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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 10 Antworten
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 Gesellschaft und Medien
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.11.2007 02:33
Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten

Harald Schmidt war mal ein Ereignis im deutschen Fernsehen. Jetzt ist er nur noch ein Ärgernis.

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

03.11.2007 12:12
#2 RE: Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten

Lieber Zettel,

reitet das Fernsehen denn nicht jede Sau (Pardon, Herr Schmidt!) zu Tode? Nach der simplen Überlegung, wenn X=Lustig, dann 2X=Doppelt_So_Lustig, Dauerfeuer=Irrsinnig_Lustig? Wieviel Koch-/Talk-/Autoschraubershows hält auch die desensibilisierteste Dumpfbacke noch aus? Dochdoch, eine Menge!

Herzlich, Thomas

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.11.2007 13:51
#3 RE: Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten

Lieber Thomas,

Zitat von Thomas Pauli
reitet das Fernsehen denn nicht jede Sau (Pardon, Herr Schmidt!) zu Tode? Nach der simplen Überlegung, wenn X=Lustig, dann 2X=Doppelt_So_Lustig, Dauerfeuer=Irrsinnig_Lustig?

Ja, generell ist das wohl so.

Ich staune immer wieder, wie auf einmal irgendein Format, das bei einem Sender offenbar Zuschauer gezogen hat, sich wie ein Virus ausbreitet - überall auf einmal diese Zoo-Sendungen, diese Auswanderer-Sendungen, diese Casting-Shows usw.

Aber Schmidt hat ja alle Freiheiten. Er kann machen, was er will.

Was er anfangs ja genutzt hat - bzw. seine Redaktion -, um wirklich Lustiges zu machen. Diese Running Gags - die beiden Chinesen, die dicken Kinder von Landau, der "Liebling des Monats", Mme Natalie - und die verblüffenden Aktionen (Schmidt verschenkt Geld an die Zuschauer, er imitiert Hitler, auf der Bühne wird getafelt), das war schon sehr gut. Auch die Gespräche mit dem Gast, streng nach US-Vorbild mit Schmidt hinter dem Schreibtisch und dem Gast daneben.

Nichts davon ist geblieben. Noch nicht mal dieses Szenario des Gesprächs mit Gästen. Das findeet jetzt in einer Sitzgruppe statt, auf der einen Seite Schmidt, auf der anderen Pocher, der Gast als Weltkind in der Mitten. Wie bei einem "Spiegel"-Gespräch.

Naja.

Herzlich, Zettel

F. Hoffmann Offline



Beiträge: 34

03.11.2007 14:58
#4 RE: Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten

Habe gestern in die RTL(?)-Sendung "Die besten Comedians Deutschlands" reingeschaut.
Auch grausig, langweilig.
Mein Eindruck: Leute, die auf solchem Niveau Witze reißen, hießen früher Stabsunteroffizier. Heute heißen sie Comedians.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.11.2007 13:38
#5 Aktuelle Ergänzung: Reaktionen auf die Sendung Antworten

Bei Wikio kann man sehen, daß die meisten Kritiken in eine ähnliche Richtung gehen wie der Beitrag in ZR.

Lesenswert z.B. die Reaktion in Welt-Online.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.11.2007 13:42
#6 RE: Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten

Zitat von F. Hoffmann
Mein Eindruck: Leute, die auf solchem Niveau Witze reißen, hießen früher Stabsunteroffizier. Heute heißen sie Comedians.

Nur mit dem Unterschied, lieber F. Hoffmann, daß man sich beim Stabsoffizier nicht durch Wegzappen aus dem Staub machen kann.

Herzlich, Zettel

M.Schneider Offline



Beiträge: 672

07.11.2007 09:22
#7 RE: Harald Schmidt, Pocher. Lachen als punktuelles Ereignis. Das Elend des Possenreißers Antworten
Lieber Zettel

Tja, mit dem Humor im deutschen Fernsehen ist es wirklich so eine Sache geworden.

Es ist wohl insgesamt ein deutlicher Rückgang des Niveaus beim Deutschen Fernsehen zu beobachten. Man braucht sich ja nur mal die leidigen Sendungen am frühen Nachmittag anzusehen, wo wirklich das primitivste Volk, dass wir im Lande haben auf sich einprügelt, wobei die verbalen Attacken nicht mal den einfachsten Regeln der deutschen Sprache und Grammatik genügen.

Anleihen werden hier grundsätzlich bei den Prolosendungen im amerikanischen Fernsehen gemacht, die, wenn man solche Ausschnitte sieht, ja noch viel schlimmer sind.

Mit diesem Rückgang des Niveaus sind eben auch die Humorsendungen verflacht.

Man erinnere sich an den feinsinnigen, und unaufdringlichen Humor eines Victor von Bülow , alias “Loriot” und seine leider gerade verstorbenen Partnerin Evelin Haarmann.

Oder an einen Harald Juhnke zusammen mit Grit Böttcher, wo schon die schnoddrige Berliner Schnauze von Harald Juhnke komisch war, gepaart mit den dargestellten Figuren, in einer natürlichen Umgebung des Arbeitsalltags, wie Büro, Anwaltskanzlei oder beim Arzt.

Köstlich auch ein Diether Krebs in seiner Comedy-Serie Sketchup mit Beatrice Richter, später mit Iris Berben als Partnerin. Der häufig dümmlich drein schauende Prolo- oder Hinterweltlertyp Diether Krebs.

Auch ein Dieter Hallervorden mit seinen intelligenten, schelmischen Späßen stellt eine ganz eigene Klasse dar.

Welchen Humor man auch am liebsten mag, in einem unterscheiden sich alle oben aufgeführten Humoristen von den heutigen Comedy-Serien, ihre Basis war noch reiner Humor, gepaart mit Intelligenz und Situationskomik.

Die heutigen Serien versuchen das, was ihnen an Humor und Intelligenz fehlt, mit Lärm und Grimassenschneiderei zu kompensieren. Und das ist leider alles andere als witzig.


Herzlich M. Schneider
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

07.11.2007 12:43
#8 Qualität des deutschen Fernsehens, Humor im deutschen Fernsehen Antworten

Zitat von M.Schneider
Es ist wohl insgesamt ein deutlicher Rückgang des Niveaus beim Deutschen Fernsehen zu beobachten. Man braucht sich ja nur mal die leidigen Sendungen am frühen Nachmittag anzusehen, wo wirklich das primitivste Volk, dass wir im Lande haben auf sich einprügelt, wobei die verbalen Attacken nicht mal den einfachsten Regeln der deutschen Sprache und Grammatik genügen.

Es gibt halt Leute, denen das gefällt, sonst gäbe es diese Sendungen ja nicht. Also, ich finde das OK.

Bevor es die Privaten gab, liebe M. Schneider, war ein ständiges Gesprächsthema das von vielen als schlecht empfundene TV-Progamm - erst des einen, dann der zwei, dann der drei Programme.

Das konnte man landauf, landab hören - "die bringen ja nichts Gescheites im Fernseh". Weil man eben überwiegend am Geschmack vieler Bürger vorbeisendete, die sich amüsieren wollen, auch derb, und nicht eine Übertragung von den Salzburger Festspielen oder eine Diskussion über die Postmoderne sehen.

Jetzt bedienen die Privaten den Geschmack dieser Mehrheit - schön abgestuft noch mal innerhalb der Privaten, von Vox über Sat1 und RTL bis runter zu RTL II und Super RTL. Da ist für jeden was dabei.

Und auf der anderen Seite, lieber M.Schneider, ist ja das Angebot für anspruchsvolle Zuschauer ebenfalls gewachsen.

Sie können den ganzen Tag über, sagen wir, zwischen Arte, 3Sat, Phoenix, Bayern Alpha und den Dritten hin- und herschalten und werden immer interessante und anspruchsvolle Sendungen finden - zur Tagespolitik, zur Kultur, zur Wissenschaft. Und wenn Sie eine Schüssel haben, dann stehen Ihnen auch noch die ausländischen Sender zur Verfügung - CNN, BBC World, Al Jazeera, LCP, France24 usw.

Suum cuique - ist das nicht gut?



Zitat von M.Schneider
Mit diesem Rückgang des Niveaus sind eben auch die Humorsendungen verflacht.

Auch da, lieber M. Schneider, sehe ich eher eine, sagen wir, Diversifizierung als eine generelle Verflachung.

Es ist ein anderer, ein schnellerer Humor, der heute überwiegt. Intelligent aber auch, finde ich. Diese Fähigkeit zum lateralen Denken, zu Blitz-Einfällen, wie man sie zB in "Genial danben" erleben kann - das beeindruckt mich schon. Nehmen Sie Dittsche, Krömer, Hoecker, Mario Barth als Beispiele.

Herzlich, Zettel

M.Schneider Offline



Beiträge: 672

08.11.2007 08:23
#9 RE: Qualität des deutschen Fernsehens, Humor im deutschen Fernsehen Antworten

Lieber Zettel

Wohlgemerkt, ich meinte nicht eine Verflachung des Niveaus im deutschen Fernsehen nach dem die privaten Sender kamen, die Verflachung die ich meinte ist so in den letzten 6-7 Jahren zu sehen.

Besonders fällt es mir eben, wenn ich mal rein schaue, an den frühen Nachmittags- Sendungen auf. Man kann sich zwar insgesamt über diese Sendungen streiten, aber dennoch hatten sie vor sechs bis sieben Jahren noch ein besseres Niveau, damals unter Moderatoren wie beispielsweise Herrn Meiser.
Nun ja, wie heißt es, jeder kriegt was er verdient.

Bei den Sendern für anspruchsvolle Dinge haben Sie recht, allerdings bin ich zur Zeit nur in der Lage einen sehr kleinen Teil davon zu empfangen.
Das konzentriert sich primär auf Phoenix und N 24.

In Sachen Humor bleibe ich jedoch bei meiner Auffassung. Sendungen wie „genial daneben“ kann man sich zwar einmal ansehen aber dann langt es für mich auch.

Aber auch das geht ja nach dem bekannten Motto " Geschmacksache sagte der Affe und biss in die Seife.“

Herzlich M. Schneider

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

08.11.2007 15:20
#10 RE: Aktuelle Ergänzung: Reaktionen auf die Sendung Antworten

... und wer's nicht glaubt, wie erbärmlich diese Sendung war, der nehme sich ein Herz und lese die "besten (!) Sprüche", die die Presseselle der ARD aus der Sendung herausgefiltert hat.

Kostprobe: "Die Hauptschule wird abgeschafft. Das heißt jetzt "Realschule plus". Das ist Scheiße, wenn man Superstars-Casting macht."

tätä tätät tätä

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

08.11.2007 15:32
#11 War das TV früher besser? Vor allem der Humor lustiger? Antworten

Lieber M. Schneider,

Zitat von M.Schneider
Man kann sich zwar insgesamt über diese Sendungen streiten, aber dennoch hatten sie vor sechs bis sieben Jahren noch ein besseres Niveau, damals unter Moderatoren wie beispielsweise Herrn Meiser.

Ja, der war ein Lichtblick bei den Privaten. Aber ob wir da nicht ein wenig dem Gute-Alte-Zeit-Effekt erliegen?

Als es losging mit den Privaten, da gab es auch "Tutti frutti", da gab es "Der heiße Stuhl" und jede Menge andere derartige Sendungen, in denen die Gäst zu wüstem Schimpfen animiert wurden. Und außer Meiser waren die nachmittäglichen Laber-Shows mindestens so schlecht wie heute. "Bärbel Schäfer", "Vera am Mittag" und wie das alles hieß.

Und ehrlich gesagt: Solche wüsten Shows sind mir immer noch lieber als zB das weinerlich- dumme Moderieren von Margarete Schreinemakers, auch sie ja eine Ikone dieser Zeit.
Zitat von M.Schneider
Bei den Sendern für anspruchsvolle Dinge haben Sie recht, allerdings bin ich zur Zeit nur in der Lage einen sehr kleinen Teil davon zu empfangen. Das konzentriert sich primär auf Phoenix und N 24.

Das ist schade! Hier auf dem Land habe ich das Pech, kein DSL bekommen zu können. Aber das Glück, daß es auch keine Kabel-Versorgung gibt und wir uns also eine Sat-Schüssel angeschafft haben. Eine mit zwei LNBs, eine auf die Astra-Satelliten und eine auf Hotbird gerichtet. Damit hat man ein schönes Angebot.
Zitat von M.Schneider
In Sachen Humor bleibe ich jedoch bei meiner Auffassung. Sendungen wie "genial daneben" kann man sich zwar einmal ansehen aber dann langt es für mich auch.

Bei mir ist das Stimmungssache. Meist sehe ich sie aber gern. Und staune über diese Kreativität, diese Lockerheit der Gedanken, diese Schnelligkeit des Witzes.

Jedenfalls bei Hella von Sinnen und den Jüngeren. Wenn mal ein "Klassiker" eingeladen wird wie Herbert Feuerstein oder Mike Krüger, dann kommen die da nicht mit.

Ob's am biologischen Alter liegt oder daran, daß unsere Zeit insgesamt schneller geworden ist (was ich glaube), ist eine andere Frage.

Herzlich, Zettel

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