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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.09.2008 21:07
Lösung des Quiz antworten

Lieber Leser,

Sie haben - vermute ich - in meinem kleinen Quiz die richtige Antwort gefunden, gratuliere!



Folgende Antworten auf die Frage, wo und wann die zitierte Szene spielt, standen zur Auswahl:
(A) Sie spielt 1933 in Berlin. Die "Ordner" sind von der SA; ihr Parteiabzeichen ist das der NSDAP. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Sozialdemokrat, der zu einer Veranstaltung seiner Partei will.

(B) Sie spielt 1982 in Teheran. Die "Ordner" sind Angehörige der Revolutionsgarde Pasdaran; ihr Parteiabzeichen ist das der "Partei der Islamischen Republik". Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Kommunist, der zu einer Veranstaltung seiner Partei, der Tudeh- Partei, will.

(C) Sie spielt 1985 in Haiti unter dem Diktator Jean-Claude Duvalier ("Baby Doc"). Die "Ordner" sind Angehörige seiner Miliz Tonton Macoute; ihr Parteiabzeichen ist das Einheitspartei Haitis. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Priester , der zu einer Veranstaltung der Ti Legliz von Jean-Bertrand Aristide will.

(D) Sie spielt 2008 in Köln. Die "Ordner" sind von den "Autonomen"; ihr Parteiabzeichen ist das der betreffenden Organisationen. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Sympathisant von "Pro Köln", der zu einer Veranstaltung seiner Bürgerbewegung will.


Antwort (D) ist die richtige Lösung.


Den Textauszug habe ich einem Artikel von Matthias Hannemann in der FAZ entnommen. Der erste Absatz, den ich in dem Zitat in ZR gekürzt hatte, lautet vollständig:
Zitat von FAZ
Der ältere Mann hatte die braune Jacke aus dem Schrank geholt: die wasserabweisende mit dem Reißverschluss, wie es sie im Versandhandel oder im Kaffeeladen um die Ecke zu kaufen gibt. Dazu ein Lederetui für die Farbkopie mit der Großmoschee. Eigentlich unauffällig, dachte er. Eigentlich schien nichts dabei zu sein, mit der S-Bahn in die Stadt zu fahren und sich am Dom entlang bis zur Altstadt vorzukämpfen. So machen es viele an diesem Samstag im September, auch ältere Herren von seiner Statur.

Einhundert Meter vor dem Heumarkt glauben sie ihn trotzdem zu erkennen. (...)

In dem Artikel ist auch zu lesen, was es mit den Uniformen der "Ordner" auf sich hatte:
Zitat von FAZ
... die alarmfarbenen Ordnerwesten. Sie prägen auch hier das Bild. Sollen es auch. Denn ausgegeben hat sie "Die Linke", für zwölf Euro das Stück, wie es heißt. Beim Gewerkschaftsbund soll es dunklere Waten [sic] für umsonst gegeben haben.

Kommentar: Daß Angehörige einer Partei oder einer politischen Strömung sich quasi-uniformieren und sich im öffentlichen Raum - hier auf Zugangsstraßen zum Kölner Heumarkt - die Funktion von "Ordnern" anmaßen, die entscheiden dürfen, wer passieren kann und wer nicht, hat es in Deutschland seit 1945 nicht mehr gegeben.

Jedenfalls in der Bundesrepublik Deutschland. Ob in der DDR so etwas möglich war und von der Polizei geduldet wurde, weiß ich nicht.

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

21.09.2008 23:26
#2 RE: Lösung des Quiz antworten

Hallo Zettel,

ich war zwar erst 16, als der Laden (die DDR) implodierte, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die "Nationale Front" (interessanter Name übrigens ... fällt mir erst jetzt auf), irgendwelche Ordner neben den Eigenen akzeptiert hätte. Da hatte meines Erachtens nach der Staat das totale Gewaltmonopol, sowohl offen, als auch verdeckt.

Was war das nun gerade in Köln? Hat der Staat sein Gewaltmonopol aufgegeben? Legt er überhaupt noch Wert darauf, oder wird hier einfach alles als akzeptabel erachtet, was man irgendwie unter "Kampf gegen rechts" verbuchen kann?

Also, sorry ... ich finde die PRO Köln Aktivisten und einige ihrer Gäste schon grenzwertig, aber diese Art des organisierten "Widerstands" gegen ein Häuflein Andersdenkender hat mein Demokratieverständnis arg ins Wanken gebracht. Im Zuge der Vorgänge habe ich verstärkt einige Blogs frequentiert, weil mir schon das Radio zu tendenziös berichtet hat und ich mir denken konnte, was erst im TV los sein würde.

Auf den Punkt hat es für meine Person ef gebracht: http://ef-magazin.de/2008/09/20/688-pro-...en-minderheiten

Was will die Kölner Stadtregierung mit dieser Öffnung für den Antifa-Mob erreichen? Wenn der Kölner OB und sein Polizeipräsidium damit beweisen wollte, dass ihre Stadt keine "Nazistadt" mehr ist (was ja eigentlich auch niemand angenommen haben dürfte), dann haben sie sich maximal ins Knie geschossen. Der jetzige Eindruck ist der, dass Andersdenkende (nicht dem Mainstream entsprechende Meinungen habende) in Köln quasi vogelfrei sind.

Dienstleister leisten keine Dienste für sie (wahrscheinlich aus Angst vor Repressalien und Gewalt), Versammlungsräume werden ihnen verwehrt (obwohl als demokratisch gewählte Fraktion im Stadtparlament vertreten) und die Polizei bemüht sich erkennbar nicht, ihr Versammlungsrecht durchzusetzen.
Also ehrlich, bei irgendwelchen NPD-Demos mit Nazi-Entourage muss ich mich auch immer zusammenreißen und mich daran erinnern, dass jede Partei, die nicht verboten ist, auch das Recht hat, ihre Ansichten zu äußern, publik zu machen.

Aber diese Aktion gerade? Eine parlamentarische Bürgerbewegung wird mit Mitteln bekämpft, die außerhalb des staatlichen Gewaltmonopols angesiedelt sind, und dies wird von der Stadtregierung nicht nur begrüßt, sondern sogar aktiv gefördert?

Welcher Bürgermeister sieht seinen Wahlauftrag darin, Extremisten und Chaoten aus dem gesamten Land einzuladen um (nicht seine, sondern) die Stadt seiner Bürger zu zerlegen? Ist der Typ noch bei Trost? Rechtfertigt der "Kampf gegen rechts" (oder alles, was er dafür hält) jede Entgleisung?

Jeder, der sich nur ein Wenig im www auskennt, wusste, was da auf Köln zurollt ... die Mobi-Aktionen der gewaltbereiten Linken waren öffentlich einzusehen. Schramma hat es darauf ankommen lassen, um sich und "seine" Stadt als total-supi-tolerant und "pc" zu präsentieren. Die Polizei hat (wahrscheinlich insgeheim zähneknirschend) Steine und Flaschen auf sich regnen lassen, ihre Dienstwaffen grad so verteidigt ... um die "Gegendemonstration" nicht zu stören, während Andersdenkende entweder nicht zu ihrer Versammlung gelassen, oder nur halbherzig gegen einen aufgeputschten Mob verteidigt wurden.

Ey sorry ... es geht hier um eine Truppe, die im Kölner Stadtparlament sitzt, mithin den politischen Gegner! Wenn man ihn politisch nicht kleinkriegt, holt man sich da jetzt paramilitärische Unterstützung??? Egal, wie die Stadt danach aussieht? Kündigt man es vorher auch ja lange an, damit sich auch ja niemand zu einer Kundgebung des politischen Gegners traut?

Während in den Leitmedien einhellig ein "Sieg gegen Rechts", ein Signal der, sich querlegenden Kölner, bejubelt wird ... sehe ich die fdgO in Gefahr. Auf diese Weise kann man jeden Gegner mundtot (wenn nicht sogar endgültig ...) machen. Der Antifa ist es egal, gegen wen es geht ... und Zeit haben die auch unter der Woche (das Bahnticket sponsert bestimmt irgend ein steuerfinanzierter Verein).

Jetzt könnte ich mich noch über die Verwendung meiner GEZ-Zwangsabgabe aufregen, aber der Text ist eh schon länger, als geplant geworden.

Nunja ... Ärger verdauen (es ist nunmal vorbei) ... aber trotzdem beim Wählen nachdenken.

Herzliche Grüße, Calimero

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

22.09.2008 08:15
#3 RE: Lösung des Quiz antworten

Zitat von Calimero
ich war zwar erst 16, als der Laden (die DDR) implodierte, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die "Nationale Front" (interessanter Name übrigens ... fällt mir erst jetzt auf), irgendwelche Ordner neben den Eigenen akzeptiert hätte. Da hatte meines Erachtens nach der Staat das totale Gewaltmonopol, sowohl offen, als auch verdeckt.

Das hatte ich eigentlich auch gedacht, lieber Calimero; mein Schlußsatz war halb zweifelnd, halb sarkastisch gewesen.

Aber siehe da:

Ich bin auf der Suche nach Bildern von diesem Einsatz der linken uniformierten SA (bisher ohne Erfolg, übrigens).

Dabei habe ich mich natürlich bei Indymedia umgesehen und dort diesen Kommentar eines gewissen "miesepeter" gefunden (ganz nach unten scrollen):
Zitat von miesepeter 21.09.2008 - 23:20
"Wir und Die Polizei hoben die Blockaden auf" - das sagt ja wohl alles über euer Poltikverständnis, Antifa-arbeit als verlängerter Arm der BRD, was die Behörden noch nicht dürfen das macht dann eben ihr. Wieso ruft ihr nicht gleich "Hurra, wir sind Repression". Das lief zu DDR-Zeiten ja ähnlich ab, erst wurden bei unliebsamen Gestalten z.B. auf Volksfesten die FDJ-Ordnungsgruppe geschickt um die Leute aufzumischen, die Rolle habt ihr gespielt. Dann kam die Volkspolizei und hat die unliebsamen festgenommen, weil es Streß gibt.


In dem Bericht in Indymedia heißt es übrigens (Hervorhebung von mir):
Zitat von Indymedia
In zwei Kesseln wurden 300 Leute am Mühlenbach/Mathiasstr. festgesetzt. Kurze Zeit später wurden bei der Auflösung des Blockadepunktes vor der Deutzer Brücke in Köln-Deutz eine weitere Gruppe von 200 Leuten in der Siegburgerstrasse gekesselt. Bei Verhandlungen von Stadtdirektor Kahlen, Jörg Detjen von der Linksfraktion und einem Vertreter des "Bündnis gegen Pro Köln" mit dem Einsatzleiter Tiemann wurde am Ende des Gesprächs eine Zahl zwischen 50 und 60 Personen genannt, die nach Brühl gebracht werden sollten. Tatsächlich wurden dann insgesamt 500 Personen mit Bussen in die Gefangensammelstelle Brühl verfrachtet.

Putzig ist, daß in Köln die Polizei mit Rechtsbrechern darüber "verhandelt", wieviele von ihnen sie denn festnehmen darf. Noch interessanter aber finde ich, daß dabei ein Abgeordneter der Kommunisten mitverhandelt hat.

Wenn der Bericht der FAZ stimmt, daß die Uniformierung für die "Ordner" der Rechtsbrecher von der Partei "Die Linke" verteilt wurde, dann ist das - so scheint mir - ein erster Schritt auf dem Weg in eine Bundesrepublik, in der Milizen von Extremisten das Gewaltmonopol des Staats in Frage stellen.

Ich neige, lieber Calimero, nicht zu Alarmismus. Aber die Art, wie diese kommunistische Miliz in Köln aufgetreten ist, ohne daß die Polizei unsere Rechtordnung gegen sie aufrechterhalten konnte, läßt Schlimmes erwarten.

Herzlich, Zettel

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.482

22.09.2008 09:48
#4 RE: Lösung des Quiz antworten
Zitat von Zettel
Daß Angehörige einer Partei oder einer politischen Strömung sich quasi-uniformieren und sich im öffentlichen Raum - hier auf Zugangsstraßen zum Kölner Heumarkt - die Funktion von "Ordnern" anmaßen, die entscheiden dürfen, wer passieren kann und wer nicht, hat es in Deutschland seit 1945 nicht mehr gegeben.


Lieber Zettel,

zur Einführung der "Umweltzone" in Berlin haben sich Angehörige von "Umweltgruppen" an deren Rand in uniformähnlicher Bekleidung postiert und Bonbons an die Folgsamen und Ermahnungen an die Autofahrer ohne Plakette verteilt. Das habe wohl nicht nur ich überhaupt nicht als lustig empfunden - mit dem Spuk war's dann ganz schnell vorbei. Ich habe mich damals schon gefragt, was denn wohl als Nächstes kommen würde. Als Berliner war man ja schon an die Toleranz gegen "linke" Rechtsbrecher gewöhnt, die hier bis heute ungestraft öffentliches Eigentum "besetzen" dürfen. Nun hat sich also auch Köln in die ruhmreiche Reihe der gesetzlichen Freiräume für Gewalttäter eingereiht, Glückwunsch!

Herzlich, Thomas
tilia Offline



Beiträge: 26

22.09.2008 12:02
#5 RE: Lösung des Quiz antworten

Die Vorgänge in Köln, wie sie in der online Ausgabe des SPIEGEL geschildert werden, erinnern bestenfalls an Mobbing und im schlimmeren Fall an öffentliche Hexenjagden.
Ohne Skrupel, als befänden sie sich in einem rechtsfreien Raum, werden Menschen allein wegen ihrer Einstellung unter den Augen der Polizei schikaniert und dem Gespött einer johlenden Menge überlassen - so jedenfalls wirken diese Schilderungen in ihrem Kern auf mich. Übelste Assoziationen weckend, befremdend, beängstigend.

Der Mensch ist in erschreckend hohem Maße bereit, Böses zu tun und gut zu heißen, Erziehung und Moral, jegliches Mitgefühl sowie alles Denken über Bord zu werfen, wenn man ihm einen geeigneten ideologischen Überbau dazu bietet. "Kampf gegen Rechts", "Kampf gegen die Globalisierung", "Kampf für den Klimaschutz" - damit lassen sich Massen auf die Straße bringen, für solche Ziele sind wohlerzogene, zivilisierte Bürger durchaus bereit, auch unerfreuliche Szenen hinzunehmen, schließlich geht es um ein übergeordnetes Gutes.
Wenn Fritz Schramma schließlich, mit einer mir völlig unverständlichen Blindheit geschlagen, die Ereignisse lobt und dabei u.a. die Rollkommandos der Antifa als "demokratische Kräfte dieser Stadt" bezeichnet, dann ist das bitter und kaum mehr zu verdauen.

Der G8 Gipfel letztes Jahr, dann Köln, der Fall Eva Herman, dazu Lafontaines immer deutlicher werdende Aussagen zu Privateigentum und Enteignungen - a very strange brew, starting to get real scary .

Tilia

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

22.09.2008 13:53
#6 RE: Lösung des Quiz antworten

Zitat von tilia
Ohne Skrupel, als befänden sie sich in einem rechtsfreien Raum, werden Menschen allein wegen ihrer Einstellung unter den Augen der Polizei schikaniert und dem Gespött einer johlenden Menge überlassen - so jedenfalls wirken diese Schilderungen in ihrem Kern auf mich. Übelste Assoziationen weckend, befremdend, beängstigend.

So wirkt das auch auf mich, liebe Tilia. Und zwar völlig unabhängig davon, ob ich mit denjenigen politisch übereinstimme, die so behandelt werden (Ich stimme mit "Pro Köln" nicht überein, sondern bin ein strikter Gegner aller Spielarten des Rechtsextremismus).
Zitat von tilia
Der Mensch ist in erschreckend hohem Maße bereit, Böses zu tun und gut zu heißen, Erziehung und Moral, jegliches Mitgefühl sowie alles Denken über Bord zu werfen, wenn man ihm einen geeigneten ideologischen Überbau dazu bietet. "Kampf gegen Rechts", "Kampf gegen die Globalisierung", "Kampf für den Klimaschutz" - damit lassen sich Massen auf die Straße bringen, für solche Ziele sind wohlerzogene, zivilisierte Bürger durchaus bereit, auch unerfreuliche Szenen hinzunehmen, schließlich geht es um ein übergeordnetes Gutes.

Die Mentalität derer, die jetzt Bürger daran hinderten, auf einer öffentlichen Straß dorthin zu gehen, wohin sie gehen wollten, unterscheidet sich in nichts von der Mentalität der SA-Leute, die Kommunisten oder Sozialdemokraten dasselbe verwehrten. Auch unter diesen SA-Leuten waren jede Menge Idealisten, die für "ihr Volk" Gutes zu tun vermeinten. Wie auch unter islamistischen "Revolutionswächtern" usw. Das wollte ich ja mit dem kleinen Quiz illustrieren.
Zitat von tilia
Der G8 Gipfel letztes Jahr, dann Köln, der Fall Eva Herman, dazu Lafontaines immer deutlicher werdende Aussagen zu Privateigentum und Enteignungen - a very strange brew, starting to get real scary .

Trotzdem, liebe Tilia, bin ich weiter optimistisch (auch wenn mich gelegentlich Anflüge von Pessimismus überkommen).

Ich könnte mir denken, daß die Kommunisten diesmal überzogen haben. Viele, die nur für Toleranz gegenüber Moslems demonstrieren wollten, werden sich - wie jener Lehrer, der in dem Bericht der FAZ erwähnt wird - fragen, ob sie sich denn die richtigen Bundesgenossen ausgesucht haben; Leute, die sich exakt so benehmen wie einst die SA.

Der "strange brew", liebe Tilia, könnte sich vielleicht also demnächst entmischen. Nicht jeder Linke ist mit SA-Methoden einverstanden. Nicht jeder Linke ist ein Feind des demokratischen Rechtsstaats. Ich vertreue darauf, daß manchen allmählich die Einsicht kommt, mit wem sie sich verbünden, wenn sie mit den Kommunisten "Bündnisse" schließen.

Herzlich, Zettel

PS: Willkommen als aktive Posterin, liebe Tilia! Ich habe gesehen, daß Sie schon seit einiger Zeit mitlesen und freue mich, daß Sie jetzt auch "mitschreiben".

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

22.09.2008 14:04
#7 RE: Lösung des Quiz antworten

Zitat von Thomas Pauli
zur Einführung der "Umweltzone" in Berlin haben sich Angehörige von "Umweltgruppen" an deren Rand in uniformähnlicher Bekleidung postiert und Bonbons an die Folgsamen und Ermahnungen an die Autofahrer ohne Plakette verteilt. Das habe wohl nicht nur ich überhaupt nicht als lustig empfunden - mit dem Spuk war's dann ganz schnell vorbei. Ich habe mich damals schon gefragt, was denn wohl als Nächstes kommen würde.

Ja, lieber Thomas, daran habe ich mich auch erinnert. Ich habe es zwar nicht selbst erlebt, aber die Bilder gesehen und damals auch einen Artikel dazu geschrieben.

Diese Leute von der "Deutschen Umwelthilfe" haben sich auch schon ein quasi-staatliches Auftreten angemaßt, aber sich wenigstens noch an das Gewaltmonopol des Staats gehalten.

Was diese "Antifas" unter offenbar aktiver Unterstützung durch die Partei "Die Linke" sich in Köln geleistet haben, hat noch einmal eine andere Qualität.

Hier wurde, lieber Thomas, aus meiner Sicht eine Grenze überschritten: Die Grenze zur Miliz, zum Verhalten nach dem Vorbild der SA. Diese hat sich ja bewußt uniformiert, um als eine quasi-staatliche Gewalt auftreten zu können. Exakt das machen heute die Kommunisten.

Sie wollen diesen Staat unterhöhlen. Das wollen alle Kommunisten, wenn sie in einem freiheitlichen Staat agieren. Aber ich kenne keinen Staat, der sie - wie das in Köln offenkundig der Fall war - dabei gewähren läßt, als eine Art selbsternannte Hilfspolizei aufzutreten.

Sie werden sich durch Köln ermuntert fühlen, das wieder zu versuchen. Noch nie seit 1945 war in der Bundeserepublik das Gewaltmonopol des Staats in Gefahr. Jetzt ist es gefährdet.

Herzlich, Zettel

tilia Offline



Beiträge: 26

23.09.2008 21:18
#8 RE: Lösung des Quiz antworten

So wie Sie, lieber Zettel, lehne auch ich extreme politische Haltungen strikt ab - ob sie nun links oder rechts oder religiös unterfüttert sein mögen.
Wie "Pro Köln" auf einer rechten Skala einzustufen wäre, weiß ich nicht, dazu weiß ich viel zu wenig über diese Organisation. Jedenfalls ist sie, obwohl sie (wie auch DIE LINKE) vom Verfassungsschutz beobachtet wird, nicht verboten. Wäre sie das, dann wäre es immer noch nicht die Aufgabe schwarzvermummter, SA-ähnlicher, linker Schlägertrupps, dafür zu sorgen, dass ihre Vertreter öffentlich nicht zu Wort kommen.

Politiker, die da lobend von "wehrhafter Demokratie" sprechen, offenbaren eine erschreckende Ahnungslosigkeit (vorgetäuscht?) in Sachen Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Grundrechte.
"Journalisten", die das Geschehen in Köln höhnisch und schadenfroh kommentierten, sind m.E. eine Schande für ihren Berufsstand - mild ausgedrückt.
Bei dieser Gelegenheit haben einige von ihnen vor aller Augen ihr wahres, ganz und gar undemokratisches Gesicht gezeigt, sind ohne jede Scheu in sehr üble Fußstapfen getreten.

In Köln jedenfalls fand nicht etwa ein Kampf wehrhafter Demokraten gegen rechtsradikale Demagogen statt - nein, es spielte sich nicht weniger ab als die Vorführung eines Staates, dessen gewählte Vertreter (jedenfalls manche von ihnen) anscheinend vergessen haben, worauf er basiert und was er verkörpert. Und diese Vertreter wehrten nicht etwa den Anfängen, vielmehr beklatschten sie den Rammbock, mit dem gegen die Grundpfeiler unserer Rechtsordnung angerannt wurde.

Hier zerbrach möglicherweise etwas, das nur schwer zu kitten sein wird.
Ich bin da nicht so optimistisch wie Sie, lieber Zettel, ich fürchte mich vor dem Erreichen einer bestimmten kritischen Masse und dem möglicherweise darauf folgenden Dominoeffekt.
Was mich hoffen lässt, ist die Kritik mancher Staatsrechtler, wie Professor Josef Isensee, sowie die deutlichen Kommentare in diversen Leserbriefen.

In Antwort auf:

Ich könnte mir denken, daß die Kommunisten diesmal überzogen haben. Viele, die nur für Toleranz gegenüber Moslems demonstrieren wollten, werden sich - wie jener Lehrer, der in dem Bericht der FAZ erwähnt wird - fragen, ob sie sich denn die richtigen Bundesgenossen ausgesucht haben; Leute, die sich exakt so benehmen wie einst die SA.
In Antwort auf:



Da hoffe ich wie Sie.

In Antwort auf:

Der "strange brew", liebe Tilia, könnte sich vielleicht also demnächst entmischen. Nicht jeder Linke ist mit SA-Methoden einverstanden. Nicht jeder Linke ist ein Feind des demokratischen Rechtsstaats. Ich vertreue darauf, daß manchen allmählich die Einsicht kommt, mit wem sie sich verbünden, wenn sie mit den Kommunisten "Bündnisse" schließen.
In Antwort auf:



Bei manchen wird sich nur die Frage stellen, was wichtiger ist, Macht oder Moral. Wobei sich dank der Begeisterung vieler Volksvertreter über die "wehrhafte Demokratie" die Koordinaten in Sachen Moral etwas verschoben haben dürften.

In Antwort auf:

PS: Willkommen als aktive Posterin, liebe Tilia! Ich habe gesehen, daß Sie schon seit einiger Zeit mitlesen und freue mich, daß Sie jetzt auch "mitschreiben". [/quote]
In Antwort auf:



Danke . Zwar bin ich meist lieber die stille Leserin, aber hier musste ich doch ein kleines Päckchen loswerden.

Tilia

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