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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 3 Antworten
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Christoph Offline




Beiträge: 241

21.04.2013 21:51
AfD Parteiprogramm auf carta.info Antworten

Durch Zufall bin ich heute zum ersten Mal, auf carta.info gelandet. Ein link aus dem lawblog lockte mich dorthin, zu einem nicht weiter beachtenswerten Text. Ein anderer Artikel machte mich aber neugierig: Alternative für Deutschland, ein Wahlprogramm? Wer das tatsächlich als Analyse des Wahlprogramms liest, muss verzweifeln, teilt er nicht die Weltsicht der Autorin. Man nehme es also als Satire. Umso mehr, als die Autorin offenbar erst aufgrund dieses Beitrags in das carta-Autorenkollektiv aufgenommen wurde.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.074

22.04.2013 00:04
#2 RE: AfD Parteiprogramm auf carta.info Antworten

Linke Schreibtischtäter; nichts ungewöhnliches in Deutschland. Intellektuelle - ja, die Autoren solcher Blogs sind tatsächlich Intellektuelle - in dem Sinn, dass Sie über die Intelligenz verfügen, sich über die Masse zu erheben. Aber zugleich auch Demagogen, die in ihrer persönlichen Realität leben; die die Realität ausblenden können, bis sie selbst von dem überzeugt sind, was sie sagen und schreiben. Die persönliche Realität wollen Sie dann der Allgemeinheit aufzwingen. Und wenn dieser Zusammenprall von persönlicher Realität und wirklicher Realität Opfer fordert (und das passiert leider immer, wenn die linke Schreibtischtäter aktiv werden), dann werden diese Opfer den "Anderen" angelastet - man selbst ist natürlich ohne Schuld.

Ich habe bei dem oben zitierten Artikel eine Stelle herausgepickt:
"Vor allem und insbesondere vor dem Hintergrund, dass eben von einem AfDler bereits demokratiewidrig gefordert wurde, dass nur noch “wertvolle” Menschen wählen dürfen sollen."

Mich hat interessiert, wie die Autorin zu diesem Schluss kam. Verfolgt man den Link, dann kommt man zum nächsten Blog, der wiederum einen Autor namens Lichtschlag zitiert, der einen "Diskussionsvorschlag" gemacht haben soll, der wiederum vom AfD-Vorstandsmitglied Adam "begrüßt" worden sein soll:

"2006 jedoch hatte er in einer Kolumne einen Vorschlag von André Lichtschlag, Herausgeber des marktlibertären Magazins eigentümlich frei, begrüßt, in dem er die Einschränkung des Wahlrechts zur Diskussion stellte."

Folgt man wiederum diesem Link, dann kommt man zu einem Adam-Artikel in Welt online von 2006. (Uff, ich hatte schon die Befürchtung, das würde ewig so weitergehen: ein Link verweist auf einen Link, der ... ) Aber nun sind wir also bei dem Adam-Artikel angekommen. Und, wen wundert´s? Adam hat natürlich NICHT gefordert, dass das Wahlrecht entsprechend eingeschränkt werden solle. Er hat lediglich versucht zu erklären, was Lichtschlag damit meinte und wie der verfassungstheoretische Hintergrund ist. Und, um es auf den Punkt zu bringen: Adam hat eine gedankliche Brücke geschlagen zum ewigen Wettstreit zwischen kommunistischen Systemen auf der einen Seite und liberal-marktwirtschaftlichen Systemen auf der anderen Seite. GEFORDERT hat Adam in dem Artikel rein gar nichts und auch BEGRÜßT hat er nichts. Und von "wertvollen" Menschen stand schon mal gar nichts, egal ob mit oder ohne Anführungszeichen. Aber es wäre jetzt zu einfach zu glauben, die carta-Autorin wollte wider besseres Wissen Adam verleumden. Das Problem ist: Menschen wie Frau Ludwig glauben tatsächlich an das, was sie da schreibt.

Wir haben hier wieder mal den verachtenswerten Jenninger-Effekt. Linke WOLLEN bestimmte Themen missverstehen. Dahinter steht, davon bin ich überzeugt, die in linken Kreisen verbreitete These der "Ansteckungsgefahr von bösen Gedanken". Diese These besagt im Kern, dass bereits die blose Beschäftigung mit einem Thema zu einer Kontamination führt, zu einer unweigerlichen Ansteckung. Deswegen müssen nicht nur die wirklichen Kranken (also politische Extremisten) bestraft und ausgeschaltet werden, sondern auch alle, die mit den Kranken nur Kontakt hatten. In diesem Sinne also bereits auch alle, die sich auch nur forschend oder verstehen-wollend mit diesen bösen Gedanken beschäftigt hätten. (Also mit den Themen, die laut Definition der Linken zu den bösen Themen gehören.) Die Linken möchten eine Tabuliste erstellen; eine Liste von Themen, die gar nicht mehr diskutiert werden dürfen. Nur so könne die Ansteckungsgefahr der bösen Gedanken unterbrochen werden.

adder Offline




Beiträge: 1.073

22.04.2013 09:17
#3 RE: AfD Parteiprogramm auf carta.info Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #2
Folgt man wiederum diesem Link, dann kommt man zu einem Adam-Artikel in Welt online von 2006. [...] Aber es wäre jetzt zu einfach zu glauben, die carta-Autorin wollte wider besseres Wissen Adam verleumden. Das Problem ist: Menschen wie Frau Ludwig glauben tatsächlich an das, was sie da schreibt.


Vielen Dank, lieber Frank2000, für die Mühe. In der Kommentierung haben Sie natürlich recht.

Zitat
Dahinter steht, davon bin ich überzeugt, die in linken Kreisen verbreitete These der "Ansteckungsgefahr von bösen Gedanken". Diese These besagt im Kern, dass bereits die blose Beschäftigung mit einem Thema zu einer Kontamination führt, zu einer unweigerlichen Ansteckung. Deswegen müssen nicht nur die wirklichen Kranken (also politische Extremisten) bestraft und ausgeschaltet werden, sondern auch alle, die mit den Kranken nur Kontakt hatten. In diesem Sinne also bereits auch alle, die sich auch nur forschend oder verstehen-wollend mit diesen bösen Gedanken beschäftigt hätten. (Also mit den Themen, die laut Definition der Linken zu den bösen Themen gehören.) Die Linken möchten eine Tabuliste erstellen; eine Liste von Themen, die gar nicht mehr diskutiert werden dürfen. Nur so könne die Ansteckungsgefahr der bösen Gedanken unterbrochen werden.



Aber damit haben unsere linken Freunde doch recht! Alleine schon die Beschäftigung mit liberalem Gedankengut oder liberalen Themen führt dazu, dass man die sozial- und ökologisch-geprägte Ideologie-Gläubigkeit, die man vorher unbewusst hatte und die in der Schule und durch die Medien verbreitet wird, hinterfragt und dann zu dem Schluss kommen wird, dass es eben nicht so einfach schwarz oder grün ist, wie es von unseren Linken behauptet wurde.
Die meisten dieser Tabu-Themen sind (leider???) so gestrickt, einzig die inhaltlich und historisch tatsächlich problematische national-sozialistische Theorie ist nicht ansteckend (wie auch... - ist sie doch im Kern eine sozialistische Verblendung), aber diese wird ja auch immer fein bekämpft, indem man jeden, der nicht Links oder Grün ist, als Nazi beschimpft.

Christoph Offline




Beiträge: 241

22.04.2013 13:17
#4 RE: AfD Parteiprogramm auf carta.info Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #2
Linke Schreibtischtäter; nichts ungewöhnliches in Deutschland. Intellektuelle - ja, die Autoren solcher Blogs sind tatsächlich Intellektuelle …

Gerade das wundert mich: dass diese Intellektuellen, die mit ihrem Grimme-Preis und prominenten Namen werben so ein wirres unverdauliches Gewäsch publizieren. Ich rechne ja damit, dass sie die Forderungen der AfD verwerfen und auch damit, dass sie dafür Argumente gebrauchen, die ich nicht teile. Ich rechne sogar damit, dass sie notfalls auf Argumente verzichten und »moralisch« argumentieren (»der europäische Geist« etc.).
In diesem Text aber findet sich kaum ein klarer Gedanke. Die Autorin arbeitet vordergründig Programmpunkte der AfD ab, gleitet aber nach wenigen Sätzen stets ab und lamentiert über alles, was ihr in der Welt missfällt (Einsparungen im Bildungsbereich, Konjunkturzyklen, Hedgefonds, Homeschooling) ohne dass es noch etwas mit dem Thema ihres Artikels zu tun hätte. Argumente werden entweder nicht genannt, an den Haaren herbei gezogen (siehe Adam und die wertvollen Wähler) oder einfach erfunden (Xenophobie).

Zitat

… Dahinter steht, davon bin ich überzeugt, die in linken Kreisen verbreitete These der "Ansteckungsgefahr von bösen Gedanken". Diese These besagt im Kern, dass bereits die blose Beschäftigung mit einem Thema zu einer Kontamination führt, zu einer unweigerlichen Ansteckung. …



Das scheint mir auch so. Ist es doch fast der schlimmste Vorwurf aus solcher Leute Mund, dass X. Y. schon einmal der »Jungen Freiheit« ein Interview gegeben habe. Natürlich begünstigt man durch solche Tabuisierung eher, dass Verschwörungstheorien entstehen, aber Hauptsache die Fassade bleibt schön sauber.

Genderjustiz »»
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