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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 435 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

07.05.2008 14:50
Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Immer wenn man denkt, jetzt muß sie aufgeben, muß sie doch nicht aufgeben.

M.M. Offline



Beiträge: 16

07.05.2008 16:28
#2 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Es sieht so aus, als hätte Frau Clinton schon vor Wochen verloren und ihre Kandidatur ist nur dank "Undercover-Republikanern" am Leben erhalten worden. Das hat sich in Indiana abgespielt:
http://arlesheimreloaded.ch/article/repu...aehlten_clinton

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

07.05.2008 18:56
#3 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Lieber M.M.

als ich den ersten Satz Ihres Artikels gelesen hatte - "Sie wird wohl heute ihren Rückzug ankündigen" -, habe ich gleich CNN eingeschaltet und bin zu Google.News gegangen, um zu sehen, ob es schon passiert ist. (Wenn man mal einen Nachmittag lang im Garten sitzt und sich die Sonne auf den Pelz brennen läßt, ist man ja gleich raus aus dem Weltgeschehen ).

Aber ganz so weit scheint es doch noch nicht zu sein. Ich glaube, so wie ich Hillary Clinton wahrnehme, auch nicht, daß sie jetzt aufgeben wird - es sei denn, man zwingt sie dazu.

Der Zwang könnte von zwei Seiten kommen. Zum einen scheinen die Leitmedien sich jetzt fast unisono entschieden zu haben, daß sie verloren hat. Ein sehr aufschlußreicher Bericht dazu, wie sich solch eine Meinungsbildung vollzieht, ist vor ungefähr einer Stunde in der New York Times erschienen. Für die morgige Ausgabe beschreibt darin Jim Rutenberg, wie sich im Lauf des heutigen Tags diese Meinung entwickelt hat. Tim Russert erklärte gegen Mitternacht in NBC die Schlacht für entschieden, das gelangte in den Drudge Report, aus dem sich die meisten Medien bedienen, und wurde von diesen für die Morgennachrichten übernommen.

Jetzt eben wird gemeldet, daß Clinton sich selbst - dh ihrer Campaign - in den letzten Wochen 6,4 Millionen Dollar leihen mußte, weil nicht genügend Spenden eingegangen waren. Und diese Geldnot ist neben dem Druck der Medien das zweite, das sie vielleicht zum Aufgeben zwingen könnte.

Während ich das schreibe, läuft in CNN ein Interview über die Finanzierung des Wahlkampfs von Clinton. Jordan Lieberman, ein Wahlkampfanalytiker, meint, daß jetzt weitere Finanziers abspringen würden.

Ich sehe das mit einer gespaltenen Reaktion. Je länger der Wahlkampf läuft, umso sympathischer ist mir eigentlich die kenntnisreiche, rational argumentierende Hillary Clinton im Vergleich mit dem Weltverbesserer Obama mit seiner leeren Rhetorik geworden. Andererseits würde ich natürlich gern John McCain im Weißen Haus sehen, schon weil von den dreien nur er eine Katastrophe im Nahen Osten verhindern wird. Und McCain wird Obama leichter schlagen können als Clinton.

Wie auch immer - Dank für den Hinweis auf Ihren interessanten Artikel!

(Ach so, das mit den Undercovers: Soviel ich weiß, hat es das immer schon bei Primaries gegeben. Und der Huffington Post, die geradezu hysterisch Obama unterstützt, traue ich eh nicht. )

Herzlich, Zettel

M.M. Offline



Beiträge: 16

07.05.2008 20:21
#4 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

"Je länger der Wahlkampf läuft, umso sympathischer ist mir eigentlich die kenntnisreiche, rational argumentierende Hillary Clinton im Vergleich mit dem Weltverbesserer Obama mit seiner leeren Rhetorik geworden."

Also den Satz, ich gebe es nur zögernd zu, kann ich unterstreichen. Zum Auftakt des Wahlkampfs habe ich geschrieben, bitte alle nur nicht nochmals die Clintons im Weissen Haus. Ich bin zwar noch immer dieser Meinung. Aber (ich zitiere mich in aller Bescheidenheit selbst - aus lauter Faulheit) "Hingegen nötigt mir der Einsatz und der Siegeswille dieser Frau2 doch einiges an Respekt ab. Nicht aufgeben, wenn es hart zugeht, wieder aufstehen, auch in einer aussichtslosen Lage, sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn der Wind nur noch von vorne bläst. An seinem Ziel festhalten und seinen Weg gehen. Wer3 solche Vorwahlen übersteht, bringt unbestritten das nötige Rüstzeug für die US-Präsidentschaft mit."

Den Hinweis auf Ihren Liegestuhl - na bitte. Kein Wunder das Deutschland.... lassen wir das.

michael76 Offline



Beiträge: 32

07.05.2008 21:18
#5 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Ich hab letztens Dick Morris auf Fox News gesehen. Er ist ehemaliger Mitarbeiter von Bill Clinton ("adviser to the Bill Clinton administration"). Er meint, dass Hillary Clinton versucht 2012 zu kandidieren, d.h. die versucht nun Obama so weit wie möglich zu beschädigen, damit dann McCain siegt und sie 2012 noch einen Versuch hat, auch mit noch besseren Chancen (McCain ist da ja dann schon 76 Jahre alt). Er meint, dass es ihre einzige Chance ist, doch noch Präsidentin zu werden, da sie nach einer Doppel-Amtszeit von Obama ja auch schon 69 Jahre wäre.

http://www.dickmorris.com/blog/2008/04/2...to-run-in-2012/

Michael

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

07.05.2008 22:42
#6 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Zitat von michael76
Ich hab letztens Dick Morris auf Fox News gesehen. Er ist ehemaliger Mitarbeiter von Bill Clinton ("adviser to the Bill Clinton administration"). Er meint, dass Hillary Clinton versucht 2012 zu kandidieren, d.h. die versucht nun Obama so weit wie möglich zu beschädigen, damit dann McCain siegt und sie 2012 noch einen Versuch hat, auch mit noch besseren Chancen (McCain ist da ja dann schon 76 Jahre alt).

Interessante Theorie, lieber Michael - wenn man Hillary Clinton soviel Machiavellismus zutraut.

Jedenfalls stimmt es ja, daß in den USA keinem gescheiterten Bewerber für die Präsidentschaft eine zweite Chance gegeben wird. Wie sie alle hießen - Goldwater, Dole, McGovern, Dukakis, Kerry; alle vergessen. Selbst Gore, bei aller seiner Popularität, hätte keine Chance mehr gehabt.

"He had his chance" - und ex und hopp. So denken die Amerikaner. Während zB sowohl Willy Brandt als auch François Mitterand es erst bei dritten Anlauf geschafft haben. Selbst Erich Ollenhauer war, wenn ich mich recht erinnere, zweimal Kanzlerkandidat (auch wenn man das damals noch nicht so nannte).

Also, ein Verlierer Obama wird 2012 auch Geschichte sein. Ob freilich dann noch jemand an Hillary Clinton denkt? Ich glaube, sie würde sich in diesem Wahlkampf auch verschlissen haben, wenn sie es jetzt nicht schafft.

Herzlich, Zettel

PS: Willkommen (als Aktiver) im "kleinen Zimmer"!

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.158

08.05.2008 00:12
#7 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Zitat von Zettel
Jedenfalls stimmt es ja, daß in den USA keinem gescheiterten Bewerber für die Präsidentschaft eine zweite Chance gegeben wird. Wie sie alle hießen - Goldwater, Dole, McGovern, Dukakis, Kerry; alle vergessen. Selbst Gore, bei aller seiner Popularität, hätte keine Chance mehr gehabt.


Fast. Nixon hatte es schon mal gegen Kennedy probiert und dann gegen Humphrey gewonnen. Aber stimmt schon, im Vergleich zu Deutschland ist das eine Ausnahme. Das beste Beispiel sind da die bayerischen Landtagswahlen, da hat der SPD-Spitzenkandidat grundsätzlich zwei Versuche:
1986, 1990: Karlheinz Hiersemann
1994, 1999: Renate Schmidt
2003, 2008(voraussichtlich): Franz Maget

Woran mag das liegen? Halten die deutschen Politiker die Wähler für so sprunghaft, dass sie einen Kandidaten, dem sie einmal das Vertrauen nicht geben, dann plötzlich ins Herz schließen?

Gruß Petz

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

08.05.2008 00:21
#8 RE: Marginalie: Was nun, Hillary? antworten

Zitat von M.M.
"Hingegen nötigt mir der Einsatz und der Siegeswille dieser Frau2 doch einiges an Respekt ab. Nicht aufgeben, wenn es hart zugeht, wieder aufstehen, auch in einer aussichtslosen Lage, sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn der Wind nur noch von vorne bläst. An seinem Ziel festhalten und seinen Weg gehen. Wer3 solche Vorwahlen übersteht, bringt unbestritten das nötige Rüstzeug für die US-Präsidentschaft mit."

Das wiederum kann ich unterschreiben, lieber M.M.

Drei Informationen aus dem CNN Situation Room heute Abend, die mir neu gewesen waren:

Laut Clinton (und ich nehme an, daß sie das hat überprüfen lassen) hätte sie jetzt bereits die zur Nominierung erforderlichen Delegiertenstimmen, wenn die Delegierten nach den Regeln der Republikaner bestimmt würden (nämlich in vielen Staaten Winner Takes All; das ist jetzt mein Kommentar).

Zweitens, der Vorsprung Clintons bei den Superdelegierten ist unauffällig, aber stetig geschrumpft. Daß sie bei den gewählten Delegierten hinten liegt, aber dank der Superdelegierten doch nominiert wird, das wird immer unwahrscheinlicher.

Und drittens hat nach George McGovern jetzt auch die einflußreiche Senatorin Feinstein sich von Clinton abgesetzt, wenn auch vorsichtiger als McGovern. Das könnte für Clinton noch schlimmer werden als die Entwicklung in der Presse: Wenn erst einmal eine Fluchtbewegung einsetzt, dann kann das leicht so gehen wie die Stampede in "Red River".

Kurz - es kann sie wohl nur noch ein Wunder von Kunersdorf retten. Aber warum soll das nicht eintreten? Wunder gibt es immer wieder, wer hat das doch gleich gesungen? Katja Ebstein?

Herzlich, Zettel

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