch immer: In einer staatlichen Schule müssen Frauen & Männer - für gleiche Tätigkeit - natürlich das gleiche Gehalt bekommen. In einer privaten Schule könnte man das anders handhaben; allerdings würde ich mich dort niemals als Lehrerin bewerben, noch würde ich dort meine Kinder (wenn ich welche hätte) jemals hinschicken.


...in einer staatlichen Schule.... allein schon um solche Monostrukturen zu vermeiden, wie sie hier gerade diskutiert werden, muss die Schule besser heute als morgen aus der staatlichen Aufsicht herausgenommen werden. Entweder indem das Bildungssystem per se privatisiert und liberalisiert wird oder indem auf das Gutschein-Modell ausgewichen wird. Dort finanziert der Staat pro Schuler einen bestimmten Betrag, die Schulen wirtschaften damit selbststaendig und die Eltern entscheiden, auf welche Schule das Kind gehen soll.

jana Offline




Beiträge: 346

16.03.2009 14:45
#11 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Das Gutscheinmodell finde ich, abgesehen von unserer anderen Diskussion, auch sehr interessant.

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

16.03.2009 16:24
#12 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Weil es gerade passt:

Bin ja gespannt wie das ausgeht:

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home...ageid,4289.html

Leider hat die Presse nur die Pressemitteilung in dieser Form als Agenturmeldung wiedergegeben. Aber ich werde nach dieser Meldung den Eindruck nicht los, die Studentin hat da mehr Dreck am Stecken als der Dozent / Prof. - Mich bringt zum Nachdenken, dass sich die Universitaet nicht dezidiert hinter den Dozenten gestellt hat - wie in einer Pressemitteilung kundgetan wurde.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.097

20.03.2009 14:04
#13 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Das Thema gleitet zwar jetzt ins Off topic ab, aber sei´s drum: ich weigere mich inzwischen, bei mir im Unternehmen Bewerbungsgespräche mit Frauen unter vier Augen zu führen. Ich verlange grundsätzlich einen Zeugen, nach dem eine Bewerberin im nachhinein zweideutige Bemerkungen hat fallen lassen.

Ich habe jedenfalls keine Lust, mir meine Karriere und mein Leben versauen zu lassen, weil eine Frau versucht, auf sexuelle Belästigung zu punkten.
MfG Frank

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.03.2009 22:15
#14 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von Frank2000
Das Thema gleitet zwar jetzt ins Off topic ab, aber sei´s drum: ich weigere mich inzwischen, bei mir im Unternehmen Bewerbungsgespräche mit Frauen unter vier Augen zu führen. Ich verlange grundsätzlich einen Zeugen, nach dem eine Bewerberin im nachhinein zweideutige Bemerkungen hat fallen lassen.

Ich habe es, lieber Frank, in den letzten Jahren an der Uni so gehandhabt, daß dann, wenn ich ein Gespräch mit einer Studentin hatte, die Tür zum Vorzimmer grundsätzlich offen blieb, in dem meine Sekretärin saß. Damit waren auch alle Besucherinnen einverstanden.

Herzlich, Zettel

califax Offline




Beiträge: 1.502

21.03.2009 00:36
#15 RE: Feminisierung der Schule; Familienpolitik Antworten

Zitat von Zettel

Daß Frauen viel älter werden, als sie gebärfähig sind, ist eine oft diskutierte Besonderheit der Evolution des Menschen. Eine mögliche - meines Erachtens plausible - Erklärung ist, daß Großmütter schon in der Primatenhorde eine wichtige Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses gespielt haben.
Ja, und auch die Groväter.



Das ist ein fast typisches Beispiel wie beim Rückgriff auf evolutionstheoretische Überlegungen gerne mal der Schwanz mit dem Hund wackelt. :)
Zum einen ist dieses Phänomen zumindestens bei Frauen noch recht jung. Früher sind die Frauen zumeist im Kindbett gestorben. Dazu kamen harte Arbeit, schlechte Ernährungssituation (die der Schwangerschaftshunger ja nicht verbessert, da wird nur das Engagement im Konkurrenzkampf gesteigert), Krankheiten, schwache Wehrkraft bei Gewaltsituationen, etc. So viele unfruchtbare Großmütter kann es also gar nicht gegeben haben.
Zum anderen wackelt der Schwanz eben mit dem Hund: Wenn sich etwas in der natürlichen Evolution ergibt, heißt das nicht, daß die Natur oder die Evolution (Wer bitte? Wo wohnen die eigentlich?) sich etwas dabei gedacht hätte, oder daß dieses Merkmal auch nur vorteilhaft wäre.
Nee, es war nur nicht störend genug, um die Träger des Merkmals bisher aussterben zu lassen. Der Rest ist reine Glückssache. Und was nicht ist, kann ja noch werden, grinst Gaia und kichert ein Erdbebchen. Viele evolutionäre Entwicklungen haben wohl nur stattgefunden, weil ein Baum zufällig nach der anderen Seite hin umgefallen ist. Dafür bleiben uns vielleicht Sachen wie friedlich weidende selbstgrillende T-Bone-Steaks mit Rosmarin-Knoblauch-Aroma nur deshalb vorenthalten, weil mal zur falschen Zeit auf der falschen Insel der falsche Vulkan ausgebrochen ist.
Blöder Vulkan.
Ob eine Frau alt wird oder nicht, spielt für die Weitergabe ihrer Gene keine große Rolle, wenn sie es nur bis zum Ableben schafft, ein paar Kinder in die Welt zu setzen, von denen mindestens eines die Geschlechtsreife erreicht. Ob sie danach noch die Menopause erlebt, ist evolutionär gesehen ziemlich egal.

Klug und fleißig - Illusion
Dumm und faul - das eher schon
Klug und faul - der meisten Laster
Dumm und fleißig - ein Desaster

The Outside of the Asylum

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.03.2009 04:54
#16 Großmütter Antworten

Lieber Califax,

Zitat von califax
Zum einen ist dieses Phänomen zumindestens bei Frauen noch recht jung. Früher sind die Frauen zumeist im Kindbett gestorben. Dazu kamen harte Arbeit, schlechte Ernährungssituation (die der Schwangerschaftshunger ja nicht verbessert, da wird nur das Engagement im Konkurrenzkampf gesteigert), Krankheiten, schwache Wehrkraft bei Gewaltsituationen, etc. So viele unfruchtbare Großmütter kann es also gar nicht gegeben haben.

Es gab sie jedenfalls. Das heißt, daß beim Homo Sapiens die biologische Lebenserwartung Jahrzehnte über der Menopause liegt. Das muß ja einen evolutionären Vorteil gehabt haben.
Zitat von califax
Zum anderen wackelt der Schwanz eben mit dem Hund: Wenn sich etwas in der natürlichen Evolution ergibt, heißt das nicht, daß die Natur oder die Evolution (Wer bitte? Wo wohnen die eigentlich?) sich etwas dabei gedacht hätte, oder daß dieses Merkmal auch nur vorteilhaft wäre.

Die wohnen, lieber Califax, da, wo auch die Geschichte wohnt. Gleich nebenan.
Zitat von califax
Nee, es war nur nicht störend genug, um die Träger des Merkmals bisher aussterben zu lassen.

Das ist im Prinzip möglich. Nur wäre eine Primatenhorde erheblich besser dran, wenn sie nur aus Individuen im Saft ihrer Jugend bestehen würde.
Zitat von califax
Der Rest ist reine Glückssache. Und was nicht ist, kann ja noch werden, grinst Gaia und kichert ein Erdbebchen. Viele evolutionäre Entwicklungen haben wohl nur stattgefunden, weil ein Baum zufällig nach der anderen Seite hin umgefallen ist. Dafür bleiben uns vielleicht Sachen wie friedlich weidende selbstgrillende T-Bone-Steaks mit Rosmarin-Knoblauch-Aroma nur deshalb vorenthalten, weil mal zur falschen Zeit auf der falschen Insel der falsche Vulkan ausgebrochen ist.
Blöder Vulkan.

Schön gesagt, lieber Califax.

Natürlich spielt in der Evolution der Zufall eine große Rolle; ihre Voraussetzung sind ja zufällige Mutationen. Aber irgendeinen Überlebensvorteil - nicht unbedingt für das Individuum, aber für seine Gene - hat das Meiste, was sich erhalten hat. Nur hätte auch etwas anderes entstehen können, ebenfalls mit Überlebensvorteilen. Man kann sich vor dem Gefressenwerden bewahren, indem man sich einen dicken Panzer zulegt, oder Stachel wie der Igel, oder indem man sich unsichtbar macht wie das Chamäleon. Viele Wege führen nach Rom.
Zitat von califax
Ob eine Frau alt wird oder nicht, spielt für die Weitergabe ihrer Gene keine große Rolle, wenn sie es nur bis zum Ableben schafft, ein paar Kinder in die Welt zu setzen, von denen mindestens eines die Geschlechtsreife erreicht. Ob sie danach noch die Menopause erlebt, ist evolutionär gesehen ziemlich egal.

Bezogen auf das Individuum stimmt das, bezogen auf seine Gene nicht.

Denn - siehe oben - eine Horde ohne Großmütter hätte (falls diese keine soziale Funktion hätten) bessere Karten als eine mit. Also eine größre Chance, ihre Gene weiterzugeben. Weil man zB besser jagen kann, also mehr zu essen hat, also mehr Kinder aufziehen kann usw.

Lieber Califax, der Einwand gegen solche Überlegungen, den ich durchaus akzeptiere, lautet, daß man post hoc für alles, was existiert, auch eine Funktion finden kann. Deshalb taugen solche allgemeinen Erklärungsprinzipien nur in dem Maß, in dem sie sich auch konkret bewähren; also sich eignen, um die Entwicklung von Populationen in einem gegebenen Habitat vorherzusagen.

Herzlich, Zettel

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