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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 956 mal aufgerufen
 Gesellschaft und Medien
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

12.07.2007 07:03
Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten
Dieser Artikel ist durch einen Kommentar von Zuppi angeregt worden.

Darin schreibt er, daß er in einem Forum nix schreiben wird, weil das Web 1.0 ist.
M.Schneider Offline



Beiträge: 672

12.07.2007 11:45
#2 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten
Lieber Zettel

Ja, die Entwicklung des Computers und darauf aufsetzend des Internets ist eine recht spannende Geschichte gewesen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Faszination, als ich den ersten programmierbaren Taschenrechner, einen HP 25, in den Händen hielt und mein erstes Programm schrieb. Das war 1975, ich hatte kurz vorher mein Studium an der TU Berlin begonnen.
Der Rechner hatte damals 49 Programmschritte, und war zu diesem Zeitpunkt damit Spitzenreiter. Trotz seiner Beschränkung auf 49 Programmschritte, gelang es mir, wenn auch mit einigen Klimmzügen, eine numerische Integration zu programmieren.

Das Problem war nur, wenn man den Rechner ausschaltete war das mühevoll erstellte Programm gelöscht.

Schon ein Jahr später kam dann die Serie HP 67, und HP 97 heraus. Diese Rechner hatten dann schon ein Magnetstreifenleser, der HP 97 einen Thermodrucker, und beide Rechner hatten circa 225 Programmzeilen. Die Rechner kosteten damals zwischen 1400 und 2000 DM. Zu diesen Rechnern gab es schon richtige Literatur mit Tipps und Tricks. Ein ganz hervorragender Trick war der, mehrere Magnetstreifen mit Tesafilm zu verbinden, Damit war man in der Lage, die Beschränkung auf 225 Programmzeilen zu knacken. Es war nämlich möglich den Nachladebefehl jeweils am Ende eines jeweiligen Programmsegments zu programmieren. Das war gigantisch.

Ich machte mich zu dieser Zeit selbstständig und gründete neben meinem Studium meine erste Firma, wie sollte es anders sein, eine Softwarefirma.
Ich erstellte auf Basis dieser beiden Rechner damals Programme für Ingenieurbüros.
Das alles war aber noch sehr mühsam, insbesondere der schmale Ausdruck des Thermodruckers konnte natürlich nicht richtig befriedigen, außerdem verblassten diese Ausdrucke sehr schnell.

1977/78 kam dann der Vorläufer des PCs, der Commodore 8032 auf den Markt. Der Rechner hatte 32 KB interne Speicherkapazität, eine integrierte Tastatur und einen 12 Zoll monochrom Bildschirm. Mit einem selbst auch noch einmal rechnergroßen, beigestellten Metallkasten, Doppelfloppy genannt, hatte der Rechner dann den Zugriff auf zwei 51/4 Zoll Disketten, mit jeweils 1,2 MB Speicherkapazität. Rechner und Doppelfloppy lagen damals etwa bei 9000 DM. Wenn man dazu auch noch einen Drucker haben wollte, so erhöhte sich der Preis noch mal um circa 3000 DM. Dafür bekam man ein Gerät was absolut unüberhörbar war, einen Nadeldrucker mit circa 120 Zeichen pro Sekunde.

Das alles waren geradezu sensationelle Werte zur damaligen Zeit. Ein ganzes Büro stand staunend um diese lärmende Höllenmaschine die mit einem hell singend- kratzendem, ja geradezu nervtötenden Geräusch übers Papier lief und das auch noch vor- wie rückwärts schreibend. Geradezu unglaublich.

Dieser Rechenkombinationen ließ dann in der Tat schon die Erstellung professioneller Programme mit DIN A4 großen Ausdrucken zu und lag in ihrem Preis in einem erschwinglichen Rahmen für Büros. Es gab auch damals schon leistungsfähigere Rechner zum Beispiel von HP, die aber nie so recht den Einzug in normale Büros fanden, weil sie sehr teuer und eher technisch-wissenschaftlich ausgerichtet, mehr auf Großfirmen und Universitäten abzielten.

Allerdings zeigten professionell programmierte Programme auf diesem Commodore 8032 sehr schnell die Geschwindigkeitsgrenzen dieser damaligen Rechner auf, die noch im so genannten Interpretermodus arbeiteten.

Es wurde dann sehr schnell dazu übergegangen sich einen Compiler zu besorgen, beziehungsweise wurden zeitkritische Routinen in Assembler programmiert.
Zwar liefen dann die kompilierten Programme circa um Faktor 10 schneller, wenn man allerdings einen solchen Compiler- Job für ein Wahnsinns- Monster- Programm (maximal 32 KB) startete, konnte man getrost einen längeren Spaziergang machen. Ich erledigte dann immer meine Einkäufe.

Meine Firma florierte, und eines der damals maßgeblichen, großen Softwarehäuser wendete sich an mich, um bestimmte Programme von mir vertreiben zu wollen, die sie selber aufgrund mangelnder ingenieurbürospezifischer Fachkenntnisse nicht selber schreiben konnten.
Bei dieser Firma sah ich dann auch damals die erste Festplatte, für einen solchen Commodore 8032 Rechner, sagenhafte 10 MB Speicherkapazität und von der Größe eines mittleren Koffers.

Anfang der Achtzigerjahre kam dann der sehr große Wechsel, die ersten PCs kamen auf den Markt. Wir setzten damals jedoch auf eine Mikro-Vax II, also einen ersten zentral vernetzten Rechner mit einzelnen Terminals, einem richtig guten Betriebssystem VMS und vernünftigen Compilern.
Wir setzten damals sowohl zwei PCs wie diese Mikro-Vax II ein, wobei jedoch die maßgeblichen Programme auf der Mikro-Vax II liefen.

Meine Sonntagvormittags Beschäftigung war dann auch grundsätzliche die Datensicherung. Ich saß vor einer waschmaschinengroßen und auch genauso schweren Bandmaschine, aus einem massiven Stahl- und Grauguss- Gehäuse, und sicherte zwei Festplatten von je 350 MB auf große Tonbandspulen. Diese Festplatten hatten jeweils eine Größe, die gut und gern einem heutigen großen HiFi Receiver entsprachen.
Mit dieser Arbeit war man dann auch gut und gerne 3 bis 4 Stunden beschäftigt.
Da die 350 MB auch nicht mal auf einen Band passten, musste man auch noch so genannte Multi- Volume- Sets (Folgebänder) erstellen.

Beim PC hatten wir damals noch das Problem, dass er die 90 MB Festplatte in drei Untereinheiten aufteilen musste, da der normale PC nur circa 30 MB Festplattenkapazität verwalten konnte.

Zu dieser Zeit konnte sich noch niemand vorstellen, wie schnell der anfangs lächerliche PC- XT, kurz danach PC- AT seinen Kinderschuhen entwachsen - und an Leistung und Möglichkeiten geradezu explosionsartig zunehmen würde.

Er verdrängte die gesamten größeren Systeme, auch unsere heiß geliebte Mikro-Vax II.
Damit endete dann aus Zeitgründen auch leider meine eigene Programmiertätigkeit Mitte der neunziger Jahre.

Und noch einmal ein Wort zur Entstehung des Internets.


Dem Kalten Krieg ist die eigentliche Entwicklung des Internets zu verdanken. Denn der Vorläufer des Internets war das ARPANET, das die USA während des Kalten Krieges entwickelten. Das US-Verteidigungsministerium gründete 1958 die Forschungsbehörde ARPA (Advanced Research Projects Agency), die mit vielen Forschungseinrichtungen Amerikas zusammen arbeitete.

Eine davon war die kalifornische Rand Corporation. Dort entwickelte Paul Baran 1962 ein Konzept über eine Netzwerk-Technologie, die sicherstellen sollte, dass das Kommunikationssystem des U.S. Militärs vor ernsten Zerstörungen durch atomare Angriffe geschützt ist. In seinem Konzept wurden Daten nicht mehr auf einem zentralen Rechner gesammelt, sondern in ein Computernetzwerk eingespeist. Die Daten gelangten über die unterschiedlichsten Verknüpfungen vom Startrechner zum Zielrechner. Dadurch war ein Totalausfall des Netzes kaum mehr zu befürchten.

Barans Konzept wurde schließlich umgesetzt und der erste Verbindungsrechner des so genannten ARPANETs wurde am 1.9.1969 an der University of California, Los Angeles (UCLA), in Betrieb genommen. Er bestand aus einem für damalige Verhältnisse leistungs-fähigen Minicomputer (Honeywell 516 mit 12 KB Speicher). Robert Kahn und Vinton Cerf entwickelten 1977 ein einheitliches Datenprotokoll und eine Methode der Verbindungsher-stellung: TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol). Dieses Übertra-gungsprotokoll wurde 1983 zum Standard für das ARPANET.

Immer mehr Netze entstanden. 1986 betrieb die NSF (National Science Foundation, US-Nationale Wissenschaftsstiftung) NSFNET als Backbone für die Verbindung von neuen, regional entstehenden Netzen. 1990 ersetzte das NSFNET schließlich das ARPANET. Darauf folgte die schrittweise Öffnung des Netzes: Immer mehr Personen und Länder, aber auch privat betriebene Netze erhielten einen Zugang zum NSFNET.

Die Benutzerzahl stieg stark an. 1991 führte Tim Berners-Lee vom europäischen Kernfor-schungszentrum CERN im Internet ein Hypertextsystem ein. Auf dieser Entwicklung auf-setzend wurde der erste grafische Browser namens Mosaic entwickelt, der eine äußerst einfach zu bedienende Benutzeroberfläche hatte. Damit wurden die digitalen Netzwerk-Dokumente nun unkompliziert zugänglich. Mosaic ist deshalb - einfach ausgedrückt - der Vater der Browser. Mit der Einführung des HTTP (Hypertext Transfer Protocol) waren die grundlegenden Entwicklungen abgeschlossen und das World Wide Web war geboren. Dank der Einführung von leicht bedienbaren Browsern wurde das Internet ab 1993 mas-sentauglich.

Zum Schluss noch die vergangenen zwölf Jahre im Schnelldurchlauf:
1992 war die Internetgemeinschaft bereits auf 700.000 Server herangewachsen. Ein Jahr später hatte sich die Anzahl der am Internet angeschlossenen Computer mit 1,8 Millionen mehr als verdoppelt. Hatten bis Mitte der 90er Jahre vorwiegend universitäre Einrichtungen das Netz genutzt, begannen ab 1994 auch andere Bereiche das Internet zu entdecken. Das Internet wurde erstmals auch kommerziell genutzt. Zeitungen stellten einen Teil der Printausgabe online zur Verfügung, die ersten Online-Shops wurden "geboren", zum Beispiel der Online-Buchhändler Amazon.com 1995. Heute gibt es weltweit mehr als eine Milliarde Internetnutzer.


Soweit ein kleiner Rückblick.

Herzlich M. Schneider
Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

12.07.2007 13:18
#3 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Lieber M. Schneider,

wie sich die Wege doch gleichen! Mein erster Programmierbarer was ein TI 59, den ich mir dadurch verdient habe, daß ich einen Zins- und Tilgungsplan mit Steuerersparnisschätzung reingequetscht habe. Damals gab es Leute, die ein komplettes Betriebssystem auf dessen Magnetkarten gespeichert hatten! Wir haben damals in "Business Basic" auf MAI Basic-Four Rechnern programmiert, mit denen wir Textilwerke steuerten. Um 1986 bin auch ich zum VMSler geworden, der dieses Betriebssystem bis heute liebt. In unserem Rechenzentrum wird das Brot-und-Butter-Geschäft immer noch von Alpha-Clustern erledigt, die aber von immer mehr Unix-Boxen umzingelt sind.
Für mich wird das Internet von meterhohen Stapeln von grünen Cisco-Boxen symbolisiert, hinter denen wir uns vor den bösen Buben verstecken. Denn das Netz ist wie der Wilde Westen bevor er zivilisiert wurde!

Herzlich,
Thomas Pauli

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

12.07.2007 13:38
#4 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

P.S.: Hier gibt's einige Bilder der MAI-Rechner von damals!

M.Schneider Offline



Beiträge: 672

12.07.2007 14:19
#5 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Lieber Herr Pauli

Das ist wirklich sehr lustig.

Den von Ihnen erwähnten TI 59 hatte zur gleichen Zeit wo ich den HP 67 benutzte ein Freund von mir, mit dem ich mir damals die Studenten Bude teilte.
Wenn ich mich recht erinnere, dann kam der TI 59 etwas früher auf den Markt als der HP 67. Ich hatte nämlich zuerst meine HP 25, dann mein Freund den TI 59 und dann sattelte ich noch einen drauf, mit dem HP 67.

Tja das waren wirklich noch Zeiten, wo die Computer laufen lernten.

VMS war wirklich eines der besten-, um nicht zu sagen das beste Betriebssystem dass es gab. Vor allem war es sauber dokumentiert, auch wenn man dafür dreieinhalb Meter Regallänge benötigte, die roten Ordner machten was her.
Es ist schade das die Firma DEC vom Markt verschwunden ist, auch wenn ich heute nicht mehr so viel damit zu tun habe, so scheint es doch so zu sein, das HP diese VMS /Alpha Welt nur halbherzig betreibt.

Für mich war Unix gegen VMS immer nur ein Haufen Müll, oder sagen wir besser Steinzeit, denn Unix wurde ja schon Anfang der sechziger Jahre, soviel ich weiß, von der Berkeley University auf einer PDP 7 entwickelt während VMS deutlich später kam, nämlich mit den Vax`en. Die Supervax war ja damals die Vax 780. Sie hatte eine Geschwindigkeit von einem MIP.

Aus heutiger Sicht vorsintflutlich.

Nett auch die alten Bilder der MAI-Rechner

Herzlich M. Schneider

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

12.07.2007 16:28
#6 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Liebe Leute,

jetzt werde ich mal grundsätzlich.

Es ist so, daß ich unter den Naturwissenschaftlern, den Ingenieuren immer die netten, die sachlichen, die sympathischen Menschen gefunden habe.

M. Schneider und Thomas Pauli verkörpern das sozusagen für mich.

Und die Schwätzer, die Aufschneider - das waren immer die "Geisteswissenschaftler".

Nein, da sind nicht die Dümmsten, sondern die "Sozialwissenschaftler" sind es.

Und unter denen sind wieder die Dümmsten diejenigen, die jeden Statistik-Kurs schwänzen, weil das - man hat das ja bei dem Oberdummen Adorno gelesen - nur "Fliegenbeinzählerei" ist.

Das "Ganze" möchten sie gern "begreifem". Sie schwätzen daher wie Hegel, der immerhin Vorlesungen halten konnte, bekifft, wie er ständig war.

Marx konnte das nicht. Er war ein noch größerer Dummkopf.

Nur hat er mit seiner Dummschwätzerei unendlich mehr Schaden angerichtet als Hegel.

Naja.








Ich versuche immer noch, Kant zu verstehen, der vermutlich der Größte war, seit A

M.Schneider Offline



Beiträge: 672

12.07.2007 16:46
#7 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Lieber Zettel

Das verstehen Sie nicht.
Das verstehen nur Leute die selber in der TI , HP, VMS Programmiererzunft waren.
Sie können sich gar nicht vorstellen wie viel Detailerfahrung sich hinter diesem kleinen Plausch von Herrn Pauli und mir wirklich verbirgt, der da nicht zu lesen war.
Das war quasi der nichtverstandene Kant der Computeranfänge.


Herzlich M. Schneider

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

12.07.2007 20:39
#8 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten


..Zu Hause hatte ich das Neueste, den ZX 81,..

..Wir setzten damals jedoch auf eine Mikro-Vax II..

..Es ist so, daß ich unter den Naturwissenschaftlern,
den Ingenieuren immer die netten, die sachlichen, die
sympathischen Menschen gefunden habe. ...

Hallo Leute,

unter diesen Umständen muß ich mich doch glatt als ehemaliger ZX81 Anwender, VAX-Programmierer und tschechischer Feld/Wald&Wiesen Ingenieur outen ;-)

Zettel spricht mir aus der Seele, ich kann es auch bestätigen, mir gehen die Vertreter der "weichen" Wissenschaften auch zunehmend auf den Wecker. Natürlich nicht so global, in jeder Gruppe finden sich ja nette und vernünftige Leute. Aber die Geisteswissenschaften verführen offenbar besonders dazu, Unsinn zu produzieren. Es sind ja neuerdings leider auch immer stärker die Naturwissenschaften davon betroffen, obwohl es hier doch nicht so einfach sein sollte.

Für mich stellt sich zunehmend die Frage, wie es noch möglich sein soll, an zuverlässige Informationen zu kommen. Hier sollte sich dringend etwas ändern, das wird sonst noch unangenehme Folgen haben. Ich meine natürlich noch unangenehmere, als jetzt schon. Und ich danke allen hier, daß sie versuchen etwas dagegen zu tun.

Herzlich Ungelt

PS: Ich bitte um Verständnis, wenn meine Grammatik nicht immer ganz fehlerfrei sein sollte, ich verfüge in dieser Beziehung nur über 2 Monate Deutschkurs im Goethe-Institut und ein wenig Übung ;-)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

12.07.2007 20:51
#9 Kant Antworten

Lieber M. Schneider,

nanu, da ist eine Zeile in meinen Beitrag gerutscht, die wohl eine Hexe oder so jemand da reinzaubert hat.

Über Kant werde ich sicher gelegentlich schreiben.

Er hat ja nicht, wie die "Deutschen Idealisten" danach, sich in seinem Hirn ein Bild der Welt, ein "System" ausgedacht.

Sondern er hat schonungslos analysiert, was wir nicht wissen können.

Er war nicht der Pedant, als der er oft gezeichnet wird.

Er war ein Charmeur, ein sehr lebensfroher und ausgesprochen sinnlicher Mensch.

Aber er war, was das Wissen angeht, unerbittlich ehrlich.

Augustinus und Pascal, das waren vielleicht auch zwei so Unerbittliche. Nietzsche nicht.

Schopenhauer hat Kant, glaube ich, so verehrt, weil er diese Unerbittlichkeit verstanden hat.

Sehr herzlich, Zettel






Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

12.07.2007 20:57
#10 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Lieber Zettel, lieber M. Schneider,

nun aber die Karten auf den Tisch! Es gibt, horribile dictu, auch in unserer Zunft die Aufschneider, die Infantilen, die Überflieger ohne Tiefgang und die Treiber von ewig neuen Säuen! Die Jargondichte ist auch bei uns reziprok proprtional zur intellektuellen Durchdringung einer Sache! Eine Menge Leute beanspruchen Gurustatus nachdem ihnen einmal eine Windows-Installation gelungen ist, während man die wirklich guten Leute - wie im richtigen Leben - an den Fingern abzählen kann. Von den Marketingschwurblern will ich lieber ganz schweigen.

Es ist aber natürlich so, daß die Naturgesetze wenig biegsam sind und Maschinen den Betrieb außerhalb der Safe Area of Operation ungern verzeihen.

Anhänger von wilden Theorien, die eins von beiden versuchen, sehen sich ziemlich schnell von teuren Trümmern umgeben. Das wiederum sehen Chefs nicht gerne und deshalb sind solche Typen bei uns selten zu finden.

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie ich jetzt die Kurve zu Kant kriegen soll, deswegen laß' ich's!

Herzlich
Thomas Pauli

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

12.07.2007 21:22
#11 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

Lieber Ungelt,

ich habe als Eingeborener erheblich länger gebraucht, um Deutsch zu lernen! Übrigens würde ich gerne die Geschichte der tschechischen VAX kennenlernen!

Herzlich,
Thomas Pauli

Sparrowhawk ( Gast )
Beiträge:

12.07.2007 23:15
#12 RE: Web 0.0, Web 1.0, Web 2.0 Antworten

"Und die Schwätzer, die Aufschneider - das waren immer die "Geisteswissenschaftler".

Lieber Zettel... vorsicht, hier schreibt ein Geisteswissenschaftler


"Nein, da sind nicht die Dümmsten, sondern die "Sozialwissenschaftler" sind es."

Nein, wieder falsch. Die Allerdümmsten, das sind die Sozialpädagogen...

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