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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 213 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.11.2008 18:48
Marginalie: Der Fall Swetlana Bachmina antworten

Ein alltägliches Stück russischer Justiz.

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

20.11.2008 21:17
#2 RE: Marginalie: Der Fall Swetlana Bachmina antworten

Zitat von Zettel
...sehe sie vor allem als Mitarbeiterin Chodorkowskis, also "der Reichen", die in Rußland weithin als Diebe gelten...


Lieber Zettel,

abgesehen davon, daß es traurig ist, wie schnell die zarten Pflänzchen Demokratie und Rechtsstaat in Rußland wieder verwelkten, finde ich es erschreckend, daß dieser Satz auch über Deutschland gesagt werden könnte. Nach dem pausenlosen Einprügeln auf "Manager", "Heuschrecken" und "Gierige Konzerne", mit dem sich unsere Qualitätspresse hervorgetan hat, ist es mittlerweile vollkommen Usus für die lieben Mitmenschen, wenn sie sich genauso wie die Russen äußern.
Wie hoch ist wohl mittlerweile der Prozentsatz der Wähler, die die Marktwirtschaft und die Demokratie abschaffen würden ohne mit der Wimper zu zucken? Muß man diese Frage in einem Land, das auch nur erwägt, einen Feind seiner demokratischen Ordnung in sein höchstes Staatsamt zu wählen, überhaupt noch stellen?
Oder kommen wir noch einmal zur Vernunft?

Herzlich, Thomas

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.11.2008 07:48
#3 RE: Marginalie: Der Fall Swetlana Bachmina antworten

Zitat von Thomas Pauli
Wie hoch ist wohl mittlerweile der Prozentsatz der Wähler, die die Marktwirtschaft und die Demokratie abschaffen würden ohne mit der Wimper zu zucken?

Es gibt da ja erschreckende Zahlen, was die Zustimmung zur Demokratie und zur freien Marktwirtschaft angeht. Vor allem in Bezug auf den Trend erschreckend.

Wo kommt das her, lieber Thomas? Es mag undifferenziert sein, immer "die Medien" verantwortlich zu machen. Aber ich habe das kürzlich wieder einmal a bisserl verfolgt: So gut wie alle Sendungen im ÖR TV, die sich mit Wirtschaft und Politik befassen (also Sendungen vom Typ Panorama, Monitor, Fakt, Wiso, 37 Grad usw.) bestehen so gut wie ausschließlich aus direkter oder indirekter Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Wenn über Hartz IV berichtet wird, dann natürlich darüber, wie schlecht es den Betroffenen geht, daß sie ihnen zustehendes Geld nicht bekommen usw. Wenn über Produkte berichtet wird, dann fast immer mit der Message, daß sie schlecht, gefährlich, überteuert, umweltschädlich sind.

Wenn ich meine Frau bitte, daß wir von solch einer Sendung wegschalten, dann ist meine Standard-Satz dazu inzwischen: Ich weiß ja, daß die Welt schlecht ist.

Mit solchen Sendungen werden die Leute überschüttet. Das geht so über Jahre, über Jahrzehnte. Deutsche Bürger wachsen damit auf. Sie wachsen auf mit einem Unterricht von Lehrern, die überwiegend ein kritisches bis negatives Verhältnis zu Demokratie und Kapitalismus haben. Sie sind vielleicht in einer Gewerkschaft, die ihnen dasselbe vermittelt.

Fast jeder Mensch findet, daß es ihm gerechterweise eigentlich besser gehen sollte. Durch dieses Getrommel wird diese natürliche menschliche Grundhaltung sozusagen in einen konkreten Affekt verwandelt - einen, der sich gegen Demokratie und Freiheit richtet.

Im Grunde ist es erstaunlich, daß es bei uns überhaupt noch Menschen gibt, die anders als jener von dir apostrophierte Kandidat glauben, daß wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben und daß Kapitalismus besser ist als Sozialismus.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.11.2008 08:24
#4 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Der Politkowskaja-Prozeß antworten

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie die russische Justiz arbeitet, berichten die beiden Moskauer Korrespondenten des gedruckten "Spiegel" in "Spiegel- Online":

Beim Politkowskaja-Prozeß wurde die Presse mit der Begründung auseschlossen, die Schöffen fühlten sich durch die Öffentlichkeit gestört. Die freilich fühlen sich keineswegs. Man hatte sie allerdings zu nötigen versucht, eine entsprechende Erklärung zu unterschreiben.

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