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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 1.424 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

10.08.2020 00:05
Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Simon Offline



Beiträge: 332

10.08.2020 13:43
#2 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat
Ein kleines Baby strandet auf einer Insel, ein Baby, anders aussehend als die Inselbewohner. Doch seine Hautfarbe ist kein Punkt dafür, sich nicht um den kleinen Jungen zu kümmern. Im Gegenteil, er wird sofort lieb und warmherzig aufgenommen, integriert in ihre Gesellschaft, als wäre er einer von ihnen. Was heißt wäre? Er ist einer von ihnen.
Er erhält weder eine Anders-Behandlung noch erfährt er Diskriminierung. Er wird mit großer Zuneigung und Fürsorge aufgezogen und ist schnell jedermanns Freund. Nicht nur Freund, ja sogar ein Held wird er im Laufe der Geschichte. Er ist mutig, freundlich und gutherzig, seine Hautfarbe spielt dabei keine Rolle.
Was also ist daran Rassismus?



Ja, lese - und unterscheide, wer lesen und unterscheiden kann!

Grüße!
Simon

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

10.08.2020 14:13
#3 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Hier geht es um eine Volte, die ich zuerst noch in den Text einbauen wollte und dann als eine Schraubendrehung zuviel weggelassen habe. Der Name Marcuse war da Stichwortgeber. Von ihm stammt ja der Dreh mit der "repressiven Toleranz". "Anscheinend" - das ist wie bei Freud; das Muster hat er sich aus der Psychoanalyse ausgeborgt - ist ein Text, eine Einstellung, eine Haltung absolut tolerant, läßt das andere gelten, bietet ihm Raum. Aber "in Wirklichkeit", wenn man also das richtige analytische Besteck mitbringt, handelt es sich um das Gegenteil. Man macht es unschädlich, raubt ihm eine kritische Energie, stellt es still oder macht es unsichtbar. Man muß es nur halt zu erkennen wissen. Der geradezu giftige Haß, den die "Achtundsechziger" gegen den Liberalismus an den Ttag legten, verdankt sich dieser Einstellung. In dem hatten sie den wahren Feind des Projekts vom linken Umbau der Gesellschaft ausgemacht.

Und natürlich ist es einem gewieften Dialektiker ein Leichtes, "nachzuweisen", daß ein Buch wie das von Michael Ende "in Wirklichkeit" viel übler angelegt ist - eben weil das Gift unerkannter "in die Kinderseelen geträufelt" wird, als Texte, die ganz offen mit den alten Stereotypen operieren (mir fällt da gerade Hergés Erstling, Tim im Kongo, ein). Das ganze ist latürnich auch schon dagewesen. Herbert Kohl hat damit traurigen Ruhm eingefahren, als er 1995 Jean de Brunhoffs Elefantenpapa in diesen Senkel gestellt hat: Should We Burn Babar?

PS. Und ich sach' noch... Ich hab mir gerade mal die Kurzbesprechung rausgesucht, die zu dem Titel in Kirkus Review erschienen ist.



Zitat
...meandering, utterly predictable essays on the importance of narrative in the education of children. The title essay is hardly the incendiary piece it purports to be. Rather, Kohl rehearses the standard worries about kiddie culture: It's too violent, racist, sexist, homophobic, etc. The Babar books in particular suffer from their Eurocentric power relations and their celebration of assimilation; Kohl's analysis, by way of Frantz Fanon, links Babar to the triumph of colonialism. Among the other diversions popular with children that come under attack along the way is the Barbie doll, derided as ``part of the complex that can lead to bulimia and anorexia.'' But Kohl lacks the courage of his convictions and soft-pedals his radicalism with caveats, usually in someone else's voice (``Sometimes an elephant in a green suit is just an elephant in a green suit''). After an essay in which he rewrites the standard textbook version of Rosa Parks's story, which focuses on the courageous individual, so that it reflects instead ``community-based social struggle,'' Kohl reveals his true agenda in ``A Plea for Radical Children's Literature,'' which includes a series of prescriptions reminiscent of old social-realist proletarianism and Soviet-style utopianism.



https://www.kirkusreviews.com/book-revie...-we-burn-babar/



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Simon Offline



Beiträge: 332

10.08.2020 18:15
#4 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Auf diese Art und Weise können Sie noch so viele Volten drehen und Sie kommen der ganz einfachen Sache der Textaussage (adäquaten Auslegung): seines Buchstabensinns und dem dahinter oder vor ihm (Vorverständnis) liegenden Sinn nicht auf die Spur.
Es ist wie beim Dressurreiten:
Ein gutes Dressurpferd wird erst dann all die Volten in äußerster Perfektion vollführen, wenn es seiner Reiterin gelungen ist, dem widerspenstigen Tier - seinem Verhalten Herr zu werden.

Ich leiste mir mit dieser Bemerkung einen Gedanken-Sprung, weil ich es interessant finde, dass Sie uns mit einem "Streiflicht" auf eine Fährte locken, von der Sie vielleicht ursprünglich nicht geahnt haben, dass sie existiert, obwohl sie ganz offen da, offenbar ist. Durchaus nicht kryptisch.

Z.B. recherchierte ich unter dem Stichwort "Rasse", ob es es sie unter "Menschen" überhaupt gibt. Und zwar war mir die Beantwortung wichtig in Hinblick auf die Frage/Tatsache, dass es keine "jüdische Rasse" gibt, die im 3. Reich "wissenschaftlich belegt/belegbar" mit ruhigem Gewissen (das nach Hitlers "Tischreden" eine Erfindung der Juden - und der Christen sei; nebenbei bemerkt: und das unter dem Umstand, dass er bis zu seinem Ende getaufter Katholik blieb) verfolgt und vernichtet wurde, gefolgt von der Vernichtung weiteren "unwerten Lebens". - Die Christen sollten nach dem Endsieg als nächste an der Reihe sein ...!

Mit anderen Worten, wenn ich eine Sache nur "wissenschaftlich" nach heutiger (Mode-/beinahe Zwangs-)Ansicht angehe, bleibe ich ewig draußen, werde ich sie nicht verstehen. Entscheidend ist nämlich das Vor-Verständnis: von welchem Standpunkt aus ich eine Gegebenheit ansehe, angehe - sie ertrage, sie gelten lasse, ihre offensichtliche Wahrheit respektiere, ihren friedlichen bzw. gerechten Umgang damit - sachgemäß - zulasse.

Hoffentlich sind Sie kein "Weißer", lieber Herr Elkmann, sonst sind Sie akut gefähdet. Verstehste mich?

Gruß!
Simon

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

10.08.2020 19:06
#5 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Simon im Beitrag #4

Z.B. recherchierte ich unter dem Stichwort "Rasse", ob es es sie unter "Menschen" überhaupt gibt. Und zwar war mir die Beantwortung wichtig in Hinblick auf die Frage/Tatsache, dass es keine "jüdische Rasse" gibt, die im 3. Reich "wissenschaftlich belegt/belegbar" mit ruhigem Gewissen (das nach Hitlers "Tischreden" eine Erfindung der Juden - und der Christen sei; nebenbei bemerkt: und das unter dem Umstand, dass er bis zu seinem Ende getaufter Katholik blieb) verfolgt und vernichtet wurde, gefolgt von der Vernichtung weiteren "unwerten Lebens". - Die Christen sollten nach dem Endsieg als nächste an der Reihe sein ...!



Ich muß, ehrlich gesagt, anmerken, daß es mir zunehmend schwer fällt, hinter Ihren Einlassungen einen stringenten Sinn auszumachen. Nichts für ungut.

Sei's drum.

In Sachen "Rassen" verweise ich mal, in aufsteigender Linie, auf die Bücher von Andreas Vonderach, zuletzt "Die Dekonstruktion der Rasse" (2020), danach die Bücher von Luigi Cavalli-Sforza, und, den aktuellen Stand der molekulargenetischen Erkenntnis referierend, David Reichs Who We Are and How We Got Here: Ancient DNA and the New Science of the Human Past (2018), und dort besonders im Hinblick auf Ihre anscheinende Fragestellung, die Seiten 247 bis 274. Aus all dem werden Sie feststellen, daß es durchaus signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen geographisch verteilten Populationen von Homo sapiens sapiens gibt, daß die Grenzen und Verteilungen aber oft anders laufen als nach dem alten Kategorien der Rassenlehre des 19. Jhdts. postuliert. Unterm Strich sind die molekulargenetischen Varianzen größer als die phänotypischen. Überraschend ist etwa, pace Reich, der Anteil von Neandertalergenen. Opinio communis der Wissenschaft bis vor ~15 Jahren war, daß es seit dem gemeinsamen Vorfahren, also nach der Divergenz zwischen den beiden Subspezies, keine Vermischung mehr gegeben habe. Stellt sich heraus, daß wir im Durchschnitt 2% Neandertaler-Gene in unserem Erbgut tragen, wobei der Anteil schwankt; in Afrika liegt er, wie erwartbar aufgrund der geographischen Verteilung, bei genau 0, in Ostasien liegt er am höchsten. Exakter ausgedrückt: der Anteil an Menschen hier bei uns, Nordeuropa & Skandinavien, bei denen dieser Anteil 2% oder mehr beträgt, liegt bei rund 76%. Für Asien östlich des 80. Längengrads kommt für durchschnittlich 5% aller heute Lebenden ein Erbgutanteil der Denisowa-Menschen von 2% oder höher hinzu; für die "first peoples" in Neuguinea & Asutralien liegt der Prozentsatz statt bei 5 bei 100%. Der Abgleich der mitochondrialen DNS mit der des Zellkerns erzählt eine höchst unschöne Geschichte. Wenn Sie diese in journalistisch greller, aber sachlich zutreffend aufbereiteter Form interessiert, werfen Sie einen Blick hierauf:

https://www.dailymail.co.uk/sciencetech/...ople-lived.html

Das ist die eine Schiene. Die andere ist, daß beim Thema "Rassismus" die ethnologischen Unterschiede nur ein Faktor sind, zumeist nicht der Bestimmende. Die Ablehnung, die Ausgrenzung des Fremden, des Anderen ist eine anthropologische Konstante (der Versuch, Mittel zu finden, das zu umgehen oder zu neutralisieren, ebenfalls) Das funktioniert über die Schiene "Kultur", "Sprache", "soziale Schicht" (etwa im Kastenwesen) und, an erster Stelle, "Religion" und ähnliches genauso, weil das auf die gleichen Dispositionen zurückgreift. Das Spannungsverhältnis zwischen den Polen Offenheit und Abgrenzung gehört zur Conditio humana.

Zitat von Simon im Beitrag #4
Mit anderen Worten, wenn ich eine Sache nur "wissenschaftlich" nach heutiger (Mode-/beinahe Zwangs-)Ansicht angehe, bleibe ich ewig draußen, werde ich sie nicht verstehen. Entscheidend ist nämlich das Vor-Verständnis: von welchem Standpunkt aus ich eine Gegebenheit ansehe, angehe - sie ertrage, sie gelten lasse, ihre offensichtliche Wahrheit respektiere, ihren friedlichen bzw. gerechten Umgang damit - sachgemäß - zulasse.

Verstehste mich?



Das kann ich nicht sagen. Soweit sich mir da ansatzweise ein Sinn erschließt, sind Sie dem hermeneutischen Zirkelschluß aufgesessen. Bitte beschäftigen Sie sich mit den Erkenntnissen der Wissenschaft der letzten 5 Jahrhunderte sowie ihrer Methodik, und Sie werden einsehen, daß es schlicht nicht stimmt. Die Prämisse, ohne ein Vorverständnis sei keine Erkenntnis möglich, ist einfach nicht zutreffend.

Ich möchte Sie außerdem bitten, solche Schlußvolten in Zukunft zu unterlassen. Bitte nehmen Sie das als Warnung ernst.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

10.08.2020 19:34
#6 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Simon im Beitrag #4
Die Christen sollten nach dem Endsieg als nächste an der Reihe sein ...!


Wir bewegen uns hier im Bereich freier alternativ-historischer Spekulation. Ja, ich kenne die entsprechenden Bemerkungen aus den Tischgesprächen auch. Ob daraus IRGENDETWAS für die späteren Pläne nach einem "Endsieg" abzuleiten ist, möchte ich bezweifeln. Die Situation während der Spätphase des Krieges, also post-Stalingrad, war, daß der Krieg, aus jeder nüchternen Überschlagsrechnung, nicht mehr zu gewinnen war. OB diese Einsicht bei der Nazi-Führung Raum gegriffen hat (bei den Widerständlern zum Teil wohl), oder ob man schlicht um den eigenen unmittelbaren Überlebens willen weitermachte, dürfte eine Frage akribischen Quellenstudiums sein; ich sehe wenig Zeichen dafür. (Im Gegensatz zur japanischen Führung, von der sich ein Großteil der sicheren Niederlage bewußt war). Hitler blieb angesichts der Verbrechen, die sein Regime und sein Volk begangen hatte, nur die Option aufs Weitermachen. OB und WANN hier andere Verhältnisse - entweder nach einem Sieg oder einem Patt - herrschen würden, konnte niemand sagen. Die Pläne für die Ostkolonisierung waren von vornherein aufgrund dieser völligen Unwägbarkeit Makulatur, ebenso jeglicher Aspekt einer solchen Nachkriegszeit.

Es KÖNNTE sein, daß Hitler und der Führungsriege das Beispiel des GULags, oder, wahrscheinlicher: des Holodomor, den Glauben gegeben hat, selbst die planmäßige Ermordung von Millionen vertuschen zu können; die Geheimhaltung der Vernichtungslager war ja, entgegen allem, was nachgeborene Moralapostel gern behaupten, durchaus erfolgreich.

Was nach einem solchen hypothetischen Nachkrieg erfolgt wäre, bleibt Spekulation. Die Äußerungen Hitlers dazu scheinen mir aus den genannten Gründen wenig belastbar: das ist frei assoziierend improvisiert. Die Verfolgung der Kirche unter Stalin dauerte ja auch nur bis zum Kriegsbeginn; Franco & Mussolini haben die Kirche nicht angetastet (Franco hat sie sogar nach allen Kräften gefördert; es gab große Teile der Republikaner im Bürgerkrieg, diei sie restlos vernichten wollten): aber hier handelte es sich um Faschismus, also um einen anders gelagerten Totalitarismus. Einen Ansatz zur kompletten Auslöschung des christlichen Glaubens und seiner Traditionen hat es bekanntlich nur im Albanien Hodschas gegeben, also dem europäischen Pendant zu Nordkorea.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Simon Offline



Beiträge: 332

10.08.2020 19:55
#7 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5
Ich möchte Sie außerdem bitten, solche Schlußvolten in Zukunft zu unterlassen. Bitte nehmen Sie das als Warnung ernst.n


Sehr geehrter Herr Elkmann,*
nicht in erster Linie, nicht nur wegen der Verwarnung - die nehme ich durchaus ernst - nehme ich Bezug auf Ihren Satz, sondern weil ich annehme, dass Sie mich mit meiner flapsigen Endbemerkung möglicherweise nicht richtig, d.h. wie - aufrichtig - gemeint, missverstanden haben.
So muss ich - bedauerlicherweise - meine Narrenmaske abnehmen und prosaisch aussagen, dass ich andeutungsweise auf die Rassenunruhen z.B. in Amerika, aber auch anderswo hindeuten wollte, die sich - nun - wie einst gegen den/die Neger - gegen den "Weißen" richten. Und da ist es doch wirklich schnuppe (Entschuldigung): da wird nicht unterschieden, wo die alle genetisch herkommen bzw. ethnisch einzuordnen sind. -

Aber noch einmal. Ich bewundere Ihr breites Wissen und Ihr Argumentier-Arsenal.
Und ich entschuldige mich, wenn ich Ihnen (oder auch anderen?) zu nahe getreten bin.

Simon

* korrigiert

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

10.08.2020 20:58
#8 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Entschuldigung akzeptiert.

Bei den BLM-Anarchisten schießt mehreres zusammen (sit venia verbo). Das ist zum einen natürlich den brachiale Impetus gegen alles "Weiße" (der in grellster Form eben bei Fanon vorgebildet ist; die Black Panther liefen in den 60ern allerdings auch schon in diese Richtung). Zum anderen ist das das, was man den Impuls der linken Revolte nennen kann, nur auf die schlichteste & primitivste Form - Zerstören, Plündern - heruntergekocht. Was lebt seine Gewalttätigkeit aus. Das dürfte nichts spezifisch "Linkes" sein, sondern nur die allgemein-menschliche Analge zur Gewalt. Es fällt ja auf, daß bei solchen Manifestationen bislang immer ein, wie auch immer geartetes "theoretisches Konstrukt" geltend gemacht wurde: die alten Kommunisten hatten meterweise Bücherregale (der Anarchismus, in seiner alten Form sensu Kropotkin, ja auch), die 68er ditto (sogar mehr als ihre Vorläufer, weil die alle Denominationen der Roten Religion im Angebot hatten & selber jede Menge verfertigten). Selbst die 1%-Occupy-Clowns hatten noch, wenn auch nur noch im ganz schwacher Form, etwas Bedruck(s)tes hinter sich, auch wenns nur Naomi Klein & Stéphane Hessel waren. Von den BBLM-Gründerinnen (zumindest einer) gibts ja die Äußerung, sie seien "voll ausgebildete Marxisten"; in der Praxis ist da aber nur Krawall.

Ein anderer Aspekt: das Aufbegehren, der vehemente Protest, nicht erst seit der Bürgerrechtsbewegung, sondern bei Booker T. Washington und anderen seit der Jahrhundetwende, gegen die Benachteiligung der Schwarzen richtete sich nicht so sehr - oder nicht in erster Linie - gegen die tatsächliche Gewalt, die man für die ärmsten und rückständigsten Gebiete der Südtstaaten als charakterisch sah, und die statistisch geringer ausfiel, als man es auf der ersten Blick meint (zwischen 1882 und 1968 gab es in den USA 4700 Lynchmorde, die meisten vor 1892, und ein Viertel der Opfer waren Weiße). Das richtete sich gegen die systematische Ausgrenzung, gegen die Segregation. Rosa Parks ist nicht umsonst zum Symbol dafür geworden. Das galt aber ebenso für andere Minderheiten, die Ureinwohner natürlich und die Asiaten. Die Idee hinter der Bürgerrechtsbewegung war: wenn das wegfällt, wenn man auf Augenhöhe akzeptiert wird, ist es überwunden. Und im Fall etwa der Asiaten oder der Juden ist es genauso gekommen (wobei es den "klassischen Antisemitismus" wie in Europa in dieser Form in den USA nicht gegeben hat, aus klaren historischen Gründen). Von einer solchen Ausgrenzung kann heute keine Rede mehr sein - und vor allem: man hat den deutlichen Eindruck, daß BLM gar kein Ziel hat; jedenfalls keines, das in Begriffen des Politischen zu fassen wäre. Es geht nur noch darum, Gewalt & Anarchie auszuleben, und das Schlagwort "Rassismus" ist einfach nur noch eine sinnfreie Schablone für diesen Anspruch.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

zwerg Offline



Beiträge: 18

11.08.2020 00:18
#9 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Ich will nur einen Teilaspekt der von Simon aufgeworfenen Frage nach der Existenz von Rassen herausgreifen. Ich finde die Frage letztlich falsch. Damit meine ich, dass in der Frage impliziert wird, als würden Menschen, wenn Sie bestimmte Begriffe benutzen, die biologische Definition meinen. Das ist aber i.a. bei vielen derartigen Begriffen nicht der Fall. Damit ist es eigentlich aber vollkommen egal, ob nach der aktuellen wissenschaftlichen Definition des Begriff, die auch kaum einer kennt, der Begriff zutreffend ist. Und daher will auch kaum einer damit irgendwelche Konsequenzen implizieren, die nach der wissenschaftlichen Begriffsdefinition dann der Fall wären. Was wir hier beobachten ist eine Alltagsheuristik, die es Menschen ermöglicht beobachtete und beobachtbare Dinge beschreiben und bewerten zu können. Logischer ist sicher der in der Wissenschaft inzwischen bevorzugte Begriff Populationen, aber vielleicht ist der zu abstrakt.

Was ist wichtig: eigentlich nur, dass es in der politischen Auseinandersetzung sehr häufig vorkommt, dass eine Seite Begriffe oft explizit nicht so versteht, wie sie von Menschen i.a. verstanden werden, sondern über eine andere vermeintlich wissenschaftlichere Definition der Begriffe den Sinn von Aussagen und Positionen entstellt. Daher sehe ich eigentlich diesen Einzug der Wissenschaft in die politische und sprachliche Definitionswelt als sehr kritisch, weil Menschen z.B. gezielt missverstanden werden.

Ich hoffe, ich bin hier nicht zu sehr vom Thema abgekommen. Aber ich halte die zunehmende Entfremdung von Definitionen einerseits und Verständnis andererseits von Begriffen für eines der zentralen Probleme der heutigen Zeit.

Ueberseebaecker ( gelöscht )
Beiträge:

11.08.2020 09:23
#10 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5


Ich muß, ehrlich gesagt, anmerken, daß es mir zunehmend schwer fällt, hinter Ihren Einlassungen einen stringenten Sinn auszumachen.


Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5
Soweit sich mir da ansatzweise ein Sinn erschließt, sind Sie dem hermeneutischen Zirkelschluß aufgesessen. Bitte beschäftigen Sie sich mit den Erkenntnissen der Wissenschaft der letzten 5 Jahrhunderte sowie ihrer Methodik, und Sie werden einsehen, daß es schlicht nicht stimmt.


Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5
Ich möchte Sie außerdem bitten, solche Schlußvolten in Zukunft zu unterlassen. Bitte nehmen Sie das als Warnung ernst.n


Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser arrogante Ton missfällt? Nachdem das hier immer mehr zur Ein-Mann-Band verkommt, mit Themen, die mich absolut Nullkommanull interessieren, bitte ich darum, dass mein Account gelöscht wird. Ich bin hier nicht wegen Elkmanns literarischem Solo hergekommen. Ich habe ja andernorts schon zu Protokoll gegeben, dass ich solcherart Einlassungen, denen zudem Stringenz völlig abgeht, nicht unbedingt als Ausweis besonderer Bildung ansehe, sondern eher als akademische Schaumschlägerei. Man merkt halt, wenn jemand aus dem akademischen Elfenbeinturm doziert. Sei's drum.

Beste Grüsse and die anderen Autoren, deren Arbeit ich immer sehr geschätzt habe und deren Beitrag in der deutschen Blogosphäre nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Martin Offline



Beiträge: 3.371

11.08.2020 09:53
#11 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Ueberseebaecker im Beitrag #10
Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser arrogante Ton missfällt? Nachdem das hier immer mehr zur Ein-Mann-Band verkommt, mit Themen, die mich absolut Nullkommanull interessieren, bitte ich darum, dass mein Account gelöscht wird.


Ich habe mitgelesen, muss aber feststellen, dass ich aus dem kryptischen Text von Simon auch nicht schlau werde, stimme also den Kommentaren von Ulrich Elkmann durchaus zu.

Sie selbst scheinen sich gerne von Autoren bedienen zu lassen, anstatt selbst einen Beitrag zu schreiben.

Gruß
Martin

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.335

11.08.2020 12:29
#12 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Metadiskussionen haben noch keinem Blog gut getan. Es gibt 1-Mann-Shows, auf denen nur einmal in zwei Wochen ein Beitrag erscheint und Blogs mit Autorenkollektiven. Die Leser haben dann die Möglichkeit, still mitzulesen oder den Blog zu ignorieren oder sich selbst zu beteiligen. Es wäre mal interessant zu untersuchen, warum ausgerechnet in ZkZ der Eindruck entstanden ist, die Leser würden bei den Autoren quasi eine "Blog-Stimmung" bzw ein Themenspektrum bestellen.
Ich persönlich finde sowohl die Beiträge von Simon als auch die von Ulrich schwer zu lesen. Menschen sind unterschiedlich. ;-)

Zum Strangthema:
Es ist nun wirklich keine neue Erkenntnis, dass es zwischen der beabsichtigten Botschaft des Senders und der Interpretation beim Empfänger Abweichungen gibt. Und es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass eine Botschaft (also die Quelle) verschiedene Bedeutungsebenen haben kann.

Die aktuelle Sichtweise ist folgende:

1. Die Kommunikation wird zunächst unterteilt in Gruppen: a) Kommunikation, die von sakrosanten Sendern stammt und b) Kommunikation, die von verbrannten Sendern stammt, von "bösen" Menschen
2. Bei Gruppe a) sakrosante Personen hat bei Kommunikationsproblemen grundsätzlich der Sender recht. Die Interpretation des Empfängers MUSS falsch sein. Der Sender allein hat das Recht zu bestimmen, ob eine Kommunikation vollständig, effizient, eindeutig und angemessen war.
3. Bei Gruppe b) ist es halt grad umgekehrt. Der Sender hat kein Mitspracherecht, wie was zu verstehen ist. Sondern der Empfänger - der "gute Mensch" legt fest, was der Sender gemeint hat.

Das ist schon schwierig genug, weil "Sakrosante Personen" jetzt in linker Denkweise das absolute Recht haben, sich beleidigt zu fühlen, sich angegriffen zu fühlen. Ergebnis sind dann "safe spaces" und Sprech- und Schreibverbote für Personen der Gruppe b). Das ist zwar eigentlich gegen das Grundgesetz, aber wenn juckt das schon in Deutschland 2020.

Hier allerdings ist der Sender bereits tot und kann sich nicht mal mehr wehren. Das macht die Sache besonders delikat: HEUTIGE Empfänger legen fest, was damals der Sender in Bezug auf die DAMALIGEN Empfänger als Botschaft hatte. Danisch hat sich mit diesem Thema auch sehr viel beschäftigt und festgestellt, dass die gesamte Rassismus-, BLM- und Gender-Debatte daran krankt, dass heutige selbsternannte Opfer glauben einen Anspruch gegen heutige Menschen zu haben auf der Basis von unterstellten oder tatsächlichen Erfahrungen toter Opfer gegen tote Täter.

Obige Begründung wird auch nicht dadurch abgeschwächtr, in dem das vorgeschobene Argument der "Neuinterpretation" kommt. Sollte man aus Volkserziehungsgründen glauben einen Anspruch zu haben, alte Werke heutigen Empfängern erklären zu müssen, dann soll man eben genau das tun: den heutigen Empfängern erklären, zum Beispiel in Form eines Vorworts. Aber nicht im nachhinein die Botschaft eines toten Senders ändern oder auslöschen (Konsum der Botschaft verhindern). Denn damit würde man behaupten, heutige Empfänger wären unfähig, eine solche Erklärung zu verstehen.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.

Eloman Offline



Beiträge: 156

11.08.2020 22:50
#13 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um die ewige Suche der Marxisten, in diesem Fall der Kulturmarxisten, nach einem Proletariat, zu dessen Anführern sie sich dann aufschwingen können (da die Mitglieder dieses Proletariats dafür natürlich selbst zu dumm sind). Leider werden sie von diesem auch wieder enttäuscht werden, wie man zB an der kurzen Existenz von CHOP in Seattle exemplarisch sehen konnte. Ich würde es sehr begrüßen, wenn vor allem die weiblichen Protagonisten sich wie ehedem wieder um streunende Katzen kümmern würden. Da können sie nicht so viel Unheil anrichten.

Simon Offline



Beiträge: 332

12.08.2020 00:16
#14 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #11

Ich habe mitgelesen, muss aber feststellen, dass ich aus dem kryptischen Text von Simon auch nicht schlau werde, stimme also den Kommentaren von Ulrich Elkmann durchaus zu.

Sie selbst scheinen sich gerne von Autoren bedienen zu lassen, anstatt selbst einen Beitrag zu schreiben.



Sehr geehrter Herr Martin,
Sie erwähnen im ersten Absatz meinen Namen - spielen mich wegen Nichtverstehens: "aus dem kryptischen Text von Simon (werde)(ich) auch nicht schlau" eines meiner Texte in einem fadenscheinigen Urteil gegen "Kommentare von Ulrich Elkmann" aus. - Das ist Ihr (gutes) Recht, weil Sie vielleicht (subjektiv) Recht haben.

Nicht ganz so gnädig kann ich Ihr Urteil gegenüber "Ueberseebaecker"* werten. Sie machen ihm einen Vorwurf daraus, dass er nur mitliest (erg. mitdenkt) und nur einige/wenige? (Sie schreiben keine) "Beiträge ... schreibt".
Entschuldigen Sie mal, das ist schon sehr ungenau formuliert bzw. recherchiert. Im ganzen höre ich die "Nachtigal dahinter trapsen". - Sie verstehen den sprichwörtlichen Sinn nicht? Dann lernen Sie, bitte, wenigstens dazu bzw. seien Sie dazu bereit. Sie vergraulen sonst so urteilsfähige Nachwuchswissenschaftler, wie "Ueberseebaecker"`* einer gemäß - seiner Beiträge - ist. Sehen Sie nach! -

Dass ich Ihnen nicht meinerseits einen Vorwurf machen will, möchte ich Ihnen an einem ganz einfachen Beispiel erklären aus derm Gebiete der Ntl. Theologie, in der bekanntlich die Figur des Jesus von Nazareth im Mittelpunkt steht.
Von ihm ist ein ganz einfacher Gleichnis-Text überliefert:
(Frei erzählt): Es war ein Mann, der schöne Perlen suchte. Da fand er eine, die selten köstlich war. Da ging er hin, verkaufte alles, was er hatte und kaufte diese Perle. - Darin scheint jedes einzelne Wort klar verständlich zu sein, nicht zu sprechen von den Buchstaben, aus denen er gebaut ist bzw. von den Lauten, wenn jemand den Text hört).

Aber vom Gleichniserzählen und über dessen Verständnis ist eine Textpassage überliefert, die dem Gleichniserzähler Jesus selbst in den Mund gelegt wird: Mk 4, 9b-12: ... Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse.
Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt;
denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; / hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, / damit sie sich nicht bekehren / und ihnen nicht vergeben wird.

MaW: Was Ihnen hier "kryptisch" erscheint/vorkommt, das erkennen Sie zurecht als einen gewissen Widersinn.
Doch in diesem Absatz spiegelt sich offenbar eine Erfahrung, die schon im AT gemacht wird.
In den Worten der Glaubenserfahrung liegt manchmal ein Sinn, der oft über den reinen Buchstabensinn hinausgeht. Er kann dann zwar als Text wahrgenommen, aber muss deshalb noch nicht verstanden werden können.
Den eigentlichen Sinn z.B. im Gleichnis von der Perle versteht nur der, der sich freiwillig in die Situation des Perlensuchers hineinbegeben hat bzw. sich darin vorfindet. Gemeint ist hier das "Reich Gottes" (im Volk Gottes; in der Versammlung/Gemeinschaft der Kirche), auf das jemand (suchend - findend) treffen kann, in dem nicht mehr allein der Eigenwille/die eigene Vorstellung, wie ein Leben auszusehen hat etc. tragend ist, sondern die Herrschaft Gottes gilt. -

Wie soll man so etwas ausdrücken? hat Jesu selbst empfunden, der doch die Herrschaft Gottes im Heute angekommen verkündet hat und feststellen musste, dass sie nicht jeder verstehen muss. Wer es versteht, empfindet es als Geschenk: wie eben einer, der alles auf eine Karte setzt, wenn er etwas unbedingt haben will und dabei feststellt, dass er dabei nichts verliert, sondern im Gegenteil alles in seinem begrenzten Leben gewonnen hat.
Eine Frau oder ein Mann kann für einen vergleichsweise so eine Perle sein. - Ob ein anderer das unbedingt versteht?

Das nur zu Ihrem Trost, lieber Martin. - Ich schrieb Ihnen, weil die Nacht hier so drückend heiß ist. Was tut man da anderes als wach zu bleiben, wenn man im Bett doch nicht schlafen kann!?

Mit besten Grüßen!
Simon

* Ueberseebaecker

Straub Offline




Beiträge: 44

17.08.2020 09:58
#15 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Gast im Beitrag #10
(...) bitte ich darum, dass mein Account gelöscht wird. (...)
Bittesehr.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 8.296

25.08.2020 19:12
#16 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Ich hatte mich schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis die Gallier auf die Abschußliste gesetzt würden. Et voilà.

Zitat von Publishers Weekly
Race and Representation: Relaunching Asterix in America By Brigid Alverson and Calvin Reid |
Aug 19, 2020

The children's graphic novel publisher Papercutz has launched a new American edition of Asterix, one of the bestselling comics in the world. But there’s a problem. This long-lived and popular French classic makes use of stereotypical caricatures of African characters that have long been considered offensive to many people.

“The French format just doesn’t work here,” said Papercutz president and publisher Terry Nantier in reference to the 48-page Euro-format. “The trend here, and what’s really worked, is [the graphic novel format with] hundreds of pages, so we are looking to have a lot more to read and a lot more to get for your money.” Papercutz has used the omnibus format for its other European series, he says, and it has worked well for them. The relaunched book series will be published in hardcover and paperback with different covers, with the hardcover version pitched at collectors.
...
Acclaimed cartoonist Ronald Wimberly is an Eisner Award nominee, a Glyph Award-winner, was resident comics artist at the Maison des Auteurs in Angoulême, home of the annual French comics festival, and is a media and cultural critic. He is also the editor/founder of the broadsheet pop culture and art critical journal LAAB: An Art Magazine, where he has written about depictions of Blackness in comics. He described the Asterix comics as “blatantly white supremacist.”

“It’s clear that Uderzo has the chops to draw a myriad of things,” said Wimberly, who saw some of the original Asterix art while living in France. “It’s true that he has a limited bag of tricks for characters, but he takes the time to differentiate by type and by importance. He has three traits to differentiate slaves from other characters: black skin, full lips, and ‘oriental’ clothing and accessories.”

Wimberly continued, “Even a child knows that the Romans kept all types of slaves and promoted ethnicities of all types to high position, so it’s easy to see that the purpose of making all of the slaves black is a modern, white supremacist device.”

Nantier acknowledges the problem. “It is an issue, and we brought it up to the rights holders and we have been having discussions with them.” However, Hachette, the rights holder, is not open to changes in the artwork, and the book carries only a cursory disclaimer that says “Asterix was born in 1959 in France. This omnibus respects the artwork as originally created per the wishes of the authors and their publisher.”

Nantier says that the publisher did agree to a few subtle changes—the enormous red lips have been recolored and subdued, up to a point. Asked about adding, for example, an explanatory essay to each book that provides context about the history of race and representation, Nantier said he continues to negotiate with Hachette. “But this is a classic, and we have to keep that in mind,” he says.

Wimberly doesn’t think the comics should be changed either, but he also doesn’t think they are appropriate for children. “Personally, I believe they belong in textbooks along with historical context,” he says. “I think the way I experienced them, in the museum, was also a great context.”

“It takes an adult, a professional, or a scholar to see it and appreciate it for what it is; to differentiate between form and function; to place it within a politically subjective context,” he says. “Now if this is sold as it was when it was first produced, without any of that context, then the publisher is producing and selling white supremacist cartoons.”


https://www.publishersweekly.com/pw/by-t...in-america.html



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Simon Offline



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05.09.2020 22:33
#17 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

"Philippe Lançon, der bei dem Anschlag der Brüder Kouachi im Jahr 2015 schwer verletzt wurde, befand sich noch in der Genesungsphase, als er an einer Party teilnahm, auf der er den Schriftsteller Michel Houellebecq traf. Die beiden führten ein kurzes Gespräch; Houellebecq schloss es mit einem Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: "... die Gewalttätigen nehmen es mit Gewalt".

"Charlie Hebdo, Freiheit oder Tod", schrieb Le Figaro kürzlich in einer Schlagzeile. Auf den ersten Blick, ja, ist die Schlacht verloren, erklärt die französische Zeitung. Der politische Islam, Hand in Hand mit der kulturellen Linken, "schreitet unter dem Deckmantel der Menschenrechte und des Kampfes gegen die Diskriminierung voran"."

Das ist ein Zitat aus einem heute veröffentlichen Artikel aus Gatestone mit der Überschrift:
"Wir werden niemals aufgeben": Charlie Hebdo wiederveröffentlicht Mohammed-Karikaturen

von Giulio Meotti • 5. September 2020


Dies an die Adresse von Martin!

Zitat von Simon im Beitrag #14
Zitat von Martin im Beitrag #11Ich habe mitgelesen, muss aber feststellen, dass ich aus dem kryptischen Text von Simon auch nicht schlau werde, stimme also den Kommentaren von Ulrich Elkmann durchaus zu.


Ich bin gespannt, ob es mir heute gelingt, verständlich für Sie zu schreiben.

Und an die Adresse von Ulrich Elkmann gerichtet zitiere ich den letzten Satz aus der Denkschrift von Giulio Meotti, Kulturredaktor for Il Foglio: "Werden diejenigen, die "Je suis Charlie" verkündet haben, jetzt zu ihnen stehen?"

Mit Sonntagsgrüßen!
Simon

Simon Offline



Beiträge: 332

08.09.2020 07:09
#18 RE: Streiflicht: "Jim Knopf und der Rassismus" Antworten

Zitat von Simon im Beitrag #17
"Philippe Lançon, der bei dem Anschlag der Brüder Kouachi im Jahr 2015 schwer verletzt wurde, befand sich noch in der Genesungsphase, als er an einer Party teilnahm, auf der er den Schriftsteller Michel Houellebecq traf. Die beiden führten ein kurzes Gespräch; Houellebecq schloss es mit einem Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: "... die Gewalttätigen nehmen es mit Gewalt".


Dieses Zitat kann in dieser dt. Übersetzung zu dem Missverständnis führen: als habe Jesus in seinem Evangelium rohe Gewalt gegen andere verkündigt.

In der engl. Version des Artikels lautet die Stelle"... the violent take it by force". - Offenbar wird hier die offizielle engl. Version der Stelle im Evangelium nach Matthäus 11,12 verwendet. Da wird aber deutlicher schon in der Wortwahl zwischen "violent" und "force" unterschieden.
Aber im griechischen Originaltext werden überdeutlich zwei bis drei! gewaltsame Ausdrücke aus der damaligen gr. Umgangssprache benutzt, um die Sache auszudrücken, um die es Jesus v. Nazreth bei seinem Auftreten in Galiläa ging und bis heute geht.
Es sind die Ausdrücke: Gewalt erleiden, gewalttätig sein und das Verb: an sich reißen.

Im Zusammenhang des Mt-Evangeliums, das das Reich Gottes für jüdische Hörer - den Gottesnamen verhüllend - mit "Himmelreich" wiedergibt, heißt es:

[Die Frage des Täufers und seine Bedeutung]
2 Johannes hörte im Gefängnis von den Taten des Christus. Da schickte er seine Jünger zu ihm 3 und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. 6 Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. 7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? 8 Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Siehe, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. 9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: sogar mehr als einen Propheten. 10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird. 11 Amen, ich sage euch: Unter den von einer Frau Geborenen ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. 12 Seit den Tagen Johannes’ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan und Gewalttätige reißen es an sich. 13 Denn alle Propheten und das Gesetz bis zu Johannes haben prophetisch geredet. 14 Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elija, der wiederkommen soll. 15 Wer Ohren hat, der höre! 16 Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen und anderen zurufen: 17 Wir haben für euch auf der Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben die Totenklage angestimmt und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. 18 Denn Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er hat einen Dämon. 19 Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch ihre Taten Recht bekommen.

Es dürfte in diesem zusammenhängenden Text deutlich geworden sein, dass es in der von Houellebecq zitierten Stelle aus dem Matthäus-Evangelium nicht um rohe Gewalt gegen andere geht, sondern um das sozusagen [b]energische
Angehen gegen seine eigene Lahmheit und tägliche Menschenfurcht, die einen hemmt, das Gute, Richtige und Vernünftige in der Welt: unter Mensch und Tier, Pflanzen und Gestein; unter allem, was auf den Menschen hin zu seinem Wohlsein und zu dem seiner Umwelt geschaffen ist, zu tun.
Auf diesen zuletzt genannten Zusammenhang weist der Begriff "Weisheit" hin.
Er bezeichnet die jüdische Art, die Welt zu begreifen und mit ihr umzugehen. Das jüdische Volk hat (erst) durch ihr Erleiden eines Nicht-mehr-Volkseins in der babylonischen Verbannung all die Zusammenhänge zu begreifen gelernt und sie in der Begegnung mit der griechischen Philosophie relativ spät in den Stadt-Zentren von Alexandria und Cäsarea ... in den sog. Büchern der Weisheit in seiner Bibel zusammengetragen, die auch Jesus gekannt haben muss, und - wie man aus dem obigen Zitat erkennen kann - durch das Tun der Propheten vor ihm und sein (energisches) außergewöhnliches Tun bekräftigt gesehen hat.

Simon

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