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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 12 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.05.2009 03:57
Obamas Mann für's Grüne Antworten

Dieser Artikel ist einer von denen, für die ich Material sammle, die ich aber nicht gleich schreiben kann, weil anderes sich in den Vordergrund drängt.

Er geht zurück auf einen Beitrag im Internet-Magazin Slate vom 19. April; aber an Aktualität hat das Thema wohl nichts verloren: Es zeichnet sich immer deutlicher ab, daß Charles Krauthammer Recht hatte, als er im Dezember Obama als den Großen Transformator der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft beschrieb.

Dazu gehört offenbar auch ein Maß an "grüner Umgestaltung", auf das unsere hiesigen Grünen nur mit Neid blicken können. Ich blicke darauf eher mit einer gewissen Fassungslosigkeit.

Gorgasal Offline




Beiträge: 4.020

03.05.2009 09:42
#2 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

Zitat von Zettel
Das Ella Baker Center for Human Rights und diverse andere Organisationen und Initiativen, die Jones gegründet hat, sind NGOs, Nicht- Regierungs- Organisationen; was aber nicht im Gegensatz dazu steht, daß sie in großem Stil von der Regierung finanziert werden.

Der Fachausdruck lautet "Quango": Quasi-NGO.
http://en.wikipedia.org/wiki/Quango

Die werden insbesondere in UK kritisiert, dort hat dieser nicht legitimierte, nicht überwachte, aber gut staatlich finanzierte Wildwuchs auch schon sehr abstruse Blüten getrieben.

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

Omni Offline



Beiträge: 255

03.05.2009 11:16
#3 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

In Antwort auf:

Ein Community Organizer war bekanntlich Barack Obama im schwarzen Ghetto von Chicago gewesen. Einer, der Menschen hilft, ihr Leben zu meistern, weil sie allein dazu unfähig sind.

Regieren als Sozialarbeit - das dürfte ziemlich genau das Selbstverständnis des Präsidenten treffen, und das von Mitstreitern wie Van Jones.


Wieso macht Sie das fassungslos? Wieso sollte in einer Demokratie wie der amerikanischen nicht auch mal eine paternalistischere Strömung ans Ruder kommen? Es wäre doch seltsam wenn die Welt sich verändert, aber die Vereinigten Staaten von Amerika nicht. Und wenn Sie deshalb fassungslos sind, weil so mit Geld um sich geworfen wird dort: Korrigieren Sie mich bitte wenn ich das jetzt falsch einordne aber ist das dort drüben nicht irgendwie so üblich? Unter der Bush-Administration wurde mal schnell eine neue Monsterbehörde für "Homeland Security" aus dem Boden gestampft.

Gorgasal Offline




Beiträge: 4.020

03.05.2009 13:33
#4 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

Zitat von Omni
Unter der Bush-Administration wurde mal schnell eine neue Monsterbehörde für "Homeland Security" aus dem Boden gestampft.

Die Philosophie des DHS war aber nicht "wir müssen die Bürger erziehen, weil sie zu dumm sind, sich ökologisch korrekt zu verhalten".

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.05.2009 14:59
#5 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

Zitat von Omni
In Antwort auf:
Ein Community Organizer war bekanntlich Barack Obama im schwarzen Ghetto von Chicago gewesen. Einer, der Menschen hilft, ihr Leben zu meistern, weil sie allein dazu unfähig sind.
Regieren als Sozialarbeit - das dürfte ziemlich genau das Selbstverständnis des Präsidenten treffen, und das von Mitstreitern wie Van Jones.


Wieso macht Sie das fassungslos? Wieso sollte in einer Demokratie wie der amerikanischen nicht auch mal eine paternalistischere Strömung ans Ruder kommen? Es wäre doch seltsam wenn die Welt sich verändert, aber die Vereinigten Staaten von Amerika nicht.

Was mich fassungslos macht (naja), lieber Omni, das ist die Radikalität der Veränderung, die Obama - so erscheint es mir zunehmend - anstrebt. Ungleich radikaler als z.B. die neokonservativ inspirierten Maßnahmen von Präsident Bush, die seinerzeit die Kritik ausgelöst habe, die amerikanische Politik sei jetzt ideologisch geworden.

Obama ist, so wird allmählich deutlich, ein Linker nicht nur nach amerikanischen, sondern selbst nach europäischen Maßstäben. Ich habe im Wahlkampf darauf hingewiesen, daß er in einem Jahr im Senat das am weitesten linke Abstimmungsverhalten aller Senatoren gezeigt hat; in den anderen Jahren war er unter dem Dutzend Linker.

Alle Präsidenten vor ihm, selbst Roosevelt, wollten die freie, möglichst wenig vom Staat bevormundete Gesellschaft, die kapitalistische Wirtschaft. Niemand dachte an eine sozialistische Umgestaltung der USA, an eine halbstaatliche Wirtschaft. Genau dies aber strebt Obama offenbar an.



Die Krise ist - Verantwortliche wie Rahm Emanuel haben das ja offen gesagt - eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen darf. Unglaubliche Finanzmittel, deren Betrag sich inzwischen den Tausend Milliarden nähert, werden ja nicht einfach nur in die Wirtschaft gepumpt, sondern sie werden zur staatlichen Kontrolle der Wirtschaft eingesetzt. Das für Van Jones geschaffene Amt ist ein Beispiel dafür, wie das funktionieren soll: An die Fleischtöpfe darf, wer sich politisch correct verhält.

Man mag das, lieber Omni, alles begrüßen, wenn man selbst Sozialist ist und wenn man eine Grüne Wirtschaft will. Ich fürchte, daß Obama die USA an die Wand fahren wird. Die Stärke dieser Gesellschaft war und ist die Freiheit des Einzelnen, die Zurückhaltung des Staats. Die vom Staat gesteuerte Wirtschaft, die formierte Gesellschaft, die Obama offenbar vorschwebt, werden in den USA noch wenige funktionieren als anderswo.
Zitat von Omni
Und wenn Sie deshalb fassungslos sind, weil so mit Geld um sich geworfen wird dort: Korrigieren Sie mich bitte wenn ich das jetzt falsch einordne aber ist das dort drüben nicht irgendwie so üblich? Unter der Bush-Administration wurde mal schnell eine neue Monsterbehörde für "Homeland Security" aus dem Boden gestampft.

Ja, das stimmt schon. In den USA neigt man zu quick fixes, zur schnellen Abhilfe, auch wenn dafür etwas Neues aus dem Boden gestampft werden muß, auch wenn es viel Geld kostet.

Insofern ist Obamas Aktionismus schon etwas sehr Amerikanisches. Nur sind es seine Inhalte nicht. Daß Obama immer noch ungefähr 60 Prozent Zustimmung hat, dürfte wesentlich daran liegen, daß viele Bürger noch gar nicht begriffen haben, wohin die Reise gehen soll.

Herzlich, Zettel

PS: Ich habe mich, lieber Omni, gefreut, nach längerer Zeit wieder einmal etwas von Ihnen zu lesen! Wir sind zwar oft recht verschiedener Meinung, aber Ihr fairer Diskussionsstil hat mir die Diskussion mit Ihnen trotzdem (oder gerade deshalb) meist zu einem Vergnügen gemacht.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.05.2009 19:35
#6 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

Zitat von Gorgasal
Zitat von Zettel
Das Ella Baker Center for Human Rights und diverse andere Organisationen und Initiativen, die Jones gegründet hat, sind NGOs, Nicht- Regierungs- Organisationen; was aber nicht im Gegensatz dazu steht, daß sie in großem Stil von der Regierung finanziert werden.

Der Fachausdruck lautet "Quango": Quasi-NGO.
http://en.wikipedia.org/wiki/Quango
Die werden insbesondere in UK kritisiert, dort hat dieser nicht legitimierte, nicht überwachte, aber gut staatlich finanzierte Wildwuchs auch schon sehr abstruse Blüten getrieben.

In den USA hatte das offenbar auch schon unter früheren Präsidenten die schönsten Blüten getrieben. Auch dieser CEQ scheint nicht von Obama neu geschaffen zu sein.

Aber das war Wildwuchs gewesen, ja auch immer wieder kritisiert. Obama ist offenbar entschlossen, diesen public-private sector zum Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft zu machen. Die Krise kam dazu wie gerufen.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.09.2009 14:28
#7 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Van Jones ist gestern von seinem Amt als Sonderberater des Präsidenten zurückgetreten. Als Grund gab er eine Schmutzkampagne an, die gegen ihn geführt worden sei.

Es war herausgekommen, daß Van Jones einen Aufruf unterzeichnet hatte, in dem vermutet wurde, daß Präsident Bush die Anschläge von 9/11 "bewußt hat geschehen lassen, vielleicht als Vorwand für einen Krieg". Außerdem hatte Van Jones die Republikaner mit einem "crude term", also einer rohen Bezeichung, belegt. Was das war, habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können.

Ach ja ... und Gorgasal war mal wieder viel aufmerksamer als ich. Sein Hinweis auf den Rücktritt steht schon seit dem Vormittag im Forum.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.09.2009 14:34
#8 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Zitat von Zettel
Ach ja ... und Gorgasal war mal wieder viel aufmerksamer als ich. Sein Hinweis auf den Rücktritt steht schon seit dem Vormittag im Forum.


Und gleich noch ein Volltreffer von Gorgasal: Er hat herausgefunden, welches der crude term gewesen ist: assholes. Braucht jemand eine Übersetzung?

Gorgasal Offline




Beiträge: 4.020

06.09.2009 18:17
#9 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Zitat von Zettel
Ach ja ... und Gorgasal war mal wieder viel aufmerksamer als ich. Sein Hinweis auf den Rücktritt steht schon seit dem Vormittag im Forum.


Keiner liest meine mit Liebe formulierten Beiträge...

Das hier ist auch recht nett:

Zitat von Van Jones
The white polluters and the white environmentalists are essentially steering poison into the people of color’s communities because they don’t have the racial justice frame.


http://www.breitbart.tv/green-jobs-czar-...ty-communities/

Via: http://faustasblog.com/?p=15274

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

06.09.2009 18:30
#10 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Zitat von Gorgasal

Zitat von Zettel
Ach ja ... und Gorgasal war mal wieder viel aufmerksamer als ich. Sein Hinweis auf den Rücktritt steht schon seit dem Vormittag im Forum.


Keiner liest meine mit Liebe formulierten Beiträge...


Aber doch, lieber Gorgasal! Nur hebe ich mir meist das Beste bis zum Schluß auf ...

Aber im Ernst: Ihre Funde sind für mich längst unentbehrlich, wenn es um Themen für ZR geht.

Mit herzlichem Dank,

Zettel

Calimero Offline




Beiträge: 3.280

06.09.2009 19:04
#11 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Zitat von Gorgasal
Keiner liest meine mit Liebe formulierten Beiträge...



Oh doch, aber meist habe ich weder Lust noch Zeit mich durch englische Artikel durchzuquälen, bei denen ich ohne Leo eh nur die Hälfte verstünde. Aber trotzdem ... weiter so!

Beste Grüße, Calimero

----------------------------------------------------
... und im übrigen sollte sich jeder, der sich um die Zukunft Sorgen macht, mal zehn-, bis zwanzig Jahre alte Sci-Fi-Filme ansehen.

Gorgasal Offline




Beiträge: 4.020

06.09.2009 23:09
#12 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Van Jones ist zurückgetreten Antworten

Zitat von Calimero

Zitat von Gorgasal
Keiner liest meine mit Liebe formulierten Beiträge...


Oh doch, aber meist habe ich weder Lust noch Zeit mich durch englische Artikel durchzuquälen, bei denen ich ohne Leo eh nur die Hälfte verstünde. Aber trotzdem ... weiter so!



Danke schön! Ich versuche schon, das Wichtigste auf Deutsch zusammenzufassen, und werde darauf in Zukunft verstärkt achten. Nicht dass Sprachbarrieren jemanden daran hindern, sich am Quell meiner Weisheit zu laben

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

Gorgasal Offline




Beiträge: 4.020

14.09.2009 18:07
#13 RE: Obamas Mann für's Grüne Antworten

Und jetzt noch ein Artikel, in dem kommentiert wird, wie die New York Times die Causa Jones erst sehr spät aufgegriffen hat:

Zitat von New York Post
The Times was aware of the story, knew it was bigger than most of the stuff it puts in the paper every day, and had plenty of resources to cover it.

But The Times purposely ignored it because it was hoping that the story would go away, because it likes people like Comrade Jones and was hoping he wouldn’t be forced out. The Times doesn’t like people like Glenn Beck and didn’t want him to be able to claim Jones’s scalp. The Times’ prejudice blinded it to the fact that Jones’ fall became obvious on Friday, when a White House spokesman refused to defend him.


http://www.nypost.com/p/news/opinion/ope...hcB1lqAqQmWV8NO

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

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