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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 8 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.06.2008 03:35
Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Es lohnt sich, die wirtschaftliche Entwicklung in Venezuela zur Kenntnis zu nehmen, wie sie von dem Ökonomen Francisco Rodríguez geschildert wird.

Denn Ähnliches könnte auch uns blühen, wenn wir eine Volksfront-Regierung bekommen sollten. Jedenfalls gleicht der jetzige Niedergang Venezuelas Punkt für Punkt dem, was Frankreich unter der Volksfront-Regierung Anfang der achtziger Jahre erlebte, bevor Mitterand in letzter Minute das Ruder herumriß und den Weg in den Sozialismus versperrte.

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

20.06.2008 12:48
#2 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Zitat von Zettel
Es lohnt sich, die wirtschaftliche Entwicklung in Venezuela zur Kenntnis zu nehmen, wie sie von dem Ökonomen Francisco Rodríguez geschildert wird.

Denn Ähnliches könnte auch uns blühen, wenn wir eine Volksfront-Regierung bekommen sollten. Jedenfalls gleicht der jetzige Niedergang Venezuelas Punkt für Punkt dem, was Frankreich unter der Volksfront-Regierung Anfang der achtziger Jahre erlebte, bevor Mitterand in letzter Minute das Ruder herumriß und den Weg in den Sozialismus versperrte.


Tragisch fuer die Menschen dort.
Die Salonlinken und Chavez-Bewunderer hier werden nichts draus lernen.

Tragisch auch, dass Venezuela Chavez demokratisch gewaehlt hat. Demokratie ist eben doch der Gott, der keiner ist.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.06.2008 13:27
#3 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Zitat von Dagny
Tragisch fuer die Menschen dort. Die Salonlinken und Chavez-Bewunderer hier werden nichts draus lernen.

Die Salonlinken, liebe Dagny, haben wieder einmal einen Schauplatz für ihre Träumereien. So, wie früher einmal Vietnam (welche Lobgesänge wurden damals auf das System Nordivetnams gesungen! Ich erinnere mich an einen von Peter Weiss im "Kursbuch", das jetzt eingestellt wird). Dann war es Cuba. Sogar Simbabwe wurde einmal als Modell für Afrika gepriesen.

Jetzt also der Kommißkopp und Dummschwätzer Chávez; man nimmt, was man kriegen kann.
Zitat von Dagny
Tragisch auch, dass Venezuela Chavez demokratisch gewaehlt hat. Demokratie ist eben doch der Gott, der keiner ist.

Man wird ihn nur nicht demokratisch abwählen können. Das einzige, was die Venezolaner jetzt noch vor dem Sozialismus (und vor einer Vereinigung von Venezuela mit Cuba) retten kann, ist, daß der totale wirtschaftliche Zusammenbruch kommt, bevor der Polizeistaat voll etabliert ist.

Herzlich, Zettel

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

20.06.2008 14:01
#4 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten
Zitat von Zettel
[quote="Dagny"]
daß der totale wirtschaftliche Zusammenbruch kommt, bevor der Polizeistaat voll etabliert ist.



Well, wenn sich nichtmal das Oelland Venezuela den Sozialismus leisten kann...

(Es wird aber sicher wieder der Weltmarkt, die USA oder irgendandere externe Faktoren verantwortlich geamcht werden. (In der Schule war man ja auch nie selber Schuld: Schlechte Lehrer, Schlechte Buecher, Schlechte Klassenzimmerausstattung. ))
Dagny Offline



Beiträge: 1.096

20.06.2008 17:00
#5 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Einst gab es mal den Spruch: Wenn die letzte Shelltankstelle geschlossen ist, werden wir merken, dass es Sonntags bei Greenpeace keine Semmeln gibt.

Oder anders gesagt: dann sollen sie ihr Oel halt selber fressen, wenn sie es uns nicht mehr verkaufen wollen. Wir verheizen dafuer Mais und Getreide und unter hohen Nahrungsmittelpreisen leiden zuerst die aermeren Laender. Weiter so, Herr Chavez - die Hungernden gehen auf Ihre Kappe/

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 547

20.06.2008 23:13
#6 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Danke Zettel für den Beitrag, hat sich wieder gelohnt, hier vorbeizuschauen (wie fast jeden Tag!).

@ topic: Respekt: Es ist wohl einiges an Arbeit erforderlich um ein Land, welches eine so hohe Ölproduktion pro Kopf aufweist ökonomisch und sozial zu ruinieren.
...da bedarf es eines großen, sozialistischen Denkers.

Die Frage, die sich mir stellt ist, warum die einfachen Leute hier wie da jemanden wählen, dessen Politik (inzwischen empirisch erwiesenermaßen) das ganze Volk in den Ruin stürzt...
...sind die Leute wirklich so dumm, den Populismus nicht zu durchschauen? Es ist mir ein Rätsel...
Ich halte jeden Menschen ja an sich für so intelligent, als dass er sich mit seiner Stimme nicht selbst in Abseits wählt... vielleicht sollte ich meine Theorie noch mal überdenken.

- F.Alfonzo

Rainer Offline



Beiträge: 69

21.06.2008 07:01
#7 RE: Zitat des Tages: Chávez droht mit Ölboykott antworten

Zitat von F.Alfonzo
Die Frage, die sich mir stellt ist, warum die einfachen Leute hier wie da jemanden wählen, dessen Politik (inzwischen empirisch erwiesenermaßen) das ganze Volk in den Ruin stürzt...
...sind die Leute wirklich so dumm, den Populismus nicht zu durchschauen? Es ist mir ein Rätsel...


Versuchen Sie Politik aus werbewirtschaftlicher Sicht zu sehen. Wieso hat sich damals VHS gegenüber Betamax durchgesetzt, obwohl VHS qualitativ schlechter war? Die Leute wählen den, der ihnen am meisten verspricht, und wenn diese Versprechen nicht gehalten werden können, werden Erklärungen geboten. Für Chavez ein leichtes Spiel: Die Amis sind schuld! Und der böse Weltkapitalismus!
In Deutschland werden sich die Leute wohl auch nicht von den ruinösen rot-grünen Regierungsjahren davon abhalten lassen, bei der nächsten Wahl eine satte linke Mehrheit zu wählen. Zu verlockend werden die Wahlbonbons sein: Mehr soziale Transferleistungen, mehr Staat, weniger Privatwirtschaft, höhere Steuern für die asozialen Reichen, ...

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.07.2008 14:32
#8 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Die Drohungen gehen weiter antworten

Jetzt droht Chávez nicht nur mehr nur mit einem Stop der Öllieferungen nach Europa, sondern er will auch - so wird es heute gemeldet - europäische Banken und andere Unternehmen aus Venezuela ausweisen.

Rhetorik eines wildgewordenen Populisten? Vielleicht. Aber daß er diese Rhetorik braucht, zeigt, wie schwierig inzwischen seine Situation ist. Mit der Wirtschaft geht es in Venezuela bergab (siehe die schonungslose Analyse des Sozialisten und Chávez-Ratgebers Heinz Dieterich). Die Befreiung von Ingrid Betancourt ist eine außenpolitische Niederlage für ihn.

Da macht er das, was Populisten immer gern machen, wenn sie in Schwierigkeiten sind: Er attackiert andere Länder in der Hoffnung, damit von Ressentiments in seiner Bevölkerung zu profitieren.

Rainer Offline



Beiträge: 69

06.07.2008 16:00
#9 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Die Drohungen gehen weiter antworten

Zitat von Zettel
Rhetorik eines wildgewordenen Populisten? Vielleicht. Aber daß er diese Rhetorik braucht, zeigt, wie schwierig inzwischen seine Situation ist. Mit der Wirtschaft geht es in Venezuela bergab (siehe die schonungslose Analyse des Sozialisten und Chávez-Ratgebers Heinz Dieterich). Die Befreiung von Ingrid Betancourt ist eine außenpolitische Niederlage für ihn.

Da macht er das, was Populisten immer gern machen, wenn sie in Schwierigkeiten sind: Er attackiert andere Länder in der Hoffnung, damit von Ressentiments in seiner Bevölkerung zu profitieren.


Ach, die USA-Hasser werden ihm schon die Stange halten. Mit dieser Taktik des heldenhaften Davids gegen den bitterbösen Goliath aus Washington hat sich Onkel Fidel aus Kuba ein halbes Jahrhundert (davon konnte selbst Ehrenwort-Kanzler Kohl nur träumen) an der Macht gehalten, ohne je ernsthaft in Gefahr zu geraten.
Die von Ihnen, lieber Zettel, angesprochenen Ressentiments sind überhaupt ein interessantes Phänomen. Als die argentinische Junta 1982 die Falkland-Inseln besetzen ließ, soll sich auch fast das ganze Land hinter seine abscheulichen Führern geschart haben - selbst Oppositionelle. Wenigstens hat das Regime den Verlust des Krieges nicht überstanden.
Aber bestimmt wird uns die linke Presse erklären, dass Chavez nur deshalb eine ruinöse Wirtschaftspolitik betreibt, weil die bösen USA und die EU ihn quasi dazu zwingen. Also ein Akt der Notwehr. Bekanntlich sind ja alle sozialistisch geführten Länder Opfer des westlichen Kapitalismus, unser Reichtum ist auf der Armut der meisten anderen Länder errichtet, afrikanische Kinder verhungern, weil ihnen unsere dekadenten Kinder das Essen wegfuttern, etc.
Irgendwie beneide ich ja die Linken für ihr einfaches Weltbild.

http://rainerinnreiter.blog.de/

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