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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.215 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.11.2009 13:36
Menschenrechte in Cuba Antworten

Human Rights Watch hat einen neuen Bericht über die Lage der Menschenrechte in Cuba vorgelegt. Das ist der Anlaß für diese Marginalie.

Numpy Offline



Beiträge: 113

21.11.2009 01:59
#2 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Naja, das es um die Menschenrechte in Cuba schlecht bestellt ist, weiß ja mittlerweile ganz Deutschland. Ganz Deutschland? Nein! Eine von unbeugsamen Betonköpfen bewohnte Partei hört nicht, sich der Wahrheit zu widersetzen.

Es ist wirklich erschreckend, wie sehr die Linke und ihre BAG für Cuba, aber auch Venezuela schwärmen. Aber etwas neues ist es ja nicht. Vielleicht sollte man anfangen festzustellen, warum Menschen die Linke wählen, anstatt sich immer damit zu beschäftigen, ob sie noch verfassungskonform ist (was sie definitiv nicht ist). Die Linke steht sogut da, weil sie noch nicht zeigen mußten, das auch sie nichts auf das niedere Volk halten, und genauso über es hinweg handeln, wie es auch die anderen 4 Parteien tun. Die anderen Parteien müssen endlich zu ehrlicher Politik zurückfinden, d.h. alle alten Gesichter raus und neue Menschen hinein.

Ja, das heißt vorallem das nach dieser Legislaturperiode Schluß sein muß für Merkel, aber wers glaubt wird seelig. Sie wird es so machen, wie es einst Kohl getan hat: Alles abwiegeln und mit eiskalter Machtpolitik Konkurrenz abwickeln.

Tut mir leid, daß ich vom Thema abweiche, aber es scheint mir doch der Hauptgrund zu sein, warum uns diese Neostalinisten soviele Probleme bereiten. ;(

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.11.2009 08:48
#3 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Zitat von Numpy
Naja, das es um die Menschenrechte in Cuba schlecht bestellt ist, weiß ja mittlerweile ganz Deutschland. Ganz Deutschland? Nein! Eine von unbeugsamen Betonköpfen bewohnte Partei hört nicht, sich der Wahrheit zu widersetzen.


Die Castro-Begeisterung, lieber Numpy, ist leider keineswegs auf die Kommunisten beschränkt. In ZR finden Sie einen Artikel darüber, wie geradezu beflissen sich die rotgrüne Koalition gegenüber der cubanischen Diktatur zeigte; und auch noch der Außenminister Steinmeier war um eine Verbesserung der Beziehungen bemüht.

Zitat von Numpy
Tut mir leid, daß ich vom Thema abweiche, aber es scheint mir doch der Hauptgrund zu sein, warum uns diese Neostalinisten soviele Probleme bereiten. ;(


Ich glaube nicht, daß das etwas mit Stalinismus zu tun hat. Ein großer Teil der deutschen Linken, eben bis weit in die SPD hinein, weigert sich nach wie vor, in Cuba das zu sehen, was es ist: Eine der brutalsten Diktaturen, die es gegenwärtig gibt. Eines der Länder, in denen die Menschen unter den erbärmlichsten Bedingungen leben müssen.

Leider weiß das nicht ganz Deutschland.

Herzlich, Zettel

Pirx Offline



Beiträge: 92

21.11.2009 11:34
#4 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

In Antwort auf:
Ich glaube nicht, daß das etwas mit Stalinismus zu tun hat. Ein großer Teil der deutschen Linken, eben bis weit in die SPD hinein, weigert sich nach wie vor, in Cuba das zu sehen, was es ist: Eine der brutalsten Diktaturen, die es gegenwärtig gibt. Eines der Länder, in denen die Menschen unter den erbärmlichsten Bedingungen leben müssen.



Ich sehe das nicht nur bei überzeugten Stalinisten, sondern auch bei "normalen Mainstream-Linken": "Gut, es ist halt nicht alles so schön auf Kuba, dafür gibt es ein hervorragendes Gesundheitssystem, ein gutes Bildungssystem und hungern muss auch niemand." Das sind so Stehsätze, die hinterfragt schon niemand mehr.

Ich war in diesem Jahr selbst in Kuba, und habe dort selbst gesehen (und auch erzählt bekommen), wie falsch dieses verklärte Kuba-Bild ist.

Das Erschreckendste ist: in diesem "kommunistischem" Land gibt es eine enorme Zweiklassengesellschaft, dank dem Peso Convertible (CUC). Wer das Privileg hat, im Tourismusbereich arbeiten zu dürfen, Zimmer vermieten zu dürfen; oder einfach Touristen auf der Straße abzockt, der kann mit dem CUC Dosennahrung, Getränke, Kosmetika, Elektrogeräte und alles mögliche in den "Panamericana"-Devisenläden kaufen. Mit einem "westlichen" Preisniveau - kein Wunder, es wird ja alles importiert. Der Durchschnittsarbeiter bekommt etwa 250 Peso Cubano, das sind 10 CUC, im Monat ausbezahlt. Damit kann er sich Lebensmittel über das staatliche Rationierungssystem (Libreta) kaufen, aber das ist auch nicht viel. Schon eine Tube Zahnpasta, ein Stück Seife oder eine Rasierklinge kostet einen guten Teil seines Monatslohns. Es gibt gar keinen Anreiz mehr zu studieren um einen "guten" Beruf zu bekommen - wer in Havanna sich auf die Straße stellt und ahnungslosen Touristen gefälschte Zigarren verkauft, verdient an einem Tag (oder an zwei oder drei Tagen) so viel wie ein Universitätsprofessor im Monat.

Die Ärzte sind vielleicht gut ausgebildet (das kann ich nicht beurteilen), aber den Krankenhäusern fehlt es an allem. Medikamente, Bettlaken, Nähgarn für die Chirurgen, und so weiter. Spritzen werden wiederverwendet und in Zeitungspapier eingewickelt.

Das einzige, das in diesem Land wohl noch funktioniert, ist die Propaganda ...

Numpy Offline



Beiträge: 113

21.11.2009 12:28
#5 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Lieber Pirx, auch dafür haben die Linken inzwischen die Antwort gefunden. Es sind die bösen Amerikaner, die das sozialistische Paradies auf Erden verhindern.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.11.2009 12:56
#6 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Vielen Dank, liebe(r) Pirx, für diese Bericht aus eigener Erfahrung.

Und willkommen im kleinen Zimmer!

Herzlich, Zettel

Pirx Offline



Beiträge: 92

21.11.2009 13:35
#7 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Zitat von Numpy
Lieber Pirx, auch dafür haben die Linken inzwischen die Antwort gefunden. Es sind die bösen Amerikaner, die das sozialistische Paradies auf Erden verhindern.


Ach, dafür brauchen die Linken doch nicht lange zu suchen - das gibt Castros allgegenwärtige Propagandamaschinerie doch schon längst vor. "2 Wochen ohne bloqueo, und wir hätten die autopista nacional fertiggestellt" ist auf einem Plakat neben jener Autobahn zu lesen.

Das ist ja einer der zentralen, wenn nicht der zentrale narrative der kubanischen Propaganda: La Revolución hat euch befreit von den norteamericanos, von den senores imperialistes, die die Kubaner unterdrückten. Vor der Revolution waren die Kubaner Sklaven der USA; ganz Kuba war Bordell, Casino und Urlaubsort für die reichen Amerikaner.

Die Ironie (man könnte es auch "Dialektik" nennen ) dabei ist, dass das heute dank der kommunistischen Misswirtschaft nicht viel anders ist: Das Land ist abhängig vom Tourismus, der meines die größte Devisenquelle ist. Die Leute "verkaufen" sich, plakativ gesagt, an die Touristen - als Trickbetrüger, Prostituierte - um an die begehrten Convertibles zu kommen. Man könnte fast sagen: 50 Jahre Revolution, und wir stehen wieder am Anfang.

Und nächste Ironie: eine weitere große Devisenquelle sind die Exilkubaner. (Die ja für die Propaganda der größte Abschaum noch vor den Amerikanern sind) Die Dollars, die die Auswanderer an die Angehörigen "zuhause" schicken, müssen ja in den Peso Convertible umgetauscht werden - und da kassiert das Regime eine 10%ige Gebühr mit. (Das ist wohl der Hauptgrund, warum der Dollar verboten und der Peso Convertible eingeführt wurde)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.11.2009 11:58
#8 RE: Menschenrechte in Cuba Antworten

Jetzt hat auch "Spiegel- Online" die Story.

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