-- La sabiduría se reduce a no olvidar jamás, ni la nada que es el hombre, ni la belleza que nace a veces en sus manos. - Nicolás Gómez Dávila, Escolios a un Texto Implícito
Hübsch auch, daß gegen Massimo d'Alema als EU-Außenminister nicht etwa vorgebracht wird, daß er jahrzehntelang Spitzenfunktionär der Kommunistischen Partei Italiens war (u.a. Vorsitzender ihres Jugendverbandes) und als italienischer Ministerpräsident kläglich scheiterte - sondern daß man ihm nicht zutraut, eine Konferenz auf Englisch zu leiten.
Und da sage jemand, es gebe keine harten Anforderungen an die Kompetenz für dieses Amt!
Aber, lieber Gorgasal, wenn jetzt auch noch die Kompetenz berücksichtigt werden müßte, dann würde man doch nie zu Potte kommen! Nein, es ist wahrscheinlich ganz gut, wenn man beim bewährten Proporzverfahren bliebe, mit dem man ja so gute Erfahrungen gemacht hat.
In Antwort auf:... daß er jahrzehntelang Spitzenfunktionär der Kommunistischen Partei Italiens war (u.a. Vorsitzender ihres Jugendverbandes) und als italienischer Ministerpräsident kläglich scheiterte
Lieber Zettel,
er wäre doch unklug, Kriterien anzuwenden, die sich gegen einen selber richten könnten! Und dazu gehört nunmal auch die Kompetenz!
Zitat von ZettelHübsch auch, daß gegen Massimo d'Alema als EU-Außenminister nicht etwa vorgebracht wird, daß er jahrzehntelang Spitzenfunktionär der Kommunistischen Partei Italiens war (u.a. Vorsitzender ihres Jugendverbandes) und als italienischer Ministerpräsident kläglich scheiterte - sondern daß man ihm nicht zutraut, eine Konferenz auf Englisch zu leiten.
Es scheint, dass es auch einen heimlichen Posten gibt, der bereits besetzt ist: Carl Bildt, offizieller EU-Humorist und -Satiriker. Ihm zumindest kann man Kompetenz nicht absprechen, er hat das sehr humoristisch gebracht.
Zitat von vivendiEs scheint, dass es auch einen heimlichen Posten gibt, der bereits besetzt ist: Carl Bildt, offizieller EU-Humorist und -Satiriker. Ihm zumindest kann man Kompetenz nicht absprechen, er hat das sehr humoristisch gebracht.
Lol, ja. Und der Rest kann dann im Losverfahren ausgewählt werden. Der EU-Präsident im offenen, und der Außenbeauftragte nachdem man alle Kandidaten ausgesiebt hat, die die gleichen Eigenschaften aufweisen, wie der Chef.
Dieser EU-Zirkus ist nur noch albern.
Beste Grüße, Calimero
---------------------------------------------------- Wir sind alle gemacht aus Schwächen und Fehlern; darum sei erstes Naturgesetz, dass wir uns wechselseitig unsere Dummheiten verzeihen. - Voltaire
Zitat von ZettelHübsch auch, daß gegen Massimo d'Alema als EU-Außenminister nicht etwa vorgebracht wird, daß er jahrzehntelang Spitzenfunktionär der Kommunistischen Partei Italiens war (u.a. Vorsitzender ihres Jugendverbandes) und als italienischer Ministerpräsident kläglich scheiterte - sondern daß man ihm nicht zutraut, eine Konferenz auf Englisch zu leiten.
Zitat von ANSAsarebbe meglio avere una persona la cui autorita' non puo' essere contestata a causa delle sue appartenenze politiche passate', ha detto ancora l'ambasciatore polacco
Es wäre besser, eine Person zu haben, deren Autorität nicht während ihrer früheren politischen Zugehörigkeit bestritten werden könne, sagte der polnische Botschafter weiter; wenn ich das mit meinem bescheidenen Italienisch richtig verstehe.
Im Augenblick regieren in Polen die Liberalkonservativen. Aber was ist, wenn dort im demokratischen Wechsel wieder einmal die Postkommunisten an die Macht kommen? Hat Polen dann nicht just dasselbe Problem?
d'Alema ist ein klassischer Wendehals-Kommunist. Von 1975 bis 1992 in der Kommunistischen Partei aktiv, u.a. als Chef von deren Jugendverband und Redakteur der Parteizeitung Unità; Mitglied des Zentralkomitees.
Ich finde den Vorwurf dieses Beitrags nicht zutreffend.
Bei der Besetzung der Kommissions-Posten gibt es nur ein relevantes Proporz-Kriterium: Jedes Land darf einen Kanidaten vorschlagen.
Durch dieses System werden andere Proporz-Systeme faktisch doch unmöglich gemacht. Da jedes Land unabhängig von den anderen einen Kandidaten vorschlägt, kann es z.B. keinen Mechanismus geben, der eine bestimmte Frauen- oder Religions- oder xyz-Quote erreichen würde. (Anders als z.B. im Bundeskabinett, wo die Parteien solche Quoten natürlich schon immer im Hinterkopf haben).
Über diesen Länder-Verteilschlüssel kann man sich zwar mokieren. Aber man sollte festhalten, dass dieser Schlüssel eindeutig das nationalstaatliche Element in der EU stärkt, was ja soweit ich sehe in diesem Blog i.d.R. als positiv eingestuft wird. Könnte z.B. der EU-Präsident oder das EU-Parlmanet die Kommissare frei auswählen (wie in einem Bundesstaat wie D,CH oder USA) würde das einen gewaltigen Machtzuwachs der Zentrale gegenüber den EU-Mitgliedstaaten bedeuten.
Und was die fachliche Kompetenz betrifft: Die ist hier genauso gut (oder schlecht...) gewahrt wie z.B. im Bundeskabinett. Eher sogar besser. Denn weil jedes Land nur einen Kandidaten entsenden kann, besteht eigentlich ein großer Anreiz, da einen sachkundigen Kandidaten zu entsenden. (Dass das in Deutschland noch nicht erkannt wird und man die Kommission noch immer als Austragsstube für schwache Landespolitiker betrachtet ist natürlich tragisch, spricht aber eher gegen die deutsche Politik als gegen das europäische System).
Zitat von FlorianIch finde den Vorwurf dieses Beitrags nicht zutreffend. Bei der Besetzung der Kommissions-Posten gibt es nur ein relevantes Proporz-Kriterium: Jedes Land darf einen Kanidaten vorschlagen. Durch dieses System werden andere Proporz-Systeme faktisch doch unmöglich gemacht.
Im Beitrag verbergen sich hinter "Proporz" und "gewahrt" zwei Links, die die Kuhhandel hinter den Kulissen ein wenig ausführen. Beispiel:
Zitat von The TimesHerman van Rompuy, the Belgian Prime Minister, remains favourite for the presidency... Mr Miliband, from a large country, and on the Centre Left, had been seen as a perfect foil for Mr Van Rompuy — from a small country, and on the Centre Right.
Natürlich gibt es keine offiziellen Kanäle, über die solche Proporze durchgesetzt werden können. Aber deswegen verständigt man sich ja auch vorab in kleiner Runde, damit das Endergebnis allen gefällt. Und gerade in diesen Diskussionen kommt es eben leider doch auf die Größe des Landes und so weiter an.
-- La sabiduría se reduce a no olvidar jamás, ni la nada que es el hombre, ni la belleza que nace a veces en sus manos. - Nicolás Gómez Dávila, Escolios a un Texto Implícito
Zitat von ANSAsarebbe meglio avere una persona la cui autorita' non puo' essere contestata a causa delle sue appartenenze politiche passate', ha detto ancora l'ambasciatore polacco
Es wäre besser, eine Person zu haben, deren Autorität nicht während ihrer früheren politischen Zugehörigkeit bestritten werden könne, sagte der polnische Botschafter weiter; wenn ich das mit meinem bescheidenen Italienisch richtig verstehe.[/quote]
"Wegen" anstelle von "während". War ein Verschreiber, oder?
Zitat von Zettel Im Augenblick regieren in Polen die Liberalkonservativen. Aber was ist, wenn dort im demokratischen Wechsel wieder einmal die Postkommunisten an die Macht kommen? Hat Polen dann nicht just dasselbe Problem?
Hatten sie ja eigentlich schon mit Kwaśniewski und Miller. Allerdings haben sich die Wahlergebnisse der linken Mitte in den seit 2005 abgehaltenen Wahlen auf etwa 12 Prozent eingependelt, so dass in absehbarer Zeit wohl erst mal keine Wendehälse mehr in Regierungsverantwortung zu kommen scheinen.
Zitat von FTT_2.0"Wegen" anstelle von "während". War ein Verschreiber, oder?
Ja, einer dieser "mehrfach determinierten" Verschreiber, bei denen sich ein sowohl phonetisch als auch grammatisch und oft auch semantisch ähnliches Wort an die Stelle des gemeinten schmuggelt.
Ist theoretisch ganz interessant, weil es beweist, daß auch beim Tippen der Weg vom Gedanken zu den Fingern über eine phonetische bwz. artikulatorische Kodierung läuft.
Zitat von ZettelJa, einer dieser "mehrfach determinierten" Verschreibern, bei denen sich ein sowohl phonetisch als auch grammatisch und oft auch semantisch ähnliches Wort an die Stelle des gemeinten schmuggelt. Ist theoretisch ganz interessant, weil es beweist, daß auch beim Tippen der Weg vom Gedanken zu den Fingern über eine phonetische bwz. artikulatorische Kodierung läuft.
Vielleicht bei Ihnen... mir ist so ein Verschreiber noch überhaupt nie passiert. Vielleicht bin ich anders verschaltet.
-- La sabiduría se reduce a no olvidar jamás, ni la nada que es el hombre, ni la belleza que nace a veces en sus manos. - Nicolás Gómez Dávila, Escolios a un Texto Implícito
Zitat von ZettelJa, einer dieser "mehrfach determinierten" Verschreibern, bei denen sich ein sowohl phonetisch als auch grammatisch und oft auch semantisch ähnliches Wort an die Stelle des gemeinten schmuggelt. Ist theoretisch ganz interessant, weil es beweist, daß auch beim Tippen der Weg vom Gedanken zu den Fingern über eine phonetische bwz. artikulatorische Kodierung läuft.
Vielleicht bei Ihnen... mir ist so ein Verschreiber noch überhaupt nie passiert. Vielleicht bin ich anders verschaltet.
Das glaube ich eher nicht, lieber Gorgasal. Es dürften aber verschiedene Faktoren für solche phonetically motivated errors eine Rolle spielen.
Zum einen treten sie erst auf, wenn man viel tippt und für die motorische Steuerung dadurch Programme für die häufigen Wörter bereitstehen. (Mir würde ein solcher Fehler zB nie beim Tippen eines griechischen Texts unterlaufen, weil ich da αυφπασσεν μυσσ, und zwar auf jeden einzelnen Buchstaben).
Zweitens ist, wie bei allen Fehlern, mangelnde Überwachung (monitoring) ein entscheidender Faktor. Wenn ich tippe, ist meine Aufmerksamkeit meist ganz auf die semantische und die grammatische/lexikalische Ebene gerichtet. Nicht auf die phonetische Kodierung im Arbeitsgedächtnis, die sich dann schon mal einen Fehler leistet.
Zitat von SponDoch zunächst lässt sich nur eines festhalten: Die EU hat es erneut geschafft, sich selbst zu übertreffen. Außenministerin und Präsident kommen aus Westeuropa, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso aus Südeuropa und EU-Parlamentspräsident Jerzy Bucek aus Osteuropa. Und wenn auch noch die restlichen Kommissare bekannt gegeben werden, wird die Welt über ein Gesamtkunstwerk europäischer Diplomatie staunen können - feinstens austariert nach Geografie, Landesgröße, Parteizugehörigkeit und Geschlecht.
Also, was ich von den beiden neuen, und angeblich so wichtigen, EU-Spitzenvertretern halten soll, weiß ich wirklich nicht. Ich dachte, dass die EU in der Welt Gesicht zeigen wollte. Und jetzt so?
Aber was soll ich mich beschweren ... meine Stimme war ja eh nicht gefragt.
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