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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 437 mal aufgerufen
 Pro und Contra
M.Schneider Offline



Beiträge: 672

03.12.2007 13:44
Ein Wort zu den Fleischlosfanatikern antworten


Täglicher Fleischkonsum ist zwar sicher nicht nötig aber grundsätzlich hat es nichts mit "wollen" zu tun

Leider gibt es gerade zu dem Thema Ernährung massenweise Heilsbringer mit großer Klappe, wodurch die gesicherten Fakten nur sehr schwer überhaupt zu filtern sind.

Interessant ist dabei dann immer, wenn man etwas von so einem Heilsbringer liest, egal aus welcher Ecke er kommt, dann liest man immer die Totschlagargumente „Studien ha-ben bewiesen“ .... „Wissenschaftler haben festgestellt“ usw., aber nie welche Studie, welcher Wissenschaftler, auf welcher Basis wurde untersucht, was war die Fragestellung usw.


Hier mal die wissenschaftlichen Fakten.

Der Fleischkonsum verbindet uns übrigens, was kaum jemand weiß, sehr deutlich mit unseren Vorfahren, z.B. den Neandertalern.
Jahrelang wurde immer behauptet, die Neandertaler seien gar keine großen Fleischesser gewesen, sondern sie hätten sich viel mehr von Beeren, Obst und Pflanzen ernährt. Sie seien mehr Sammler als Jäger gewesen.
Diese Aussage wurde nun kürzlich durch die modernen Möglichkeiten der Isotopenuntersuchungen, endgültig als reiner Unsinn wiederlegt.
Nach diesen jüngsten Ergebnissen, haben Neandertaler ein Isotopen-Profil wie ein Wolf gehabt. Diese ernähren sich aber ausschließlich von Fleisch.
Soviel also zu unseren Esswurzeln.

Nun ein Wort zur immer wiederkehrenden Illusion, der Mensch könne sich rein vegetarisch ernähren.

Wir unterscheiden proteinogenen Aminosäuren (die die Bausteine der Proteine sind) und nicht- proteinogene Aminosäuren.

Von den proteinogenen Aminosäuren sind bisher 23 bekannt. Das Spektrum der Klasse der Aminosäuren geht aber weit über diese hinaus. So sind bisher 250 nicht- proteinogene Aminosäuren bekannt, die biologische Funktionen haben.


Acht Aminosäuren sind für den Menschen essentiell. Zwei weitere sind nur für Kinder essentiell. Diese sind in der folgenden Auflistung durch den Zusatz semi-essentiell gekennzeichnet.
Essentiell (lebensnotwendig) sind Stoffe, die für einen Organismus unentbehrlich sind und die er nicht selbst synthetisieren kann.

· Arginin (semi-essentiell)
· Histidin (semi-essentiell)
· Isoleucin
· Leucin
· Lysin
· Methionin
· Phenylalanin
· Threonin
· Tryptophan
· Valin

Das heißt also auch klar, diese 8 Aminosäuren müssen über tierisches Eiweiß aufgenommen werden und sind nicht zu ersetzen. Dazu kommen für Vegetarier noch weitere Mangelprobleme, z.B. mit Vitaminen und Mineralstoffen, z.B mit Vitamin B12.

Ein Fakt ist, und das ist einfach nicht vom Tisch zu wischen, die essentiellen Aminosäuren die ich aufführte sind vom Menschen nicht selber herstellbar, er braucht sie aber. Aus Pflanzennahrung bekommt er sie nicht!

Ein weiteres Faktum sieht man z.B. an Sportlern.

Der Aufbau von wesentlicher Muskelmasse gelingt dem Mensch nur mit tierischer Nahrung. Übrigens im Gegensatz zu einem Gorilla. Der ist in der Lage seine Muskeln aus pflanzlicher Nahrung zu generieren. Der Grund liegt im Vertauungstrakt. Der Mensch ist nicht in der Lage schwierige pflanzliche Nahrung aufzuschließen.

Während wir Menschen praktisch fast keine schwierigen Stoffe verarbeiten können, wie zum Beispiel Zellulose, welche ein Grundbaustein der Pflanzen ist, nutzen Gorillas bis zur Hälfte der aufgenommenen Pflanzennahrung und verwandeln diese zum Teil in Muskelmasse. Bei der Verdauung der aufgenommenen Nahrung helfen den Gorillas, ähnlich wie bei anderen Pflanzenfressern, symbiotische Bakterien und Aufgüsse, welche in deren Verdauungstrakt leben.

Auch wenn man die Evolution betrachtet stellt man folgendes fest:

Mit dem Gehirnwachstum vor etwa 1 – 1.5 Mio. Jahren ( Homo erectus) kam es auch zu einem erheblich höheren Verbrauch an Energie. Das Gehirn ist neben der Leber und dem Darm, dass Organ welches den höchsten Energieverbrauch hat.

Dies bedeutete für die Frühmenschen, dass sie mehr tierische Nahrung aufnehmen mussten. Einen Hinweis hierfür gibt der menschliche Darm, er ist nur halb so groß, wie der, der übrigen Primaten, dadurch benötigt er auch nicht so viel Energie. Diese Umstrukturierung ist aber nur deshalb möglich, weil sich der Mensch vom ehemaligen Primatenvorfahren (noch nicht Mensch) der wohl noch Vegetarier war, zum Allesfresser entwickelt hat.

Der Mensch musste daher nun auch tierische Nahrung zu sich nehmen. Bei einer reinen Pflanzennahrung bräuchte der Mensch einen sehr viel längeren Darmtrakt, als ihn die heutigen Affen haben.

Untersuchungen bei Sportlern haben beispielsweise ergeben, dass diese nur durch Umstellung von vegetarischer Kost auf eine Ernährung mit Fleisch schlagartig, also bei gleichem Trainingsstand, Leistungssteigerungen im Bereich 15 bis 20% hatten.

Dass wir hoch flexible Allesfresser sind, bezahlen wir übrigens mit dem Preis, deutlich schlechtere Grünzeugverwerter als Schafe - und schlechtere Fleischverwerter als Hunde zu sein.
Deshalb haben Vegetarier einerseits und Obstverächter andererseits ein paar Probleme. Die ersten müssen schauen, wie sie an genügend Proteine und Eisen kommen. Die anderen müssen daran denken, dass ihr Körper Vitamin C nicht selbst herstellen kann – eine Tatsache, die wir der Lebensweise unserer Primatenvorfahren (noch nicht Mensch) zu verdanken haben: die haben sich hauptsächlich von Früchten ernährt und wahrscheinlich daher die Fähigkeit zur Vitamin-C-Synthese verloren.

Dann fehlt uns noch das Enzym Uricase. Deshalb kann bei Menschen, die übermäßig Fleisch essen, Gicht auftreten. Die bei der Fleischverdauung entstehende Harnsäure wird nicht, wie bei Hund oder Katze, durch dieses Enzym in leicht lösliches Allantoin umgewandelt, sondern muss über die Nieren ausgeschieden werden.

Die Gicht ist eine Folge von Hyperurikämie, eine erhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut (mehr als 0,4 mmol/l). Unterhalb dieser Konzentration stehen im Blut genügend Eiweiße zur Verfügung, um die in Wasser schwerlösliche Harnsäure zu transportieren und ihre Ausfällung zu verhindern. Ist der Harnsäure-Wert zu hoch, reicht dieses Schutz-System nicht mehr aus und es kommt zu Ablagerungen in Gelenken, Sehnenscheiden und Nierenmark.

Nur mal nebenbei bemerkt, dass niemand denkt nur Fleisch führe zu einer Erhöhung des Purin / Harnsäurespiegels. Hülsenfrüchte schlagen auch wesentlich zu Buche. Erbsen liegen z.B im Gehalt über Rindfleisch. Hefe sogar beim 5 fachen von Rindfleisch. Auch Trockenfrüchte und Mohn liegen hoch.

Wie schwer die Zusammenhänge aber sind, sieht man gerade an diesem Enzym Uricase. Nach den jüngsten Isotopenuntersuchungen haben unsere Vorfahren ein Isotopenprofil wie ein Wolf, also reine Fleischfresser. Wenn denen auch schon die Uricase gefehlt hätte, gäbe es wohl heute keine Menschheit, weil die gichtkranken Frühmenschen leichte Beute geworden- und daher ausgestorben wären.

Wie schwer rein pflanzliche Kost verdaulich ist, sieht man übrigens an einem Spezialisten, der es wissen muss, einer Kuh.

Sie hat alleine 4 Mägen,
1. Pansen
2. Netzmagen
3. Blättermagen
4. Labmagen.

Wenn eine Kuh frisst, kommt das grob zermahlene Futter zuerst in den Pansenmagen, er fasst bis zu 180 Liter. Der Pansen und der Netzmagen dienen als Zwischenlager. Hier wird das Futter gepresst und beginnt in der Wärme zu gären. Beim Wiederkäuen befördert die Kuh den Grasbrei portionsweise aus dem Pansen ins Maul zurück. Sie zermahlt ihn nochmals, um die Zellulosewände mechanisch weiter zu zerteilen und schluckt ihn wieder.

Im Netzmagen formen sich Futterklöße, die wieder ins Maul gewürgt werden.
Beim Wiederkäuen zerkleinert die Kuh das Gras mit ihren Mahlzähnen.
Der Grasbrei gelangt in den Blättermagen, wo ihm die Feuchtigkeit entzogen wird. Von dort wird der Nahrungsbrei in den eigentlichen Magen, den Labmagen, befördert. Erst von hier aus gelangt die zerkleinerte Nahrung in den Darm. Im Labmagen wird die Nahrung mit Verdauungssäften vermischt. Im Kuhmagen befinden sich Bakterien, die das Gras chemisch zersetzen. Damit diese Bakterien auch wirken können, wird viel Wasser benötigt. Daher müssen Kühe sehr viel Wasser zu sich nehmen.

Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass die Mägen einer Kuh richtige Muskelmägen sind, die anders wie der menschliche Magen massive Walkarbeit leisten können und diese wird noch dadurch verstärkt, dass Kühe Steine fressen, die in Verbindung mit der Walkarbeit der Mägen massiv auf die Zellulosestrukturen der pflanzlichen Nahrung einwirken.

Kein Verdauungsferment von Wirbeltieren ist in der Lage, Zellulose zu spalten und damit verdaulich zu machen. Nur Bakterien produzieren ein solches Ferment - die Zellulase. Ihr gelingt es jedoch auch nur 50 bis 60% der im Pansen vorhandenen Zellulose abzubauen. Das Endprodukt des Abbaues von Zellulose ist Essigsäure. Diese wird im Stoffwechsel zu einem erheblichen Teil in Milchfett umgebaut.

Da die Evolution aber keine unnötigen Dinge generiert, ist der Schluss zu ziehen, ein reiner Pflanzenfresser benötigt diesen Aufwand!
Daraus ist auch der Umkehrschluss zu ziehe, ohne den Aufwand kann man Grünfutter nicht verdauen!

Der Mensch ist weit davon entfernt es mit den Grünzeugspezialisten auch nur im Entferntesten aufnehmen zu können. Ohne tierisches Eiweiß läuft beim Menschen gar nichts!

An diesem Punkt der Ausführung angekommen, fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen.
Wie sagte ich:
Mit dem Gehirnwachstum vor etwa 1 – 1.5 Mio. Jahren ( Homo erectus) kam es auch zu ein erheblich höheren Verbrauch an Energie. Das Gehirn ist neben der Leber und dem Darm, dass Organ welches den höchsten Energieverbrauch hat.

Hier liegt überhaupt der Grund wieso diese Öko- Fanatiker auf Fleisch verzichten wollen. Es hängt bei Ihnen auch mit dem Gehirnwachstum zusammen, wo nichts gewachsen ist, gibt es auch keinen erhöhter Energieverbrauch. Schlussfolgerung, es wird nicht mehr als Grünzeug benötigt.

Für alle anderen gilt der alten Satz von Paracelsus: „Nur die Menge macht´s, ob ein Ding ein Gift ist“. Das heißt zu deutsch, iss alles und alles in Maßen, dann ist es für die Gesundheit am Besten.

Herzlich M. Schneider

Sparrowhawk ( Gast )
Beiträge:

03.12.2007 18:35
#2 RE: Ein Wort zu den Fleischlosfanatikern antworten

"Das heißt zu deutsch, iss alles und alles in Maßen, dann ist es für die Gesundheit am Besten."

Es geht halt nichts über eine ausgewogene Ernährung...

Meinereiner futtert immer so, wie er Hunger hat... hab ich Lust auf Obst, ess ich Obst, hab ich Lust auf Fleisch, esse ich Fleisch, meistens mit etwas Gemüse dazu... und auch meinen gelegentlichenn Schoko-Fressflashs gehe ich nach

califax Offline




Beiträge: 1.499

04.12.2007 00:26
#3 RE: Ein Wort zu den Fleischlosfanatikern antworten

In einer witzigen Fernsehdoku brachte man vor ein paar Jahren mal neben allen möglichen Fakten und Expertenmeinungen auch kurz den Kommentar eines amerikanischen Evolutionsbiologen. Dieser hatte für seine Studenten zur Veranschaulichung der Zeitläufe, über die er redet, einen Zeitstrahl aus Endlospapier auf den Gang gelegt. Einen sehr langen Gang.
Kommentar (Paraphrase): Alle Funde besagen, daß der Mensch über diesen Zeitraum (zeigt den Gang entlang) alles in sich reingestopft hat, was er kriegen konnte. Darunter am liebsten alle möglichen Tiere.
Seit diesem Zeitraum (zeigt auf ein paar markierte Zentimeter zu seinen Füßen) sind wir der Meinung, wir wüssten es besser als die biologische Auslese (zeigt wieder den Gang entlang). Gute Polemik und nicht ganz falsch. :)

M.Schneider Offline



Beiträge: 672

04.12.2007 08:24
#4 RE: Ein Wort zu den Fleischlosfanatikern antworten

Lieber Califax

Ja, sehr gutes Beispiel. Über diese Zeitabläufe wissen diese Schlauberger, die sich für schlauer als die Evolution halten gar nichts.
Da hat offensichtlich das Wachstum des Gehirns versagt. Na, ja, auch bei der Evolution kann mal etwas daneben gehen.

Herzlich M. Schneider

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.482

04.12.2007 12:51
#5 RE: Ein Wort zu den Fleischlosfanatikern antworten

Lieber M. Schneider,

eigentlich hat Mark Twain schon alles dazu gesagt. Ich meine, in der Geschichte von Tom Sawyer und dem Painkiller - die Tante Polly mit ihren Gesundheitsblättchen ist heutzutage allgegenwärtig!

Herzlich, Thomas

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