Ihr Recht, Oberste Richter zu ernennen, haben US-Präsidenten immer dazu genutzt, Richter in den Supreme Court zu bringen, die ihrer eigenen politischen Philosophie nahestanden. Aber auf Obamas Liste stehen nun sogar überwiegend Personen, die schon einmal Obamas Lebensweg gekreuzt haben.
War der Messias der Massen nicht einst angetreten, um mit eben solchen Bräuchen aufzuräumen? Nun, es ist eine Sache, daß die Wirklichkeit des Sozialismus stets weit häßlicher ist als alles, wogegen er vorgeblich antritt, aber noch eine ganz andere Sache ist es, daß die messiassuchenden Massen jedesmal wieder darauf hereinfallen! An Obamas Umfragewerten überrascht mich im Moment nur, wie absolut günstig sie immer noch für ihn ausfallen, da mag viel nachträgliches Rationalisieren mit im Spiel sein. James Caan (der von der BBC-Gründershow Dragon's Den) rät dazu, vorher klug zu sein: "Schau dir an, was die Masse macht, und dann tu das genaue Gegenteil!"
Vielleicht gehört auch das zu den "Secrets of Obamas Underappreciated Success", von denen das aktuelle Time-Magazine wieder einmal so hingerissen zu schwärmen weiß:
Let's start with the competence Obama has shown. As he proved in the campaign, he is a master of personnel decisions, choosing people who are excellent at what they do, but also requiring that they play nicely with others.
Ich erinnere noch daran, dass sich Obama im letzten Jahr bei einem Polizisten öffentlich entschuldigen musste, weil er diese 'stupid' nannte. Dieser Polizist hatte zuvor einen Freund Obamas verhaftet.
Zitat von PoliturIch erinnere noch daran, dass sich Obama im letzten Jahr bei einem Polizisten öffentlich entschuldigen musste, weil er diese 'stupid' nannte. Dieser Polizist hatte zuvor einen Freund Obamas verhaftet.
Exakt. Hier ist der damalige Bericht in ZR über den Vorfall, und hier mein Bildbericht dazu, wie am Ende alles doch noch gut wurde.
Was genau ist der Unterschied zu der sonstigen Praxis in der Benennung der Supreme Court Richter? Es hat ja einen Grund warum die bis ins hohe Alter ins Büro getragen werden. Die dürfen halt nicht den Löffel abgeben, bevor "ihre Partei" einen Nachfolger ernennen kann. Obama hat halt behauptet er würde mit sowas aufräumen, aber mein Gott, wie ernst das zu nehmen war sieht man hier schon ab Minute 1:12 http://www.youtube.com/watch?v=adc3MSS5Ydc
Edit Es scheint mir auch sehr vernünftig zu sein Leute zu benennen die man kennt, oder? Was soll daran per se problematisch sein? Ich bin wahrlich kein Obama Fan, aber der Mann bietet so viel Angriffsfläche, das scheint mir von der Republikanern extrem verlogen. Aber es ist ja auch nur eine Marginalie ;-)
Sie sagen es ja selber: "Ihr Recht, Oberste Richter zu ernennen, haben US-Präsidenten immer dazu genutzt, Richter in den Supreme Court zu bringen, die ihrer eigenen politischen Philosophie nahestanden." Wenn es Obama tut dann ist das verwerflich? Zumal man ja oft nicht weiss ob einem eine Person politisch wirklich nahesteht bis man sie persoenlich kennengelernt hat. Und dass bspw Jennifer Granholm einmal den "orbit" Obama's beruehrt hat indem sie eine Kommilitonin an der gleichen law school war (aus der nun mal viele zukuenftige Fuehrungskraefte der USA hervorgehen) halte ich fuer kaum problematisch wenn man ihren weiteren Weg betrachtet; als Attorney General und dann Governor von Michigan war sie weit von Obama's damaligem "orbit" entfernt (und hat dabei, horribile dictu, offenbar Condi Rice's "orbit" gekreuzt...).
Und um ein Beispiel aus der Zeit eines ihnen nahestehenden Praaesidenten herauszugreifen, A Scalia hatte ebenfalls Reagan's "orbit" gekreuzt (und war fuer das Kabinett vorgesehen) bevor Reagan ihn ernannte. Kein Problem, oder?
Ich war damals in den USA und es war für eine Woche das beherrschende Thema im Radio! Obama hatte damals alles andere als eine gute Figur gemacht. Mir scheint, dass er leider daraus nicht gelernt hat...
Zitat von john jSie sagen es ja selber: "Ihr Recht, Oberste Richter zu ernennen, haben US-Präsidenten immer dazu genutzt, Richter in den Supreme Court zu bringen, die ihrer eigenen politischen Philosophie nahestanden." Wenn es Obama tut dann ist das verwerflich?
No Sir. Nur ist es ein Unterschied, ob man Buddies beruft oder jemanden, der der eigenen politischen Philosophie nahesteht.
Obama hat u.a. deshalb gewonnen, weil er versprach, gegen Verfilzung, Nepotismus, cronyism usw. anzugehen.
Kaum jemals hat ein Präsident soviel Filz, soviel Nepotismus, soviel cronyism geduldet oder aktiv betrieben wie dieser Saubermann.
Zitat von PoliturIch war damals in den USA und es war für eine Woche das beherrschende Thema im Radio! Obama hatte damals alles andere als eine gute Figur gemacht. Mir scheint, dass er leider daraus nicht gelernt hat...
Ja, das scheint mir auch, liebe(r) Politur.
Er hat sich damals aber, sagen wir, ganz obamaesque verhalten: Alles versank in den schönen Bildern einer Show mit Budweiser, oder was immer jemand trinken wollte.
Denn was man sich zu trinken bestellt, nicht wahr, das ist ja frei in the land of the free.
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