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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 397 mal aufgerufen
 Pro und Contra
Reader Offline



Beiträge: 803

11.09.2006 19:27
Ekelfleisch antworten

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SPIEGEL ONLINE Panorama

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,436490,00.html
FRANKFURT
Kontrolleure entdecken neues Gammelfleisch


"Die 1,9 Tonnen Rind- und 23 Tonnen Schweinefleisch stammen laut Walter offenbar nicht aus Bayern sondern aus Litauen. Wie lange die verdorbene Ware bereits in dem Kühlhaus lagerte, ist derzeit unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen sei kein verdorbenes Fleisch in den Handel gelangt, von einer Gefahr für den Verbraucher sei deshalb nicht auszugehen, betonte der Sprecher."




Beruhigend, dass das Fleisch nicht aus Bayern stammt und nicht in den Handel gelangte. ... ... Wenn der Handel das Fleisch nicht in Kühlhäusers lagert, wo dann?

Wanderer, kommst du nach Deutschland, leb besser vegetarisch?

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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

13.09.2006 16:30
#2 RE: Ekelfleisch antworten

Zitat von Reader
Wanderer, kommst du nach Deutschland, leb besser vegetarisch?

Jedenfalls sollte man sich nicht nur im Imbiß vor stark gewürztem Fleisch hüten.

Dieses "Döner" mit seiner undurchsichtigen Struktur, mit seinen jeden anderen Geschmack überlagernden Gewürzen lädt ja kriminelle Hersteller und Wirte geradezu zur ... ja, wie nennt man das eigentlich, was beim Wein Panscherei heißt? Sagen wir, zur Ekelbraterei ein.

Aber leider ist dergleichen wohl nicht auf diese Imbisse beschränkt. Vor Jahren habe ich mal im Radio einen Restaurantkoch gehört, der aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Wie man zB aus zähem und altem Rindfleisch "Wild" macht. Er habe es miterlebt, wie man das sogar Jägern vorsetzte, die es gar trefflich fanden.

Also - am besten zu Hause das zubereiten, mas man gern ißt. Bei uns zum Beispiel gibt es heute Abend Filet vom Charolais-Rind, dazu Ofenkartoffeln und a bisserl Schmand.

Kostet weniger als Essengehen - und wird, hoffentlich, köstlich schmecken.

Herzlich, Zettel







Reader Offline



Beiträge: 803

14.09.2006 00:42
#3 RE: Ekelfleisch antworten

Zitat von Zettel
Jedenfalls sollte man sich nicht nur im Imbiß vor stark gewürztem Fleisch hüten.
Dieses "Döner" mit seiner undurchsichtigen Struktur, mit seinen jeden anderen Geschmack überlagernden Gewürzen lädt ja kriminelle Hersteller und Wirte geradezu zur ... ja, wie nennt man das eigentlich, was beim Wein Panscherei heißt? Sagen wir, zur Ekelbraterei ein.
Aber leider ist dergleichen wohl nicht auf diese Imbisse beschränkt. Vor Jahren habe ich mal im Radio einen Restaurantkoch gehört, der aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Wie man zB aus zähem und altem Rindfleisch "Wild" macht. Er habe es miterlebt, wie man das sogar Jägern vorsetzte, die es gar trefflich fanden.


Dönerstruktur ist auch nicht undurchsichtiger als Wurst. ;-)

Der deutsche Agrarökonom Joachim von Braun hat in DIE ZEIT vor Jahren (werden wohl an die zwanzig sein) einen sehr interessanten Artikel geschrieben über Fleisch als loss leader (mir entfällt der deutsche Ausdruck) in Supermärkten und dem daraus resultierenden Preisdruck und den Folgen für die Viehaufzucht. Unappetitliche bis verdorbene Ware in der Einkaufstüte vorzufinden, mußte man fast erwarten. Sicher wäre es wünschenswert, wenn die staatlichen Kontrollen wirksamer (und die Händler ehrlicher!) wären, es darf aber auch nicht vergessen werden, dass über die letzten Jahrzehnte der durchschnittliche Konsument immer mehr Fleisch und das immer billiger verlangt und jemanden, der sich um die Herkunft seines Stück Fleisches Gedanken machte, verlacht hat.
Eigentlich habe ich mich jetzt nur noch schnell gemeldet in der Hoffnung, dass vielleicht jemand den angesprochenen Artikel irgendwo findet. ;-)
R.r

Reader Offline



Beiträge: 803

14.09.2006 07:58
#4 Food for Thought antworten

-

Körner oder Keule
Ein leicht gekürzter Artikel aus: DIE ZEIT Nr. 25 / 14. Juni 1996
Von Andreas Fink, Sabine Rückert, Ullrich Schur und Fritz Vorholz
http://www.bhakti-yoga.ch/FACTS/Zeite.html

Zitat von aus dem obigen Artikel

Von Braun sieht deshalb schwarz - es sei denn, die Politiker würden gleichzeitig sowohl auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite grundlegende Änderungen durchsetzen. Einerseits müßten weltweit die Landwirtschaft weiter umweltverträglich intensiviert und neue Methoden der Gentechnik konsequent eingesetzt werden. Andererseits müßte "überflüssiger und schädlicher Fleischkonsum" bekämpft werden.

Da müßte bekämpft werden, was in Mitteleuropa jahrzehntelang massiv gefördert worden ist. "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft." Kaum ein Werbespruch hielt sich in Deutschland so lange wie der Klassiker der Fleischindustrie. Eingedenk der vitalen Botschaft, entwickelten sich die Deutschen in den siebziger und achtziger Jahren zu wahren Fleischvertilgern. Stetig wuchs der jährliche Konsum, seinen Höhepunkt erreichte er 1988 Knapp siebzig Kilo Fleisch und Wurst stopfte der Durchschnittsdeutsche in sich hinein.
Zur Freude vor allem des Lebensmittelhandels. Denn keine Branche hat einen derart großen Anteil an der Explosion des Fleischmarkts wie die Ketten. Die Supermärkte, die sich in den sechziger Jahren über ganz Deutschland ausbreiteten, hatten ein Produkt immer im Sonderangebot: Fleisch. Von Anfang an köderten sie die Massen mit Preisen, die ein Drittel unter denen der Metzgerei an der Ecke lagen.
Die Verbraucher gewöhnten sich daran, daß es den Sonntagsbraten jetzt auch montags, dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags gab - Rewe, Edeka & Co sei Dank. Unter dem Konkurrenzdruck verfielen die Preise, und Fleisch wurde zum Billigprodukt. Für ein Kilo Rindfleisch mußte ein Durchschnittsverdiener vor dreißig Jahren noch zwei Stunden arbeiten, heute reicht eine halbe.








Zettel Offline




Beiträge: 20.200

14.09.2006 18:14
#5 RE: Food for Thought antworten

Zitat von Reader

Zitat von aus dem obigen Artikel
Andererseits müßte "überflüssiger und schädlicher Fleischkonsum" bekämpft werden. Da müßte bekämpft werden, was in Mitteleuropa jahrzehntelang massiv gefördert worden ist. "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft." (...)Die Verbraucher gewöhnten sich daran, daß es den Sonntagsbraten jetzt auch montags, dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags gab - Rewe, Edeka & Co sei Dank. Unter dem Konkurrenzdruck verfielen die Preise, und Fleisch wurde zum Billigprodukt. Für ein Kilo Rindfleisch mußte ein Durchschnittsverdiener vor dreißig Jahren noch zwei Stunden arbeiten, heute reicht eine halbe.




Danke, dear Reader, daß du diesen Text herausgesucht hast!

Ja, ich sehe das ähnlich. Fleisch essen war in der ganzen Menschheitsgeschichte etwas Besonderes. Zur Zeit der Sammler und Jäger das Fest, wenn man Jagdglück gehabt hatte. Später in - soviel ich weiß - allen Kulturen das Sonntags-, das Festtagsessen; allenfalls für die Reichen das täglich "Brot".

So war es auch noch in meiner Kindheit und Jugend. Es gab vielleicht zweimal in der Woche Fleisch. Das Mensaessen, das ich Anfang der sechziger Jahre "genossen" habe, enthielt Fleisch allenfalls in homöopathischen Dosen - als Bestandteil von Frikadellen zum Beispiel.

In meinem ersten Semester ging die Fama, daß an einer anderen Uni - ich glaube, es war die TH Darmstadt - das Mensaessen angeblich unter den Studenten eine Fleischvergiftung durch verdorbene Frikadellen ausgelöst habe. Es habe aber bald Entwarnung gegeben, denn Fleisch sei in den Frikadellen nicht gewesen.

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als in Tübingen ein Gerücht durch die Stadt eilte: In der Mensa gebe es heute Schnitzel! Ich konnte es nicht fassen.



Die Fleisch-Fresserei setzte erst in den sechziger Jahren ein und erreichte mich erst nach dem Studium; da gab es dann Nachholbedarf, und ich habe manches Steak vertilgt.

Auch heute noch ist eine langsam gegarte Lammschulter oder ein Filetsteak für mich schwer zu überbieten; aber doch nur als Primus inter pares.

Herzlich, Zettel








Reader Offline



Beiträge: 803

14.09.2006 20:59
#6 RE: Food for Thought antworten
Zitat von Zettel
Auch heute noch ist eine langsam gegarte Lammschulter oder ein Filetsteak für mich schwer zu überbieten; aber doch nur als Primus inter pares.
Herzlich, Zettel


I'm with you. Medium rare, please.
Wenn ich ehrlich bin, schmeckt es mir am besten nach ein paar fleischlosen Tagen. ;-)


Diese Werbung erschien eben unter deinem Beitrag:

"Gratis Vegetarisch Kochen - Der Chefkoch hat´s für Sie getestet Kochrezepte mit Fotos, Jetzt kochen"

Anzunehmen, dass da jemand in Indien mitliest.

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 Sprung  



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